Autotest "Hätte ich nur auf Mario gehört!"

Trend Marc Brost, Redakteur im Hauptstadtbüro, wird im Ford Kuga in einem unpassenden Moment ins Licht gerückt

Man wird mir wohl keinen Testwagen mehr geben. Mit diesem hier hätte ich fast eine Kollegin angefahren, am vorletzten Tag des Tests war das, und zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbringen, dass die Kollegin bei Rot über die Straße rannte. Ich bremste scharf. Es regnete. Sie rannte weiter. Der Wagen hatte abgedunkelte Scheiben. Vielleicht hat sie mich gar nicht erkannt. Dabei hätte es so weit überhaupt nicht erst kommen müssen. Hätte ich ein paar Tage zuvor nur auf Mario gehört.

Mario meldete sich an Testtag zwei. Mein Wagen stand vor dem Haus, gerade wollte ich einsteigen, um in die Redaktion zu fahren. Da sah ich den Zettel zwischen Fenstergummi und Seitenscheibe. Ich zog ihn heraus. "Kaufe Autos", stand darauf. "Zahle 200 Euro mehr als alle anderen". Und: "Mario". Auf der Rückseite war ein alter Mercedes abgebildet, eine E-Klasse aus den Neunzigern. Aber Mario suchte keinen alten Mercedes. Er wollte meinen neuen Ford. An den anderen Autos klemmten keine Zettel.

Nun trennt man sich nach zwei Tagen nicht so einfach von einem neuen Auto. Und mal abgesehen davon, dass es mir reichlich schwergefallen wäre, den Leuten von Ford zu erklären, warum sie mir ein Auto geben und ich ihnen keines zurück: Ich hatte von meinem Kuga noch lange nicht genug.

Der Kuga nennt sich offiziell Crossover. Man kann in ihm einen aufgeblasenen Kleinwagen sehen oder einen zu klein geratenen Geländewagen. Sein Dieselmotor hat ein Drehmoment wie ein Traktor. Er schwächelt beim Anfahren, dann aber schiebt er den Kuga gewaltig an. Das Lenkrad ist angenehm klein und liegt gut in der Hand. Die Heckklappe ist zweigeteilt: Wenn man kleine Einkäufe einladen will, genügt es, nur die Heckscheibe nach oben zu schwenken. Für richtig große Einkäufe ist der Kofferraum zu klein. Mein neuer Flachbildfernseher blieb deswegen erst mal beim Händler stehen.

Dafür rückt mich der Kuga rasch ins rechte Licht: Beim Öffnen der Türen leuchten die in den Seitenspiegeln eingelassenen Lämpchen den Boden neben dem Auto aus – blöd, dass ich einmal beim Aussteigen an den Schwellern hängen bleibe und mit beiden Händen im Matsch lande, schön beleuchtet. All das hätte ich nicht erlebt, wenn ich auf Marios Angebot eingegangen wäre.

Technische Daten:
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 100 kW (136 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h
CO²-Emission: 165 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,3 Liter
Basispreis: 26.500 Euro

 
Leser-Kommentare
  1. und kario, wie schön.
    aber seit tagen versuche ich den vorgängertest dieses
    hyperkryotronicfliegenderteppichVW´s zu eröffnen,
    welcher immer noch linkisch angezeigt wird.
    aber er scheint gar nicht zu existieren.

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