Wer sind die Lehrer?

Im Schuljahr 2006/07 unterrichteten laut Statistischem Bundesamt rund 792000 hauptberufliche Lehrkräfte in Deutschland, gut 40 Prozent in Teilzeit. Das Durchschnittsalter der Lehrer lag bei etwas über 48 Jahren und damit um zwei Jahre höher als noch Mitte der neunziger Jahre. Mehr als die Hälfte ist 50 Jahre und älter – im OECD-Vergleich gilt das nicht einmal für ein Drittel. Grund dafür sind vor allem die vielen Einstellungen in den sechziger und siebziger Jahren. Laut Experten spielt das Alter für den Lernerfolg der Schüler aber keine Rolle. Auch den hohen Frauenanteil von 65 Prozent halten die meisten Fachleute für unproblematisch. Problematisch hingegen bleibt, dass der Anteil der Migranten unter den Lehrern bei nur 0,85 Prozent liegt.

Wie lange arbeiten Lehrer?

Lehrer, die nach der Schule schneller in ihrem Golf sitzen als die Schüler auf dem Fahrrad, werden zunehmend zur Ausnahme. Angaben des Deutschen Lehrerverbandes zufolge haben Lehrer unter Berücksichtigung der Schulferien eine jährliche Arbeitszeit von weit mehr als 1800 Stunden. Pro Schulwoche sind das zwischen 45 und 55 Stunden. Das bloße Unterrichten macht dabei nur die Hälfte der Arbeitszeit aus. Allein der Korrekturaufwand eines Lehrers an einer weiterführenden Schule, der zwei Sprachen unterrichtet, beziffert sich auf rund 1000 Stunden.

Je nach Fächerkombination bewegt sich die Arbeitszeit eines Gymnasiallehrers zwischen 930 und 3652 Stunden pro Schuljahr.

Was bedrückt die Lehrer?

Schüler machen Lärm, den vor allem die Lehrer aushalten müssen. Bis zu 86 Dezibel kann der Lärmpegel in einem Klassenzimmer ansteigen – das entspricht in etwa dem Lärm einer stark befahrenen Straße. Im durchschnittlichen Klassenzimmer sind die Schüler so laut wie ein Rasenmäher. Die Belastungen der Lehrer schlagen sich häufig in gesundheitlichen Problemen nieder. Gut 30 Prozent der Lehrer zeigen sogenannte Burn-out-Symptome. 20 Prozent weisen behandlungsbedürftige psychische und psychosomatische Anzeichen auf, und 67 Prozent klagen häufig oder regelmäßig über psychophysische Beschwerden. Insgesamt gibt jeder Zweite an, er fühle sich überbelastet. Die bisher größte Studie zur Lehrergesundheit, für die 20000 Pädagogen befragt wurden, kam zu dem Ergebnis, dass es rund zwei Drittel aller Lehrer an Widerstandsressourcen, Ausgeglichenheit und Spaß an der Arbeit mangle. Nur ganze 17 Prozent sind dem "gesunden Muster" zuzurechnen, wie es die Forscher nennen. Jeweils 30 Prozent gehören jedoch zu einem "Risikomuster"; sie verausgaben sich entweder über alle Maßen oder ziehen sich in die Resignation zurück. Selbst im Strafvollzug gehören nicht so viele Beschäftigte zum "Risikomuster".