Bankenkrise Arme Schweiz
Die Krise der Großbank UBS wird zur Schicksalsfrage für die Alpenrepublik. Könnte das Land die Ikone seiner Wirtschaft im Ernstfall retten? Die Zweifel daran wachsen

© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images
Zentrale der UBS in der Bahnhofstraße in Zürich
Während die Welt auf die Investmentbanken der Wall Street blickt, schaut die Schweiz auf die UBS. Als vor zwei Wochen in New York die Bank Lehman Brothers kollabierte, stand auch die größte Bank der Alpenrepublik am Abgrund. Anleger fürchteten, dass die Finanzkrise aus den USA auch Europa und die Schweiz erreichte. Also stießen sie in Scharen Aktien des ohnehin schon von Abschreibungen und Skandalen gebeutelten Instituts ab. Der Kurs stürzte bis auf 15 Franken, einen Bruchteil einstiger Höchststände.
Selbst das Schlimmste schien denkbar: das Ende der UBS. Dabei galt sie noch vor Kurzem als too big to fail, als zu groß, um im Ernstfall vom Staat fallen gelassen zu werden. »Pläne für eine Rettung durch Notenbank und Bund machten die Runde, im Detail wusste man aber nichts«, sagt Nationalrat und Finanzexperte Urs Hofmann von den Sozialdemokraten. »Und die entscheidende Frage blieb immer offen: Könnte die Schweiz eine kollabierende UBS überhaupt retten?«
Die Alpenrepublik stand unter Schock. Unter der Kuppel des Parlaments in Bern wurden Erinnerungen an das Ende einer anderen nationalen Ikone wach. Vor sieben Jahren erwischte es die Fluglinie Swissair nach einer teuren Expansion. Die Maschinen mit dem weißen Kreuz auf der Heckflosse hoben erst wieder ab, als die Politiker ein Milliardenpaket für die Nachfolgegesellschaft namens Swiss schnürten, die heute zur Lufthansa gehört. Unter dem Schlagwort »Grounding« geriet das Ende der Swissair zu einem nationalen Trauma. Im Vergleich zur UBS sei diese Aktion allerdings kaum der Rede wert gewesen, sagt Hofmann: »Wir sprechen hier von Summen, neben denen der Fall Swissair Peanuts waren.«
»Einen Untergang können die Behörden nicht riskieren«
Im schlimmsten Fall, so der ehemalige Notenbank-Direktor und Ökonomieprofessor Kurt Schiltknecht, hätte die Schweiz die faulen Papiere der UBS aufkaufen müssen. Ähnlich, wie es in Amerika diskutiert wird. »Ein Untergang der UBS gäbe eine absolute Katastrophe, das können die Behörden nicht riskieren«, sagt Schildtknecht. Andere zeigen sich skeptischer, selbst so vorsichtige Bankiers wie Christof Reichmuth von der gleichnamigen Privatbank aus Luzern: Der Bankenplatz insgesamt sei »solid wie eh und je«, aber »die Probleme der UBS sind so groß, dass das Land mit einer Rettung wahrscheinlich überfordert wäre«.
Auf dem Treffen der Aktionaere an diesem Donnerstag in Basel geht es nicht nur zum dritten Mal in diesem Jahr versammeln, geht es nicht nur um die Zukunft der UBS, sondern auch um die der Schweiz. Die Krise legt die Hilflosigkeit von Managern und Politikern offen – und offenbart, wie abhängig das Land von der Finanzindustrie und deren Primus ist.
Die Zweifel wachsen, ob und wie die Schweizer Politik handeln will und kann. Denn der Graben zwischen der politischen Hauptstadt Bern und dem Wirtschaftszentrum Zürich ist breit. Für Soziologieprofessor Kurt Imhof von der Universität Zürich ist diese Spaltung Folge einer jahrzehntelangen Entwicklung. »Kein anderes Land in Europa hat seine Wirtschaft so stark liberalisiert wie wir«, sagt er. »Es breitete sich ein pointierter Anti-Etatismus aus, der die Politik zur absoluten Handlungsunfähigkeit trieb.« In Deutschland oder Frankreich sei unvorstellbar, dass die politischen Verantwortlichen eine für den Staat »überlebenswichtige« Großbank untergehen lassen würden.
