Musikbranche Das Ende der CD
Mit ihr klingt Musik aufregender als mit jeder MP3-Datei. Doch die Zeit der CD ist vorbei. Ein Nachruf
Dieser ganze Tonträgerwahnsinn bei mir zu Haus! Links im Zimmer das Schallplattenregal, vom Fußboden bis unter die Decke, rechts eine halbe Wand CDs, in zwei Kisten in der Ecke noch Kassetten, auf dem Schreibtisch iMac und iPod mit einigen Gigabyte Musikdateien. Alle paar Jahre ein neues Medium, und alle wollen bei mir wohnen. Der ganze Abspielgerätewahnsinn kommt dazu. Plattenspieler, Kassettenrekorder, CD-Player, Rechner. Was die Stellfläche allein an Miete verschlingt…
Schluss jetzt, rufe ich in einer Aufwallung, weg mit den CDs! Dabei – fällt mir ein – habe ich mir neulich gerade noch mal eine gekauft. Im Feuilleton hatte ich eine so herzerwärmende Kritik gelesen, dass ich dachte, das muss ich haben. Die Musik war eine Art Jazz, genau lässt sich das ja heute manchmal gar nicht mehr sagen, und als ich bei Marga, meiner Plattenhändlerin, im Laden stand, meinte sie, klar, das Album könne sie mir bestellen. Aber das gebe es nur auf CD, ob ich das wirklich wolle?
Es war ein Doppelalbum, über 20 Euro hat es mich gekostet. In einer Papphülle steckte die eigentliche Plastikverpackung; man musste sie herausschieben, dann aufklappen, um an die beiden CDs zu kommen, die sich wiederum auf der Vorder- und Rückseite eines beweglich aufgehängten Plastikblattes befanden, gehalten jeweils von kreisförmig angeordneten Plastikzähnchen in der Mitte, einem Tonträgergebiss. Das klingt jetzt etwas umständlich, aber ich schwöre, so war es, und als ich die erste CD dem Gebiss entwinden wollte, brach gleich was ab, Plastikzahnausfall!
Dann hab ich sie in meinen CD-Player gesteckt, und er wollte sie nicht lesen, geschweige denn abspielen. Ich glaube, das liegt daran, dass er schon etwas älter ist und erst warm werden muss, denn nach einer Weile geht es immer oder jedenfalls meistens. Ich brauche ein neues Gerät, keine Frage, aber wenn ich jetzt das Ende der CD ausrufe, erscheint so eine Anschaffung natürlich wenig sinnvoll.
Die neue CD hat mir nicht so gefallen; bisher hab ich sie bloß einmal dringehabt. Vielleicht braucht sie noch Zeit, vielleicht war’s auch ein Fehlkauf, weil ich sie im Laden nicht anhören konnte. Ich weiß, ich weiß, man kann im Netz jede Platte hören, aber das sind Schnipsel in schlechter Tonqualität, und wenn’s um komplexere Musik geht, die sich langsam entfaltet, dann hilft das bei der Kaufentscheidung wenig.
Nun liegt die CD etwas verloren bei mir im Wohnzimmer herum, möglicherweise sollte sie auf Dauer einen Ehrenplatz bekommen. Schließlich habe ich mir seit sechs Jahren keine mehr gekauft, und alle CDs, die bei mir so herumstehen, sind noch von früher oder ein Geschenk.
Mit dem letzten CD-Kauf korrespondiert zufällig mein erster bezahlter Download. Ich suchte nach einem Lied aus einem Film der fünfziger Jahre, das ich in einer Instrumentalversion kannte. Ich rief iTunes in meinem Computer auf, ging auf Store durchsuchen und tippte den Titel ein: This Nearly Was Mine. Im Nu erschienen 100 Aufnahmen der Ballade. Ich entschied mich für die des amerikanischen Opernsängers Giorgio Tozzi. Eine Einzugsermächtigung über 99 Cent später war das Lied auf meiner Festplatte gespeichert. Tolle Sache.
- Datum 25.03.2009 - 17:34 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2008 Nr. 41
- Kommentare 27
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Der Artikel ist ja wirklich gut und Schallplatten haben etwas an und für sich. Auch dem Urteil über die CD stimme ich zu...
