abc Ein Wegweiser durch den Hochschul-Dschungel

Akademischer Mittelbau

Zum akademischen Mittelbau gehören alle Dozenten, die als wissenschaftliche Mitarbeiter an einer Hochschule arbeiten. Normalerweise schreiben sie gerade an ihrer Dissertation oder Habilitation und hoffen, eines Tages die Spitze der Hierarchie zu erklimmen, also Professor zu werden. Wissenschaftliche Mitarbeiter halten Seminare und Übungen, gehen mit Studenten auf Exkursionen oder betreuen sie im Praktikum. Den Sockel der Pyramide bilden studentische Mitarbeiter und wissenschaftliche Hilfskräfte, die beispielsweise als Tutoren Kommilitonen aus niedrigeren Semestern unterrichten. Ganz oben stehen natürlich die Professoren.

Akademisches Viertel

Ein schöner Brauch für notorische Zuspätkommer: An der Universität fängt der Unterricht 15 Minuten später an als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Dieses akademische Viertel ist mit c.t. (cum tempore, mit Zeit) gekennzeichnet. Soll es doch mal pünktlich losgehen, steht ein s.t. (sine tempore, ohne Zeit) auf dem Stundenplan.

AStA

Abkürzung für Allgemeiner Studierendenausschuss, die Studierendenvertretung an den Hochschulen. Die ASten werden von den Studierendenparlamenten gewählt und sollen die hochschulpolitischen Interessen der Studenten vertreten.

Bologna-Prozess

Die herkömmlichen Abschlüsse werden momentan auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt, 2010 soll es nur noch die neuen Studienabschlüsse geben. Das haben 1999 Politiker aus 29 Ländern in der italienischen Stadt Bologna beschlossen. Die Stadt gab der größten deutschen Hochschulreform den Namen.

Credit-Points

Credit-Points sind keine Noten, sondern Leistungspunkte, die nach dem Aufwand des Studenten, dem Workload, berechnet werden. Für eine erfolgreich besuchte Veranstaltung gibt es eine feste Anzahl an Credits, egal, ob man mit der Note »sehr gut« oder »ausreichend« bestanden hat. Den Bachelorabschluss gibt es je nach Zahl der notwendigen Semester mit 180 bis 240 Credits.

Fakultät

Eine Fakultät ist eine Lehr- und Verwaltungseinheit, die mehrere Wissenschaftsgebiete umfasst; an einer sozialwissenschaftlichen Fakultät beispielsweise die Fächer Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Politologie. Sie wird von einem Dekan und seinem Stellvertreter, dem Prodekan, geleitet und ist für die Organisation von Forschung, Lehre und Studium ihres Fachbereichs zuständig.

Immatrikulation

Nur wer sich an einer Hochschule immatrikuliert, also einschreibt, darf dort studieren. Um immatrikuliert zu werden, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Die Hochschulreife ist notwendig, und bei zulassungsbeschränkten Studiengängen muss unter anderem der Abi-Schnitt gut genug sein. Sind die Voraussetzungen erfüllt, geht man an einem Tag des Immatrikulationszeitraumes in die Studentenkanzlei (beziehungsweise das Studentensekretariat), zeigt seinen Personalausweis, füllt einen Meldebogen aus, legt sein Abiturzeugnis vor – und verlässt den Raum als Student.

Klausur

Wie böse Monster lauern Klausuren am Ende eines Semesters – und erinnern vom Umfang des Stoffes an die Abiturprüfung. Wer rechtzeitig mit dem Lernen beginnt, erspart sich die Nachholklausur. Doch Hochschulen haben noch anderes im Prüfungsrepertoire: Auch Laborexperimente, Referate und Seminararbeiten werden benotet.

Kommilitone

Bezeichnung eines Studenten für einen seiner Mitstudenten

Numerus clausus

Abiturnotendurchschnitt, den man braucht, um auf Anhieb in einem bestimmten Fach einen Studienplatz zu bekommen. Der NC steht nicht vor der Bewerbung fest, sondern ist das Ergebnis aus dem aktuellen Angebot und der aktuellen Nachfrage nach Studienplätzen in einem Fach und ergibt sich deshalb erst im Nachhinein.

Seminar

Anders als bei einer Vorlesung ist bei einem Seminar die Teilnehmerzahl begrenzt, man muss sich anmelden, und die Studenten sollen nicht nur zuhören, sondern aktiv mitarbeiten: Fragen stellen, diskutieren, Referate halten.

Vorlesungsverzeichnis

Anders als an der Schule muss sich jeder Student seinen Stundenplan selbst basteln. Dafür braucht er ein Vorlesungsverzeichnis, am besten ein kommentiertes, dort stehen nicht nur Titel der Veranstaltung, Hörsaal und Dozent, sondern auch einige Sätze zur Veranstaltung selbst: worum es in dem Kurs gehen soll, mit welchen Methoden gearbeitet wird, wie geprüft wird.

Wissenschaftliches Arbeiten

Die Königsdisziplin der Hochschule. Für den Professor heißt wissenschaftliches Arbeiten, eigenständig zu forschen und das Ergebnis nach bestimmten Vorgaben aufzuschreiben. Studienanfänger arbeiten schon dann wissenschaftlich, wenn sie nach gewissen Regeln vorgehen: Geisteswissenschaftler müssen beispielsweise in ihren Seminararbeiten richtig zitieren, verschiedene Meinungen gewichten und zu einem Ganzen zusammenbringen, Naturwissenschaftler schreiben zu jedem Versuch ein Protokoll mit Theorieteil, Beschreibung des Experiments und Auswertung.

Lexikon

 
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