Die Schweiz hat nun mehr als nur ein Imageproblem. Zwar ist der Alpenstaat die Heimat von zwei der größten Pharmaunternehmen der Welt (Novartis und Roche), des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers (Nestlé) und der Nummer eins im Rückversicherungsgeschäft (Swiss Re). Die Crème de la Crème der Schweizer Wirtschaft bilden aber zweifellos ihre zwei Großbanken, die Credit Suisse und die UBS. Sie stehen für die Kraft und Qualität eines der größten Finanzzentren der Welt. Dank ihrer ist die Schweiz zum größten Vermögensverwaltungsplatz geworden. Rund 2.000 Milliarden Dollar ausländischer Kunden lagern hier.
Ohne Banken, Vermögensverwalter und Versicherungen wäre die Schweiz keine Wohlstandsinsel mehr. Alle Finanzdienstleister zusammen machen einen Fünftel der jährlichen Wirtschaftsleistung aus. Sie bezahlen jeden sechsten Steuerfranken. Rund 100.000 Menschen sind bei Banken angestellt, noch einmal so viele Anwälte, Berater, IT-Spezialisten und übrige Zulieferer leben hauptsächlich vom Finanzplatz. Die Branche funktioniert wie ein komplexes Uhrwerk, mit Großbanken, zwei Dutzend Kantonalbanken, unzähligen Regionalbanken und Sparkassen, Hunderten von Genossenschaftskassen, einer Post mit Finanzdienstleistungen und berühmten Privatbanken wie Julius Bär, Sarasin und Pictet.
Bei einem Schnupfen der Finanzindustrie leidet die Schweizer Wirtschaft an Lungenentzündung. Allein das Bankenzentrum Zürich rechnet wegen der Finanzkrise mit einem Steuerausfall von 600 Millionen Franken. »Glücklicherweise legten wir in den guten Jahren Reserven an«, sagt der städtische Finanzvorstand Martin Vollenwyder. »Denn nun führt uns die Krise schmerzhaft vor Augen, wie abhängig wir von den Großbanken sind.«
Auch vermeintlich sichere Finanzhäuser bekommen die Krise zu spüren. Ihnen mögen kurzfristig erzürnte UBS-Kunden zuströmen. Doch letztlich sitzen sie alle im gleichen Boot. Ein Kollaps des Aushängeschilds hätte immense Imageschäden für den gesamten Finanzplatz, ganz abgesehen vom drohenden Dominoeffekt auch im Inland. »Der Finanzplatz Schweiz wird von seinem hohen Ansehen auf ein europäisches Normalmaß zurückgestutzt werden«, sagt Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts.
Die Bewertung steht im Widerspruch zur Selbsteinschätzung der Branche, die an Durchhalteparolen erinnert. »Der Schweizer Finanzplatz ist gesund«, sagte kürzlich der Genfer Privatbankier Pierre Mirabaud, der den Schweizer Bankenverband repräsentiert. Einzelne Banken mögen leiden. »Umso wichtiger ist, dass sich die anderen Banken solidarisch zeigen«, so Mirabaud.
Lange verfolgten die Schweizer mit Freude, wie UBS und Credit Suisse von der reichen Heimat aus die Welt eroberten. Erst mit der Krise der UBS machen sich tiefe Zweifel breit. Das nationale Leitmedium Neue Zürcher Zeitung schrieb kürzlich unter der Überschrift »Eine große Wirtschaft in einem kleinen Land« vom Finanzsektor als »Klumpenrisiko«. Die Finanzkrise habe »bei der Schweizerischen Nationalbank und vielen Beobachtern den Reflex ausgelöst, dass die beiden Großbanken letztlich für die Schweiz zu groß seien«.
