US-Unis Gesamtkunstwerke im Test

Ein neues US-Ranking vergleicht Amerikas Universitäten und Colleges. Erstklassig sind sie alle, doch als deutscher Student lohnt sich auch ein genauerer Blick.

Eine der Top-Adressen für Studenten aus aller Welt: Harvard im Nordosten der USA

Eine der Top-Adressen für Studenten aus aller Welt: Harvard im Nordosten der USA

Alle Jahre wieder kommt das amerikanische Magazin US News & World Report im Herbst mit seinem Ranking der amerikanischen Universitäten und Colleges heraus. Die Top Twenty der insgesamt 1400 untersuchten Hochschulen sind einmal mehr die üblichen Verdächtigen, angeführt von Harvard, Yale, Princeton, MIT, Stanford, CalTech, University of Pennsylvania, Columbia, Duke, University of Chicago.

Was ist an dem Ranking für uns interessant? Der deutsche Abiturient oder Student sieht auf den ersten Blick, dass die Amerikaner nicht Fächer oder Fachbereiche, sondern ganze Universitäten oder Colleges bewerten. Das hat seinen guten Grund, denn das amerikanische College ist eine Art Gesamtkunstwerk, in dem von der Zusammensetzung eines Jahrgangs bis zum Leben auf dem Campus mit Sport, Musik, Debatten, politischen Zirkeln, Theatergruppen und den akademischen Anforderungen alles einer bestimmten Idee der jeweiligen Institution folgt.

Princeton ist sehr anders als Harvard oder Stanford, nur erstklassig sind sie alle. Das schlägt sich klar nieder in der Kategorie »Alumni-Spenden«. Je besser die Universität, desto höher ist die Identifikation und damit die Spendenbereitschaft. Princeton führt hier vor Notre Dame, Yale und Harvard.

Der interessierte Ausländer kann freilich auch die erstklassigen Colleges kennenlernen, die im Bäumchen-wechsel-dich-Spiel jährlich dieselben Top Twenty zeigen: Amherst, Williams, Swarthmore, Wellesley (Hillary Clintons College), Middlebury, Bowdoin, Pomona, Carleton Davidson, Haverford lautet die gegenwärtige Rangfolge. Hierzulande weniger bekannt, sind sie exzellente Ausbildungsstätten für den akademischen Nachwuchs von überschaubarer Größe und ausgezeichneter Lehre.

Der Neugierige erfährt im Ranking aber auch, welche Universitäten die Schulen am häufigsten empfehlen. Die wichtigsten Kriterien für einen vorderen Platz auf der Liste sind Selektivität, Graduierungsrate und Seminargröße unter 20 Studenten.

 
Leser-Kommentare
    • th
    • 01.10.2008 um 18:55 Uhr

    alle erstklassig?
    Wozu dann ein Ranking?

    Tatsächlich bestehen vermutlich riesige Unterschiede - vielleicht größere als hierzulande - und deshalb kommt man auch zu schiefen Ergebnissen und falschen Schlüssen, wenn man deutsche Universitäten immer nur mit Harvard, Yale, Stanford usw. vergleicht, und nicht auch mit zweitklassigen Colleges irgendwo im Hinterland der USA (man lese Philip Roths "Der menschliche Makel").

    Das schließt natürlich nicht aus, dass es bei uns viel zu verbessern gibt - aber vielleicht nehmen wir für das europäische, staatliche und auf einheitlichen Ausbildungsstand ausgerichtete Ausbildungssystem doch eher sehr gute europäische Hochschulen als Massstab. Statt ein illusionäres "deutsches Harvard" zu fordern (woher die Ressourcen bzw. die Stifter nehmen, die dazu nötig wären?), ist z.B. ein Vergleich mit der ETH Zürich empfehlenswert. Dabei wird man sehr schnell sehen, was es zu verbessern gilt.

    Aber es gibt natürlich auch die Null-Lösung namens "wir spielen US-College". Damit es echt aussieht, braucht man Studiengebühren, ein paar Talare, die entsprechenden Hüte, einen Alumni-Verein sowie am Anfang und am Ende eine eindrucksvolle Veranstaltung.

    Und natürlich regelmäßige Rankings, um die "Leuchttürme" herauszustellen.

  1. Ich glaube, der Autor meinte, dass die TOP-Unis erstklassig sind. Auch hat der Autor nicht mit deutschen Unis verglichen...

