Krisen Der Frieden ist wild

Kaukasuskrieg, CSU-Debakel, Finanzkrise: Der Puls der Welt hat sich beschleunigt

Während der langen Friedenszeiten haben sich soziale, politische und ökonomische Widersprüche zuspitzen können

Während der langen Friedenszeiten haben sich soziale, politische und ökonomische Widersprüche zuspitzen können

Ist es eine Augentäuschung? Selten, so scheint es, sind in so kurzer Zeit so viele Gewissheiten und Verlässlichkeiten erschüttert worden wie in diesen Herbstwochen des Jahres 2008. Die CSU verliert in Bayern ihre über Jahrzehnte sichere absolute Mehrheit. In Österreich gewinnen zwei nahezu rechtsradikale Parteien dreißig Prozent der Stimmen. Das amerikanische Finanzsystem wankt; der Staat, der niemals in den Markt eingreifen wollte, tritt als Retter auf. Russland ist in Georgien einmarschiert wie eine ordinäre Großmacht aus dem Katalog des 19. Jahrhunderts. Im Hintergrund des zeithistorischen Schreckensgemäldes explodieren noch immer die Bomben im Irak, in Afghanistan und Pakistan; im Krieg gegen den Terror scheinen die Islamisten über die vereinigten Streitkräfte des Westens zu triumphieren.

Die Welt scheint binnen kurzer Frist noch einmal deutlich ungemütlicher und kälter geworden zu sein, als es die Furcht vor der Globalisierung schon versprach. Die Phänomene hängen selbstverständlich nicht unmittelbar zusammen, aber vielleicht mittelbar doch. Ihre Ursachen und Wirkungen vernetzen sich in der globalisierten Welt mühelos über die Grenzen von Ländern, Kulturen, Milieus und die einst getrennten Sphären von Wirtschaft und Politik hinweg.

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Gewiss hat die CSU nicht verloren, weil Banken in Amerika zusammenbrechen; aber womöglich auch, weil die Modernisierung, die von der Partei vorangetrieben wurde, ganz allgemein an Ansehen und Zukunftsversprechen verloren hat. Und mit Sicherheit profitierten die beiden ausländerfeindlichen Parteien in Österreich von einer zunehmenden Fremdenfurcht, die der islamistische Terror inspiriert. Die Russen sind zwar vor dem Börsendebakel in Georgien eingebrochen; sie wurden aber ermutigt durch die schon vorher manifeste Schwäche der USA. Der Eindruck einer allgemeinen Enthemmung ist unabweisbar; die Interaktion hat hektisch zugenommen, aber sie folgt keinen Regeln, die irgendjemand überwacht.

Naheliegend, aber gewiss falsch wäre es, alles der ruinierten Autorität Amerikas anzulasten. Auch in Bayern ist Autorität zusammengebrochen; die CSU ist als unglaubwürdig gewordene Autorität abgewählt worden. Die Menschen trauen sich mehr, weil sie niemandem mehr trauen. FPÖ und BZÖ haftet in Österreich zwar durchaus ein Ruch des Unsittlichen an – aber wer wollte es ihnen verbieten, so scheinen die Wähler gedacht zu haben, auch einmal mit den Schwefelhölzchen zu spielen? Und erst recht fehlt in den islamischen Ländern eine theologische Lehrautorität, die den Terror im Namen der Religion als Ketzerei bannen könnte. Der mörderische Fundamentalismus ist ein Graswurzelanarchismus, der nicht einmal einen Osama bin Laden braucht, um seinen Hass mit Blut in die Geschichte zu schreiben.

Das Bild von der kleiner gewordenen Welt ist ein Klischee. Man könnte es aber wiederbeleben, indem man sich die Enge eines Klassenzimmers denkt, in das alle Schüler aller Jahrgangsstufen plötzlich zusammengesperrt sind – aber ohne Lehrer. Sofort beginnt ein Hauen und Stechen, und was die Großen an Kraft und Gewicht einbringen, machen die Kleinsten durch Beißen und Kratzen wett.

