Bankenkrise

Es kracht in Europas Finanzsystem

Es kracht

Deutschland muss die Hypo Real Estate retten. Auch in Großbritannien, Belgien, Holland, sogar in Island greift der Staat ein. Die Krise erfasst den ganzen Kontinent

Von Marc Brost, Mark Schieritz und Arne Storn

Es ist natürlich kein gutes Zeichen, wenn ein Finanzminister öffentlich anders spricht, als er hinter den Kulissen handelt – ja handeln muss. In Zeiten der Krise ist das nichts anderes als das Startsignal für das ganz große Drama.

Noch in der vergangenen Woche, bei seiner Regierungserklärung im Bundestag, hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit dem ausgestreckten Finger über den Atlantik gezeigt. Die USA, so Steinbrück, seien »der Ursprung und der eindeutige Schwerpunkt der Krise«. Ein Rettungspaket für angeschlagene Banken, wie es sein US-Amtskollege Henry Paulson auf den Weg gebracht habe, sei »in Deutschland oder Europa weder notwendig noch sinnvoll«. Da war es Donnerstag. Und Steinbrücks eigene Beamten rätselten bereits, wie viele Stunden die Aussagen ihres Chefs wohl halten würden.

Es waren 72. Am Sonntag musste der Bund dem pleitegefährdeten Dax-Konzern Hypo Real Estate beispringen – mit einer Garantie über 27 Milliarden Euro. Zeitgleich retteten die Regierungen von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg den Finanzkonzern Fortis – indem sie ihn quasi verstaatlichten.

Seit dem Wochenende ist die Finanzkrise endgültig auf dieser Seite des Atlantiks angekommen, und damit auch in Deutschland. Die bisherigen Verluste der Landesbanken, auch die Schieflage der Mittelstandsbank IKB: All das könnte nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf die Probleme, die sich jetzt auftun. Wie saurer Regen, der die Wurzeln gesunder Bäume verätzt und giftige Schwermetalle im Boden freisetzt, dringt die Finanzkrise immer tiefer in Europa ein. Sie trifft Banken, die noch vor Kurzem als krisenfest galten. Sie verschlingt das Geld der Steuerzahler, denen man bis eben noch erklärte, die Krise werde sie nichts kosten. Und sie erfordert das gemeinsame Eingreifen nationaler Regierungen, die sich zuletzt uneinig waren. Wie viel Schaden die Finanzkrise tatsächlich anrichten wird, entscheidet sich in diesen Wochen.

Es ist ein anderer Peer Steinbrück als sonst, der am Montag in Berlin vor die Presse tritt. Blasser. Müder. Vor allem leiser. Bis spät in die Nacht hat er am Rettungspaket für die Hypo Real Estate gearbeitet; erst als er staatliche Garantien für die angeschlagene Bank in Aussicht stellte, waren die privaten Banken bereit, ebenfalls zu bürgen. Man habe, sagt Steinbrück in die Kameras, ihn sogar gebeten, die Bank zu verstaatlichen. Kurze Pause. »Ich habe mich dem entzogen.« Er sagt es so, als könne er selbst nicht glauben, was in der Nacht zuvor geschah.

Was, wenn die Sparer plötzlich das Geld abziehen?

Tatsächlich ist die Verstaatlichung von Banken längst europaweit im Gange:

Großbritannien nationalisiert den Hypothekenfinanzierer Bradford & Bingley und übernimmt Verbindlichkeiten von 63 Milliarden Euro. Filialen und Spareinlagen landen bei der Banco Santander aus Spanien.

Belgien, die Niederlande und Luxemburg zahlen für 49 Prozent der Anteile an Fortis mehr als 11 Milliarden Euro. Ohne diese Aktion hätte eine der größten Banken Europas »möglicherweise nicht bis Montagabend überlebt«, sagte der niederländische Finanzminister Wouter Bos.

In Island übernimmt der Staat Glitnir, die drittgrößte Bank des Landes.

