Bankenkrise Es krachtSeite 3/3
Umso wichtiger ist es, dass Europa in Aktion tritt. Doch Experten wie Unicredit-Ökonom Annunziata haben große Bedenken, ob die Politik darauf vorbereitet ist. Bislang hat man sich auf dem Alten Kontinent zwar wacker geschlagen. Im Fall der Hypo Real Estate hat die Regierung schnell reagiert, die Hilfe für Fortis sei »ein Test für die Fähigkeit der Europäer, eine Rettungsaktion für eine grenzüberschreitend tätige Bank zu koordinieren«, sagt Willem Buiter von der London School of Economics. »Der Test wurde bestanden.«
Aber erst jetzt sickert die Finanzkrise so richtig in Europa ein und bedroht die gesamte Wirtschaft. Und für größere Rettungsaktionen als die bisherigen ist das Umfeld in Europa alles andere als ideal. Die Geldpolitik wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt gemacht, für die Staatsfinanzen und die Aufsicht über die Banken sind dagegen die einzelnen Mitgliedsstaaten in der Euro-Zone zuständig. Im Ernstfall aber – wenn eine große Bank, die Niederlassungen in mehreren Ländern hat, in Schwierigkeiten gerät – muss entschieden werden, wer zuständig ist, wer die Rechnungen bezahlt und wer die Einlagen der Sparer garantiert.
Bei Fortis ist das noch einmal gut gegangen, was auch daran liegt, dass die Aufsichtsbehörden aus Belgien und den Niederlanden seit Jahren eng zusammenarbeiten. Doch was, wenn sich die Krise weiter verschärft? Wenn zum Beispiel die Deutsche Bank oder die UBS in eine Schieflage geriete? Wenn plötzlich Deutschland, Polen und die Schweiz über eine Lastenverteilung verhandeln müssten? Oder wenn es nicht mehr ausreicht, einzelne Banken zu retten, sondern ähnlich wie in den USA das Finanzsystem insgesamt gestützt werden muss?
So suchen Europas Finanzminister und Notenbanker in diesen Tagen hektisch nach gemeinsamen Antworten, es kursieren Reformkonzepte und Lösungsvorschläge. Doch bislang ist es den beteiligten Staaten nicht gelungen, sich auf eine klare Lastenverteilung oder gar die Einführung einer zentralen, europaweiten Aufsichtsbehörde zu einigen. Man vereinbarte lediglich, in gemeinsamen Gremien enger zusammenzuarbeiten und Informationen auszutauschen. Niemand will seine Kompetenzen aufgeben. Und doch zählt in Krisensituationen jede Minute, wenn Panik verhindert werden soll. »Ist eine Bank erst einmal in Schwierigkeiten, kann es extrem schnell gehen«, sagt David Mayes, Finanzmarktexperte bei der finnischen Zentralbank.
Es ist nicht nur eine Frage von Regeln und Institutionen. Während die amerikanische Notenbank Federal Reserve die Geldpolitik kräftig gelockert hat, hat die EZB bislang wenig Anstalten gemacht, mit billigem Geld die Konjunktur zu stützen. Im Gegenteil: Die Zinsen wurden zuletzt sogar angehoben – obwohl das Unternehmen und Verbraucher belastet. Und während die Vereinigten Staaten die Wirtschaft mit einem kreditfinanzierten Konjunkturprogramm gestützt haben, predigen viele europäische Finanzminister noch Abstinenz.
So nähert sich die Finanzkrise Schicht um Schicht der Realwirtschaft, bremst Investitionen und Konsum. Auch in Deutschland. »Die vergangenen Tage haben vieles verändert«, sagt ein Bankenkenner. »Jetzt ist zum ersten Mal tatsächlich der Zeitpunkt, über die Gefahr einer Kreditklemme zu sprechen« – ein Horrorszenario, in dem die Banken auch an Unternehmen mit einer guten Bonität kein Geld mehr verleihen.
Damit ist die Finanzkrise dann auch bis zum Kern der Berliner Regierungspolitik vorgedrungen: der Sanierung des Bundeshaushalts. Noch kann sich der Finanzminister darauf berufen, zur Rettung der Hypo Real Estate nur staatliche Garantien gewährt zu haben – im besten Fall also, wenn nämlich die Garantien nicht abgerufen werden, ohne Belastungen für den Haushalt davonzukommen. Und noch drängt Steinbrück darauf, alle Mindereinnahmen, die wegen des wirtschaftlichen Abschwungs im kommenden Jahr entstehen, an anderer Stelle des Haushalts wieder hereinzuholen. Zu wichtig ist für ihn das Ziel, im Jahr 2011 erstmals ohne neue Schulden auszukommen.
Noch. Denn in diesen Wochen könnte sich herausstellen, dass Steinbrück auch bei der Sanierung des Haushalts öffentlich anders redet, als er de facto handeln muss.