Leser-Kommentare
    • politz
    • 05.10.2008 um 19:33 Uhr

    Doch, sie hängen zusammen, wenn auch indirekt. Das Debakel der CSU wird auch auf den strikten kompromisslosen Reformkurs von Herrn Stoiber zurückgeführt, der nach dem furiosen Wahlsieg von 2003 einschneidende Sparmaßnahmen auf den Weg brachte, um den Haushalt auszugleichen. Dadurch wurde ein Großteil der CSU-Klientel in den Regionen verprellt. Warum war dieser Sparkurs notwendig geworden? Weil die rot-grüne Bundesregierung - selbstredend angetrieben von der Opposition - im Jahre 2000 eine große Steuerreform (die bisher größte) auf den Weg gebracht hatte, die zu drastischen Einnahmeausfällen bei Bund und Ländern geführt hat. Die Einkommensteuern - Spitzen- und Eingangssteuersatz - sowie die Unternehmensteuern (Körperschaftsteuer) wurden deutlich gesenkt - die Steuerfreiheit für Veräußerungsgewinne, die nach Meinung vieler die Heuschrecken befördert haben, eingeführt. Damit sollte nicht zuletzt der Standort Deutschland international wettbewerbsfähiger gemacht werden - denn wie es damals hieß: Wer nicht die Unternehmens- und Kapitalsteuern senkt, den bestrafen die internationalen Finanzmärkte. Womit sich der Kreis schließt. Dies wird übrigens im Jahr 2009 eine Fortsetzung finden, wenn die Abgeltungssteuer (zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland) eingeführt wird: Leute, die ein Leben lang nicht gearbeitet haben und vom Ererbten leben, müssen zukünftig nur noch 25 % statt 45 % zahlen. Der Einnahmeausfall wird dieses Mal jedoch geringer sein. Was bleibt: Überall Ereignisse, die zumindest indirekt - wie Herr Jessen sagt - zusammenhängen.

  1. Würde nicht beschwören, daß es vor 20 Jahren anders war, aber heute ist die ZEIT eindeutig nur noch so eine Art gehobener Stammtisch für Zeitungsleser.
    Keine eigenen Recherchen oder Analysen, keine wirklich neuen Gedanken - die ZEIT wird von einem Kollektiv festangestellter Zeitungsleser gemacht, die einfach all die anderen Zeitungen lesen und dazu ihren quasiintellektuellen Senf abgeben.
    Es gibt wirklich NICHTS mehr, was sie ihren Lesern voraus hätten.

    Da hat der Jessen morgens auf die Nachrichtenseiten geklickt und am Nachmittag mal Stefan Zweig aufgeschlagen, dann hat er am Abend wieder einen tollen Diskussionsbeitrag beisammen.
    Und so können wir weiterquasseln bis zur Pension und länger...

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    • Anonym
    • 05.10.2008 um 23:16 Uhr

    etwa, dass Menschen klüger werden, sich Geschichte nicht wiederholt, dass Neues aus dem Nichts wächst?

    Ich sehe das viel profaner: Einst wird er kommen, der neue "Erlöser", der uns erklärt, wie 2 x 2 = 5 ist. Und das mit einfachen Worten (s. Wahlergebnis Österreich). ;-)

    Und da mag es Sie und mich geben, mit dem Mut, sich anderer geistiger Querverbindungen und Neuschöpfungen zu bedienen mit dem Resultat: wir landen im Kerker. ;-)

    • Anonym
    • 05.10.2008 um 23:16 Uhr

    etwa, dass Menschen klüger werden, sich Geschichte nicht wiederholt, dass Neues aus dem Nichts wächst?

    Ich sehe das viel profaner: Einst wird er kommen, der neue "Erlöser", der uns erklärt, wie 2 x 2 = 5 ist. Und das mit einfachen Worten (s. Wahlergebnis Österreich). ;-)

    Und da mag es Sie und mich geben, mit dem Mut, sich anderer geistiger Querverbindungen und Neuschöpfungen zu bedienen mit dem Resultat: wir landen im Kerker. ;-)

  2. "Alles ist wieder in Bewegung geraten, und niemand ist da, der sagt, wohin. " Dieser Aussage widerspreche ich.

