Afghanistan- Einsatz Nato sollte Truppen abziehen

Es ist Zeit, sich aus Afghanistan zurückzuziehen. Aber der Westen darf das Land nicht aufgeben

Möchten Sie wissen, wie viele Taliban es gibt? Einer UN-Schätzung aus dem Jahre 2007 zufolge sind es rund 3000 aktiv kämpfende und weitere 7000 Gelegenheitskrieger. Nicht wirklich viele. Trotzdem herrscht die Meinung vor, dass die Taliban das mächtigste Militärbündnis der Welt, die Nato, besiegen, Kabul erobern und eine Bedrohung für die Welt werden könnten. 10.000 Kämpfer, die weder über Panzer noch Artillerie, noch Flugzeuge verfügen. Nun ja, sagen die Analysten, das sei nun einmal das Wesen der asymmetrischen Kriegsführung, dass ein weit unterlegener Feind einem unvergleichlich Überlegenen eine krachende Niederlage zufügen kann. Möglich ist das nur, wenn der Überlegene in der einheimischen Bevölkerung kein Vertrauen genießt und es ihm nicht gelingt, den eigenen Leuten die Mission zu vermitteln.

Beginnen wir mit den Zahlen. Seit 2001 haben die USA 127 Milliarden Dollar für den Krieg in Afghanistan ausgegeben. Zurzeit pumpt das Pentagon fast 100 Millionen Dollar täglich nach Afghanistan. Im Vergleich dazu haben alle Geberländer zusammen seit 2001 für Wiederaufbauhilfe nur sieben Millionen Dollar pro Tag. Noch schlechter sieht die Bilanz aus, wenn man sie mit Hilfsleistungen in einer Region der Welt vergleicht, in der der Westen ebenfalls militärisch interveniert hat: in Bosnien. Dort hat der Westen in den ersten beiden Jahren nach seinem Eingreifen 679 Dollar pro Kopf ausgegeben, in Afghanistan gab es im selben Zeitraum gerade mal 57 Dollar pro Kopf. Nun entspricht ein Dollar in Afghanistan nicht einem Dollar in Bosnien – doch werden die Einsätze in beiden Ländern ganz unterschiedlich begründet.

Die Nato ist nur eine neue Kriegspartei auf einem alten Schlachtfeld

Die Intervention in Bosnien legitimierte die Nato mit dem Argument, man müsse dort Menschenrechtsverletzungen unterbinden. Srebrenica war das Stichwort. In Afghanistan aber ging es um etwas ganz anderes. Hier stand und steht angeblich die Existenz des Westens auf dem Spiel. »Deutschlands Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt!« – dieser Satz, den der damalige deutsche Verteidigungsminister Peter Struck den Soldaten mit auf den Weg gab, muss bis heute als legitimatorische Grundlage für den Afghanistaneinsatz herhalten. Was er sagen will, ist: Wenn der Westen in Afghanistan jetzt nicht mit Truppen präsent ist, wenn dieses Land auf Dauer nicht stabilisiert wird, macht sich dort wieder al-Qaida breit, und das wird zu verheerenden Anschlägen in westlichen Ländern führen. Einmal angenommen, dass dieser tödliche Automatismus sich wirklich entfalten könnte, warum sind die eingesetzten Mittel des Westens dann so gering? Wenn die Bedrohung so tödlich ist, warum hat die Bundesregierung das Thema über Jahre praktisch verschwiegen?

Es gibt darauf nur drei mögliche Antworten: Der Westen handelt fahrlässig; er kann es nicht besser; die Rede von einer existenziellen Bedrohung ist nicht so ernst gemeint. Wie auch immer die Antwort ausfallen wird, Afghanistan ist für das heimische Publikum auch nach sieben Jahren abstrakt geblieben. Selbst die Bundeswehrsoldaten vor Ort plagt das Gefühl, alleingelassen zu sein. Winfried Nachtwei von den Grünen hat kürzlich das Land bereist und berichtet von Klagen der Soldaten. Niemand könne ihnen überzeugend den Sinn des Einsatzes erklären. Jeder Verlust, den die Soldaten erleiden, potenziert sich dadurch und untergräbt die Moral. Wenn der Sinn einer Mission erst verloren ist, lässt er sich nicht einfach wieder herstellen.