...ABER: die Aussagen man könne mp3s nicht in guter Qualität hören ist schlichter Unfug. Man steckt ein Kabel in den Rechner mit einer guten Soundkarte, die wahrscheinlich weniger kostet als ein gescheiter CD-Player, geschweige Schallplattenspieler (ca.150€, oder sieben CDs dürften reichen). Dieses Karte sendet dann rotes Licht in ein Kabel und dieses Licht sollte dann in einen neuen Verstärker rein. Ein begeisterter Hörer mit - hunderten von CDs - wie Sie, gibt sicher gerne etwas für das zentrale Element einer Anlage aus - andernfalls braucht man sich auch keine einzige Schalplatte kaufen, weil jegliche Atmosphäre verloren ginge.
Ferner, da der Artikel vier Seiten über Medienformate spricht. Eine mp3 zu kaufen ist nicht gerade eine weise Entscheidung. Gute Shops bieten bspw. FLAC oder andere verlustfreie Formate an (mp3 ist es nicht).
iTunes ist wie Saturn, oder? Da geht man doch besser zu einer kleinen Seite fokussiert auf Acid-metro-Jazz, auf welcher man eine Antwort des Betreibers bekommt oder man sich mit echten Freaks im Forum unterhalten kann...und Mittelstand ist es auch.
Die Generation der ewigen Berufsjugendlichen kommt eben langsam ins Alter wo man für Nostalgie empfänglich wird.
Dazu gibt's immer mehr Alte. Insofern und für diese Zielgruppe kann ich mir ein "Comeback" von Schallplatten schon vorstellen (ich bin zwar 22 aber dieser Slangbegriff "Vinyl" geht mir nicht über die Lippen, dabei käme ich mir ähnlich komisch vor wie wenn ich "Dufte" oder "Knorke" sagen würde). Außer bei DJs haben die aber keinen wirklichen Nutzen. Die Klangqualität der ersten CDs war übrigens sogar noch lausiger als die von Schallplatten. Und bei iTunes kauft man keine MP3s sondern ein Apple-Eigenes Format was eine recht ordentliche Klangqualität liefert. Die Klangqualität hängt letztendlich an der Kompressionsstufe, es ist ohne jedes Problem machbar die Dateien in Studioqualität auszuliefern per Download - also besser als jede CD. Speicherkapazität und Traffic fallen kaum noch ins Geld, aber auch diese paar Cent sparen die Anbieter lieber denn die Kunden merken es eh nicht - in der Tat macht eine Bitrate über 192 kbps bei portablen Abspielgeräten eh keinen Unterschied mehr, zumal bei den Ohrsteckern. Und jene ehm Liebhaber die sich mit Sennheiser-Kopfhörer vor eine dieser Anlagen hocken die damals soviel gekostet haben wie ein Kleinwagen kaufen ja eh noch CDs, so die Denkweise der Musikindustrie. Der Unterschied zwischen Analog und Digital ist eben, bei Analog gibt es einen Ton oder keinen Ton und bei Digital gibt es viele kleine Zwischenstufen zwischen einem Ton und keinem Ton - dies macht sich für uns als Klangqualität bemerkbar und wird über die Kompressionsrate gesteuert. Rein sachlich betrachtet ist mit digitalen Formaten jede denkbare Klangqualität möglich, es gibt viele Neuentwicklungen bei Lautsprechern (wirklicher Raumklang mit Ultraschall etc) die bald auf den Massenmarkt kommen werden. Das zusammen mit den inzwischen sehr stylischen, kompakten und anwendungsfreundlichen Geräten, zB von Apple (da iTunes schon genannt wurde) ergibt ein perfektes Klangerlebnis für welches man nicht mehr den Preis eines Kleinwagens hinlegen muss. Alles andere ist eher Sentimentalität, geht mir vielleicht mal ähnlich wenn in ein paar Jahrzehnten Computer mit Sprachsteuerung wie bei Star Trek eingeführt werden die omnipräsent sind und ich dann immer nach Tastatur und Maus verlange weil das ja soviel "echter" ist.