Frankreich und Belgien stehen bereit, die in beiden Staaten beheimatete und unter Druck geratene Bank Dexia zu retten.

Es mag nur ein Zufall sein, dass die dramatische Schieflage der Hypo Real Estate – eines privaten Finanzkonzerns mit Hauptsitz in München – just zu jener Zeit publik wurde, als sich in Bayern gerade die politischen Verhältnisse dramatisch änderten. Allein schon der Gedanke an einen Zusammenhang zum Landtagswahlkampf aber zeigt, wie groß die Furcht ist, dass bald auch die BayernLB neue Hiobsbotschaften verkünden könnte. Ohnehin sind die Landesbanken unter Druck. Die HSH Nordbank hat bereits neue Belastungen von rund 500 Millionen Euro gemeldet; die WestLB kündigte am Montag eine engere Zusammenarbeit mit der Deka-Bank, dem Spitzeninstitut der Sparkassen und Landesbanken, an.

»Im Moment steht alles infrage«, sagt ein Kenner der deutschen Bankenszene. Kein Institut hierzulande könne man derzeit als sicheren Fels in der Brandung bezeichnen, auch nicht die Deutsche Bank oder die Commerzbank. Zu tief ist das Misstrauen der Banken untereinander. Dieses Misstrauen führt dazu, dass die Geldhäuser sich gegenseitig kein Geld mehr leihen – aus Sorge, die jeweils andere Bank könnte bald pleite sein. Das Dramatische: Auch eine wirtschaftlich gesunde Bank geht zugrunde, wenn sie sich kein Kapital mehr besorgen kann. Genau das war das Problem der Hypo Real Estate. Und selbst die scheinbar sicheren Kundeneinlagen helfen wenig, sollten auch die Sparer plötzlich das Vertrauen verlieren und Geld abziehen – so geschehen in Großbritannien.

Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale droht, ein Befreiungsschlag ist nötig. Helfen könnte es, wenn die Banken »die Hosen runterlassen« würden, wie es ein Branchenkenner formuliert: »Sie müssen auch jene Zahlen öffentlich machen, die sie im Regelfall nur ihren Investoren oder der Aufsicht mitteilen. So könnte im Markt neues Vertrauen entstehen.« Tatsächlich aber hoffen viele Bankmanager immer noch, ihr Haus könne von der Krise profitieren – und vom Ende manches Konkurrenten. Die Unruhe in den Vorstandsetagen ist groß, man beäugt sich gegenseitig. Niemand will als Erster die eigenen Risiken offenlegen. »Ich halte es für möglich, dass auch in Europa schon bald einzelne Rettungsaktionen nicht mehr reichen, um das Bankensystem zu stabilisieren«, sagt der Branchenkenner. Dann bleibt am Ende nur noch einer, der für Vertrauen sorgen kann: der Staat.

»Wir erleben eine umfassende Krise im Finanzsystem, die eine weltweite ökonomische Kernschmelze auslösen kann, wenn jetzt nicht entschlossen gehandelt wird«, sagt Marco Annunziata, Chefvolkswirt bei der italienischen Großbank Unicredit. Das Problem für die Europäer: Es ist unklar, ob sie sich auf die USA verlassen können.

Der Kongress in Washington hat das mühsam zurechtgeschnürte Rettungspaket des Finanzministers am Montag (kurz vor Redaktionsschluss) abgelehnt. Es sah vor, dass US-Finanzminister Henry Paulson den Banken faule Wertpapiere für bis zu 700 Milliarden Dollar abkauft. Das soll die Märkte beruhigen, weil ein Teil der Risiken aus den Bankbilanzen verschwindet und in Staatshand landet.

Ob es ausreicht, den Banken Ramschpapiere abzukaufen, ist umstritten. Einige von ihnen stecken so tief im Schlamassel, dass sie – wie zuletzt der Versicherungsgigant AIG – womöglich ebenfalls verstaatlicht werden müssen. Doch Paulsons Projekt wäre ein erster wichtiger Schritt, und die Alternative, einfach abzuwarten, löst bei vielen Marktteilnehmern Entsetzen aus. »Zuletzt haben wir das 1929 versucht. Das Ergebnis war die große Depression«, sagt Brad DeLong, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Kalifornien.

