Islamwissenschaft »Religionen sind wie Krücken«Muhammad Sven KalischDie Freiheit

Muhammad Sven Kalisch steht unter Beschuss: Der erste Professor für islamische Theologie in Deutschland bezweifelt, dass der Prophet Mohammed je gelebt hat

DIE ZEIT: Sie sind schwer zu finden?

Muhammad Sven Kalisch: Warum?

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ZEIT: Es hängt kein Schild unten an der Tür.

Kalisch: Das Institutsschild haben wir aus Sicherheitsgründen abmontiert.

ZEIT: Haben Sie Drohungen erhalten?

Kalisch: Es gibt keine konkreten Drohungen, aber den indirekten Vorwurf, ich sei vom Glauben abgefallen. Ausländische Zeitungen haben mich Sven Kalisch statt Muhammad Kalisch genannt und damit suggeriert, ich sei kein Muslim mehr. Das Vergehen der Apostasie wird nach traditioneller islamischer Auffassung mit dem Tod bestraft. Da gilt es, vorsichtig zu sein.

ZEIT: Wäre es nicht tatsächlich konsequent, den Namen Muhammad abzulegen?

Kalisch: Warum?

ZEIT: Als Sie mit 15 Jahren Muslim geworden sind, haben Sie sich wie alle Konvertiten einen islamischen Namen gegeben. Sie wählten Muhammad, als Reverenz an den Propheten. Jetzt bezweifeln Sie dessen historische Existenz. Ein Vorbild kann er also nicht mehr sein.

Kalisch: Meine exakte Position ist: Es kann weder die Existenz noch die Nichtexistenz von Mohammed bewiesen werden, ich tendiere jedoch zur Nichtexistenz.

ZEIT: Aus muslimischer Sicht ist dieser Zweifel ein schweres Sakrileg. Schließlich ist der Prophet für die Muslime derjenige, der Gottes Wort empfangen und den Menschen überbracht hat.

Kalisch: Mohammed war immer eine Projektionsfläche. Schauen Sie sich nur das Mohammed-Bild der liberalen Muslime im Vergleich zu dem der radikalen Islamisten an. In Wirklichkeit geht es nicht um historische Wahrheit, sondern um eine theologische Fiktion. Daher ist auch der Islam ohne historischen Mohammed nicht am Ende.

ZEIT: Es wäre jedoch ein radikaler Bruch mit der bisherigen Lehre.

Kalisch: Richtig, aber wenn man mit der Methodik der Aufklärung an eine Religion herangeht, bleibt sie nicht die gleiche. Das ist dem Judentum ebenso widerfahren wie dem Christentum. Die spannende Frage ist, ob die Muslime sich darauf einlassen – oder ob der Islam in seinen traditionellen Formen erstarrt.

ZEIT: Das klingt anregend. Nun sind Sie aber kein Religionswissenschaftler oder Philosoph, sondern der erste Professor für islamische Theologie in Deutschland, der zudem islamische Religionslehrer ausbilden soll. Darf jemand in Ihrer Position solche Gedanken äußern? Die muslimischen Verbände, die im Beirat Ihres Lehrstuhls sitzen, rufen Nein und wollen Sie loshaben.

Kalisch: Ich würde dagegen sagen, ein Theologieprofessor darf das, und er soll es auch. Ich stelle mich ja nicht hin mit dem Anspruch, absolute Wahrheiten zu verkünden. In meinen Vorlesungen versuche ich außerdem, den Islam in seiner ganzen Breite abzudecken, inklusive der traditionellen Positionen. Darüber hinaus aber halte ich meine Studenten zu einem selbstständigen Denken an. Das ist es, was ein Universitätslehrer leisten soll. Wenn die Theologie nicht auch grundlegende Glaubensinhalte hinterfragen darf, hat sie an einer modernen Universität nichts verloren. Für mich gilt die Freiheit der Forschung auch in Bezug auf die Religion. Wenn die offiziellen Religionsgemeinschaften das nicht akzeptieren können, sollten sie sich aus den Universitäten zurückziehen.