Hatte der Einsatz überhaupt je einen Sinn? Als am 11. September die Türme des World Trade Center einstürzten, war schnell klar, dass Afghanistan Ziel eines amerikanischen Vergeltungsschlages sein würde. Die UN verabschiedeten die Resolution 1368, womit sie den militärischen Einsatz der USA auf eine etwas wackelige völkerrechtliche Grundlage stellten. Die USA hätten als Angegriffene das Recht auf Selbstverteidigung. Die Nato erklärte zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Verteidigungsfall.

Die Planer im Pentagon hatten das Schicksal der Sowjetunion im Auge, die nach zehn Jahren Besatzung geschlagen aus Afghanistan abziehen musste. Daher wollten sie sich auf keinen Fall in Bodenkämpfe verwickeln lassen. Sie führten nahezu ausschließlich einen Luftkrieg. Den Kampf am Boden, soweit es denn einen gab, führte die mit den USA verbündete Nordallianz – eine Koalition aus Tadschiken, Hasara und Usbeken. Nach sechs Wochen stürzte das Taliban-Regime – das war schneller als selbst Optimisten angenommen hatten.

Was man im Siegestaumel nicht sehen wollte, war, dass dieser Krieg nur eine Runde in einer Abfolge von verschiedenen Kriegen der letzten 30 Jahre war. Alle Kriegsparteien, ob Taliban oder Nordallianz, hatten ihre Sponsoren, Pakistaner, Iraner, Inder, Russen. Der Westen begab sich auf ein Schlachtfeld, auf dem regionale Mächte seit Jahrzehnten Stellvertreterkriege ausfochten. War der propagierte Kampf gegen al-Qaida dieses Risiko wert? Wenn ja, wie wollte man ihn gewinnen? Gegen welche ausländischen Sponsoren afghanischer Parteien sollte man sich stellen, mit welchen verbünden? Wie wollte man vermeiden, nur eine weitere Kriegspartei zu werden? Schließlich: Was ist das überhaupt, ein Sieg in Afghanistan? Alles Fragen, ohne Antworten. Trotzdem stürzte man sich in den Kampf.

Nach dem Ende des Taliban-Regimes richtete die rot-grüne Bundesregierung die Petersberger Konferenz aus. Dort wurden alle jene Ziele formuliert, die man formulieren muss, wenn Demokratien in fremden Ländern intervenieren. Afghanistan sollte eine Verfassung bekommen, danach sollten freie Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten werden. Die Menschenrechte sollten geschützt werden, wobei die Burka als Symbol für die Unterdrückung der Frau im Zentrum stand. Die Petersberger Konferenz war von der Einsicht geleitet, dass nur ein Afghanistan, das seine Bürger einigermaßen an der Macht beteiligte, ein stabiles Afghanistan sein könnte. Wer sich kurz nach dem Sturz der Taliban im Lande aufhielt, kann sich noch gut an die Hoffnung erinnern, die damals unter den Afghanen aufkeimte. Tatsächlich beteiligten sie sich am Aufbau des neuen Landes. Sie gaben sich eine Verfassung (2003), sie wählten unter schwierigsten Bedingungen einen Präsidenten (2004) und ein Parlament (2004). Es entstanden die Säulen eines demokratischen Gebäudes – und sie stehen bis heute. Doch wer zog in dieses Gebäude ein?