    Wahr ist die Aussage: 'niemand veröffentlicht, was der sagt, der weiß, wohin es geht'. Das gilt besonders für die ZEIT. Denn es gibt das Evolutionsprojektwissen in die evolutionsprozess-logisch folgende Weltordnung des Schöpferischen, die nichts anderes ist als jenes Industrie- und Kultursystem, das sich aus der ökosozialen Umfinanzierung der staatlichen sozialen Leistungen ergibt: Energie- und Sachkapitalsteuern statt Einkommen-Lohn-Mehrwertsteuern, zum sich ein ebenso finanzieres Grund-/Zweit-Einkommen gesellt , dessen Steigerung an die Stelle der Flächentariflohnerhöhungen, z.B. an die Stelle der Metalltarifrunde 2008 tritt.

    Der Grund für die aktiv hergestellte Medienmauer ist einsichtig. Die Existenz der Zeitungen und Medien usf. hängen an den profitablen und katastrophalen Folgen des Wachstumszwangs vom Typ Kapitalstockmaximierung.

    Wer unter 'partei kreativ' gooogelt, der kann über die Medienmauer zum Wissen über die folgende Weltordnung springen.

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    Was haben evolutionstheoretische Ueberlegungen mit Sach-/Kapitalsteuern bwz. Einkommensteuern zu tun? Wenn Sie hier schon eine neue Theorie der Besteuerung in den Raum werfen, dann bitte auch so, dass ein Unbedarfter Ihren Gedankenspruengen folgen kann.

    Ich betrachte die derzeitige Situation durch Lewin's Force Field Analysis (kann man einfach googeln). Das Ungleichgewicht der verschiedenen Kraefte konnte nicht mehr aufgehalten werden und jetzt dauert es eine Weile, bis sich ein neues dynamisches Gleichgewicht eingestellt hat.

    Diejenigen, die dem Wandel einen inhaerenten Wert zumessen werden sich ueber die kommenden Monate (Jahre?) sicher freuen. Menschen, denen Veraenderung bedrohlich erscheint wuensche ich viel Kraft. Denn die Welt, wie wir sie kannten, ist aus den Fugen geraten und wird sich erst nach einigen Fieberschueben wieder einpendeln.

    Das mag dramatisch klingen, aber ich bin der Meinung, dass es besser ist sich den unangenehmen Wahrheiten zu stellen, als mit Ihnen konfrontiert zu werden. Lieber die "Rote Pille" schlucken, als sie irgendwann hineingewuergt zu bekommen.

    Was haben evolutionstheoretische Ueberlegungen mit Sach-/Kapitalsteuern bwz. Einkommensteuern zu tun? Wenn Sie hier schon eine neue Theorie der Besteuerung in den Raum werfen, dann bitte auch so, dass ein Unbedarfter Ihren Gedankenspruengen folgen kann.

    Ich betrachte die derzeitige Situation durch Lewin's Force Field Analysis (kann man einfach googeln). Das Ungleichgewicht der verschiedenen Kraefte konnte nicht mehr aufgehalten werden und jetzt dauert es eine Weile, bis sich ein neues dynamisches Gleichgewicht eingestellt hat.

    Diejenigen, die dem Wandel einen inhaerenten Wert zumessen werden sich ueber die kommenden Monate (Jahre?) sicher freuen. Menschen, denen Veraenderung bedrohlich erscheint wuensche ich viel Kraft. Denn die Welt, wie wir sie kannten, ist aus den Fugen geraten und wird sich erst nach einigen Fieberschueben wieder einpendeln.

    Das mag dramatisch klingen, aber ich bin der Meinung, dass es besser ist sich den unangenehmen Wahrheiten zu stellen, als mit Ihnen konfrontiert zu werden. Lieber die "Rote Pille" schlucken, als sie irgendwann hineingewuergt zu bekommen.

  3. Ich bin auch der Meinung, dass man die anstehenden Probleme unter evolutions-theoretischen Aspekten betrachten muss. Und nach Darwin gilt "The fittest will survive". Dabei meint er aber nicht die "Stärksten", sondern die "Anpassungsfähigsten" werden überleben. Die Generationen vor uns, die schon sehr viel schlimmere Zeiten erlebt haben zeigten uns, wie man auch unter schwierigen Bedingungen sein Auskommen hat ("das Geld, das man ausgeben will, muss man erst einmal verdient haben").