- Datum 04.05.2009 - 10:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2008 Nr. 41
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Deutschland muss nicht. Doch die marktliberalen Apostel wollen weiterhin ihrem Gott, dem Markt, Opfergaben darbringen. Und so darf der Bürger Steuerzahler die Verluste begleichen, die Hohepriester (Investmentbanker) angehäuft haben. Verstaatlicht werden die BANKEN nicht - nur ihre VERLUSTE! Das ist freie Marktwirtschaft, Banken werden befreit, von Aberhundertmilliardenschulden und natürlich immer "in letzter Sekunde". Weil es so eilt - "niemand konnte DAS voraussehen" :-)) - geht das im Handumdrehen. Leider bleibt dann für Nebensächlichkeiten wie Bildung, Infrastrukturerhaltung etc. nichts mehr übrig ...
Frohlockt ihr Armen, denn Gott erhöht eure Seelen an seinem Tage.
Folgende Lösungsvorschläge zur Stabilisierung des Weltfinanzsystems:
1. Der Zugewinn der 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten in Höhe von über
3 000 Milliarden Dollar im letzten Jahr wird zurückgefordert.
Von diesen 3 000 Milliarden können die 700 Milliardchen Rettungspaket in den USA
locker finanziert werden und es bleiben noch viele Milliardchen zur Lösung vieler weiterer Liquiditätsprobleme.
Bitte jetzt kein falsches Mitleid: den 10 Millionen Reichsten blieben immer noch 40 000 Milliarden Dollar Vermögen übrig! Die Hälfte der Menschheit, also 3 Milliarden, verdient weniger als 2 Dollar pro Tag, also unter 800 Dollar im Jahr (!!). Die können diese Summe durch "Zocken" nicht erhöhen ! : Da wäre Mitleid mit den Reichsten wirklich nicht angebracht!
2. 612,5 Milliarden Dollar haben die USA für Rüstungsausgaben ohne Probleme für dieses Jahr abgenickt. Das müsste sich doch in Anbetracht des Abrundes, der sich auftut, in einer Sondersitzung revidieren lassen ! Also: Nur 1 Jahr Militärausgaben aussetzen, und schon sind die 700 Milliarden wieder fast finanziert! Die verbleibenden 6 000 Atomsprengköpfe reichen dann immer noch, um die Menschheit als Ganzes in die atomare Hölle zu befördern. Es bleiben dann weitere 500 Milliarden Dollar für "Sicherheitsmaßnahmen"!
Also an Geld fehlt es doch gar nicht! Die Kapitalströme müssten nur ein bisschen umgelengt werden das ist doch schon alles! Da müssen sich doch nur die richtigen Leute eine Sonntag-Nacht zusammensetzen und am Montag die Lösung verkünden!
Die normalen Steuerzahler, die Ärmsten der Armen und viele würden ihnen zujubeln! Warum tun sie es nicht ?
Schaden der Wähler einfordern...
... (Stichwort Schröder-Massenhysterien)
Der Schaden, der durch egoistisches Wählerverhalten entstanden ist,
dürfte Weltweit in die Billionen gehen. Dieses sollte man zurückfordern.
Damit könnte man alle Probleme der Welt lösen.
(Der letzte Satz ist in seiner Logik eine Milchmädchenrechnung,
da man Kreisläufe mit Gewalt verändert ...was ja zu den historisch
bekannten Krisen führte.)
Die Revolution ist toll für emotionale Kurzschlüsse,
nur nicht für denkende Köpfe.
einsteinFan sie haben ganz recht - zumal die entsprechenden verantwortlichen sich ja mit geldfluessen sehr gut auskennen - diese koenne sich nur nicht vorstellen , wahrscheinlich nicht mal denken , dass man das geld auch mal andersherum fliessen lassen kann.
Schaden der Wähler einfordern...
... (Stichwort Schröder-Massenhysterien)
Der Schaden, der durch egoistisches Wählerverhalten entstanden ist,
dürfte Weltweit in die Billionen gehen. Dieses sollte man zurückfordern.
Damit könnte man alle Probleme der Welt lösen.
(Der letzte Satz ist in seiner Logik eine Milchmädchenrechnung,
da man Kreisläufe mit Gewalt verändert ...was ja zu den historisch
bekannten Krisen führte.)
Die Revolution ist toll für emotionale Kurzschlüsse,
nur nicht für denkende Köpfe.
einsteinFan sie haben ganz recht - zumal die entsprechenden verantwortlichen sich ja mit geldfluessen sehr gut auskennen - diese koenne sich nur nicht vorstellen , wahrscheinlich nicht mal denken , dass man das geld auch mal andersherum fliessen lassen kann.
Im Februar 2005 zieht die HSH Nordbank gegen Barclays London vor Gericht um ein Geschaeft rueckgaengig zu machen, dass sich mit diesen strukturierten Anleihen beschaeftigte. Die aussergerichtliche Einigung hat dann die Transaktion zurueck abgewickelt.