Die UBS soll sich wieder auf Vermögensverwaltung konzentrieren
»Die UBS kann nicht ›Swissness‹ mit einer entsprechenden Garantie durch die schweizerische Notenbank beanspruchen und gleichzeitig auf sämtlichen Weltmärkten tanzen«, sagt Philosophieprofessor Georg Kohler von der Universität Zürich. »Wenn die Bank wieder die Schweiz ins Zentrum rücken will, dann sollte sie auch ihr internationales Risiko massiv reduzieren.« Die Botschaft scheint bei der Führung der UBS angekommen zu sein. Ihr neuer Präsident Peter Kurer, der als langjähriger Konzernanwalt die Sünden der Vergangenheit mit zu verantworten hat, will die Bank offenbar rasch zerlegen. Das verlustreiche Investmentbanking soll seine Wetten nicht mehr mit billigem Geld anderer Sparten finanzieren können. Den Eigentümern der Bank verspricht Kurer die Rückkehr zu den Wurzeln – im Kern der neuen UBS soll die Vermögensverwaltung stehen.
Für Rudolf Volkart vom Zürcher Bankeninstitut, einem Thinktank der Universität, ist die Struktur nicht entscheidend. »Viel wesentlicher ist die Frage, wie gut ein einmal gewähltes Modell gelebt wird und ob eine Bank in der Lage ist, die Dinge im Griff zu behalten«, sagt er. Eine neue Kultur müsse her, glaubt auch Pierin Vincenz, der Chef der genossenschaftlichen Raiffeisen-Gruppe. Eine Kultur, die bodenständig und modern sei, erfolgreich für den Kunden und nicht zuerst für Aktionäre. Und weiter: »Mit diesem Ruf würde die UBS zu einem Magneten für vorsichtige Mitarbeiter statt bonusgetriebener Händler.«
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- Datum 04.05.2009 - 10:55 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 01.10.2008 Nr. 41
- Kommentare 12
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...was, so denke ich, die Schweizer am meisten geärgert hatte am Zerfall der Swissair war die totale Unfähigkeit des Managements die Firma in den liberalisierten und globalisierten Märkten stark zu machen. Parallel dazu war da noch die Vision den Zürcher Flughafen zu einer Drehscheibe in der "mitte" Europas auszubauen... Wie soviele andere Unternehmen war auch für die Swissair die liberalisierung der Stolperstein für das Ueberleben... Danach kam die unsägliche Abzockerei in den oberen Etagen zur Unfähigkeit hinzu... Die unzähligen "goldenen Fallschirme" in vielfacher Mio. Höhe. All diese Leute sind nun gerichtlich Reingewaschen was sich aber nicht mit den moralischen Anforderungen vieler Schweizer deckt...
Das war aber auch ein dicker "Filz"teppich den es da zu entwirren galt... das ist bis heute nicht gemacht worden.
Aehnliches mit den Schweizer Grossbanken. Wer darf bzw. sollte nicht schon etwas "stolz" darauf sein dürfen das aus einem kleinen Land so grosse Multinationale Konzerne wachsen können... Das an und für sich ist ja nicht schlecht. Aber auch hier wird die Performance mit den Entschädigungen verglichen. Stimmt das nicht mehr überein werden die Manager, zum Teil auch die Angestellten und später auch das Unternehmen zumindest auf "moralischer" Ebene fallen gelassen...
Mit den Mio. Salären 10, 20, 30 Mio. jährlich haben generell viele Schweizer Probleme da diese nicht mit entsprechender Arbeitsleistung daher kommen. Lediglich die Gewinne der Unternehmen lassen sich da noch in gewisser Relation vergleichen... doch das ist für die normalen Bürger dieses Landes weit jenseits normale Lebensumstände...