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    Erst eine 'Steuerungssystemtheorie des Evolutionsprozesses' gibt uns eine operationale und projektfähige Evolutionstheorie in die Hand. Eine solche Steuerungssystemtheorie wird bisher von keinem wissenschaftlichen Evolutionstheoretiker für möglich gehalten. Sie begründet eine Evolutionsprozess-Physik, weil sie davon ausgeht, dass Sein = Wechselwirkung, und dass die wegemaximale Steigerung der Wechselwrikung das organisierende Ziel des Evolutionsprozesses ist. Wenn das wahr ist, dann hat dies ganz dramatische aber einleuchtende Folgen.

    Es setzt sich also nicht der Angepassteste oder der Fittesate durch, sondern der Wechselwirkungs-Maximalist im ständig sich steigernden, akzelerierenden Evolutionsprozess durch. Im Politischen bedeutet das, dass der Geniepunktpolitiker (= Tipping-point-Politiker/GPP) nach oben kommt, der also mit dem kleinsten Anstoß/Änderung den mächtigeren Folge-/Domino-/WW-Prozess auslöst. Nun gibt es aber den konflikt- und machtkämpferischen GPP, wie z.B. Napoleon, Lenin, Hitler, und den konfliktauflösenden, kreativen GPP, wie z.B. Angela Merkel.

    Erstere brauchen viel Energie, Ressourcen, Geld, Massenorganisation und jeweils einen konkreten Feind als Gegner. Letztere müssen sich auf die Suche nach der übermächtigen, katalytischen, kreativen GPunkt-Änderung begeben, 'gegen den niemand NEIN sagen kann' - wie Angela Merkel es wiederholt ausgedrückt hat - und ihn im Meer der Möglichkeiten auch finden. Ihn geduldig suchen und dann finden, das ist die Strategie des GPP. Auf dem kreativen GPP-Weg kommt also der phantasievollste, sachlogisch orientierte System- und Zuendedenker nach oben. Er muß sich in eine Koalition mit dem Ganzen und mit der Logik des gesamten Systems einbringen - und den Verführungen der bloßen Machtausübung widerstehen. Ich nenne diesen Politiker auch Goethepolitiker, weil Goethe als Politiker diesem Ideal sehr nahe kam.

    Das sind alles Zusammenhänge, die in den Bereich der Evolutionsprozess- und Chaosphysik gehören. Angela Merkel ist Evolutionsprozess- und Chaosphysikerin. Ihr Erfolg ist zum großen Anteil ihrem überlegenen Evolutionsprozess-Modell- und Chaosphysik-Wissen zuzuschreiben.

    Das ergänze ich auch für den Fall, dass ein Leser mich und meinen evolutionstheoretischen Ansatz für verrückt erklären sollte. In Systemkrisen ist ausschließlich der Goethe-/Geniepunktpolitische Ansatz erfolgversprechend. Das ist der evolutionslogische Sinn der Systemkrise. Das verschweigen die Mächtigen und die Medienmachter. Erstere weil ein GPP in der Systemkrise natürlich eine Revolution anstrebt. Letztere, weil sie sich dem Neuen, Genialen anpassen müßten. Alle politischen Reformen würden zu flutschigen Angelegenheiten mit genial-einfachen Alternativen. Statt von oben herab die verzweifelten Rettungsversuche und Fehler der ohnmächtigen Politiker kritisieren zu können, müßte man von Wundern der Einfachheit berichten. Dann wären Sach- und Fachjournalisten gefragt - wenn überhaupt. Goethe sagte: 'Das Falsche hat den Vorteil, dass man immer darüber schwätzen kann. Das Wahre muß gleich getan werden, sonst ist es nicht da' . Auch hier spricht der Wechselwirkungsmaximalist Goethe !

    Erst eine 'Steuerungssystemtheorie des Evolutionsprozesses' gibt uns eine operationale und projektfähige Evolutionstheorie in die Hand. Eine solche Steuerungssystemtheorie wird bisher von keinem wissenschaftlichen Evolutionstheoretiker für möglich gehalten. Sie begründet eine Evolutionsprozess-Physik, weil sie davon ausgeht, dass Sein = Wechselwirkung, und dass die wegemaximale Steigerung der Wechselwrikung das organisierende Ziel des Evolutionsprozesses ist. Wenn das wahr ist, dann hat dies ganz dramatische aber einleuchtende Folgen.