ZEIT: Nun sollte gerade Ihr Lehrstuhl ein leuchtendes Beispiel dafür sein, dass in Deutschland ein Miteinander mit den Muslimen und ihren Vertretern gelingt. Ist es nicht fahrlässig, die Chance aufs Spiel zu setzen?

Kalisch: Ich habe das Tischtuch nicht zerschnitten. Aber gerade nach der harschen Reaktion der muslimischen Verbände stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Diese Verbände repräsentieren ja bei Weitem nicht die Mehrheit der Muslime in Deutschland. Ich glaube, die schweigende Mehrheit der Muslime denkt anders.

ZEIT: Die Politik setzt aber darauf, die muslimischen Verbände einzubinden und sie dadurch an die Gesellschaft heranzuführen.

Kalisch: Für die Politik mögen die konservativen Verbände attraktiv sein, weil sie greifbar sind. Viele Politiker haben die Hoffnung, sie könnten sich zu kirchenähnlichen Organisationen entwickeln. Mit ihren derzeitigen Positionen sind die Verbände als Träger des islamischen Religionsunterrichts aber ungeeignet. An der Universität wollen sie die historisch-kritische Forschung ausschließen. Und will man wirklich, dass ganze Generationen von Muslimen von Pädagogen ausgebildet werden, die sich nach dem richten, was die Verbände vorgeben? Diese Verbandsfunktionäre verstehen etwas von Macht. Wenn sie Fuß gefasst haben an den Universitäten, werden sie dort versuchen, autoritäre Strukturen einzurichten.

ZEIT: Die Muslime sagen, sie forderten nur Mitspracherechte, die die christlichen Kirchen haben.

Kalisch: Ich sehe, dass ich etwas anrühre, das nicht nur die Muslime betrifft: den Einfluss der Kirchen auf Forschung und Lehre. Ich glaube deshalb nicht, dass meine Position auf christlicher Seite viel Beifall findet. Für den Islam liegt in einer Trennung zwischen Wissenschaft und Orthodoxie die Chance, den Anschluss an die Moderne zu finden und sich über die Probleme, wie sie hier in Deutschland in den christlichen Fakultäten liegen, hinwegzusetzen. Wir Muslime müssen ja nicht den christlichen Fehler des »nihil obstat« wiederholen.

ZEIT: Als Sie vor drei Jahren mit Ihrer Arbeit in Münster begannen, hatten Sie nichts gegen die Zusammenarbeit mit den Verbänden und bezeichneten sie als ein »Scharnier in die Praxis«.

Kalisch: Ich bin davon ausgegangen, dass sie die wissenschaftliche Freiheit akzeptieren. Die konservativen Verbände haben sich in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren ja durchaus der deutschen Gesellschaft gegenüber geöffnet. Ich hatte geglaubt, restliche Schritte würden folgen. Dass sie etwa eine klarere Position beziehen, was ihre Verfassungstreue angeht. Das ist nicht geschehen. Vielleicht war mein Optimismus ein wenig naiv.

ZEIT: Nun sollen die Muslime in Ihrem Fall nicht die Verfassung akzeptieren, sondern die These, dass ihr Prophet Mohammed nie gelebt hat.

Kalisch: Ich habe mit meiner extremen These den Verbänden natürlich eine Steilvorlage geliefert. Aber was soll ich machen? Ich kann und will nicht heucheln. Bereits meine Berufsbezeichnung »Professor« verpflichtet mich zur Stellungnahme, denn sie stammt von profiteri, was »bekennen« heißt.

ZEIT: Was führte Sie denn zu Ihren Zweifeln?