Manchmal denke ich das die Schweizer, wie soviele ander Nationen auch, immer noch der Globalisierung hinterher rennen... seit 20 und mehr Jahren schon. Die ist in vielen Köpfen noch nicht angekommen... die negativen Auswirkungen natürlich ebenso wenig.
Trotzdem, welche andere Bank kann es sich leisten 45 Mia. in 9 Monaten abzuschreiben und immer noch manöverierfähig zu sein ?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
Kein Wunder, dass wir Schweizer(innen) der Globalisierung hinterherhinken, wenn eine Partei sich gross und "wichtig" macht mit dem Programm der Abschottung. Kein Wunder, trotten wir hinterher, wenn dieselbe Partei unsere Schulen mit Konzepten der 30er bis 50er Jahren "reformieren" wollen. Kein Wunder, wenn selbst allerkleinste Anpassungen an heutige Gegebenheiten bis aufs Bitterste bekämpft werden; Abstimmungen erzwungen werden, die 2 bis 3 Millionen kosten um über 50'000 Franken zu befinden und mit 85 - 90% Ja vom Volk dann bewilligt werden.
Lustigerweise befinden sich viele Unternehmer, sehr gut Verdienende, Milliardäre, Millionäre an der Spitze der Partei und viele Wähler glauben immer noch, dass das Leute "vom Volk" sind.
Oh ja, ist mir schon klar... etwa so ähnlich wie die Republikaner in den USA... und in vielen anderen Ländern. Schwerreich aber doch immer Hemdsärmelig auftretend wenn es grad opportun erscheint...
Trotzdem werfe ich auch den anderen Parteien und Exponenten, also Pro EU-Integration, Pro Globalisierung, Pro Freihandel, Pro Liberalisierung, Pro Freizügigkeit usw usw. vor, das all dies nicht wirklich Kreatives und Aktives bewerkstelligen ist sondern einfach zu glauben das sei der einzige und richtige Weg...
Immerhin haben auch die Schweizer die WTO Verträge und viele andere Derivate unterzeichnet welche sehr viel einst demokratischen Entscheidungsspielraum an eben diese Freihandels und Staats/Demokratiefeindliche Ideologie abgetreten hat.
Mit wirklicher Gestaltung und Vorbereitung bestehnder und zukünftiger Generationen für die Globalisierung hat das alles nicht zwingend auch nur ein bischen zu tun. Einfach mal so in der EU arbeiten und wohnen zu dürfen ebenfalls nicht. Wieviele Schweizer wollen das wirklich permanent?
Ich werfe vielen Politikern vor das diese sich nicht klar über die Konsequenzen sind...
Die eine Partei wiegt die Schweizer wehrhaft gegen alles Aussenstehende ab, die anderen geben sich zwar Weltoffener wissen aber deshalb auch nicht wohin und wie am besten...
Ein Beispiel: Warum der angebliche Zwang unsere Kinder bereits mit 3-4 Jahren in die Kindergärten schicken zu wollen und so angeblich das flexible Lehrnpotential in diesem Alter anzuzapfen und so möglichst früh für die Anforderungen der Oekonomie vorzubereiten... Ganz im Sinne des Globalisierten Wettbewerbs... oder nicht?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
Oh ja, ist mir schon klar... etwa so ähnlich wie die Republikaner in den USA... und in vielen anderen Ländern. Schwerreich aber doch immer Hemdsärmelig auftretend wenn es grad opportun erscheint...
Trotzdem werfe ich auch den anderen Parteien und Exponenten, also Pro EU-Integration, Pro Globalisierung, Pro Freihandel, Pro Liberalisierung, Pro Freizügigkeit usw usw. vor, das all dies nicht wirklich Kreatives und Aktives bewerkstelligen ist sondern einfach zu glauben das sei der einzige und richtige Weg...
