MusikOhrenschmaus für Außerirdische

Welche Musik könnte einer fremden Lebensform unsere Welt in Klängen schildern? Die Hitliste der Nasa, mit allen irdischen Highlights von 

1977 schickte die Nasa die Weltraumsonden Voyager 1 und Voyager 2 mit der Mission ins All, bis ans Ende unseres Sonnensystems und darüber hinaus zu fliegen. Bis heute senden die Sonden Funksignale zur Erde. Für eine eventuelle Begegnung mit Außerirdischen gab die Nasa beiden Sonden je eine goldene Schallplatte (inklusive Bedienungsanleitung!) mit auf den Weg. Sie enthalten Grußbotschaften in 55 Sprachen (unter anderem vom damaligen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim), Geräusche der Erde, Bilder und 27 Musikstücke. Wenn Außer-irdische diese Flaschenpost irgendwann einmal öffnen sollten, werden sie feststellen, dass der wichtigste Komponist auf dem Planeten Erde ein gewisser Johann Sebastian Bach ist. Oder war. Die amerikanische Expertenkommission, die den Großkanon der Musik zusammenstellte, bewies einen passablen Klassikgeschmack – einzig die Berücksichtigung von Anthony Holbornes Renaissance-Pavanen wirkt ein bisschen durchgeknallt.

Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 2, 1. Satz; Münchner Bachorchester, Leitung: Karl Richter
J. S. Bach: Gavotte en rondeaux aus der Partita Nr. 3 in E-Dur für Violine solo; Arthur Grumiaux
J. S. Bach: Präludium und Fuge C-Dur aus dem zweiten Teil des Wohltemperierten Klaviers; Glenn Gould
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5, 1. Satz; Philharmonia Orchestra, London, Leitung: Otto Klemperer
Ludwig van Beethoven: Streichquartett in B-Dur, Op. 130, Cavatina; Budapest String Quartet
Anthony Holborne: Pavans, Galliards, Almains and Other Short Airs; The Fairie Round; David Munrow and the Early Music Consort of London
Wolfgang Amadeus Mozart: Arie der Königin der Nacht Nr. 14 aus Die Zauberflöte; Edda Moser (Sopran), Orchester der Bayerischen Staatsoper; Leitung: Wolfgang Sawallisch
Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps – Opfertanz der Auserwählten; Columbia Symphony Orchestra, Leitung: Igor Strawinsky

Pop- und Jazzmusik wollte die Nasa den Außerirdischen offenbar nur sehr sparsam zumuten. Um sie nicht zu verschrecken? Ursprünglich war geplant, die Musikliste mit Here Comes the Sun von den Beatles zu eröffnen. Paul McCartney und John Lennon waren damit auch einverstanden, aber sie hatten damals schon die Rechte an ihren Songs aufgegeben – die Plattenfirma mauerte.

Chuck Berry: Johnny B. Goode
Louis Armstrong and his Hot Seven: Melancholy Blues
Blind Willie Johnson: Dark Was the Night

Bei den traditionellen, indigenen Musikkulturen hat sich die Nasa besonders viel Mühe gegeben. Hier ist alles politically correct, von der Erwähnung der Navajo-Indianer bis zum Männerchorlied aus dem damals feindlichen Warschauer-Pakt-Gebiet Georgien. Schon mal was von Dudelsackmusik aus Aserbajdschan gehört? Da kennt der Außerirdische am Ende mehr als der Erdenmensch.

Aserbajdschan: Musik für Dudelsäcke
Australien: Zwei Songs der Aborigines: Morning Star und Devil Bird
Bulgarien: Das Lied Izlel je Delyo Hagdutin, gesungen von Valya Balkanska
China: Fließende Ströme, gespielt von Kuan P’ing-hu
Georgien: Chormusik Tchakrulo
Indien: Der Raga Jaat Kahan Ho, gesungen von Surshri Kesar Bai Kerkar
Japan: Shakuhachi-Flöte, Tsuru No Sugomori ("Kranichnest"), gespielt von Goro Yamaguchi
Java: Königliche Gamelan-Hofmusik: Kinds of Flowers
Kongo: Initiations-Lied der Pygmäen-Mädchen
Mexico: El Cascabel, gespielt von Lorenzo Barcelata and the Mariachi México
Navajo-Indianer: Nachtgesang
Neuguinea: Männerlied
Peru: Musik für Panflöten und Trommel
Peru: Hochzeitslied
Senegal: Percussion
Salomon-Inseln: Musik für Panflöten

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