Medien »Eltern geben zu schnell auf«
Welche Auswirkungen haben audiovisuelle Medien auf unsere Entwicklung? Ein Gespräch
Die ZEIT: Was war zuletzt die wichtigste Erkenntnis über die Wirkung von Computerspielen?
Peter Vorderer: Die in vielen empirischen Studien bestätigte und gesicherte Erkenntnis, dass gewalthaltige Computer- und Videospiele unerwünschte Wirkungen zeitigen, insbesondere im Hinblick auf das Denken und Fühlen.
ZEIT: Steigen durch diese Spiele das Aggressionspotenzial und die reale Gewalt?
Vorderer: Die Folgen sind vielfältig und manifestieren sich bei verschiedenen Spielern unterschiedlich. Kurzfristig kann man sehr gut nachweisen, bei wem das Aggressionspotenzial steigt. Wesentlich schwieriger ist es indes, längerfristige Auswirkungen nachzuweisen. Dazu gehört vor allem die sozialisatorische Wirkung, die Spiele unter Umständen auf Heranwachsende haben. Wir wissen noch sehr wenig darüber. Denn solche Langzeitstudien sind teuer und insofern selten.
ZEIT: Was ist die größte positive Wirkung von audiovisuellen Medien auf Heranwachsende?
Vorderer: Lehrstoff, der über audiovisuelle Medien vermittelt wird, erscheint zunächst einmal dynamischer und attraktiver und wird deshalb von Heranwachsenden eher »angenommen«. Wenn die Aufgaben dann auch noch interaktiv gelöst werden können, wird er für die meisten noch interessanter. Darin liegt eine große Chance. Hinzu kommt, dass dieser Lehrstoff individuell angepasst werden kann. So kann er optimal anspruchsvoll oder redundant, innovativ oder repetitiv sein. Das ist ganz sicher ein Vorteil gegenüber traditionellem Lernen.
ZEIT: Worauf wartet Ihre Forschergemeinde am sehnsüchtigsten?
Vorderer: Auf eine Antwort auf die Frage, ob man mit Computerspielen tatsächlich besser, schneller, intensiver, tiefer und nachhaltiger lernen kann als mit traditionellen Lernmethoden und –materialien. Forschungen zeigen eine Überlegenheit in bestimmten Fällen. Wir wissen aber noch nicht genau, woran es im Einzelnen liegt.
ZEIT: Was raten Sie Eltern zum audiovisuellen Medienkonsum ihrer Kinder?
Vorderer: Oft geben Eltern den Versuch, die Medienrealität der Kinder wahrzunehmen und zu verfolgen, zu schnell auf. Das halte ich für einen Fehler. Auch wenn’s schwierig ist: Lassen Sie sich von Ihren Kindern durch diese Medienwelten führen, versuchen Sie, teilzuhaben. Sie wissen sonst nicht, in welcher Welt Ihr Kind einen Gutteil der Zeit lebt.
ZEIT: Welche Rolle werden Schriftmedien künftig noch in unserer Gesellschaft spielen?
Vorderer: Eine weniger exklusive, aber keinesfalls geringere Rolle als in der Vergangenheit. Man denke nur daran, dass auch das Internet vor allem textbasiert ist.
- Datum 13.10.2008 - 16:40 Uhr
- Serie Bildungskanon
- Quelle DIE ZEIT, 25.09.2008 Nr. 40
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bilden sich eine Meinung durch Informationen, die die Eltern gar nicht kennen und nicht mehr beeinflussen können. Sechstklässer aus schwachen Familien finden es witzig und normal Gruppensexbilder im Pausenhof nachzustellen... täuschend echt... Brutalität, Verdummungsbeschäftigungen im Internet und Co. noch gar nicht berücksichtigt... http://viereggtext.blogsp...
wenn sie ob ihrer verantwortung wissen, warum tun sie denn dann nix?
und warum wurde nicht auch tetris verboten, als die ersten idioten backsteine von autobahnbrücken geworfen haben?
man könnte natürlich auch das problem direkt in der wurzel angreifen, aber immermal ein schöner rückschnitt der spitzen ist ja viel bequemer und macht keinen dreck....
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