Österreich Onkel Hans greift an
Österreichs einflussreichster Verleger nutzt den Wahlkampf zu einer Kampagne gegen die EU
Gern zeigte er sich auf der Terrasse des Landtmann, des noblen Cafés im Schatten des Burgtheaters. In seiner silbernen Limousine ließ er sich wie ein Staatsmann vorfahren. Gäste blickten über den Rand ihrer Zeitung, sie wollten sehen, mit wem er sich hier wohl trifft. »Schau«, hörte man sie murmeln, »der Dichand!« Hans Dichand, Herausgeber der Kronen Zeitung, ist der mächtigste Mann Österreichs: 3,8 Millionen Menschen lesen sein Blatt, dabei gibt es nur acht Millionen Österreicher. Springers Bild würde 40 Millionen Leser und zehn Millionen verkaufte Exemplare brauchen, um ähnlich einflussreich zu sein.
In letzter Zeit wurde Dichand im Landtmann nicht mehr gesehen. Er sei gestürzt, vermeldeten die Zeitungen. Ein Raunen ging durch die Stadt, als ob der letzte Kaiser hingefallen wäre, so kurz vor der Wahlschlacht am Sonntag. Jetzt residiere er wieder in der Chefetage der Krone, 16. Stock, Blick über Wien, und lese die geliebten deutschen Weltblätter, sagt eine Vertraute. Der 87-Jährige sei guter Dinge, wenn auch manchmal etwas verwirrt. Seine Macht aber ist größer denn je.
Soll die Marillenmarmelade zu »Marillenkonfitüre« werden? Niemals!
Hans Dichand hat die Wahlen mit einer beispiellosen Anti-EU-Kampagne geprägt – und er hat die österreichischen Sozialdemokraten auf seine Seite gezogen. Wenn sein Kandidat, der neue SPÖ-Chef Werner Faymann, gewinnt, so die Lektion für Europa, dann lohnt sich der Aufstand gegen Brüssel – und nicht der Anstand. Deshalb avanciert dieser Wiener Wahlkampf und die Geschichte des zügellosen Zeitungsmachers Hans Dichand zu einem europäischen Thema. Ein einzelner Medienzar kann einen ganzen Kontinent in Geiselhaft nehmen. Werner Faymanns erste Amtshandlung als Parteichef war es, gemeinsam mit dem Noch-Kanzler Alfred Gusenbauer einen Brief an den »sehr geehrten Herausgeber« Dichand zu verfassen. Nicht weniger als eine 180-Grad-Wende in der heimischen EU-Politik versprachen die beiden Spitzenpolitiker dem alten Fuchs, noch ehe sie die Parteigremien oder gar den Koalitionspartner ÖVP davon informierten. Jeder EU-Vertrag, der wesentliche Auswirkungen auf Österreich hat, solle künftig nach irischem Vorbild dem Volke vorgelegt werden. Auch die von der Wirtschaft herbeigesehnte vorzeitige Öffnung des Arbeitsmarktes Richtung Osten werde nicht kommen, versicherten die SPÖ-Granden und hofften auf Hans Dichands Gunst. »Es reicht!«, polterte darauf Wilhelm Molterer, der etwas biedere ÖVP-Chef, und kündigte Anfang Juli die glücklose Große Koalition. Sogar die Genossen gingen auf Distanz. »Die Haut eines Aals ist rau« im Vergleich zu dem glatten und geschmeidigen Politiker Faymann, klagte ein SPÖ-Abgeordneter. Als Marionette Dichands karikierte ihn die Presse.
Doch all das schadete Faymann nicht. Im Gegenteil: Der farblose, bis vor Kurzem eher unbekannte Infrastrukturminister gewann die Zuneigung des Volkes – dank der Unterstützung von »Onkel Hans«, wie Faymann den Zeitungsmacher seit Jugendtagen angeblich nennt.
Faymann und Dichand kennen einander seit Langem. Sie machten gemeinsam Urlaub in Italien, sie frühstücken gelegentlich in Cafés. Dichand förderte Faymann schon, als der noch Obmann der mächtigen Mietervereinigung war. Den Lesern der Krone durfte er Tipps und Tricks gegen mächtige Hausherrn geben. Als Faymann zum Wohnbaustadtrat avancierte, schlossen die beiden sogenannte Medienkooperationen in denen der Politiker persönlich die neuesten Sozialwohnungen des Roten Wien anpreisen durfte – per Inserat bezahlt von der Stadt Wien. Die Nähe war so groß, dass das Gerücht ging, Dichand sei Faymanns Vater. Der Alte dementierte das, allen Ernstes, per Leitartikel.