Diese Baustellen mit sogenannten Hypotheken Anleihen (struktueriert unterlegt mit finanziellem Abfall) sind also seit langem bekannt und fast alle haben im Angesicht der Tatsachen munter weiter gemacht. Das schliesst die Aufsichtsorgane und Regierungen ein !
Bedauerlicher Weise kann auf Grund des hohen Gesamtwertes der schwindeligen Papiere nur staatlicher Eingriff den Kollaps des Bankensystems verhindern. Aber auch in einem solchen Fall muessen Marktregeln gelten, was fuer die Anteilseigner der betroffenen Banken nur folgerichtig zum Totalverlust fuehren muss.
Aufmerksamen Menschen ist hoffentlich nicht entgangen, dass die amerikanische Regierung dem Bankensystem in der vergangenen Woche angeboten hatte, unentgeltlich Spezialisten bereit zu stellen, die eben genau die Pakte auf ihren Gehalt untersuchen sollten, die das eigentliche Problem sind. Offenbar ist selbst in USA keine Bank in der Lage diesen Sumpf zu entwirren. Allerdings hatte die Regierung aber auch verlangt, dass nur zweifelsfreie Papiere fuer die immer noch nicht beschlossene Rettungsaktion in Frage kommen.
Das schoene heutzutage ist eben, dass man all das nachlesen kann.
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Privatisierte Gewinne - sozialisierte Verluste, nichts neues in Deutschland. Und immer wieder eine huebsche Idee.
Die gesamte Politikerklasse der Bundesrepublik Deutschland sollte ueber hinreichend Anstand verfuegen und sich leise aus diesem Gemeinwesen verabschieden. Fuer die Kollegen der Bankenzunft bleibt ja immer noch das StGB. Oder vielleicht hat Grossvater ja noch eine Faustfeuerwaffe mit letzter Kugel hinterlassen. Gemeinsam ist allen, dass wir fuer diese Leute sog. "Erst-Taeter" Anstalten eingerichtet haben. Ob die allerdings auch fuer OK verurteilte offenstehen entzieht sich meiner Kenntnis.
OK = Organisierte Kriminalitaet
Schaden der Wähler einfordern...
... (Stichwort Schröder-Massenhysterien)
Der Schaden, der durch egoistisches Wählerverhalten entstanden ist,
dürfte Weltweit in die Billionen gehen. Dieses sollte man zurückfordern.
Damit könnte man alle Probleme der Welt lösen.
(Der letzte Satz ist in seiner Logik eine Milchmädchenrechnung,
da man Kreisläufe mit Gewalt verändert ...was ja zu den historisch
bekannten Krisen führte.)
Die Revolution ist toll für emotionale Kurzschlüsse,
nur nicht für denkende Köpfe.
Im Artikel wird die Lösung angedeutet: Helfen könnte es, wenn die Banken »die Hosen runterlassen« würden.... Ich glaube, das könnte nicht nur helfen, sondern das würde sogar helfen. Wenn jeder ganz einfach im Internet nachsehen könnte, welche obskuren (oder 'krisensichere') Papiere eine Bank im Depot hat, welche Verbindlichkeiten wann bei wem usw., dann wüsste jeder sofort woran er ist und mit wem er Geschäfte machen kann und mit wem besser nicht. Damit wäre die Krise, die ja angeblich eine Vertrauenskrise ist, eigentlich beendet. Einige würden auf der Strecke bleiben, klar, aber das lässt sich durch Geheimhaltung der Probleme ja auch nicht vermeiden.
Warum wird das nicht ernsthaft diskutiert? Was ist falsch daran?
Diese Papiere sind so oft durchgemischt worden, dass da doch keiner mehr richtig durchblickt. Die Banken selbst wissen nicht genau, welche Risiken sich hinter all diesem Unsinn verbergen.
Hypotheken aus aller Herren Laender, Konusmenten Kredite, Kreditkarten Schulden und dann andere Pakete mit wiederum bunter Mischung. Und all das in allen Rating Qualitaeten. Dieser Vorgang wurde dann beliebig oft wiederholt.
Diese Papiere sind so oft durchgemischt worden, dass da doch keiner mehr richtig durchblickt. Die Banken selbst wissen nicht genau, welche Risiken sich hinter all diesem Unsinn verbergen.
Hypotheken aus aller Herren Laender, Konusmenten Kredite, Kreditkarten Schulden und dann andere Pakete mit wiederum bunter Mischung. Und all das in allen Rating Qualitaeten. Dieser Vorgang wurde dann beliebig oft wiederholt.
Diese Papiere sind so oft durchgemischt worden, dass da doch keiner mehr richtig durchblickt. Die Banken selbst wissen nicht genau, welche Risiken sich hinter all diesem Unsinn verbergen.
Hypotheken aus aller Herren Laender, Konusmenten Kredite, Kreditkarten Schulden und dann andere Pakete mit wiederum bunter Mischung. Und all das in allen Rating Qualitaeten. Dieser Vorgang wurde dann beliebig oft wiederholt.
http://glassplitter.wordp...
Nach meiner Meinung hat der Verfasser des Blogs recht.
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