Die Afghanen erhofften eine Entwaffnung der Kriegsherren

Mit Schrecken sah das afghanische Volk, dass die Kriegsherren, die das Land jahrzehntelang geschunden hatten, die wichtigsten Plätze im neuen Afghanistan besetzten. Unmittelbar nach dem Ende der Taliban war in Kabul der Satz zu hören: »Die 38 reichsten Nationen helfen einem der ärmsten Länder der Welt. Das muss doch funktionieren!« Was die Afghanen mit »helfen« meinten, war vor allem eines: Gerechtigkeit schaffen. Die Übeltäter, die allen bekannt waren, sollten aus dem Verkehr gezogen werden. Dabei ging es nicht um Tausende von Personen, die Bestrafung einiger, herausragender Verbrecher hätte genügt, um eine klare Botschaft zu senden: Die Zeit der Straflosigkeit ist vorbei. Das hätte dem Einsatz des Westens auch einen Sinn gegeben. Nichts dergleichen geschah. Im Gegenteil, der erste UN-Sonderbotschafter für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, machte klar, dass man zwischen »Frieden und Gerechtigkeit« wählen müsse – beides gleichzeitig gebe es in Afghanistan nicht. Im Klartext: Die Kriegsherren werden nicht bestraft, um die Ruhe im Land zu bewahren. Man versuchte erst gar nicht, sie anzutasten. Die US-Truppen wollten das nicht, weil sie sich bei ihrer Jagd auf al-Qaida auf die Kriegsherren stützten; die Europäer versuchten es nicht, weil sie zwar Truppen schickten, aber auf keinen Fall in den Konflikt hineingezogen werden wollten.

Es gab im Jahr 2002 noch einen anderen Satz, den man in Afghanistan oft hörte: »Wenn das mächtigste Militärbündnis der Welt diesen Männern nicht die Kalaschnikow entreißt, wie kann man erwarten, dass wir es tun?« Also tat es niemand. Die Folge war, dass das bis dahin Erreichte sehr schnell zu einer demokratischen Fassade verkam – dahinter verbarg sich die altbekannte Mischung aus Kriegsherren, Drogenbaronen und Stammesfürsten. Man nennt dies das »informelle Netzwerk«, und es hat wenig mit westlichen Demokratievorstellungen zu tun.

Das Klima der Straflosigkeit untergrub in den ersten beiden Jahren des Einsatzes das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in den Westen. Genau in dieser Zeit, zwischen 2002 und 2004, konnten sich die schon geschlagen geglaubten Taliban neu organisieren. Je schlagkräftiger die Taliban wurden, desto mehr setzten die USA auf Luftangriffe. Das führte zwangsläufig zur weiteren Entfremdung der Bevölkerung. Als Reaktion darauf verstärkte die Nato die Truppen, was sie noch mehr als Besatzungsarmee erscheinen ließ. Ein Teufelskreis war in Gang gesetzt. Die Entfremdung findet auf fast allen Ebenen statt. Auch dazu eine Zahl. Die Geberländer haben Afghanistan seit 2001 insgesamt 25 Milliarden Dollar Wiederaufbauhilfe zugesagt, davon sind aber bis heute nur 15 Milliarden ausbezahlt worden. Und von diesen 15 Milliarden sind unglaubliche 40Prozent wieder an die Geberländer in Form von Unternehmensprofiten und Gehältern zurückgeflossen. Mit anderen Worten: Viele Afghanen gewannen den Eindruck, dass die Ausländer sich selbst bereichern. Wachsende Xenophobie machte sich breit. Das nützte den Taliban.

Es wäre sehr falsch zu sagen, dass der Einsatz des Westens nichts gebracht hätte. Viel Gutes ist erreicht worden. Sechs Millionen Kinder, 50Prozent der Schulpflichtigen, gehen regelmäßig zur Schule, davon sind ein Drittel Mädchen. Das ist eine Verfünffachung im Vergleich zu 2001. Heute haben 85Prozent der Bevölkerung Zugang zu Basisgesundheitsdiensten. Die Kindersterblichkeit ging um 25Prozent zurück. Eine, wenn auch kleine, demokratisch orientierte afghanische Elite bildet sich heraus. Viele Erfolge also, aber insgesamt kein großer, nachhaltiger Erfolg – dafür sind die Voraussetzungen nicht mehr gegeben.