@mahun:
Leider verbreiten Sie hier sehr viele Halbwahrheiten oder gar gönzlich Falsches.
Die Klangqualität der ersten CDs war übrigens sogar noch lausiger als die von Schallplatten.
Nunja - die Klangqualität der CD als solcher hat sich nicht wirklich verbessert oder verschlechtert. Bei den ersten CDs war das Problem eher, dass sie furchtbar lieblos gemastert worden waren - was dann direkt unangenehm auffiel und der CD ein schlechtes Image brachte. Hübsches Beispiel: man vergleiche die CD-Erstauflage von Deep Purple's "In Rock" mit der inzwischen erhältlichen, neu gemasterten CD-Ausgabe.
bei iTunes kauft man keine MP3s sondern ein Apple-Eigenes Format was eine recht ordentliche Klangqualität liefert.
Das klingt so als ob Apples AAC per se besser sei als MP3, was so ebenso wenig wie das Gegenteil stimmt. Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll. Allerdings legt man sich mit AAC mehr oder minder auf Abspielprodukte eines Herstellers fest, was man auch nicht uneingeschränkt gut finden muss.
Die Klangqualität hängt letztendlich an der Kompressionsstufe, es ist ohne jedes Problem machbar die Dateien in Studioqualität auszuliefern per Download - also besser als jede CD. Speicherkapazität und Traffic fallen kaum noch ins Geld
Wenn wir wirklich von Studioqualität sprechen sehr wohl - dann werden nämlich FLAC, WAV oder Apple Lossles-Dateien fällig, bei denen man schnell bei 20MB oder mehr liegt - pro Stück, wohlgemerkt. Sowohl Speicherkapazität als auch Traffic fallen sehr wohl noch ins Gewicht, wenn wir von 250MB oder mehr pro Album sprechen - mehr als das Doppelte eines AAC/MP3-Albums... Ganz zu schweigen davon, dass z.B. nicht jedes Abspielgerät (auch der iPod nicht) FLAC abspielen kann.
Der Unterschied zwischen Analog und Digital ist eben, bei Analog gibt es einen Ton oder keinen Ton und bei Digital gibt es viele kleine Zwischenstufen zwischen einem Ton und keinem Ton
Das ist faktisch komplett falsch. Umgekehrt wäre es richtig - eben deshalb ist die Abtastrate bei Digitalformaten ja so wichtig.
Siehe hier.
Auf diesem Bild ist der Unterschied gut zu sehen: grau ist das analoge Ursprungssignal, rot das daraus errechnete digitale Signal.
---
StGB §328, Absatz 2.3:
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
@mahun:
Leider verbreiten Sie hier sehr viele Halbwahrheiten oder gar gönzlich Falsches.
Die Klangqualität der ersten CDs war übrigens sogar noch lausiger als die von Schallplatten.
Nunja - die Klangqualität der CD als solcher hat sich nicht wirklich verbessert oder verschlechtert. Bei den ersten CDs war das Problem eher, dass sie furchtbar lieblos gemastert worden waren - was dann direkt unangenehm auffiel und der CD ein schlechtes Image brachte. Hübsches Beispiel: man vergleiche die CD-Erstauflage von Deep Purple's "In Rock" mit der inzwischen erhältlichen, neu gemasterten CD-Ausgabe.
bei iTunes kauft man keine MP3s sondern ein Apple-Eigenes Format was eine recht ordentliche Klangqualität liefert.
Das klingt so als ob Apples AAC per se besser sei als MP3, was so ebenso wenig wie das Gegenteil stimmt. Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll. Allerdings legt man sich mit AAC mehr oder minder auf Abspielprodukte eines Herstellers fest, was man auch nicht uneingeschränkt gut finden muss.
