Katharina Zöller leitet in der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung den Onlinedialog Nanomedizin

DIE ZEIT: Frau Zöller, Sie rufen Jugendliche auf, sich an einem "Nano-Onlinedialog" zu beteiligen. Was steckt dahinter?

Katharina Zöller: Die Nanotechnologie durchdringt fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens. Sie steckt in Autolacken, Sonnencremes, Elektronikgeräten. Die Nanomedizin verspricht Heilverfahren gegen Krebs und Demenz und neue Methoden der Leistungssteigerung. Da lautet die Frage: Was davon wollen wir, was nicht? Die Öffentlichkeit hatte bisher noch wenig Gelegenheit, sich dazu qualifiziert zu äußern. Das soll unser Projekt ändern.

ZEIT: Wen wollen Sie ansprechen? Und was haben Sie genau geplant?

Zöller: Bis zum 6. Oktober können sich interessierte junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren unter www.online-dialoge.de registrieren lassen. Danach wird es einen Diskussionsprozess geben, dessen Ergebnisse am Ende dem Bundestag, dem Ethikrat und den Medien übergeben werden.

ZEIT: Also eine Art Bürgerkonferenz im Netz?

Zöller: Ja. Wir haben schon zu Beginn des Jahres ein Jugendforum zur Nanomedizin veranstaltet, an dem sich 54 Jugendliche mehrere Tage lang trafen. Nun wollen wir sehen, ob und wie sich die Diskussion verändert, wenn wir sie ins Netz verlagern.