  2. Wer die Rankings aufmerksam liest, wird folgendes feststellen:

    1. Für fast alle Top-Schools sind jährliche Gebühren von 35 000 US$ und mehr PRO JAHR fällig- und das, obwohl fast alle dieser Institutionen über Vermögen in Höhe mehrerer Milliarden US$ verfügen. (immerhin haben einige wenige wie z.B. Harvard mit umfassenderen Stipendiensystemen begonnen. Harvard besitzt aber auch ein Stiftungsvermögen von ca. 20.000.000.000 US$)

    2. Interessant ist das "economic diversity ranking", das angibt, wieviel Prozent der Studenten ein Pell-Stipendium (für "bedürftige" Studenten) bekommen. Auf den Spitzenplätzen hier nur no names, alle Top-Schools auf den hinteren Rängen.

    3. Leider ist das "highest dept-lowest dept after graduation ranking" nur gegen Bezahlung erhältlich. Ich habe selber ein Jahr an einer der Top 20 Institutionen studiert und mir sind Leute begegnet, die nach Erlangung ihres Bachelor-degrees einen sechsstelligen Schuldenbetrag angehäuft hatten.

    Aus diesen Gründen ist eine kritischere Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Universitätssystem durchaus angebracht, da es meiner Meinung nach soziale Unterschiede zementiert.

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    • jsk8
    • 03.10.2008 um 19:31 Uhr

    Man muss allerdings auch bedenken, dass die enormen Studiengebühren für die Undergraduate-Colleges bezahlt werden. Für die meisten Graduate Students entfallen diese. So gehen viele gute Schüler zunächst an weniger gute/berühmte Universitäten, um nach dem BA an die renommierten Unis zugehen. Da der MA meistens in den PhD integriert ist, wird man in der Graduate School bezahlt. In den Graduate School kommen dann die wirklich guten Leute zusammen, die nicht aufgrund reicher Elterhäuser in Yale oder Harvard sind.

    • jsk8
    • 03.10.2008 um 19:31 Uhr

    Man muss allerdings auch bedenken, dass die enormen Studiengebühren für die Undergraduate-Colleges bezahlt werden. Für die meisten Graduate Students entfallen diese. So gehen viele gute Schüler zunächst an weniger gute/berühmte Universitäten, um nach dem BA an die renommierten Unis zugehen. Da der MA meistens in den PhD integriert ist, wird man in der Graduate School bezahlt. In den Graduate School kommen dann die wirklich guten Leute zusammen, die nicht aufgrund reicher Elterhäuser in Yale oder Harvard sind.

  3. im gelobten Land der "Hochschulreformer" - wie sollte es auch anders sein. Die Behauptung, dass das US-Hochschulsystem insgesamt erstklassig ist, ist für die Berichterstattung der Zeit in diesem Bereich einfach nur typisch. [entfernt, bitte bleiben Sie sachlich/ Redaktion; svb]

    • jsk8
    • 03.10.2008 um 19:31 Uhr

    Man muss allerdings auch bedenken, dass die enormen Studiengebühren für die Undergraduate-Colleges bezahlt werden. Für die meisten Graduate Students entfallen diese. So gehen viele gute Schüler zunächst an weniger gute/berühmte Universitäten, um nach dem BA an die renommierten Unis zugehen. Da der MA meistens in den PhD integriert ist, wird man in der Graduate School bezahlt. In den Graduate School kommen dann die wirklich guten Leute zusammen, die nicht aufgrund reicher Elterhäuser in Yale oder Harvard sind.

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    Was Sie beschreiben, ist die traditionelle Wissenschaftler-Laufbahn: BA an einer state school, PhD in der Ivy League.

    Diejenigen, die später in der Wirtschaft durchstarten, am schnellsten aufsteigen und das meiste verdienen, haben meist bereits ihr BA an einer Top School gemacht.

    Was Sie beschreiben, ist die traditionelle Wissenschaftler-Laufbahn: BA an einer state school, PhD in der Ivy League.

    Diejenigen, die später in der Wirtschaft durchstarten, am schnellsten aufsteigen und das meiste verdienen, haben meist bereits ihr BA an einer Top School gemacht.

  4. Was Sie beschreiben, ist die traditionelle Wissenschaftler-Laufbahn: BA an einer state school, PhD in der Ivy League.

    Diejenigen, die später in der Wirtschaft durchstarten, am schnellsten aufsteigen und das meiste verdienen, haben meist bereits ihr BA an einer Top School gemacht.

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    • jsk8
    • 05.10.2008 um 2:21 Uhr

    Ja, da haben Sie wohl recht. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

    • jsk8
    • 05.10.2008 um 2:21 Uhr

    Ja, da haben Sie wohl recht. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

    • jsk8
    • 05.10.2008 um 2:21 Uhr

    Ja, da haben Sie wohl recht. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

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