    Es setzt sich also nicht der Angepassteste oder der Fittesate durch, sondern der Wechselwirkungs-Maximalist im ständig sich steigernden, akzelerierenden Evolutionsprozess durch. Im Politischen bedeutet das, dass der Geniepunktpolitiker (= Tipping-point-Politiker/GPP) nach oben kommt, der also mit dem kleinsten Anstoß/Änderung den mächtigeren Folge-/Domino-/WW-Prozess auslöst. Nun gibt es aber den konflikt- und machtkämpferischen GPP, wie z.B. Napoleon, Lenin, Hitler, und den konfliktauflösenden, kreativen GPP, wie z.B. Angela Merkel.

    Erstere brauchen viel Energie, Ressourcen, Geld, Massenorganisation und jeweils einen konkreten Feind als Gegner. Letztere müssen sich auf die Suche nach der übermächtigen, katalytischen, kreativen GPunkt-Änderung begeben, 'gegen den niemand NEIN sagen kann' - wie Angela Merkel es wiederholt ausgedrückt hat - und ihn im Meer der Möglichkeiten auch finden. Ihn geduldig suchen und dann finden, das ist die Strategie des GPP. Auf dem kreativen GPP-Weg kommt also der phantasievollste, sachlogisch orientierte System- und Zuendedenker nach oben. Er muß sich in eine Koalition mit dem Ganzen und mit der Logik des gesamten Systems einbringen - und den Verführungen der bloßen Machtausübung widerstehen. Ich nenne diesen Politiker auch Goethepolitiker, weil Goethe als Politiker diesem Ideal sehr nahe kam.

    Das sind alles Zusammenhänge, die in den Bereich der Evolutionsprozess- und Chaosphysik gehören. Angela Merkel ist Evolutionsprozess- und Chaosphysikerin. Ihr Erfolg ist zum großen Anteil ihrem überlegenen Evolutionsprozess-Modell- und Chaosphysik-Wissen zuzuschreiben.

    Das ergänze ich auch für den Fall, dass ein Leser mich und meinen evolutionstheoretischen Ansatz für verrückt erklären sollte. In Systemkrisen ist ausschließlich der Goethe-/Geniepunktpolitische Ansatz erfolgversprechend. Das ist der evolutionslogische Sinn der Systemkrise. Das verschweigen die Mächtigen und die Medienmachter. Erstere weil ein GPP in der Systemkrise natürlich eine Revolution anstrebt. Letztere, weil sie sich dem Neuen, Genialen anpassen müßten. Alle politischen Reformen würden zu flutschigen Angelegenheiten mit genial-einfachen Alternativen. Statt von oben herab die verzweifelten Rettungsversuche und Fehler der ohnmächtigen Politiker kritisieren zu können, müßte man von Wundern der Einfachheit berichten. Dann wären Sach- und Fachjournalisten gefragt - wenn überhaupt. Goethe sagte: 'Das Falsche hat den Vorteil, dass man immer darüber schwätzen kann. Das Wahre muß gleich getan werden, sonst ist es nicht da' . Auch hier spricht der Wechselwirkungsmaximalist Goethe !

  4. "Russland ist in Georgien einmarschiert wie eine ordinäre Großmacht aus dem Katalog des 19. Jahrhunderts."

    Was mich doch immer wieder erstaunt ist, wie hier im Westen so konsequent Lügen über Russland verbreitet werden. Der georgische Überfall wird ja gar nicht mehr erwähnt. Der Vorwurf Russland sei imperialistisch ist lächerlich. Das neue Russland hat keinen einzigen Krieg angefangen. Im Gegensatz zu den VSA. Aber mit denen sind wir ja in einer "Wertegemeinschaft", wir durften und dürfen sogar deren Besatzung Deutschlands bezahlen. Religiöser Fanatismus, Folter und Krieg ohne Rücksicht auf Verluste, sowohl damals (siehe Dresden) als auch heute (siehe Pakistan), das sind amerikanische Werte mit denen NIEMAND etwas zu tun haben sollte.

    Die fangen überall in der Welt Kriege an und wir dürfen denen dann hinterlaufen. Jetzt sitzen wir in Afghanistan fest, weil ehemalige US-Agenten sich mit dem Flugzeug ins WTC gejagt haben. Ich erinnere: Osama bin Laden wurde ursprünglich von Amerika ausgebildet und finanziert um gegen die Soviets in Afghanistan zu kämpfen.