Onkel Hans, so scheint es, steht nun im Begriff, sein letztes politisches Ziel zu erreichen. Für Europa könnte er bald eine ähnliche Rolle spielen wie der Ire Declan Ganley, jener Rüstungsmilliardär, der sein Land trotz ökonomischen Booms zu einem Nein gegen Europa aufwiegelte . Sollte es zu einem neuen EU-Vertrag kommen, die Sozialdemokraten würden ihn einem Volk vorlegen, das laut Eurobarometer so EU-feindlich gestimmt ist wie kein anderes.
Das Paradoxe daran: Wie Irland boomt auch Österreich dank der EU. In den Touristenzentren arbeiten Ostdeutsche, weil sie hier Jobs finden. Eine verlorene Unterschicht gibt es in den Städten ebenso wenig wie Neonazis in der Provinz. Im Gegenteil: Das kulturelle Leben in der ehemals so angestaubten Metropole der Hofratswitwen floriert dank offener Grenzen.
Was treibt Hans Dichand also an? Die Angst um das geliebte und unabhängige Vaterland, sagen seine Vertrauten in der Krone. Die Pläne der EU, Österreichs Marillenmarmelade in Marillenkonfitüre umzubenennen, hätten ihn wütend gemacht. Vielleicht ist es aber auch nur das Gespür eines gewitzten Blattmachers für das, was man vor 60 Jahren das »gesunde Volksempfinden« nannte.
Noch immer findet Österreich wohl auch wegen Dichand keine linksliberale Mehrheit, auch wenn der Verleger nun einen ihm gewogenen Sozialdemokraten unterstützt. Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Zuwanderung – der Nährboden der Populisten – sinken zwar, doch die Rechten sind im Aufwind. Ihr Feind ist diese lähmende Große Koalition, die sich nur noch in Streit ergeht, weil die großen Linien in Wahrheit in Brüssel vorgegeben werden.
Einen Hans Dichand kann das nicht ruhen lassen. 1921 wurde er als Sohn eines steirischen Schuhmachers in ärmliche Verhältnisse geboren und arbeitete sich zum Selfmademillionär hoch. Er absolvierte eine Druckerlehre, diente als Matrose bei der NS-Marine, schrieb Meldungen für den britischen Nachrichtendienst in Graz und bewarb sich 1946 nahezu ohne journalistische Erfahrung als Chefredakteur einer Provinzzeitung. Immer wieder erzählt er von der Not, die er im Graz der Nachkriegszeit erlebte, berichtete von Müttern, die den Müll aus der Mur fischten, um zu überleben. 1959 kündigte Dichand als Chefredakteur des Wiener Kurier und gründete mit seiner Abfindung die Kronen Zeitung. Die Lizenz für den Namen erwarb er von einem beliebten Blatt aus der Habsburgermonarchie, die nur eine Krone kostete.
Dichand protestiert, wenn man sein Blatt als Boulevardzeitung beschreibt. Eine politische Volkszeitung sei die Krone, sagt er. Sie lockt mit Kindern, Mädchen, Tieren und gutem Sport – doch im Politikteil regieren Stammtisch und Ressentiment. Sonntags gibt sogar der Wiener Erzbischof seinen Segen per Kolumne dazu. Herzstück ist die von Dichand persönlich betreute und gefürchtete Leserbriefseite »Das freie Wort«. EU-Bürokraten werden hier schon mal mit Nazis oder Kinderschändern verglichen, Politiker auf das Übelste verhöhnt. »Die Wertegemeinschaft EU verhält sich wie jener Inzest-Täter, der lachend in Thailand urlaubt, während seine Kinder im Keller dahinvegetieren«, schrieb ein Leser.
Die Spitzen der Republik nehmen die Seite ernst. Außenministerin Plassnik wies ihre Mitarbeiter an, die Leserbriefschreiber persönlich zu Hause zu besuchen, wie sie selbst erzählt. Bundespräsident Heinz Fischer mahnte, das Parlament dürfe nicht »durch das Institut des Leserbriefes abgeschafft werden«. Sofort ergriff eine Leserin das »Freie Wort« und nannte Fischer den »nächsten Vernichter Österreichs«.