Was also tun? Es ist Zeit, den Rückzug zu planen. Das bedeutet nicht: Schnell die Tür zu und weg. Es bedeutet nicht, dass man Afghanistan sich selbst überlassen sollte. Es bedeutet, dass man nicht noch mehr Soldaten nach Afghanistan schicken sollte, sondern ihren Abzug vorbereitet. Der militärische Einsatz muss ein stufenweises Ende finden. Bevor die Soldaten abziehen, sollte alle Kraft auf den Aufbau einer schlagkräftige afghanischen Armee und einer effizienten Polizei gerichtet werden. Die Mittel für humanitäre Hilfe sollten nicht gekürzt werden, und die Helfer sollten bleiben, sofern es die Sicherheit zulässt. Die Sicherheitslage wird sich aber nur verbessern, wenn man von einigen Illusionen Abschied nimmt. Gegen den Willen der Nachbarländer ist Afghanistan nicht zu befrieden. Sie müssen daher mit einbezogen werden. Die Präsenz der Nato schafft in der jetzigen Lage nicht Sicherheit, sondern mehr Unsicherheit. Es geht in Afghanistan für den Westen nicht um »alles oder nichts«. Die Nato kann aus Afghanistan abziehen, ohne daran zugrunde zu gehen. Und schließlich: Den Taliban geht es nicht darum, morgen einen zweiten 11. September zu veranstalten, es geht ihnen darum, die Ausländer aus Afghanistan zu verjagen. Taliban ist nicht gleich al-Qaida. Darum soll die afghanische Regierung mit den Taliban verhandeln – was im Übrigen gerade geschieht. Gebraucht wird eine afghanische Lösung für Afghanistan.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein Teilweise guter Artikel.

    Teilweise, weil so traurig es ist, die Fakten stimmen, gerade was das *Liebe Geld* anbelangt für Entwicklungshilfe - außer versprechungen ist zum Teil wirklich nicht viel gewsen.
    Seit jahren verspricht die BRD zum Beispiel mitzuhelfen beim aufbau einer Polizei - de facto ist aber nicht wirklich etwas passiert.
    Auch der zweite wichtige Punkt in meinen Augen - schlagwort: Gerechtigkeit - stimmt. Kriegsverbrecher gehören nunmal bestraft. Dumme dabei ist aber, dass wir hier (wie übrigens öfters auch bei anderen Konflikten) die herrn Kriegsverbrecher zugleich die leiter schlagkräftiger Parteiungen oder Bewegungen sind und ihre gerechtfertigte Bestrafung (aufgrund von nachweisbaren Verbrechen bis hin zu genoziden) gar nicht genau in diesen Falle als bestrafungswürdig gewertet wird in den Augen ihrer Anhänger. Bestraft man sie aber nicht, verliert man (zu recht wohl) di Glaubewürtigkeit bei denen, denen sie unrecht antaten.

    Die andere Seite ist aber - und diese kommt mir persönlich zu kurz:
    Wie sollen wir generell umgehen mit Menschenrechtsverletzungen, die von Regierungen massiv an teilen ihrer Bevölkerung vollzogen werden?
    Ist es richtig gelesen in bosnien einzumarschieren?
    Wer nun ja sagt, der soll sich die Frage auch gegenüber Afganistan stellen.
    Selbstverständlich sind wir primär aus anderen gründen dort einmarschiert - nur änderte diese anderen gründe etwas daran, dass ein rigides theokratisches system, das Menschenverachtende praktiken vollzog, dabei abgeschafft und bekämpft wurden?
    Deutschland wird am Hindukusch verteidigt - nicht das Land und nicht die menschen, aber die Idee der unveräußerlichen Menschenrechte.
    Zumindest insofern, als man den menschen idealiter die Möglichkeit bietet einen schritt wieder weg von diesen religiösen Wahn zu tun - wie groß er ist, ist dabei sicherlich ungewiss und man darf auch nicht zu viel erwarten

    Richtig ist es aber zu sagen: wir können es auch gleich bleiben lassen, wenn wir nicht bereit sind dahingehend ernsthaft etwas zu leisten.
    Talibans zu töten ist alleine keine Lösung - die Basis dessen, was die Talibans hervorbringt ist das entscheidende und dazu kann entwicklungshilfe unter anderem helfen - nur muss sie auch getan werden.
    Insoweit stimme ich dem Author auch zu, wenn er dies einklagt.