    Und überhaupt hat der westen doppelt- und dreifache Standards. Welche nennenswerte Opposition gibt es z.B. in Amerika? Ich meine nicht die zwei Regierungsparteien. Echte Opposition, die Systemkritik übt. Gibt es nicht. Für Außenstehende macht es überhaupt keinen Unterschied wer dort an der Macht ist. Der Amerikanische Imperialismus wird weitergeführt, ob von Obama oder McCain. In der Außenpolitik sind das zwei eineiige Zwillinge.

    Und überhaupt hat Amerika heutzutage gar keine Prinzipien mehr. Das ist Sozialismus für die Reichen. Die 700 Mrd $ kommt doch nur den wohlhabenden zu Gute, weil sie ihre Geschäfte unter Beihilfe der Regierung nicht richtig geführt haben. Die Subrime Kredite wurden doch gezielt von der amerikanische Regierung gefördert. Hier in Deutschland bekommt man erpresstes Geld geschenkt (Steuern sind legitimierte Erpressung), wenn man sich nicht um seine Arbeit kümmern kann, dort wenn man sich nicht um seine Geschäfte kümmern kann. Selbe Moral, naja die Amerikanische ist vielleicht etwas verwerflicher.

    Alles schlechte auf dieser Welt, was mehr als einen Staat betrifft, daran hat maßgeblich die VSA schuld.

    Es wird Zeit, dass Deutsche Politiker endlich Deutsche Interessen verfolgen, und nicht wie Merkel durch die Gegend laufen, und sich um die Erfüllung amerikanischer Interessen kümmern. In jedem Auftritt im Ausland sieht man wie sie rhetorisch den Amerikaner zuspielt. Mit dieser Heuchelei muss Schluss sein, sonst wird es hier in Deutschland bei den nächsten Wahlen zum selben Ergebnis wie in Österreich kommen.

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    Unsere Amerika-Gläubigkeit ist wirklich schon sprichwörtlich. Immerwieder war bisher zu hören " Was die drüben in den USA haben, kommt innerhalb kurzer Zeit auch zu uns!" Bei der Finanzkrise hat es nun wirklich nicht sehr lange gedauert! Wir müssen uns langsam wieder auf unsere Werte, wie Moral, Ethik und Anstand berufen, um zu überleben und den folgenden Generationen eine vernünftige "Lebensgrundlage" zu hinterlassen. Wir sind wahrlich nicht dazu da, um als "Söldner" die Kriege mitzuführen, die die Amerikaner in unverantwortlicher Art und Weise als "Kreuzritter der Demokratie" (letztendlich nur für die imperiale, amerikanische Wirtschaft) im Irak,
    Afghanistan, Pakistan.. angezettelt haben. Es scheint in den USA wirklich keine funktionierende Opposition zu geben (sonst wäre es Georg W. Bush garnicht gelungen, durch Wählerstimmen-Fälschung vor 8 Jahren an die Macht zu kommen). Dies bedeutet aber für uns, dass wir "hellwach" sein müssen, um gegen die Fehlentwicklungen bei uns mit MUT und ZIVILCOURAGE anzugehen!

    Viele Grüsse aus HILDESHEIM!

    Unsere Amerika-Gläubigkeit ist wirklich schon sprichwörtlich. Immerwieder war bisher zu hören " Was die drüben in den USA haben, kommt innerhalb kurzer Zeit auch zu uns!" Bei der Finanzkrise hat es nun wirklich nicht sehr lange gedauert! Wir müssen uns langsam wieder auf unsere Werte, wie Moral, Ethik und Anstand berufen, um zu überleben und den folgenden Generationen eine vernünftige "Lebensgrundlage" zu hinterlassen. Wir sind wahrlich nicht dazu da, um als "Söldner" die Kriege mitzuführen, die die Amerikaner in unverantwortlicher Art und Weise als "Kreuzritter der Demokratie" (letztendlich nur für die imperiale, amerikanische Wirtschaft) im Irak,
    Afghanistan, Pakistan.. angezettelt haben. Es scheint in den USA wirklich keine funktionierende Opposition zu geben (sonst wäre es Georg W. Bush garnicht gelungen, durch Wählerstimmen-Fälschung vor 8 Jahren an die Macht zu kommen). Dies bedeutet aber für uns, dass wir "hellwach" sein müssen, um gegen die Fehlentwicklungen bei uns mit MUT und ZIVILCOURAGE anzugehen!