Kalisch: Das war ein langer Prozess. Die islamische Überlieferung zum Leben Mohammeds habe ich schon immer mit großer Skepsis betrachtet. Die Existenz Mohammeds und Eckdaten seines Lebens habe ich aber lange Zeit als Tatsache hingenommen. Nach langer Auseinandersetzung mit der historisch-kritischen Methode in Bezug auf das Alte und Neue Testament habe ich mich in jüngster Zeit erneut mit dem Frühislam beschäftigt, und es entstanden bei mir viele neue Fragen, und ich erkannte Probleme, die ich vorher nicht sah. Die genaue Argumentation werde ich in den nächsten Tagen in einem Aufsatz im Internet veröffentlichen, und im nächsten Jahr wird ein Buch folgen.

ZEIT: Können Sie einige Beispiele nennen?

Kalisch: Warum zum Beispiel wird in den außerislamischen Quellen der Zeit die neue Religion Islam praktisch nicht erwähnt? Wieso dauerte es bis ins Jahr 66 der islamischen Zeitrechnung, bis man das erste Mal das Bekenntnis auf einer Münze gedruckt findet: Mohammed ist der Gesandte Gottes? Warum setzt ein islamischer Herrscher vor eine von ihm angebrachte Inschrift ein Kreuz? Es existiert eine große Differenz zwischen der Darstellung in den islamischen Quellen und dem, was wir in archäologischen Zeugnissen und nichtislamischen Quellen finden.

ZEIT: Aber es gibt doch viele Texte, welche die Zeit genau beschreiben?

Kalisch: Leider wurden die muslimischen Quellen alle später geschrieben und stehen unter dem Verdacht, eine Wirklichkeit im Nachhinein konstruiert zu haben. Es gibt kaum Originalquellen aus den ersten beiden islamischen Jahrhunderten, und dort, wo es sie gibt, stellt sich die Frage nach der Authentizität. Außerdem weisen die islamischen Quellen viele Ungereimtheiten auf.

ZEIT: Wie also erklären Sie die Entstehung des Islams, wenn es den Religionsstifter nicht gab?

Kalisch: Eine neue Religion kann als Abspaltung aus einer älteren Religion entstehen, und bei einem solchen Prozess braucht es nicht unbedingt eine ausschlaggebende Gründungsfigur. Auch politische Elemente können eine Rolle gespielt haben.

ZEIT: Inwiefern?

Kalisch: Nach einer insbesondere auf archäologische Daten zurückgehenden Theorie haben sich im 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung Araber von Iran und Byzanz emanzipiert und ein eigenes Reich aufgebaut. Diese Araber waren Christen, und es kann auch politische Gründe gehabt haben, dass aus einer arabischen Variante des Christentums zur ideologischen Stützung eines neuen Reiches sich langsam eine neue Religion entwickelte.

ZEIT: Das hieße, der Koran war ursprünglich ein christlicher Text?

Kalisch: Die Entstehungsgeschichte des Korans wird sehr kontrovers diskutiert, und ich halte es für gut möglich, dass der Koran zumindest teilweise ein ursprünglich christlicher Text ist.

ZEIT: Sicher sind Sie sich jedoch nicht?

Kalisch: Sicher bin ich mir nur, dass die islamische Geschichtsschreibung Heilsgeschichte ist, die gar nichts oder kaum etwas mit der wirklichen historischen Entwicklung zu tun hat, und dass die Geschichtlichkeit Mohammeds zweifelhaft ist. Ansonsten habe ich viele offene Fragen und verfolge mit großem Interesse alle Forschungsansätze.

ZEIT: Was bleibt ohne Mohammed vom Islam?

Kalisch: Es bleibt der Koran als ein interessanter spiritueller Text, mit dem man weiterhin Theologie betreiben kann. Ich halte jedoch nichts mehr von der Vorstellung, dass Gott diesen Text direkt formuliert hat. Weiterhin bleibt der Islam als religiöse Lebensform und als eine geistige Tradition, die aber schon in der Geschichte immer vielfältige Ausprägungen hatte. Jeder Mensch muss durch seine eigene Vernunft entscheiden, was er aus der Tradition übernehmen möchte. So erziehe ich auch meine Kinder. Die Idee eines einheitlichen Islams ist eine Fiktion, die sowohl die religiösen Fundamentalisten als auch die Islamfeinde pflegen.