Die Klangqualität hängt letztendlich an der Kompressionsstufe, es ist ohne jedes Problem machbar die Dateien in Studioqualität auszuliefern per Download - also besser als jede CD. Speicherkapazität und Traffic fallen kaum noch ins Geld
Wenn wir wirklich von Studioqualität sprechen sehr wohl - dann werden nämlich FLAC, WAV oder Apple Lossles-Dateien fällig, bei denen man schnell bei 20MB oder mehr liegt - pro Stück, wohlgemerkt. Sowohl Speicherkapazität als auch Traffic fallen sehr wohl noch ins Gewicht, wenn wir von 250MB oder mehr pro Album sprechen - mehr als das Doppelte eines AAC/MP3-Albums... Ganz zu schweigen davon, dass z.B. nicht jedes Abspielgerät (auch der iPod nicht) FLAC abspielen kann.
Der Unterschied zwischen Analog und Digital ist eben, bei Analog gibt es einen Ton oder keinen Ton und bei Digital gibt es viele kleine Zwischenstufen zwischen einem Ton und keinem Ton
Das ist faktisch komplett falsch. Umgekehrt wäre es richtig - eben deshalb ist die Abtastrate bei Digitalformaten ja so wichtig.
Siehe hier.
Auf diesem Bild ist der Unterschied gut zu sehen: grau ist das analoge Ursprungssignal, rot das daraus errechnete digitale Signal.
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Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
Wer mal nach Begriffen wie "Loudness War" googelt und evlt. auch schonmal eine CD mit Kopierschutz gekauft hat, die man dann nichtmal auf den eigenen Rechner transferieren konnte (oder gar fuers Auto kopieren konnte), der wird diesem Datenträger in seiner heutigen Form nicht wirklich nachweinen.
Es lebe der DRM-Freie, verlustfrei komprimierte Download, oder halt eben die Schallplatte, wenn man's sinnlich mag.... :-)
Wer mal nach Begriffen wie "Loudness War" googelt und evlt. auch schonmal eine CD mit Kopierschutz gekauft hat, die man dann nichtmal auf den eigenen Rechner transferieren konnte (oder gar fuers Auto kopieren konnte), der wird diesem Datenträger in seiner heutigen Form nicht wirklich nachweinen.
Ich bin mit dem Begriff Loudness War durchaus vertraut - leider betrifft das Phänomen allerdings nicht nur CDs, sondern prinzipiell alle in einem digitalen Format gespeicherten Musikdaten. D.h. Downloads ebenso. Irgendwann ist bei digitalen Formaten die "Decke" erreicht - schön laut also, aber die Dynamik geht flöten. Ob ich das dann auf CD packe oder in FLAC, MP3, AAC verpacke, ist ziemlich egal.
Obendrein ist es reichlich unfair, der CD die - inzwischen längst wieder verschwundene - Unsitte des Kopierschutzes anzulasten, während dem Download die Zukunft zugesprochen wird, obwohl in diesem Bereich sehr viel länger (bis zum heutigen Tag) mit Kopierschutztechniken gearbeitet wurde. Sonst müsste als Totschlagargument gegen Downloads ja auch durchgehen, dass ich sie oft nur x mal kopieren und y mal brennen kann - und obendrein ein Problem habe, wenn der Anbieter (wie unlängst Yahoo, Walmart und MSN Music Store) die virtuellen Türen schliesst und seine DRM-Server abschalten will.
Letztlich möchte ich User Toronto21 fast vollumfänglich zuzustimmen, der sehr fein die Nettigkeiten der CD aufgeführt hat und dem die Sentimentalität vieler gegenüber der ach-so-warmen Schallplatte* ebenso verschlossen blieb wie mir :-)
Ich will dem Downloadformat aber seine Berechtigung nicht absprechen - ich habe gerade einen Umzug hinter mir und hatte weder im Umzugswagen noch am neuen Wohnort ausreichend Platz, um meine komplette CD-Sammlung unterzubringen - da bin ich durchaus dankbar, dass ich meine Musik dank MP3-Format komplett mitnehmen konnte. Und doch - sämtliche Neuanschaffungen seit dem Umzug stapeln sich hier als echte CD und wurden nicht rein virtuell gekauft.
*In Wirklichkeit gibt es auch reichlich schlecht gemasterte Schallplatten, die sich trotz Analogwärme (inkl. Rauschen und Knacken) furchtbar kühl anhören. Aber das nur am Rande.