Immerhin haben auch die Schweizer die WTO Verträge und viele andere Derivate unterzeichnet welche sehr viel einst demokratischen Entscheidungsspielraum an eben diese Freihandels und Staats/Demokratiefeindliche Ideologie abgetreten hat.
Mit wirklicher Gestaltung und Vorbereitung bestehnder und zukünftiger Generationen für die Globalisierung hat das alles nicht zwingend auch nur ein bischen zu tun. Einfach mal so in der EU arbeiten und wohnen zu dürfen ebenfalls nicht. Wieviele Schweizer wollen das wirklich permanent?
Ich werfe vielen Politikern vor das diese sich nicht klar über die Konsequenzen sind...
Die eine Partei wiegt die Schweizer wehrhaft gegen alles Aussenstehende ab, die anderen geben sich zwar Weltoffener wissen aber deshalb auch nicht wohin und wie am besten...
Ein Beispiel: Warum der angebliche Zwang unsere Kinder bereits mit 3-4 Jahren in die Kindergärten schicken zu wollen und so angeblich das flexible Lehrnpotential in diesem Alter anzuzapfen und so möglichst früh für die Anforderungen der Oekonomie vorzubereiten... Ganz im Sinne des Globalisierten Wettbewerbs... oder nicht?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
Oh ja, ist mir schon klar... etwa so ähnlich wie die Republikaner in den USA... und in vielen anderen Ländern. Schwerreich aber doch immer Hemdsärmelig auftretend wenn es grad opportun erscheint...
Trotzdem werfe ich auch den anderen Parteien und Exponenten, also Pro EU-Integration, Pro Globalisierung, Pro Freihandel, Pro Liberalisierung, Pro Freizügigkeit usw usw. vor, das all dies nicht wirklich Kreatives und Aktives bewerkstelligen ist sondern einfach zu glauben das sei der einzige und richtige Weg...
Immerhin haben auch die Schweizer die WTO Verträge und viele andere Derivate unterzeichnet welche sehr viel einst demokratischen Entscheidungsspielraum an eben diese Freihandels und Staats/Demokratiefeindliche Ideologie abgetreten hat.
Mit wirklicher Gestaltung und Vorbereitung bestehnder und zukünftiger Generationen für die Globalisierung hat das alles nicht zwingend auch nur ein bischen zu tun. Einfach mal so in der EU arbeiten und wohnen zu dürfen ebenfalls nicht. Wieviele Schweizer wollen das wirklich permanent?
Ich werfe vielen Politikern vor das diese sich nicht klar über die Konsequenzen sind...
Die eine Partei wiegt die Schweizer wehrhaft gegen alles Aussenstehende ab, die anderen geben sich zwar Weltoffener wissen aber deshalb auch nicht wohin und wie am besten...
Ein Beispiel: Warum der angebliche Zwang unsere Kinder bereits mit 3-4 Jahren in die Kindergärten schicken zu wollen und so angeblich das flexible Lehrnpotential in diesem Alter anzuzapfen und so möglichst früh für die Anforderungen der Oekonomie vorzubereiten... Ganz im Sinne des Globalisierten Wettbewerbs... oder nicht?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
'Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.' Diese Erkenntnis hat uns Friedrich Hölderlin hinterlassen. Man muß nur nach dem evolutionsprozesslogisch Rettenden suchen. Denn der vorangehende Satz lautet: 'Nah ist, /Und schwer zu fassen/ der Gott'. 'Gott' heißt, die alles steuernde Evolutionsprozessgesetzlichkeit.
Heute habe ich der UBS das Angebot unterbreitet, ihnen mein Evolutionsprojektwissen für den anstehenden Exodus aus der alten Weltordnung der Kapitalstockmaximierer und Konflitkkämpfer zu offenbaren. Die Weltordnung des Schöpferischen wartet ante portas. Wenn die UBS-Führung mein Wissen auf den Tisch bekommt und versteht, dann ist die Schweiz und die UBS u.a. auf der sicheren Seite. Unter dem Suchbegriff 'Evolutionsprojektwissen' ist es zu googeln.