Umso wichtiger ist es, dass Europa in Aktion tritt. Doch Experten wie Unicredit-Ökonom Annunziata haben große Bedenken, ob die Politik darauf vorbereitet ist. Bislang hat man sich auf dem Alten Kontinent zwar wacker geschlagen. Im Fall der Hypo Real Estate hat die Regierung schnell reagiert, die Hilfe für Fortis sei »ein Test für die Fähigkeit der Europäer, eine Rettungsaktion für eine grenzüberschreitend tätige Bank zu koordinieren«, sagt Willem Buiter von der London School of Economics. »Der Test wurde bestanden.«

Aber erst jetzt sickert die Finanzkrise so richtig in Europa ein und bedroht die gesamte Wirtschaft. Und für größere Rettungsaktionen als die bisherigen ist das Umfeld in Europa alles andere als ideal. Die Geldpolitik wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt gemacht, für die Staatsfinanzen und die Aufsicht über die Banken sind dagegen die einzelnen Mitgliedsstaaten in der Euro-Zone zuständig. Im Ernstfall aber – wenn eine große Bank, die Niederlassungen in mehreren Ländern hat, in Schwierigkeiten gerät – muss entschieden werden, wer zuständig ist, wer die Rechnungen bezahlt und wer die Einlagen der Sparer garantiert.

Bei Fortis ist das noch einmal gut gegangen, was auch daran liegt, dass die Aufsichtsbehörden aus Belgien und den Niederlanden seit Jahren eng zusammenarbeiten. Doch was, wenn sich die Krise weiter verschärft? Wenn zum Beispiel die Deutsche Bank oder die UBS in eine Schieflage geriete? Wenn plötzlich Deutschland, Polen und die Schweiz über eine Lastenverteilung verhandeln müssten? Oder wenn es nicht mehr ausreicht, einzelne Banken zu retten, sondern ähnlich wie in den USA das Finanzsystem insgesamt gestützt werden muss?

So suchen Europas Finanzminister und Notenbanker in diesen Tagen hektisch nach gemeinsamen Antworten, es kursieren Reformkonzepte und Lösungsvorschläge. Doch bislang ist es den beteiligten Staaten nicht gelungen, sich auf eine klare Lastenverteilung oder gar die Einführung einer zentralen, europaweiten Aufsichtsbehörde zu einigen. Man vereinbarte lediglich, in gemeinsamen Gremien enger zusammenzuarbeiten und Informationen auszutauschen. Niemand will seine Kompetenzen aufgeben. Und doch zählt in Krisensituationen jede Minute, wenn Panik verhindert werden soll. »Ist eine Bank erst einmal in Schwierigkeiten, kann es extrem schnell gehen«, sagt David Mayes, Finanzmarktexperte bei der finnischen Zentralbank.

Es ist nicht nur eine Frage von Regeln und Institutionen. Während die amerikanische Notenbank Federal Reserve die Geldpolitik kräftig gelockert hat, hat die EZB bislang wenig Anstalten gemacht, mit billigem Geld die Konjunktur zu stützen. Im Gegenteil: Die Zinsen wurden zuletzt sogar angehoben – obwohl das Unternehmen und Verbraucher belastet. Und während die Vereinigten Staaten die Wirtschaft mit einem kreditfinanzierten Konjunkturprogramm gestützt haben, predigen viele europäische Finanzminister noch Abstinenz.

So nähert sich die Finanzkrise Schicht um Schicht der Realwirtschaft, bremst Investitionen und Konsum. Auch in Deutschland. »Die vergangenen Tage haben vieles verändert«, sagt ein Bankenkenner. »Jetzt ist zum ersten Mal tatsächlich der Zeitpunkt, über die Gefahr einer Kreditklemme zu sprechen« – ein Horrorszenario, in dem die Banken auch an Unternehmen mit einer guten Bonität kein Geld mehr verleihen.