»Man hat Angst, also arrangiert man sich«, sagt ein früherer Parteisprecher
Das Blatt gehört zwar zur Hälfte dem deutschen WAZ-Konzern, doch mitzureden, das stellte Dichand in einem erbittert geführten Machtkampf mit den Deutschen vor einigen Jahren klar, haben die Piefkes hier nichts. Schon gar nicht bei den Kampagnen, die er gegen »Atomstrom aus dem Osten«, gegen »linkslinke« Politiker oder gegen die »Asylantenflut« führte.
Wo Dichands Zorn hinfällt, da droht Vernichtung. Als der deutsch französische Kultursender Arte es im Jahr 2002 wagte, eine beeindruckende, aber kritische Dichand-Doku zu senden, verschwand der Kanal einfach aus dem Fernsehprogramm der Krone. »Man hat Angst, also arrangiert man sich«, sagt in verblüffender Offenheit der frühere Mediensprecher der Christdemokraten, Helmut Kukacka.
Dieser Tage bekommen besonders Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik und ihre ÖVP Dichands Ärger zu spüren. Auch Plassnik hatte einen offenen Brief in Sachen EU an Dichand geschickt. Sie unterschrieb ihn aber mit dem Wörtchen »unbeeindruckt«. Dichand hatte die erklärte Europäerin in seinem Blatt zuvor als eitle Bürokratin verhöhnt, weil sie in einem vertraulichen Treffen seine Anti-EU-Kampagne nicht unterstützen wollte. Die ÖVP, so prophezeit Dichand wütend, werde die Wahl nun wohl verlieren. »Onkel Hans«, schrieb der Standard, »regiert die Republik.«
So ist sie die politische Bühne in diesem widersprüchlichen Österreich. Banken, Versicherungen und Baufirmen expandieren nach Osten, internationale Konzerne siedeln im lebenswerten Wien ihre Zentralen an, Kleinbetriebe im Grenzland boomen. »Kultur und Wirtschaft«, sagte der Konservative Gerhard Bacher, ehemals Chef des Staatssenders ORF, »sind internationale Festspiele«, Politik und Medien aber böten nur ein billiges Laientheater. Das Drehbuch dafür schreiben Dichands Leute Tag für Tag. Sein Hausdichter Wolf Martin etwa reimte kürzlich: »Glatt ist der Faymann wie ein Aal? / Nein, mutig ist er und sozial. (…) Mit klarem Wort und offnem Blick / macht er die beste Politik!«
Florian Klenk war ZEIT-Redakteur und ist stellvertretender Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung »Falter«
- Datum 28.09.2008 - 20:13 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 25.09.2008 Nr. 40
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Die Zeiten, wo sich die die Medien als bloße "Kommentatoren" aus der Affairee ziehen können, liegen längst hinter uns und "Onkel Hans" steht zu seiner Verantwortung. Ein gutes Beispiel für Presseverantwortung. Das Europa der Europäer warte immer noch auf die Vertreter, die mehr wollen als Einfluss und Spielraum.
Wenn Lissabon als der Abgesang der Gewinnler endgültig zur Geschichte gehört, hat das "Herz" Europas genug Raum zu schlagen. Das Spielraum für Schachern nimmt immer mehr ab, solange die Verteilung des Vorhandenen vor dem Opfer verlangenden Schaffen von neuen Feldern und Optionen rangiert.
Zumindest nicht von dem Land hier um die Ecke.
"Eine verlorene Unterschicht gibt es in den Städten ebenso wenig wie Neonazis in der Provinz." .. stimmt, wenn die beiden Parteien von Haider und Strache zusammen in den Umfragen zum Nationalrat auf über 25% kommen dann braucht's keine in der Provinz.
Wer Bayern schon für einen konservativ-rechten Fleck hält der sollte sich mal im restlichen Alpenraum, insbesondere auch in der von den Norddeutschen so heissgeliebten Schweiz, umsehen. "Rechte" sind dort kein Störfaktor, keine "Dumpfbacken", keine Schläger sondern in der Mitte der Gesellschaft, egal ob "Daham statt Islam" in Österreich oder schwarze Schafe die aus der Schweiz getreten werden sollen. Von der ruhigen Landschaft sollte man sich nicht allzu sehr in den Schlaf lullen lassen.