# Silberschnur. Ich glaube, einige Kommentare sind so rückständig, wie das, was sie uns vorwerfen möchten.
Von den Superreichen in der Schweiz ist immerhin der Spitzenreiter, Daniel Vasella, selber ein Schweizer. Herr Mathys, der etwa an siebter oder achter Stelle figuriert, ist ein erfolgreicher Unternehmer. Ich habe nichts gegen ehrlich verdienten Reichtum, und obwohl viele Zahlen selbstverständlich über einem Durchschnitt liegen, muss das diesen Durchschnitt nicht kümmern. Es gehört zu unserem Land, dass das so ist, und solange "wir" es können, stört es mich nicht.
Natürlich, wenn das Versagen kommt, dann muss man über die Bücher - doch ich sehe da noch keinen Vergleich mit den USA.
Weshalb die beiden Grossbanken nun ausgerechnet "zu gross" sein würden, müsste man hier einmal glaubhaft vertreten können. Ich glaube nicht an den Domino-Effekt der Weltwirtschafts- oder Finanzkrise. Es könnte zwar Implikationen geben, aber ich denke einmal, dass der Schweiz hier eine andere Funktion zukommt.
Auch die "Gesundschrumpfung" scheint mir eher unwahrscheinlich. Egal, ob und wie stark er ist - der Schweizer Franken ist hart, und er soll es bleiben. Das alles hat wahrscheinlich auch mit der Grösse unseres Landes nichts zu tun.
Der Vorwurf, die Schweizer würden einer Globalisierungs-Idee hinterherlaufen, könnte auch umgedreht werden, und man könnte sagen: es ist kein Wunder, wenn oder dass dem so ist, solange die EU oder das Nach-2000-Amerika sie fahren lässt, diese Idee.
Ich arbeitete auch einmal in einem EU-Land, und war in der Phase danach lange Zeit Befürworter einer offenen, oder sogar einer "EU-Schweiz". Irgendwann vor ein bis zwei Jahren hat sich diese Euphorie wieder gelegt, weil ich sah, was die Werte dieser helvetischen Kultur sind, und wie sie u.U. bei einer bedingngslosen Marktöffnung verblassen und überschwemmt werden könnten.
Die gegenwärtige Lage der USA bestätigt mir diese Annahme. Deshalb steht die Schweiz auch jetzt zum richtigen Zeitpunkt für eine besondere Rolle bereit.
Natürlich hat es alles nichts mit den Gesinnungen zu tun; ich erkenne die schädlichen Einstellungen und Verhaltens"muster"; und ich gebe Denen Recht, die dahinter nichts Gutes erwarten können, v.a. auch nichts Zukunftsträchtiges, Erstrebenswertes oder Hoffnungsvolles. Deshalb ist die Finanzkrise eine Krise des globalen Erwachens - nicht nur für die Amis, sondern auch für alle die, die es auch jetzt noch nicht verstehen, weshalb Amerika im Jahre 2000 einen Hauptschöpfer der internationalen Globalisierung, Herrn Clinton, links liegengelassen, und mit gänzlich ignoranten Motiven das von ihm sorgfältig kalkulierte und ausgegelichene Haushaltsbudget angezapft, aber, ohne Berücksichtigung von möglichen Schäden, dessen Bedingungen missachtet haben. Dem schweizerischen Polit-System - auch wenn es Skandale häuft, auch wenn es vielleicht stimmt, dass eine Grossbank fallengelassen würde - könnte das jedoch zum Glück nicht passieren.
Was jetzt geschieht, ist doch offenkundig das andere Ende einer negativen Spirale, die Clinton - in die andere Richtung drehend - f¨ür Amerika und die Welt aufgebaut hatte!