Damit ist die Finanzkrise dann auch bis zum Kern der Berliner Regierungspolitik vorgedrungen: der Sanierung des Bundeshaushalts. Noch kann sich der Finanzminister darauf berufen, zur Rettung der Hypo Real Estate nur staatliche Garantien gewährt zu haben – im besten Fall also, wenn nämlich die Garantien nicht abgerufen werden, ohne Belastungen für den Haushalt davonzukommen. Und noch drängt Steinbrück darauf, alle Mindereinnahmen, die wegen des wirtschaftlichen Abschwungs im kommenden Jahr entstehen, an anderer Stelle des Haushalts wieder hereinzuholen. Zu wichtig ist für ihn das Ziel, im Jahr 2011 erstmals ohne neue Schulden auszukommen.

Noch. Denn in diesen Wochen könnte sich herausstellen, dass Steinbrück auch bei der Sanierung des Haushalts öffentlich anders redet, als er de facto handeln muss.

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Leser-Kommentare

  1. Deutschland muss nicht. Doch die marktliberalen Apostel wollen weiterhin ihrem Gott, dem Markt, Opfergaben darbringen. Und so darf der Bürger Steuerzahler die Verluste begleichen, die Hohepriester (Investmentbanker) angehäuft haben. Verstaatlicht werden die BANKEN nicht - nur ihre VERLUSTE! Das ist freie Marktwirtschaft, Banken werden befreit, von Aberhundertmilliardenschulden und natürlich immer "in letzter Sekunde". Weil es so eilt - "niemand konnte DAS voraussehen" :-)) - geht das im Handumdrehen. Leider bleibt dann für Nebensächlichkeiten wie Bildung, Infrastrukturerhaltung etc. nichts mehr übrig ...

  2. Wer hat mich in die Arbeitslosigkeit geschickt?

    Die UBS hat als erstes die Swissair plattgemacht, dann kam ein amerikanischer Analyst, Systor, IT-Tochter der UBS, Unternehmen in dem ich beschäftigt, vormals florierend als Schumann-AG, sei auch unrentabel, da keine Rendite über zehn Prozent.

    Ich hatte den WDR als Kunden geholt, ich könnte heulen, wenn ich dran denke, der WDR allein hätte mein Gehalt zigfach rausgeholt, aber sie machen alles platt: Systor insolvent, hunderte stehen auf der Strasse.

    Ich habe das gerne gemacht, die Damen beim Empfang des WDR kannten mich, konnte man immer gut mit scherzen.

    Das Angebot ähnliches zu machen für den NDR, ein Hardwarelieferant bot mir das an, habe ich abgelehnt, ging nach Belgien wegen der Freundin und fahre noch immer Hähnchenfleisch nach Antwerpen, um zu überleben, Himmel, es regnet so gut wie immer und ich muss um drei Uhr morgens aufstehen.

    Bin aber ein Mann geworden, über meinen i-pod habe ich mir die Nachrichten der Welt angehört, niederländich habe ich auch gelernt.

    jetzt suche ich einen Job in Berlin,

    also, wenn da jemand was hat, ich bin zuverlässig, sehe nicht so schlecht aus (na ja), gross, kräftig, war in den letzten drei Jahren nicht krank,

    ich arbeite
    Gerhard Stenkamp

    • 30.09.2008 um 20:59 Uhr
    • S. Paschasius

    Frohlockt ihr Armen, denn Gott erhöht eure Seelen an seinem Tage.

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    Ja frohlockt ihr Armen,   Gerhard Stenkamp

    das Reich der Seeligen, es wird aber nur dann sein, wenn es durch diese Welt verwirklicht werden wird, das ist dann das Ende der Zeiten.