Arg witzig ist natürlich das getue der Österreicher die unablässig bayrische Kulturelemente klauen und für ihre eigenen ausgeben. Das haben die schon mit den Trachten gemacht die eigentlich eine Erfindung der Wittelsbacher im 19. Jahrhundert waren um den Neubayern (Franken und Schwaben) und Altbayern ein gemeinsames Nationalgefühl zu verpassen, mit der Maß Bier dem Leberkas und der Kaisersemmel aus München, ja sogar mit Mozart dessen Vaterstadt eigentlich das bayrische Augsburg ist und dessen Geburtsstadt Salzburg seinerzeit ebenfalls bayrisch war. Oder eben mit der Marmelade, die als Begriff über Frankreich mit Napoleon nach Bayern kam und von dort weiter nach Österreich. Aber wie sagte schon Kaiser Franz "Ich werde Bayern nicht nehmen, ich werde es verschlingen"...Guadn! Wer weiß irgendwann haben sie kein Verkehrsschild mehr als Flagge sondern lassen sich die Rauten bei der EU schützen. I sogs eana..
@mahum: Ihr Kommentar hat gut begonnen, doch der finale Absatz hat mich trotz des ernsten Themas doch sehr erheitert. - vielleicht habe ich die Ironie/ Sarkasmus nicht wirklich verstanden und das war als Scherz gedacht, dann schon mal Verzeihung im voraus.
Was aber die rechtskonservativen (rechten) Probleme und die Probleme einer (fehlenden) ausgewogenen und guten Medienlandschaft damit zu tun haben, ob nun das bayrische Herrschergeschlecht die grenzgeniale Idee hatte, die Männlichkeit seiner strammen Untertanen in Leder zu Hüllen und deren Hüte mit den Haaren der edlen Gemsen zu zieren, und dies von den südlichen Nachbarn - bis dahin nackt in Berghöhlen lebend - rücksichtslos kopiert und übernommen wurde, erschließt sich mir nicht.
...wenn ich mir aber das Oktoberfest so anschaue, würde ich die Nacktheit vorziehen.
Das mit dem Verkehrsschild fand ich wiederum lustig, ..., wir brauchen das hier in Österreich um uns daran zu erinnern nach 2 Maß (auch geklaut) Bier nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren!
Beste Grüße
EinGangLion
@mahum: Ihr Kommentar hat gut begonnen, doch der finale Absatz hat mich trotz des ernsten Themas doch sehr erheitert. - vielleicht habe ich die Ironie/ Sarkasmus nicht wirklich verstanden und das war als Scherz gedacht, dann schon mal Verzeihung im voraus.
Was aber die rechtskonservativen (rechten) Probleme und die Probleme einer (fehlenden) ausgewogenen und guten Medienlandschaft damit zu tun haben, ob nun das bayrische Herrschergeschlecht die grenzgeniale Idee hatte, die Männlichkeit seiner strammen Untertanen in Leder zu Hüllen und deren Hüte mit den Haaren der edlen Gemsen zu zieren, und dies von den südlichen Nachbarn - bis dahin nackt in Berghöhlen lebend - rücksichtslos kopiert und übernommen wurde, erschließt sich mir nicht.
...wenn ich mir aber das Oktoberfest so anschaue, würde ich die Nacktheit vorziehen.
Das mit dem Verkehrsschild fand ich wiederum lustig, ..., wir brauchen das hier in Österreich um uns daran zu erinnern nach 2 Maß (auch geklaut) Bier nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren!
Beste Grüße
EinGangLion
Es ist schon erstaunlich, welche Meinungshoheit eine einzige Zeitung erreichen (oder auch anrichten?) kann. Die KRONE hat in Österreich einen höheren Stellenwert als die BILD in Deutschland. Inwieweit 'Onkel Hans' hier tatsächlich die Fäden zieht, können maximal Insider beurteilen. Aber irgendwie ist das auch nebensächlich.
In Österreich haben viele Menschen das Gefühl, wirtschaftlich abgehängt zu werden. Das hat weniger mit Reallohnverlusten zu tun (aber auch diese gibt es in den vergangenen 5 Jahren) als mit dem Gefühl einer geringeren Lebenssicherheit. Die beherrschenden Themen des Wahlkampfs - das zieht sich durch alle wichtigen Österreichischen Tageszeitungen - waren Teuerung, Europäische Union und persönliche Glaubwürdigkeit der politischen Klasse.