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
# Silberschnur. Dass Sie misstrauisch gegenüber kriminellen Machenschaften sind, stört mich nicht.
Ich kann mich aber eines Gefühls nicht erwehren, die Beunruhigung, die Sie den Menschen im EU-Raum gegenüber einer Schweiz zugestehen, würde nun für Sie auch von mir ausgehen.
Des Übrigen war mir Ihre persönliche Geschichte mit der UBS bekannt, da ich den Herrn Stenkamp des öftern mitlese - doch wie schwerwiegend sie auch gewesen sein mag, deswegen der UBS den Einbruch geradezu anzuwünschen, scheint mir doch sehr emotionell-persönlich gefärbt, und nicht eben klug.
Last but not least: Mein Programm ist Clinton, nicht silberschnur; deswegen masse ich mir noch lange nicht an, Weltpolitiker sein zu wollen, Herr Stenkamp. Jedoch habe ich die genau gleiche Freiheit und ein ebensolches Recht, meine entsprechenden Meinungen dazu hier zu äussern.
Ob Sie die Wirkung des ZEIT-Forums etwa etwas überschätzen? Ob für Sie - wie die meisten Menschen - der Name Clinton jedesmal mit "Anzüglichkeit" in Verbindung gebracht wird?
Das wäre nun nicht eben mein eigenes Problem, Herr Stenkamp.
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
# Silberschnur. Sehen Sie, Sie und ich: wir befinden uns in einem momentan schwierigen Umfeld der Medienwelt, das sich dadurch charakterisieren liesse, dass die hier vorgebrachten Äusserungen manchmal mit nicht korrelativen, oder aber gänzlich anderen, gefühlsmässigen Wirkungen einhergehen können, als beabsichtigt.
Ich habe gesellschaftlich eine andere Funktion als Sie, bin jedoch das Politisieren aus meiner schweizerischen Herkunfts-Familie gewohnt.
Als an Kommunikation interessierte Person schildere ich Ihnen die Möglichkeit näher, was diese Wirkungen betrifft:
In Kommentar 7 schreiben Sie, unter kategorischer Verwendung des Pronomens 'Ich', dass man sich nicht zu wundern bräuchte, wenn die EU der Schweiz gegenüber langsam unruhig werde. Da Sie mich als Schweizer ansprechen, bezog ich mich auf diese Äusserung in meinem Antwort-Kommentar 8. Im Anschluss daran merkte ich aber, dass Ihre Äusserung weit weniger persönlich aufzufassen gewesen wäre. So hatte ich auf allgemeine Art eben spontan geantwortet, auf ein Geratewohl muss ich mich da verlassen können.
Sie wiederum konnotieren nun in Ihrer neuerlichen Antwort, ich hätte vielleicht vor, Sie abzuschiessen, obwohl, wiederum, ich mir nicht vorstellen kann, woher Sie das nehmen. Ich habe mit keinem Wort von sowas geredet, sondern dreimal, aus Höflichkeit, Ihren Namen erwähnt. Und ich habe versucht, Ihre Auffassung, dass ich mich in die Weltpolitik einmischen wollte, zu relativieren, indem ich die Wirkung dieses Forums dafür als nicht weittragend genug beschrieb.
Jetzt sehe ich aber, dass Sie auch hierin persönlich waren, weil Sie offenbar selber politisieren.
Nun ja, der Missverständnisse genug. Zu Ihrer Geschichte:
Nein, ich möchte Sie gar nicht widerlegen, Herr Stenkamp. So wenig, wie ich nun etwas gegen Sie hätte, oder Ihnen nachstellen wollte. Bewahre.
Die Geschichte, die Sie erlebt haben, ist schlimm genug, und das einzige, was ich dazu sagte, man sollte deswegen der UBS keinen Einbruch wünschen, oder Zusammenbruch. Doch eigentlich taten Sie das nicht einmal. Sie haben nichts als Ihre Meinung vertreten, mich aber dabei miteinbezogen, weil ich der Auffasssung bin, der Schweizer Franken möchte hart bleiben.