    Jesus Christus wird nicht herabsteigen, morgen nicht, übermorgen nicht, Jesus Christus können wir dann wiederbegegnen, wenn wir den vollkommenen Gott selbst verwirklicht

    Gerhard Stenkamp

  3. das Reich der Seeligen, es wird aber nur dann sein, wenn es durch diese Welt verwirklicht werden wird, das ist dann das Ende der Zeiten.

    Jesus Christus wird nicht herabsteigen, morgen nicht, übermorgen nicht, Jesus Christus können wir dann wiederbegegnen, wenn wir den vollkommenen Gott selbst verwirklicht

    Gerhard Stenkamp

  4. Folgende Lösungsvorschläge zur Stabilisierung des Weltfinanzsystems:

    1. Der Zugewinn der 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten in Höhe von über

    3 000 Milliarden Dollar im letzten Jahr wird zurückgefordert.

    Von diesen 3 000 Milliarden können die 700 Milliardchen Rettungspaket in den USA

    locker finanziert werden und es bleiben noch viele Milliardchen zur Lösung vieler weiterer Liquiditätsprobleme.

    Bitte jetzt kein falsches Mitleid: den 10 Millionen Reichsten blieben immer noch 40 000 Milliarden Dollar Vermögen übrig! Die Hälfte der Menschheit, also 3 Milliarden, verdient weniger als 2 Dollar pro Tag, also unter 800 Dollar im Jahr (!!). Die können diese Summe durch "Zocken" nicht erhöhen ! : Da wäre Mitleid mit den Reichsten wirklich nicht angebracht!

    2. 612,5 Milliarden Dollar haben die USA für Rüstungsausgaben ohne Probleme für dieses Jahr abgenickt. Das müsste sich doch in Anbetracht des Abrundes, der sich auftut, in einer Sondersitzung revidieren lassen ! Also: Nur 1 Jahr Militärausgaben aussetzen, und schon sind die 700 Milliarden wieder fast finanziert! Die verbleibenden 6 000 Atomsprengköpfe reichen dann immer noch, um die Menschheit als Ganzes in die atomare Hölle zu befördern. Es bleiben dann weitere 500 Milliarden Dollar für "Sicherheitsmaßnahmen"!

    Also an Geld fehlt es doch gar nicht! Die Kapitalströme müssten nur ein bisschen umgelengt werden das ist doch schon alles! Da müssen sich doch nur die richtigen Leute eine Sonntag-Nacht zusammensetzen und am Montag die Lösung verkünden!

    Die normalen Steuerzahler, die Ärmsten der Armen und viele würden ihnen zujubeln! Warum tun sie es nicht ?

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    Schaden der Wähler einfordern...

    ... (Stichwort Schröder-Massenhysterien)

    Der Schaden, der durch egoistisches Wählerverhalten entstanden ist,
    dürfte Weltweit in die Billionen gehen. Dieses sollte man zurückfordern.

    Damit könnte man alle Probleme der Welt lösen.
    (Der letzte Satz ist in seiner Logik eine Milchmädchenrechnung,
    da man Kreisläufe mit Gewalt verändert ...was ja zu den historisch
    bekannten Krisen führte.)

    Die Revolution ist toll für emotionale Kurzschlüsse,
    nur nicht für denkende Köpfe.

    einsteinFan sie haben ganz recht - zumal die entsprechenden verantwortlichen sich ja mit geldfluessen sehr gut auskennen - diese koenne sich nur nicht vorstellen , wahrscheinlich nicht mal denken , dass man das geld auch mal andersherum fliessen lassen kann.

    • 30.09.2008 um 21:37 Uhr
    • Neon

    Im Februar 2005 zieht die HSH Nordbank gegen Barclays London vor Gericht um ein Geschaeft rueckgaengig zu machen, dass sich mit diesen strukturierten Anleihen beschaeftigte. Die aussergerichtliche Einigung hat dann die Transaktion zurueck abgewickelt.

    Diese Baustellen mit sogenannten Hypotheken Anleihen (struktueriert unterlegt mit finanziellem Abfall) sind also seit langem bekannt und fast alle haben im Angesicht der Tatsachen munter weiter gemacht. Das schliesst die Aufsichtsorgane und Regierungen ein !