---
StGB §328, Absatz 2.3:
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
Wer mal nach Begriffen wie "Loudness War" googelt und evlt. auch schonmal eine CD mit Kopierschutz gekauft hat, die man dann nichtmal auf den eigenen Rechner transferieren konnte (oder gar fuers Auto kopieren konnte), der wird diesem Datenträger in seiner heutigen Form nicht wirklich nachweinen.
Ich bin mit dem Begriff Loudness War durchaus vertraut - leider betrifft das Phänomen allerdings nicht nur CDs, sondern prinzipiell alle in einem digitalen Format gespeicherten Musikdaten. D.h. Downloads ebenso. Irgendwann ist bei digitalen Formaten die "Decke" erreicht - schön laut also, aber die Dynamik geht flöten. Ob ich das dann auf CD packe oder in FLAC, MP3, AAC verpacke, ist ziemlich egal.
Obendrein ist es reichlich unfair, der CD die - inzwischen längst wieder verschwundene - Unsitte des Kopierschutzes anzulasten, während dem Download die Zukunft zugesprochen wird, obwohl in diesem Bereich sehr viel länger (bis zum heutigen Tag) mit Kopierschutztechniken gearbeitet wurde. Sonst müsste als Totschlagargument gegen Downloads ja auch durchgehen, dass ich sie oft nur x mal kopieren und y mal brennen kann - und obendrein ein Problem habe, wenn der Anbieter (wie unlängst Yahoo, Walmart und MSN Music Store) die virtuellen Türen schliesst und seine DRM-Server abschalten will.
Letztlich möchte ich User Toronto21 fast vollumfänglich zuzustimmen, der sehr fein die Nettigkeiten der CD aufgeführt hat und dem die Sentimentalität vieler gegenüber der ach-so-warmen Schallplatte* ebenso verschlossen blieb wie mir :-)
Ich will dem Downloadformat aber seine Berechtigung nicht absprechen - ich habe gerade einen Umzug hinter mir und hatte weder im Umzugswagen noch am neuen Wohnort ausreichend Platz, um meine komplette CD-Sammlung unterzubringen - da bin ich durchaus dankbar, dass ich meine Musik dank MP3-Format komplett mitnehmen konnte. Und doch - sämtliche Neuanschaffungen seit dem Umzug stapeln sich hier als echte CD und wurden nicht rein virtuell gekauft.
*In Wirklichkeit gibt es auch reichlich schlecht gemasterte Schallplatten, die sich trotz Analogwärme (inkl. Rauschen und Knacken) furchtbar kühl anhören. Aber das nur am Rande.
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Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
Ich bin nur nicht willig, ständig in neue Abspielgeräte zu investieren. That`s it. Ich hatte mal eine schöne Plattensammlung. Da sich mein Musikgeschmack weitgehend geändert hat, trauer ich diesen alten Scheiben nicht unbedingt nach. Zumal ich Plattenspieler höchst unhandlich und Platten sehr empfindlich fand und ehrlich gesagt nichts geil daran fand, wenn es knisterte und knackte. Insofern fand ich die CD höchst praktisch, weil sie erstens gute Qualität und zweitens recht bequem zu handeln war. Gefiel mir ein Lied nicht, einfach NEXT drücken und fertig war die Laube. Und wenn ich die Reihenfolge ändern wollte, einfach Shuffel drücken und die CD bot ein neues Klangerlebnis zu bekannten Klängen.
Ich hatte auch einen MP3 Player und bin durch Zufall zu einem iPod gekommen. Nice to have, aber da ich in der Tat Musik genieße und nichts geil daran finde, mich ständig an allen Orten und in allen Lagen volldröhnen zu lassen, liegt dieser eher als Staubfänger in meiner Wohnung. Stylisches Gerät, irgendwie cool, aber kein wirklicher Ersatz für mich.