ZEIT: Verstehen Sie sich weiterhin als Muslim?

Kalisch: Ja, ich begreife Religion als eine spirituelle Tradition, die einem vieles geben kann, aber auch immer wieder angesichts neuer Erkenntnisse kritisch hinterfragt werden muss. Religionen sind wie Krücken. Sie sind nützlich und gut, aber man muss lernen, sich von ihnen zu emanzipieren.

ZEIT: Was wird aus Ihrer Professur?

Kalisch: Ich fühle mich wohl in Münster und von der Universität gut unterstützt. Ich könnte mir vorstellen, dass mein Lehrstuhl außerhalb der Lehrerausbildung zu einer Art Stützpunkt für liberale Muslime wird.

Das Gespräch führten Arnfrid Schenk und Martin Spiewak


 
Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 02.10.2008 um 18:21 Uhr

    Der Fall Kalisch ist schon merkwuerdig. Der Volljurist hat sich 2002 mit einem Thema des islamischen Rechts habilitiert und wird 2004 mit 38 Jahreb erstmals nach Muenster berufen. Seine Habilarbeit wurde bis heute offenbar nicht veroeffentlicht. Das wissenschaftliche Oevre scheint eher klein zu sein. Man muss sich daher fragen, ob nicht ein Hauptgrund fuer seine Berufung war, dass hier erstmals ein deutscher Muslim Religionsleher in Islamkunde ausbilden kann.

    Drei Jahre spaeter gibt Kalisch bekannt er glaube nicht an die Historizitaet Propheten des Islam. (Der renommierte Islamwissenschaftler Tilman Nagel hat gerade eine umfangreiche Muhammad-Biographie vorgelegt. Selbst Patricia Crone, die man zu den Revisionisten zaehlen muss, akzeptiert, dass Muhammad historisch ist). Kalisch schliesst sich den krassen Aussenseiterthesen Ohligs und seiner Clique an, die im allgemeinen von der serioesen Islamwissenschaft links liegen gelassen werden. Jetzt ist natuerlich das Medienecho riesig, im naechsten Jahr moechte Kalisch sein (wohl erstes) Buch darueber veroeffentlichen (ich nehme an bei Schiler, wo auch Ohlig seine 'Proceedings' immergleicher Kongresse ohne neue Erkenntnisse, Aufguesse eben, veroeffentlicht).

    Ich finde Kalisch nicht glaubwuerdig. Das beste waere, er erklaert oeffentlich, dass er kein Muslim mehr ist. Jetzt ein Interview nach dem anderen zu geben, in denen er die fragwuerdigen Thesen Ohligs verbreitet, macht es nicht besser.

  1. Ist es eigentlich mutig, in einem eher christlichen Kulturkreis die Existenz von Mohammed anzuzweifeln?

    Wäre es nicht mutiger, die Existenz von Jesus samt Jungfauengeburt anzuzweifeln und diese These über eine DNA-Analyse mit Nachweis des Y-Chromosoms im Grabtuch zu belegen, sowie die Ergebnisse an die Pforte des Kölner Doms zu nageln? Das Ganze begleitet von einer "public viewing" Veranstaltung von Monty Python's "Das Leben des Brian"?

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    Ich denke sie wissen selbst, dass die Kritik an christlichen Dogmen auch in Europa keine Gefahr für Leib und Leben nach sich zieht. Jedoch ist Kritik am Islam, auch in Europa tödlich.

    Monty Python würde sicherlich niemals die Heilsgeschichte um Mohammed in einem "Leben des Brian" satirisch durch den Wolf drehen. Eben weil dazu (auch in Europa) mehr als nur Mut, sondern fast schon ein Wunsch nach dem Martyrium gehört.

    Im übrigen, solche "Beweise" an den Kölner Dom nageln und vor seinen Pflorten ein PV von "Das Leben des Brian" zu zeigen, wäre kein Mut, sondern eine überflüssige Provokation.