    Bedauerlicher Weise kann auf Grund des hohen Gesamtwertes der schwindeligen Papiere nur staatlicher Eingriff den Kollaps des Bankensystems verhindern. Aber auch in einem solchen Fall muessen Marktregeln gelten, was fuer die Anteilseigner der betroffenen Banken nur folgerichtig zum Totalverlust fuehren muss.

    Aufmerksamen Menschen ist hoffentlich nicht entgangen, dass die amerikanische Regierung dem Bankensystem in der vergangenen Woche angeboten hatte, unentgeltlich Spezialisten bereit zu stellen, die eben genau die Pakte auf ihren Gehalt untersuchen sollten, die das eigentliche Problem sind. Offenbar ist selbst in USA keine Bank in der Lage diesen Sumpf zu entwirren. Allerdings hatte die Regierung aber auch verlangt, dass nur zweifelsfreie Papiere fuer die immer noch nicht beschlossene Rettungsaktion in Frage kommen.

    Das schoene heutzutage ist eben, dass man all das nachlesen kann.
    - - - - - -

    Privatisierte Gewinne - sozialisierte Verluste, nichts neues in Deutschland. Und immer wieder eine huebsche Idee.
    Die gesamte Politikerklasse der Bundesrepublik Deutschland sollte ueber hinreichend Anstand verfuegen und sich leise aus diesem Gemeinwesen verabschieden. Fuer die Kollegen der Bankenzunft bleibt ja immer noch das StGB. Oder vielleicht hat Grossvater ja noch eine Faustfeuerwaffe mit letzter Kugel hinterlassen. Gemeinsam ist allen, dass wir fuer diese Leute sog. "Erst-Taeter" Anstalten eingerichtet haben. Ob die allerdings auch fuer OK verurteilte offenstehen entzieht sich meiner Kenntnis.

    OK = Organisierte Kriminalitaet

  5. Schaden der Wähler einfordern...

    ... (Stichwort Schröder-Massenhysterien)

    Der Schaden, der durch egoistisches Wählerverhalten entstanden ist,
    dürfte Weltweit in die Billionen gehen. Dieses sollte man zurückfordern.

    Damit könnte man alle Probleme der Welt lösen.
    (Der letzte Satz ist in seiner Logik eine Milchmädchenrechnung,
    da man Kreisläufe mit Gewalt verändert ...was ja zu den historisch
    bekannten Krisen führte.)

    Die Revolution ist toll für emotionale Kurzschlüsse,
    nur nicht für denkende Köpfe.

  6. Im Artikel wird die Lösung angedeutet: Helfen könnte es, wenn die Banken »die Hosen runterlassen« würden.... Ich glaube, das könnte nicht nur helfen, sondern das würde sogar helfen. Wenn jeder ganz einfach im Internet nachsehen könnte, welche obskuren (oder 'krisensichere') Papiere eine Bank im Depot hat, welche Verbindlichkeiten wann bei wem usw., dann wüsste jeder sofort woran er ist und mit wem er Geschäfte machen kann und mit wem besser nicht. Damit wäre die Krise, die ja angeblich eine Vertrauenskrise ist, eigentlich beendet. Einige würden auf der Strecke bleiben, klar, aber das lässt sich durch Geheimhaltung der Probleme ja auch nicht vermeiden.

    Warum wird das nicht ernsthaft diskutiert? Was ist falsch daran?

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    Diese Papiere sind so oft durchgemischt worden, dass da doch keiner mehr richtig durchblickt. Die Banken selbst wissen nicht genau, welche Risiken sich hinter all diesem Unsinn verbergen.
    Hypotheken aus aller Herren Laender, Konusmenten Kredite, Kreditkarten Schulden und dann andere Pakete mit wiederum bunter Mischung. Und all das in allen Rating Qualitaeten. Dieser Vorgang wurde dann beliebig oft wiederholt.

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