    Viele Grüsse aus HILDESHEIM!

  5. 6. ???

    Was haben evolutionstheoretische Ueberlegungen mit Sach-/Kapitalsteuern bwz. Einkommensteuern zu tun? Wenn Sie hier schon eine neue Theorie der Besteuerung in den Raum werfen, dann bitte auch so, dass ein Unbedarfter Ihren Gedankenspruengen folgen kann.

    Ich betrachte die derzeitige Situation durch Lewin's Force Field Analysis (kann man einfach googeln). Das Ungleichgewicht der verschiedenen Kraefte konnte nicht mehr aufgehalten werden und jetzt dauert es eine Weile, bis sich ein neues dynamisches Gleichgewicht eingestellt hat.

    Diejenigen, die dem Wandel einen inhaerenten Wert zumessen werden sich ueber die kommenden Monate (Jahre?) sicher freuen. Menschen, denen Veraenderung bedrohlich erscheint wuensche ich viel Kraft. Denn die Welt, wie wir sie kannten, ist aus den Fugen geraten und wird sich erst nach einigen Fieberschueben wieder einpendeln.

    Das mag dramatisch klingen, aber ich bin der Meinung, dass es besser ist sich den unangenehmen Wahrheiten zu stellen, als mit Ihnen konfrontiert zu werden. Lieber die "Rote Pille" schlucken, als sie irgendwann hineingewuergt zu bekommen.

    • Anonym
    • 05.10.2008 um 23:16 Uhr

    etwa, dass Menschen klüger werden, sich Geschichte nicht wiederholt, dass Neues aus dem Nichts wächst?

    Ich sehe das viel profaner: Einst wird er kommen, der neue "Erlöser", der uns erklärt, wie 2 x 2 = 5 ist. Und das mit einfachen Worten (s. Wahlergebnis Österreich). ;-)

    Und da mag es Sie und mich geben, mit dem Mut, sich anderer geistiger Querverbindungen und Neuschöpfungen zu bedienen mit dem Resultat: wir landen im Kerker. ;-)

  6. ich lade Sie gerne ein, mit mir in einem meiner Lieblingsbücher zu blättern; dem "Buch für Alle", Jahrgang 1907. Sie werden begeistert sein! Alles wie heute, man kann es kaum glauben! Ob in der Werbung der drahtlose Telegraf (Papas' schönstes Weihnachtsgeschenk!) angepriesen oder Hoffnungen auf die perfekte Büste bei Muttern geweckt werden (damals mittels Einreibungen, heute mit OP) - die Themen waren die gleichen. Auch ein illustrierter Bericht über einen blutigen Konflikt im Kaukasus fehlt nicht, gefolgt von einer Bilderfolge über DIE Küche des Kaiserreiches (im Berliner Stadtschloss) und unglaublichen Schilderungen über die Verhältnisse in China oder Afrika sowie Naturkatastrofen.
    Was wir also heute erleben, ist Normalität seit Jahrhunderten.
    Auch der von Ihnen so dramatisch geschilderte Zeitenstillstand während des Kalten Krieges - schon so oft da gewesen! Wenn früher die Könige von Nachbarstaaten lieber auf die Jagd als in den Krieg gezogen sind, wir wissen heute nur, daß da einige Jahre im Geschichtsbuch ausgelassen sind, in denen offenbar nicht's los war.
    Zwei gravierende Unteschiede muß man allerdings nenen:
    1. Die Anzahl der Individuen, die täglich Eigeninteressen (Überleben, besser leben, noch besser leben) verfolgen, hat sich verdrei- oder vierfacht.
    Noch größer ist der Zuwachs an Informationsmöglichkeiten, wie so ein Leben aussehen kann. Es könnte also möglich sein, daß der globale Erfolg amerikanischer Fernsehserien eine Ursache für den Terrorismus ist (könnte!)
    2. Dank technischem Fortschritt sind wir rund um die Uhr (zeitnah!) dabei oder bekommen das Gefühl dabei zu sein. Dies vermittelt uns das Gefühl des rasenden Pulsschlages der Zeit.
    Also, es gelten weiterhin die Worte zweier großer deutscher Philosophen:
    Schau' mer mal, dann seh'n mer ja (Beckenbauer) und Keine Panik!!! (Lindenberg)

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