    Was halten sie davon, vor einer Moschee "Submission" zu zeigen?

    Es ist daher offensichtlich, dass es auch in Europa wesentlich mehr Mut verlangt den Islam als den christlichen Glauben zu kritisieren. Die auf unserem Kontinent ermordeten Apostaten und Islamkritiker haben das mit ihrem Blut bezeugt.

    mfg

    Ich denke sie wissen selbst, dass die Kritik an christlichen Dogmen auch in Europa keine Gefahr für Leib und Leben nach sich zieht. Jedoch ist Kritik am Islam, auch in Europa tödlich.

    Monty Python würde sicherlich niemals die Heilsgeschichte um Mohammed in einem "Leben des Brian" satirisch durch den Wolf drehen. Eben weil dazu (auch in Europa) mehr als nur Mut, sondern fast schon ein Wunsch nach dem Martyrium gehört.

    Im übrigen, solche "Beweise" an den Kölner Dom nageln und vor seinen Pflorten ein PV von "Das Leben des Brian" zu zeigen, wäre kein Mut, sondern eine überflüssige Provokation.

    Was halten sie davon, vor einer Moschee "Submission" zu zeigen?

    Es ist daher offensichtlich, dass es auch in Europa wesentlich mehr Mut verlangt den Islam als den christlichen Glauben zu kritisieren. Die auf unserem Kontinent ermordeten Apostaten und Islamkritiker haben das mit ihrem Blut bezeugt.

    mfg

    • Anonym
    • 02.10.2008 um 18:59 Uhr

    ebenso der Ansicht, dass der Mohammed nicht existierte.

    Ich wünsche Herrn Kalisch viel Erfolg und Glück.
    Diese Welt braucht solche Professoren.
    Skepsis gegen absolute Wahrheiten ist stets angebracht. Gerade solche Werke müssen angezweifelt werden, die über sich behaupten, unfehlbar zu sein. Auch Anzweifeln von Leninswerken in der UdSSR oder der DDR, war äusserst gefährlich.
    V.I.Lenin war der kommunistische Mohammed.

    • FahadA
    • 02.10.2008 um 19:55 Uhr

    Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek findet sich gerade mal ein Treffer:

    "Vernunft und Flexibilität in der islamischen Rechtsmethodik
    Kalisch, Muhammad, 1997" (Dissertation)

    Bei Wikipedia ("eine Auswahl") darueber hinaus:

    1. Fiqh und Usul al-fiqh in der Zaidiya – Die historische Entwicklung der Zaidiya als Rechtsschule. Habilitationsschrift, Hamburg 2002 (wird derzeit zur Veröffentlichung vorbereitet)

    2. Frieden aus der Sicht des Islam. in: Islam im Dialog, Jahrgang 1, Nr. 4, Winter 2002, S. 13-28.

    3. Islamische Wirtschaftsethik in einer islamischen und in einer nicht(s)islamischen Umwelt. in: Hans G. Nutzinger (Hrsg.): Christliche, jüdische und islamische Wirtschaftsethik – Über religiöse Grundlagen wirtschaftlichen Verhaltens in der säkularen Gesellschaft, Marburg 2003, S. 105–129.

    4. Usul az-Zaidiya wa nascharāt al-firaq al-islāmdiya. (in arabischer Sprache, „Die Prinzipien der Zaidiya und die Entstehung der islamischen Richtungen“), in: Al-Masār, Vol. 5, Issue 2, 2004, S. 27–70.

    5. Muslime als religiöse Minderheit – Ein Beitrag zur Notwendigkeit eines neuen Idschtihad. in: Thorsten Gerald Schneiders, Lamya Kaddor(Hrsg.): Muslime im Rechtsstaat. Münster 2005, S. 47–69.