Und nun kommt die Industrie und will mir ein neues Medium bieten. Für was? Dafür, dass ich mir dann ein neues Abspielgerät anschaffen muss? Hey, ich brauch diesen ständigen Wechsel nicht. Nicht aus sentimentalen Gründen, sondern weil mein CD-Player noch bestens funktioniert und ich meine über 100 CD´s immer noch gerne höre und nicht in "alte" Musik auf neuen Tonträgern investieren will und mir dieser ganze Download-Mist auf die Nerven geht. Ich bin bereit, für gute Musik Geld auszugeben, in meinem CD-Schrank befindet sich keine einzige kopierte CD, wer mir eine kopierte CD schenkt, muss sich darauf einstellen, dass diese vor seinen Augen in den Müll wandert und für die ganzen Raubkopierer muss man kein neues Medium erfinden.
Wenn die Industrie endlich dafür sorgen würde, Musik als den Wert zu verkaufen der er ist und nicht als Dauerberieselungsmüll, sähe die Welt sicher anders aus.
was Sie schreiben, besonders zum Schluss. Ich dachte immer, ich sei der Einzige, der eine Abneigung gegen diese "Schnödausstattung" von selbstgebrannten CDs hat. Ein derartiges Verkommen in künstlerischer Hinsicht hat kein Musikprodukt verdient, jedenfalls nicht solches, dass ich für so gut halte, dass ich entsprechendes Geld investiere. Dass die Labels die meiste Kohle daran verdienen, finde ich auch nicht klasse, aber ich will das Artwork zur Musik als Booklet etc. in Händen halten, ggf. Texte und Hintergrundinfo nachlesen können.
Das Einschrumpfen der Covers von 30/30 auf 12/12 cm war schon schlimm genug, aber dafür hat die CD ja auch ne Menge an Komfort zu bieten, wie jeder weiß. Vor kurzem war ich dann auch mal wieder in einem holländischen Vinyl-Shop und habe ganz selig vor allem in Singles herumgewühlt, ohne mir allerdings eine zu kaufen. Den Track, den ich suchte, gab es leider nicht dort (och, ich sag's einfach mal: Backstreet Luv von Curved Air) und obwohl er noch heute auf CD zu haben wäre, kaufe ich mir diese nicht, weil mir die restliche Mucke nicht passt. Selbst hier kommt ein Download nicht in Frage. Ein wenig Spleen muss halt sein in diesem Leben.
was Sie schreiben, besonders zum Schluss. Ich dachte immer, ich sei der Einzige, der eine Abneigung gegen diese "Schnödausstattung" von selbstgebrannten CDs hat. Ein derartiges Verkommen in künstlerischer Hinsicht hat kein Musikprodukt verdient, jedenfalls nicht solches, dass ich für so gut halte, dass ich entsprechendes Geld investiere. Dass die Labels die meiste Kohle daran verdienen, finde ich auch nicht klasse, aber ich will das Artwork zur Musik als Booklet etc. in Händen halten, ggf. Texte und Hintergrundinfo nachlesen können.
Das Einschrumpfen der Covers von 30/30 auf 12/12 cm war schon schlimm genug, aber dafür hat die CD ja auch ne Menge an Komfort zu bieten, wie jeder weiß. Vor kurzem war ich dann auch mal wieder in einem holländischen Vinyl-Shop und habe ganz selig vor allem in Singles herumgewühlt, ohne mir allerdings eine zu kaufen. Den Track, den ich suchte, gab es leider nicht dort (och, ich sag's einfach mal: Backstreet Luv von Curved Air) und obwohl er noch heute auf CD zu haben wäre, kaufe ich mir diese nicht, weil mir die restliche Mucke nicht passt. Selbst hier kommt ein Download nicht in Frage. Ein wenig Spleen muss halt sein in diesem Leben.
@mahun:
Leider verbreiten Sie hier sehr viele Halbwahrheiten oder gar gönzlich Falsches.
Die Klangqualität der ersten CDs war übrigens sogar noch lausiger als die von Schallplatten.
Nunja - die Klangqualität der CD als solcher hat sich nicht wirklich verbessert oder verschlechtert. Bei den ersten CDs war das Problem eher, dass sie furchtbar lieblos gemastert worden waren - was dann direkt unangenehm auffiel und der CD ein schlechtes Image brachte. Hübsches Beispiel: man vergleiche die CD-Erstauflage von Deep Purple's "In Rock" mit der inzwischen erhältlichen, neu gemasterten CD-Ausgabe.
bei iTunes kauft man keine MP3s sondern ein Apple-Eigenes Format was eine recht ordentliche Klangqualität liefert.