    • colca
    • 16.10.2008 um 11:48 Uhr

    2001 fiel die Produktion von afghanischem Opium auf Null, nachdem die Taliban den Mohnanbau ein Jahr zuvor unter Strafe gestellt hatten.
    Das war ein harter Schlag für die internationale Drogenmafia, kam doch in den 90er Jahren ca.70% des weltweit produzierten Opiums aus Afghanistan - http://www.spiegel.de/wir...
    Ab 2002 wurde dann wieder fleißig produziert - die Opiumproduktion bildet das Rückgrat der afghanischen Wirtschaft.
    Was macht man aus Opium? Richtig, Heroin.
    In welchem Land bildet der Heroinhandel das Rückgrat der Wirtschaft, von wo aus werden die Märkte in Westeuropa und USA vorrangig versorgt?
    Die richtige Antwort ist - Kosovo.
    Was haben Afghanistan und Kosovo gemeinsam? Beides sind NATO-Protektorate.

    Natürlich besteht ABSOLUT KEIN Zusammenhang zwischen der Hunderte Milliarden schweren Drogenwirtschaft und den NATO-Einsätzen.
    Natürlich wird die internationale Drogenmafia ihre exorbitanten Gewinne nicht als Hebel zur politischen Willensbildung gebrauchen, so wie das andere erfolgreiche Wirtschaftsverbände machen.
    Natürlich zieht die NATO nur für Frieden, Demokratie und Freiheit in den Krieg.

    Ansonsten aber kein schlechter Artikel von Herrn Ladurner.

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    Vor etwa 2 Jahren gab es einige wenige Berichte über eine afghanische Provinz (Name fällt mir leider nicht mehr ein), welche unter Kontrolle der afghanischen Regierung stand unter wenige Probleme mit Taliban und Drogenanbau hatte. Dann Übernahmen die Briten die Kontrolle und der Drogenanbau explodierte, begleitet von einem massiven Wachstum des Talibanproblems. Wenn man sich dann anschaut wie wichtig die Drogengeldwäsche für britische Offshorezentren von den Kanalinsel bis zu den Bahamas sind, gleichzeitig bedenkt das Großbritannien schon immer Drogen als Waffe gegen andere Nationen einsetze (Stichworte: Opiumkrieg gegen China, heute leidet vor allem Russland unter dem afghanischen Heroin) wundert eines dies nicht. Aber jeder politisch-korrekte Journalist oder Politiker würde jetzt von wüsten Verschwörungstheorien sprechen und darauf hinweisen, dass Großbritannien zur westlichen Wertegemeinschaft gehört, und selbstverständlich niemals gegen diese Werte bzw. gegen das Völkerrecht verstoßen würde.

    Vor etwa 2 Jahren gab es einige wenige Berichte über eine afghanische Provinz (Name fällt mir leider nicht mehr ein), welche unter Kontrolle der afghanischen Regierung stand unter wenige Probleme mit Taliban und Drogenanbau hatte. Dann Übernahmen die Briten die Kontrolle und der Drogenanbau explodierte, begleitet von einem massiven Wachstum des Talibanproblems. Wenn man sich dann anschaut wie wichtig die Drogengeldwäsche für britische Offshorezentren von den Kanalinsel bis zu den Bahamas sind, gleichzeitig bedenkt das Großbritannien schon immer Drogen als Waffe gegen andere Nationen einsetze (Stichworte: Opiumkrieg gegen China, heute leidet vor allem Russland unter dem afghanischen Heroin) wundert eines dies nicht. Aber jeder politisch-korrekte Journalist oder Politiker würde jetzt von wüsten Verschwörungstheorien sprechen und darauf hinweisen, dass Großbritannien zur westlichen Wertegemeinschaft gehört, und selbstverständlich niemals gegen diese Werte bzw. gegen das Völkerrecht verstoßen würde.

    • Serrax
    • 16.10.2008 um 12:41 Uhr

    Jaja, die lieben Taliban...

    Das waren doch die, die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!

    Das waren doch die, die für geringste Vergehen extreme Strafen zu verantworten haben?

    Das waren doch die, die systematisch alle Menschen dort unterdrückt haben?