    6. Perspektiven islamischen Denkens in Europa. schriftliche und erweiterte Fassung eines Vortrages, der am 16. November 2004 im Rahmen der Ringvorlesung „Die Zukunft der Religion in Europa“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Wintersemester 2004 gehalten wurde (im Druck).

    Wenig spricht fuer eine besondere Qualifikation als Hochschullehrer. Ich nehme an, Herr Kalisch hatte bereits bei den Berufungsverhandlungen seine Zweifel geaeussert und war moeglicherweise deshalb schliesslich erfolgreich.

    • Rahab
    • 02.10.2008 um 20:46 Uhr

    was haben eigentlich blockwart-meldungen mit dem thema zu tun?
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf die Verwendung von NS-Vergleichen. Die Redaktion/jk)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anonym
    • 02.10.2008 um 20:51 Uhr

    e-mail ane redaktion, rahabchen

    Unabhängiger Publizist

    Daß die Redaktion die Meldung eines Lesers, daß eine - fast die wichtigste Organi=
    sation, die Kalisch attackiert, im Verfassungsschutzbericht erwähnt, also beobachtet wird, als "Blockwartmeldung" bezeichnet, ist in aller Schärfe zurückzuweisen!
    Würde sich die Diskussion um einen sog. "Rechten" handeln, wäre die Information,
    daß dieser oder ihm nahestehende vom Verfassungsschutz beobachtet werden,
    mit "Sirenengeheul" von Opponenten dieses "Rechten" verbreitet worden, kein
    Mensch, bestimmt nicht die Redaktion, hätte diese in diesem Fall höchst erfreuliche
    Meldung als "Blockwartdenunziation" bezeichnet!

    • keox
    • 01.12.2008 um 20:00 Uhr

    wir haben hier eine Diskussion über Dogmengeschichte, historische Abläufe, einen aufklärerischen Impetus, über die Pflichten eines Lehrers, eines Professors, kurzum:über lauter noble Themen.

    Und auch hier, wie bei thematisch anders gelagerten Diskussionen, gibt es diese empfindliche, gleichsam streichelnd sensitive Traditionshaltung, eine ernsthafte Diskussion des bisher größten Kapitalverbrechens der deutschen Geschichte zuverlässig zu vermeiden.

    Immer dann, wenn Vergleiche mit dem deutschen Faschismus gezogen werden, wenn Bezug darauf genommen wird, meldet sich die ZEIT mit ihrer Standardzensur.

    Natürlich gibt es Bezüge zum deutschen Faschismus, die an den Brusthaaren eines Neugeborenen herbeigezogen wurden.

    Denen jedoch könnte eine Korrektur des Erkenntnisstandes helfen. Die panische Abwehr von Diskussionen faschistischer Anteile dieser Gesellschaft dagegen hilft nur einer herrschenden MiniMinderheit.

    Und jetzt hätte ich Lust, mit Herrn Kalish zu diskutieren, von dem ich einzig und allein bisher in diesem Artikel erfuhr.

    • Anonym
    • 02.10.2008 um 20:51 Uhr

    e-mail ane redaktion, rahabchen

    Unabhängiger Publizist

    Daß die Redaktion die Meldung eines Lesers, daß eine - fast die wichtigste Organi=
    sation, die Kalisch attackiert, im Verfassungsschutzbericht erwähnt, also beobachtet wird, als "Blockwartmeldung" bezeichnet, ist in aller Schärfe zurückzuweisen!
    Würde sich die Diskussion um einen sog. "Rechten" handeln, wäre die Information,
    daß dieser oder ihm nahestehende vom Verfassungsschutz beobachtet werden,
    mit "Sirenengeheul" von Opponenten dieses "Rechten" verbreitet worden, kein
    Mensch, bestimmt nicht die Redaktion, hätte diese in diesem Fall höchst erfreuliche
    Meldung als "Blockwartdenunziation" bezeichnet!

    • keox
    • 01.12.2008 um 20:00 Uhr

    wir haben hier eine Diskussion über Dogmengeschichte, historische Abläufe, einen aufklärerischen Impetus, über die Pflichten eines Lehrers, eines Professors, kurzum:über lauter noble Themen.