Das klingt so als ob Apples AAC per se besser sei als MP3, was so ebenso wenig wie das Gegenteil stimmt. Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll. Allerdings legt man sich mit AAC mehr oder minder auf Abspielprodukte eines Herstellers fest, was man auch nicht uneingeschränkt gut finden muss.
Die Klangqualität hängt letztendlich an der Kompressionsstufe, es ist ohne jedes Problem machbar die Dateien in Studioqualität auszuliefern per Download - also besser als jede CD. Speicherkapazität und Traffic fallen kaum noch ins Geld
Wenn wir wirklich von Studioqualität sprechen sehr wohl - dann werden nämlich FLAC, WAV oder Apple Lossles-Dateien fällig, bei denen man schnell bei 20MB oder mehr liegt - pro Stück, wohlgemerkt. Sowohl Speicherkapazität als auch Traffic fallen sehr wohl noch ins Gewicht, wenn wir von 250MB oder mehr pro Album sprechen - mehr als das Doppelte eines AAC/MP3-Albums... Ganz zu schweigen davon, dass z.B. nicht jedes Abspielgerät (auch der iPod nicht) FLAC abspielen kann.
Der Unterschied zwischen Analog und Digital ist eben, bei Analog gibt es einen Ton oder keinen Ton und bei Digital gibt es viele kleine Zwischenstufen zwischen einem Ton und keinem Ton
Das ist faktisch komplett falsch. Umgekehrt wäre es richtig - eben deshalb ist die Abtastrate bei Digitalformaten ja so wichtig.
Siehe hier.
Auf diesem Bild ist der Unterschied gut zu sehen: grau ist das analoge Ursprungssignal, rot das daraus errechnete digitale Signal.
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StGB §328, Absatz 2.3:
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
Zitat: "Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll."
Bitte nicht "Abtastrate" mit "Kompressionsrate" verwechseln. Die Abtastrate dürfte bei Musikdownloads - wie bei der Audio-CD - 44100 Hz betragen. Einen hörbaren Einfluss haben Abtastraten größer als 44100 Hz auf die Klangqualität ohnehin nicht (höchstens auf die Einbildung der Hörer). Im Musikproduktionsprozess sieht das natürlich anders aus.
Zitat: "Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll."
Bitte nicht "Abtastrate" mit "Kompressionsrate" verwechseln. Die Abtastrate dürfte bei Musikdownloads - wie bei der Audio-CD - 44100 Hz betragen. Einen hörbaren Einfluss haben Abtastraten größer als 44100 Hz auf die Klangqualität ohnehin nicht (höchstens auf die Einbildung der Hörer). Im Musikproduktionsprozess sieht das natürlich anders aus.
Wer mal nach Begriffen wie "Loudness War" googelt und evlt. auch schonmal eine CD mit Kopierschutz gekauft hat, die man dann nichtmal auf den eigenen Rechner transferieren konnte (oder gar fuers Auto kopieren konnte), der wird diesem Datenträger in seiner heutigen Form nicht wirklich nachweinen.
Ich bin mit dem Begriff Loudness War durchaus vertraut - leider betrifft das Phänomen allerdings nicht nur CDs, sondern prinzipiell alle in einem digitalen Format gespeicherten Musikdaten. D.h. Downloads ebenso. Irgendwann ist bei digitalen Formaten die "Decke" erreicht - schön laut also, aber die Dynamik geht flöten. Ob ich das dann auf CD packe oder in FLAC, MP3, AAC verpacke, ist ziemlich egal.
Obendrein ist es reichlich unfair, der CD die - inzwischen längst wieder verschwundene - Unsitte des Kopierschutzes anzulasten, während dem Download die Zukunft zugesprochen wird, obwohl in diesem Bereich sehr viel länger (bis zum heutigen Tag) mit Kopierschutztechniken gearbeitet wurde. Sonst müsste als Totschlagargument gegen Downloads ja auch durchgehen, dass ich sie oft nur x mal kopieren und y mal brennen kann - und obendrein ein Problem habe, wenn der Anbieter (wie unlängst Yahoo, Walmart und MSN Music Store) die virtuellen Türen schliesst und seine DRM-Server abschalten will.