    Das waren doch die, die sich mit den Al-Qaida Kämpfern und Führern verbrüdert haben?

    Da ist es schon toll, dass die den Anbau von Opium gestoppt hatten...

    Und was den Zusammenhang zwischen Afghanistan und den Kosovo angeht:

    Natürlich blüht das Verbrechen dort, wo es entweder keine entwickelte Zivilgesellschaft gibt, oder eben keine radikale Diktatur.

    Und der Zusamenhang ist jetzt der, dass überhaupt nur solche Länder als Einsatzort der NATO-Truppen in Betracht kommen.

    Es ist sicherlich ein Stück weit Versagen der NATO-Administration, dass das Verbrechen dermaßen blühen kann.

    Aber wer ist schuld?

    Es sind die Bürger des verweichlichten Westens, die nicht bereit sind ausreichend Geld und Truppen zu opfern, damit diese Länder nachhaltig befriedet werden können.
    Man erinnere sich an das laute Aufheulen, als einige deutsche Soldaten in Afghanistan fielen - promt wurde der Einsatz an sich in Frage gestellt... was die Sicherheitslage für die Soldaten sicher nicht verbessert hat. Denn auch die Taliban lesen Zeitung und empfangen westliches Fernsehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das waren doch die, die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!

    Das war die saudische Religionspolizei. Islamistisches Irre-Sein ist nicht auf die Taliban beschränkt. Viel wichtiger: Die Medressen, an denen diese Steinzeit-Muslime indoktriniert werden, werden vollständig mit Saudi-arabischem Geld betrieben. Das islamistische Irre-Sein hat einen Namen: Wahabitismus. Das ist die Staatsreligion von? Genau: Saudi-Arabien. Wer Frieden in Afganistan und Sicherheit für die Welt will, sollte nicht Kandahar, sondern Riad bombardieren.

    (Anmerkung: Bitte vermeiden Sie Äußerungen, die als indirekte Kriegsverherrlichung interpretiert werden könnten. Die Redaktion/jk)

    _________________________________________________
    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    • colca
    • 16.10.2008 um 13:08 Uhr

    Zitat:
    "Aber wer ist schuld?
    Es sind die Bürger des verweichlichten Westens, die nicht bereit sind ausreichend Geld und Truppen zu opfern, damit diese Länder nachhaltig befriedet werden können."

    Verstehe, diese zivilen Weicheier stehen auf der Bremse und verhindern, dass am Hindukusch ordentlich Tabula rasa gemacht werden kann.
    Geld wird eigentlich schon ganz ordentlich geopfert, wie ja auch im Artkikel von Herrn Ladurner nachzulesen ist. Der deutsche Steuerzahler ist bislang mit rund 3 Milliarden Euro Kriegskosten dabei. Für die nächsten 14 Monaten sind dann nochmal knapp 700 Mllionen fällig.
    Natürlich sind solche Summen für unsere Investmentprofis in der Finanzwirtschaft nur Peanuts, die verbrennen ganz andere Beträge in kürzerer Zeit. Für alle anderen aber sind 3,7 Milliarden Euro kein Pappenstiel, dafür darf man schon ein paar Fortschritte erwarten.
    Was das ausreichende Opfern von Truppen angeht, so müssten Sie mal eine Größenordnung angeben, was Ihnen da so vorschwebt.
    Die letzten Besatzer Afghanistans hatten von 1979 bis 1989 dauerhaft knapp 100 000 Mann im Land stationiert. In den 10 Jahren hat die Sowjetarmee dort etwa 15 000 Soldaten verloren, ohne einer nachhaltigen Befriedung auch nur nahe gekommen zu sein. Ganz zu schweigen von den Opfern auf afghanischer Seite.
    Also - wie viele Tote soll der verweichlichte Westen denn einkalkulieren und in Kauf nehmen?

    • QUOTE
    • 16.10.2008 um 14:13 Uhr

    ...die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!"

    Wie mein Vorredner korrekt bemerkte: das waren die Saudis.
    Und hier der Link: Saudi police 'stopped' fire rescue

    Das waren doch die, die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!