    Und auch hier, wie bei thematisch anders gelagerten Diskussionen, gibt es diese empfindliche, gleichsam streichelnd sensitive Traditionshaltung, eine ernsthafte Diskussion des bisher größten Kapitalverbrechens der deutschen Geschichte zuverlässig zu vermeiden.

    Immer dann, wenn Vergleiche mit dem deutschen Faschismus gezogen werden, wenn Bezug darauf genommen wird, meldet sich die ZEIT mit ihrer Standardzensur.

    Natürlich gibt es Bezüge zum deutschen Faschismus, die an den Brusthaaren eines Neugeborenen herbeigezogen wurden.

    Denen jedoch könnte eine Korrektur des Erkenntnisstandes helfen. Die panische Abwehr von Diskussionen faschistischer Anteile dieser Gesellschaft dagegen hilft nur einer herrschenden MiniMinderheit.

    Und jetzt hätte ich Lust, mit Herrn Kalish zu diskutieren, von dem ich einzig und allein bisher in diesem Artikel erfuhr.

    • Anonym
    • 02.10.2008 um 20:51 Uhr

    e-mail ane redaktion, rahabchen

    Antwort auf "@redaktion: "
    • Rahab
    • 02.10.2008 um 20:56 Uhr
    7. det

    kann mir de redaktje selber sagen....

  2. Sicherlich ist Kalisch nicht glaubwürdig, zumal seine Thesen bis dato von keinem einzigen Muslim in solch einer profanen und provokanten Form formuliert wurden. Ich glaube eher nicht an sein Muslim-Sein, ich neige eher zu der These, dass er ein Kripto-Orientalist sein kann, der einzig dafür an diesen Lehrstuhl befördert wurde, um für seine Thesen zu werben!
    Denn ein Muslim ist jemand, der den Islam annimmt, als eine Rechtleitung Gottes! An Gott und seinem Propheten glaubt! Das muss aber nicht heißen, dass ein Nichtmuslim zwangsläufig ein Ungläubiger sei. Laut dem Koran gibt es folgende Kategorien, zu denen Menschen zugeordnet werden: Muslim, Gläubige, Buchbesitzer (Christen, Juden, Sabäer, usw.), Polytheisten, Ungläubige, Heuchler.

    Ein Heuchler ist derjenige, der nach außen hin sich als Muslim vermarktet, aber innerlich nicht glaubt, damit erhofft sich ein Heuchler weltlichen Vorteil und Profit. Sogar ein aufrichtiger Ungläubiger ist nach dem Islam besser dran als der Heuchler, dem Ungläubigen kann Gott eventuell wegen seiner Aufrichtigkeit erbarmen, nicht aber dem Heuchler, der Zwietracht zwischen Menschen saet und dabei sich als einen Friedensstifter vermarktet. Doch im Herzen solcher Menschen ist laut dem Koran eine Krankheit, die vermehrt wird. Der Qur'an (Sure Baqara, 2:1-17) beschreibt deren Zustand gleich einem Psychologiebuch!

    Kalisch gibt keine befriedigende Antwort auf die Frage, weshalb er den Namen des Propheten Muhammad weiterhin tragen möchte, obwohl er für ihn ja nie gelebt habe. Strebt er etwa andere Ziele an, als er sie hier öffentlich preisgibt? Wieso hat er seine Ideen bzgl. des Propheten nicht vorher bekannt gegeben, bevor er auf den Lehrstuhl berufen wurde? Hat er etwa geheuchelt?

    In diesem Prozess denkt Kalisch keineswegs an die Zukunft seiner Studenten. Denn sie werden evtl. nicht als Islamlehrer arbeiten dürfen, weil Kalisch unbedingt berühmt sein wollte. Er hat verantwortungslos gegenüber seinen Studenten gehandelt, deshalb gehört er da weg! Denn seine Studierende sind ihm egal und gleichgültig. Allein seine Ziele sind ihm wichtig! Erfreulich ist, dass seine Studierende nicht zu ihm halten! Das ist Fakt!