Letztlich möchte ich User Toronto21 fast vollumfänglich zuzustimmen, der sehr fein die Nettigkeiten der CD aufgeführt hat und dem die Sentimentalität vieler gegenüber der ach-so-warmen Schallplatte* ebenso verschlossen blieb wie mir :-)
Ich will dem Downloadformat aber seine Berechtigung nicht absprechen - ich habe gerade einen Umzug hinter mir und hatte weder im Umzugswagen noch am neuen Wohnort ausreichend Platz, um meine komplette CD-Sammlung unterzubringen - da bin ich durchaus dankbar, dass ich meine Musik dank MP3-Format komplett mitnehmen konnte. Und doch - sämtliche Neuanschaffungen seit dem Umzug stapeln sich hier als echte CD und wurden nicht rein virtuell gekauft.
*In Wirklichkeit gibt es auch reichlich schlecht gemasterte Schallplatten, die sich trotz Analogwärme (inkl. Rauschen und Knacken) furchtbar kühl anhören. Aber das nur am Rande.
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Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.
Oha, eine weitere Lobpreisung der Schallplatte, diesmal getarnt als Abgesang auf die CD.
Der Satz "Vom Klang her kann die ganze Herunterladerei die CD nicht beerben." zeugt von der Ahnungslosigkeit des Autors: bitte erst informieren und dann mit ausreichend Sachkenntnis schreiben.
Offensichtlich gehts dem Autor nicht um Musik, sondern um das "Drumherum". Eine typische Sichtweise all jener, die mit der Musik selber leider nicht viel anfangen können. Musik erschließt sich einem nicht über den Tonträger, sondern über das Gehör!
Immerhin, die Schallplatte bietet manch ewig gestrigem, der sich von der Entwicklung im Tonträgermarkt überfordert fühlt, ein wohliges Plätzchen. Dazu eine Gongdusche im Rücken und etwas Duftöl im Raum und die Welt ist wieder im Lot. :-)
Zitat: "Wie immer bei digitalen Formaten entscheidet die Abtastrate, wobei AAC in der Tat bereits bei einer geringeren Rate als MP3 tauglich sein soll."
Bitte nicht "Abtastrate" mit "Kompressionsrate" verwechseln. Die Abtastrate dürfte bei Musikdownloads - wie bei der Audio-CD - 44100 Hz betragen. Einen hörbaren Einfluss haben Abtastraten größer als 44100 Hz auf die Klangqualität ohnehin nicht (höchstens auf die Einbildung der Hörer). Im Musikproduktionsprozess sieht das natürlich anders aus.
Bitte nicht "Abtastrate" mit "Kompressionsrate" verwechseln. Die Abtastrate dürfte bei Musikdownloads - wie bei der Audio-CD - 44100 Hz betragen.
Ups - 'tschuldigung, ich meinte natuerlich die Bitrate, sprich die Datenuebertragungsrate, nicht die Abtastrate, stimmt.
Die Abtatsrate ist uebrigens nicht bei allen Downloadformaten automatisch identisch mit der Abtastrate einer CD, sondern bei vielen Encodern abhaengig von der Bitrate. Einige Formate unterstuetzen auch Abtastraten ueber der der CD.
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StGB §328, Absatz 2.3:
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Bitte nicht "Abtastrate" mit "Kompressionsrate" verwechseln. Die Abtastrate dürfte bei Musikdownloads - wie bei der Audio-CD - 44100 Hz betragen.
Ups - 'tschuldigung, ich meinte natuerlich die Bitrate, sprich die Datenuebertragungsrate, nicht die Abtastrate, stimmt.
Die Abtatsrate ist uebrigens nicht bei allen Downloadformaten automatisch identisch mit der Abtastrate einer CD, sondern bei vielen Encodern abhaengig von der Bitrate. Einige Formate unterstuetzen auch Abtastraten ueber der der CD.
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