    Das war die saudische Religionspolizei. Islamistisches Irre-Sein ist nicht auf die Taliban beschränkt. Viel wichtiger: Die Medressen, an denen diese Steinzeit-Muslime indoktriniert werden, werden vollständig mit Saudi-arabischem Geld betrieben. Das islamistische Irre-Sein hat einen Namen: Wahabitismus. Das ist die Staatsreligion von? Genau: Saudi-Arabien. Wer Frieden in Afganistan und Sicherheit für die Welt will, sollte nicht Kandahar, sondern Riad bombardieren.

    (Anmerkung: Bitte vermeiden Sie Äußerungen, die als indirekte Kriegsverherrlichung interpretiert werden könnten. Die Redaktion/jk)

    _________________________________________________
    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    • colca
    • 16.10.2008 um 13:08 Uhr

    Zitat:
    "Aber wer ist schuld?
    Es sind die Bürger des verweichlichten Westens, die nicht bereit sind ausreichend Geld und Truppen zu opfern, damit diese Länder nachhaltig befriedet werden können."

    Verstehe, diese zivilen Weicheier stehen auf der Bremse und verhindern, dass am Hindukusch ordentlich Tabula rasa gemacht werden kann.
    Geld wird eigentlich schon ganz ordentlich geopfert, wie ja auch im Artkikel von Herrn Ladurner nachzulesen ist. Der deutsche Steuerzahler ist bislang mit rund 3 Milliarden Euro Kriegskosten dabei. Für die nächsten 14 Monaten sind dann nochmal knapp 700 Mllionen fällig.
    Natürlich sind solche Summen für unsere Investmentprofis in der Finanzwirtschaft nur Peanuts, die verbrennen ganz andere Beträge in kürzerer Zeit. Für alle anderen aber sind 3,7 Milliarden Euro kein Pappenstiel, dafür darf man schon ein paar Fortschritte erwarten.
    Was das ausreichende Opfern von Truppen angeht, so müssten Sie mal eine Größenordnung angeben, was Ihnen da so vorschwebt.
    Die letzten Besatzer Afghanistans hatten von 1979 bis 1989 dauerhaft knapp 100 000 Mann im Land stationiert. In den 10 Jahren hat die Sowjetarmee dort etwa 15 000 Soldaten verloren, ohne einer nachhaltigen Befriedung auch nur nahe gekommen zu sein. Ganz zu schweigen von den Opfern auf afghanischer Seite.
    Also - wie viele Tote soll der verweichlichte Westen denn einkalkulieren und in Kauf nehmen?

    • QUOTE
    • 16.10.2008 um 14:13 Uhr

    ...die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!"

    Wie mein Vorredner korrekt bemerkte: das waren die Saudis.
    Und hier der Link: Saudi police 'stopped' fire rescue

  2. Das waren doch die, die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!

    Das war die saudische Religionspolizei. Islamistisches Irre-Sein ist nicht auf die Taliban beschränkt. Viel wichtiger: Die Medressen, an denen diese Steinzeit-Muslime indoktriniert werden, werden vollständig mit Saudi-arabischem Geld betrieben. Das islamistische Irre-Sein hat einen Namen: Wahabitismus. Das ist die Staatsreligion von? Genau: Saudi-Arabien. Wer Frieden in Afganistan und Sicherheit für die Welt will, sollte nicht Kandahar, sondern Riad bombardieren.

    (Anmerkung: Bitte vermeiden Sie Äußerungen, die als indirekte Kriegsverherrlichung interpretiert werden könnten. Die Redaktion/jk)