    Wenn seine Studierende nicht zu ihm halten, und die Muslime nichts vom ihm halten, und auch die muslimischen Verbände ihn nicht aufhalten wollen, wenn er den Lehrstuhl verlassen will, wieso ist er noch da? Wieso kann er nicht zur Religionswissenschaft oder Islamwissenschaft wechseln, wo er in Ruhe seine ADVAITA-Lehre praktizieren und seine unislamischen Philosophien nacheifern kann, ergenisoffen versteht sich natürlich von selbst?

    Muslime wollen ihn nicht. Wenn Christen ihn wollen, bitte sehr ihr könnt ihn haben und das auch noch gratis, doch vorsicht, er leugnet auch die Existenz von Jesus.

    Also nach den Kriterien des Qur'ans (bzw. des Islams) ist er kein Muslim! Christ ist er auch nicht. Buchbesitzer will er auch nicht sein. Als Ungläubiger (Atheist) möchte er nicht bezeichnet werden. Polytheist-Sein ist außer Mode. Was bleibt da noch übrig Herr Kalisch? Suchen sie sich eine koranische Kategorie aus, denn den Koran finden sie ja als einen religösen Text sehr interessant. Vielleicht werden sie durch den Koran ja inspiriert!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...scheidet ja wohl aus. Ein Heuchler würde sich niemals offen zu dem bekennen, was er glaubt, schon gar nicht, wenn er damit bei denen, als deren Glaubensbruder er sich versteht, derbe aneckt oder auf Ablehnung stößt und sich sogar der Gefahr aussetzt, von einem Fanatiker ermordet zu werden.
    Bessere Kandidaten für Heuchler sind solche, die sich als ganz besonders fromme Muslime ausgeben, den Islam aber nur für ihre eigenen Machtinteressen und ihre eigenen Zwecke benutzen - selbst wenn sie sich subjektiv sogar für gute Muslime halten. Ich denke dabei nicht allein an Terroristen, die unschuldige Menschen töten und verstümmeln - an die auch - sondern auch an Männer, die Frauen die elementarsten, vom Islam, also nach islamischem Verständnis von Gott höchstpersönlich garantierten Rechte vorenthalten, sie wie Gebrauchsgegenstände behandeln und sie umbringen, wenn diese sich widersetzen. Ich denke an pakistanische Dorf"gerichte", die Frauen zur Gruppenvergewaltigung verurteilen, ebenso wie an diejenigen, die dies dann ausführen. Die Liste lässt sich garantiert lange fortsetzen.

    ...scheidet ja wohl aus. Ein Heuchler würde sich niemals offen zu dem bekennen, was er glaubt, schon gar nicht, wenn er damit bei denen, als deren Glaubensbruder er sich versteht, derbe aneckt oder auf Ablehnung stößt und sich sogar der Gefahr aussetzt, von einem Fanatiker ermordet zu werden.
    Bessere Kandidaten für Heuchler sind solche, die sich als ganz besonders fromme Muslime ausgeben, den Islam aber nur für ihre eigenen Machtinteressen und ihre eigenen Zwecke benutzen - selbst wenn sie sich subjektiv sogar für gute Muslime halten. Ich denke dabei nicht allein an Terroristen, die unschuldige Menschen töten und verstümmeln - an die auch - sondern auch an Männer, die Frauen die elementarsten, vom Islam, also nach islamischem Verständnis von Gott höchstpersönlich garantierten Rechte vorenthalten, sie wie Gebrauchsgegenstände behandeln und sie umbringen, wenn diese sich widersetzen. Ich denke an pakistanische Dorf"gerichte", die Frauen zur Gruppenvergewaltigung verurteilen, ebenso wie an diejenigen, die dies dann ausführen. Die Liste lässt sich garantiert lange fortsetzen.

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