Erstaunlicherweise gibt es grundsätzlich unter den (Nicht-)Wählern aller Parteien den Konsenz, man könne denen 'da oben' eh nich trauen. Das trifft Herrn 'Aalglatt' Faymann, Herrn 'Glaubwürdig' Molterer, Herrn Prof. 'Bandwurmsatz' van der Bellen, Herrn 'Dauergrinsen' Strache wie Herrn 'Kärnten-ist-das-bessere-Österreich' Haider, Frau (mir gehen die Spitznamen aus) Schmidt gleichermaßen. Deshalb haben die Wahlwerbenden dieses Thema (ausser zum Nachtreten) wenig genutzt und haben es unterlassen, eigene Fehler aufzuarbeiten (betrifft besonders die Herren von ÖVP und SPÖ). Ich erwarte eine geringe Wahlbeteiligung trotz 'Schicksalswahl'-Polemik AUCH der KRONE.
Was läßt ich denn aus der vergangenen Regierung in Österreich lernen? Es ist keine gute Idee, sich von Präsidenten zu einer Koalition zwingen zu lassen!? Es war ein glücklicher Zufall, der unseren Herrn Dr. h.c. Kohl von der Spitze vertrieben hat (anders als Herrn Schüssel), so war ein Neustart möglich?!?
Aber reden wir weiter über die KRONE und 'Das freie Wort'. Für mich ist das der unterhaltsamste Teil der KRONE. Der Inhalt ist gering, aber den Leserbriefschreibern merkt man die Verve direkt an. Es ist eine interessante Auswahl, etwa jeder 10te Beitrag ist grundsätzlich doch einer gemäßigteren Meinung, so spiegelt die KRONE dem Leser Meinungspluralismus vor. Ich habe mich mit einigen Menschen hier über das Thema Europa ausgetauscht, es ist erstaunlich, wie viel grundsätzlich direkt aus der KRONE zu stammen scheint (Vielleicht bin ich als Deutscher auch andersherum zu positiv gegenüber Europa indoktriniert???).
Interessant ist vor allem die Ursachenforschung: Arbeitslosigkeit => EU; höhere Benzinpreise => EU; Grundnahrungsmittel verteuert => EU; Transitverkehr => EU (stimmt teilweise sogar); usw. usf. Ein ehemaliger österreichischer Botschafter in Wien erklärte mir einmal, dass er es leid sei, wenn sich seine Poltikerkollegen aller Fraktionen (das macht auch vor ÖVP und GRÜNEN nicht halt) auf Kosten der EU profilieren. Kann man also die KRONE wirklich als Ursache der Europaskepsis sehen?
Wie auch immer, die aktuellen Minister (Faymann, Molterer, Schmied) haben im letzten halben Jahr alle Werbemittel ihres Amtes direkt oder indirekt (z.B. Herr Faymann über OeBB) zu Wahlkampfzwecken (mis-)gebraucht. Herr Molterer hat mir z.B. einen Brief geschrieben, ich könne eine Steuerrückzahlung erwarten, wenn ich eine Steuererklärung nachreiche. So wird in Österreich Wahlkampf betrieben, die KRONE ist nur ein Symptom eines Systems, nicht die Ursache.
[Btw., die reinen Wirtschaftszahlen (BIP, Arbeitslosenstatistik, Entwicklung der Kaufkraft) zeigen alle eine deutliche Kurve nach oben seit Österreichs Beitritt in die EU.]
@mahum: Ihr Kommentar hat gut begonnen, doch der finale Absatz hat mich trotz des ernsten Themas doch sehr erheitert. - vielleicht habe ich die Ironie/ Sarkasmus nicht wirklich verstanden und das war als Scherz gedacht, dann schon mal Verzeihung im voraus.
Was aber die rechtskonservativen (rechten) Probleme und die Probleme einer (fehlenden) ausgewogenen und guten Medienlandschaft damit zu tun haben, ob nun das bayrische Herrschergeschlecht die grenzgeniale Idee hatte, die Männlichkeit seiner strammen Untertanen in Leder zu Hüllen und deren Hüte mit den Haaren der edlen Gemsen zu zieren, und dies von den südlichen Nachbarn - bis dahin nackt in Berghöhlen lebend - rücksichtslos kopiert und übernommen wurde, erschließt sich mir nicht.
...wenn ich mir aber das Oktoberfest so anschaue, würde ich die Nacktheit vorziehen.
Das mit dem Verkehrsschild fand ich wiederum lustig, ..., wir brauchen das hier in Österreich um uns daran zu erinnern nach 2 Maß (auch geklaut) Bier nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren!