Es klingt für meine Ohren jedoch nach viel mehr Verbrechertum, als ich mir vorzustellen wage, und wenn Sie nun glauben, ich zielte darauf, Sie mundtot zu machen, schreibe, wiederum, ich dies der Wirkung Ihrer eigenen Aussagen zu, die Sie geäussert haben, bzw. dem, dass meine Antwort bei Ihnen die Annahme hervorrief, vielleicht doch etwas zu streng in Ihrem Urteil über mich und mein Forums-Nick gewesen zu sein.
Aber ich habe sowohl volles Verständnis für Ihren Standpunkt, als auch für Ihre Art der persönlichen Schilderung. Und fühle mich gleichwohl nimmer als Feigling damit.
Die Userin chi hatte aber ein ähnliches Problem mit meiner Identität, und auch sie hatte sich einmal in politischen Kreisen bewegt. Verzeihung, dass ich das hier erwähne. Nur zu Ihrer Beruhigung: chi lebt noch.
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
empfinde ich angesichts dieses Artikels. Und den tiefempfundenen Wunsch, dass die ach so wirtschaftsliberale Schweiz, die nur dort Wettbewerb hat, wo es zur Steigerung der Produzentenrente dient, ihren Überlegenheitswahn verliert und realisiert, was sie eigentlich ist: ein in den Köpfen des deutschsprachigen Teils zutiefst rückständiges und fremdenfeindliches Land, das hoffentlich niemals in die EU eintreten und das europäische Haus mit seiner Anwesenheit belästigen wird.
Wie hoch ist Euer Ausländeranteil?
Was die Rückständigkeit anbelangt: Lese doch mal Berichte, die Länder bewerten: CH regelmässig zu oberst in den Bereichen: Innovation, Lebensqualität, Wirtschaftsfreundlichkeit, Fortschritt - und Bildung (ssystem). Dies und günstige Steuern ist dann der Grund dafür, weshalb verglichen mit der Grösse des Landes verhältnismässig viele internationale Unternehmen ihre europäischen Hauptsitze hier hin verlegen. Wie z.B. Google.
Solltest vielleicht einmal die Schweiz besuchen, um Dein Urteil vor Ort zu überprüfen. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
# . Donata, die Schweiz hat keinen Überlegenheitswahn. Dies entspringt, wenn schon, dem deutschen Sich-Ärgern über das Gelingen von schweizerischer Qualität - so er denn angebracht wäre.
Dem Überlegenheitswahn waren die Amis verfallen, und zwar einem globalen.
Momentan gibt's leider aber nicht allzuviel Grund zum Lachen mehr.
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
Wie hoch ist Euer Ausländeranteil?
Was die Rückständigkeit anbelangt: Lese doch mal Berichte, die Länder bewerten: CH regelmässig zu oberst in den Bereichen: Innovation, Lebensqualität, Wirtschaftsfreundlichkeit, Fortschritt - und Bildung (ssystem). Dies und günstige Steuern ist dann der Grund dafür, weshalb verglichen mit der Grösse des Landes verhältnismässig viele internationale Unternehmen ihre europäischen Hauptsitze hier hin verlegen. Wie z.B. Google.
Solltest vielleicht einmal die Schweiz besuchen, um Dein Urteil vor Ort zu überprüfen. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
# . Donata, die Schweiz hat keinen Überlegenheitswahn. Dies entspringt, wenn schon, dem deutschen Sich-Ärgern über das Gelingen von schweizerischer Qualität - so er denn angebracht wäre.
Dem Überlegenheitswahn waren die Amis verfallen, und zwar einem globalen.
Momentan gibt's leider aber nicht allzuviel Grund zum Lachen mehr.
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
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