Beste Grüße
EinGangLion
aber die ZEIT ist halt eine "Preißn"-Zeitung und man muß es etwas zuspitzen damit die Norddeutschen verstehen wie man etwas meint, subtile Andeutung sind meistens nicht ausreichend so meine Erfahrung diesbezüglich.
Wobei zur historischen Wahrheit schon gehört dass die Habsburger zwar die meiste Zeit den deutschen Kaiser gestellt haben und natürlich ein riesiges Reich hatten; Österreich aber den Anfang nahm als eine abtrünnige Provinz rund um Wien die dereinst vom Herzogtum Bayern abgespalten und zu einem eigenen Herzogtum erhoben wurde (Bayern war zuerst da!), und fortan immer größere Teile von Bayern verschlang. Tirol und Vorarlberg zB, heute wie selbstverständlich Österreich, waren bayrisches Stammland. Man muß um diese Zusammenhänge schon wissen um dahinterzusteigen was für Ressentiments und Seltsamkeiten in Mitteleuropa ja noch heute bestehen. Und ich meine es ist geschlichtlich gesehen schon erstaunlich dass die Bayern lieber mit Preußen oder Franzosen gemeinsame Sache gemacht haben solang es ihnen nur irgendwie die Österreicher vom Hals hielt. Aber gut, mein Geschichtsinteresse tut an dieser Stelle wohl nichts zur Sache, bin ehrlichgesagt etwas abgeschweift in meinem vorherigen Kommentar.
aber die ZEIT ist halt eine "Preißn"-Zeitung und man muß es etwas zuspitzen damit die Norddeutschen verstehen wie man etwas meint, subtile Andeutung sind meistens nicht ausreichend so meine Erfahrung diesbezüglich.
Wobei zur historischen Wahrheit schon gehört dass die Habsburger zwar die meiste Zeit den deutschen Kaiser gestellt haben und natürlich ein riesiges Reich hatten; Österreich aber den Anfang nahm als eine abtrünnige Provinz rund um Wien die dereinst vom Herzogtum Bayern abgespalten und zu einem eigenen Herzogtum erhoben wurde (Bayern war zuerst da!), und fortan immer größere Teile von Bayern verschlang. Tirol und Vorarlberg zB, heute wie selbstverständlich Österreich, waren bayrisches Stammland. Man muß um diese Zusammenhänge schon wissen um dahinterzusteigen was für Ressentiments und Seltsamkeiten in Mitteleuropa ja noch heute bestehen. Und ich meine es ist geschlichtlich gesehen schon erstaunlich dass die Bayern lieber mit Preußen oder Franzosen gemeinsame Sache gemacht haben solang es ihnen nur irgendwie die Österreicher vom Hals hielt. Aber gut, mein Geschichtsinteresse tut an dieser Stelle wohl nichts zur Sache, bin ehrlichgesagt etwas abgeschweift in meinem vorherigen Kommentar.
aber die ZEIT ist halt eine "Preißn"-Zeitung und man muß es etwas zuspitzen damit die Norddeutschen verstehen wie man etwas meint, subtile Andeutung sind meistens nicht ausreichend so meine Erfahrung diesbezüglich.
Wobei zur historischen Wahrheit schon gehört dass die Habsburger zwar die meiste Zeit den deutschen Kaiser gestellt haben und natürlich ein riesiges Reich hatten; Österreich aber den Anfang nahm als eine abtrünnige Provinz rund um Wien die dereinst vom Herzogtum Bayern abgespalten und zu einem eigenen Herzogtum erhoben wurde (Bayern war zuerst da!), und fortan immer größere Teile von Bayern verschlang. Tirol und Vorarlberg zB, heute wie selbstverständlich Österreich, waren bayrisches Stammland. Man muß um diese Zusammenhänge schon wissen um dahinterzusteigen was für Ressentiments und Seltsamkeiten in Mitteleuropa ja noch heute bestehen. Und ich meine es ist geschlichtlich gesehen schon erstaunlich dass die Bayern lieber mit Preußen oder Franzosen gemeinsame Sache gemacht haben solang es ihnen nur irgendwie die Österreicher vom Hals hielt. Aber gut, mein Geschichtsinteresse tut an dieser Stelle wohl nichts zur Sache, bin ehrlichgesagt etwas abgeschweift in meinem vorherigen Kommentar.
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