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    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    Antwort auf "ein paar Antworten"
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    steinzeit muslime, oder mörderchristen , oder naziabschaum ist doch alles gleich.
    deswegen sollten sie nicht mit dreck um sich werfen, wenn sie selber im dreck stechen.
    euer christlicher mesias georg w. bush hat es der welt gezeigt wer die besseren mörder sind.
    (Anmerkung und erneute Bitte: Bleiben Sie sachlich und versuchen Sie, die Diskussion mit Argumenten statt Polemik zu bestreiten. Die Redaktion/jk)

    steinzeit muslime, oder mörderchristen , oder naziabschaum ist doch alles gleich.
    deswegen sollten sie nicht mit dreck um sich werfen, wenn sie selber im dreck stechen.
    euer christlicher mesias georg w. bush hat es der welt gezeigt wer die besseren mörder sind.
    (Anmerkung und erneute Bitte: Bleiben Sie sachlich und versuchen Sie, die Diskussion mit Argumenten statt Polemik zu bestreiten. Die Redaktion/jk)

    • colca
    • 16.10.2008 um 13:08 Uhr

    Zitat:
    "Aber wer ist schuld?
    Es sind die Bürger des verweichlichten Westens, die nicht bereit sind ausreichend Geld und Truppen zu opfern, damit diese Länder nachhaltig befriedet werden können."

    Verstehe, diese zivilen Weicheier stehen auf der Bremse und verhindern, dass am Hindukusch ordentlich Tabula rasa gemacht werden kann.
    Geld wird eigentlich schon ganz ordentlich geopfert, wie ja auch im Artkikel von Herrn Ladurner nachzulesen ist. Der deutsche Steuerzahler ist bislang mit rund 3 Milliarden Euro Kriegskosten dabei. Für die nächsten 14 Monaten sind dann nochmal knapp 700 Mllionen fällig.
    Natürlich sind solche Summen für unsere Investmentprofis in der Finanzwirtschaft nur Peanuts, die verbrennen ganz andere Beträge in kürzerer Zeit. Für alle anderen aber sind 3,7 Milliarden Euro kein Pappenstiel, dafür darf man schon ein paar Fortschritte erwarten.
    Was das ausreichende Opfern von Truppen angeht, so müssten Sie mal eine Größenordnung angeben, was Ihnen da so vorschwebt.
    Die letzten Besatzer Afghanistans hatten von 1979 bis 1989 dauerhaft knapp 100 000 Mann im Land stationiert. In den 10 Jahren hat die Sowjetarmee dort etwa 15 000 Soldaten verloren, ohne einer nachhaltigen Befriedung auch nur nahe gekommen zu sein. Ganz zu schweigen von den Opfern auf afghanischer Seite.
    Also - wie viele Tote soll der verweichlichte Westen denn einkalkulieren und in Kauf nehmen?

    Antwort auf "ein paar Antworten"
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    • mexi42
    • 16.10.2008 um 17:18 Uhr

    ... wollen wir in Kauf nehmen?
    Die Sargproduktion steigt.
    "Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen", meint der britische Bri-
    gadegeneral Carleton.
    Merkel und Co. haben es leider versäumt, das Buch "Die Torheit der
    Regierenden", von Barbara Tuchman zu lesen. Dort sind derartige
    Fehlleistungen und deren Folgen beschrieben.

    • mexi42
    • 16.10.2008 um 17:18 Uhr

    ... wollen wir in Kauf nehmen?
    Die Sargproduktion steigt.
    "Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen", meint der britische Bri-
    gadegeneral Carleton.
    Merkel und Co. haben es leider versäumt, das Buch "Die Torheit der
    Regierenden", von Barbara Tuchman zu lesen. Dort sind derartige
    Fehlleistungen und deren Folgen beschrieben.

  3. um leider diese Art Journalismus bezüglich Afghanistan und anders wo aufzudecken. Es tut mir nicht nur Leid für das afghanische Volk und die durch die NATO mehr als 3000 Zivilisten (für Jeden Kopf nur $100 Entschädigung), sondern auch für die Völker der NATO.

    Frage an den Schreiber: Enthält die neue britische Strategie die Anerkennung der Taliban als eine politische Partei?

  4. Bis wohin stecken sich die Fäden des Drogen-Handels? Ist das nicht zufällig Karasei der achso so vom Außen demokratisch Gewählter? Wie USA Zeitungen berichten?

    • QUOTE
    • 16.10.2008 um 14:13 Uhr

    ...die Frauen in einem Mädchenheim verbrennen ließen, weil die sich bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude nicht ausreichend bedecken konnten...?!"

    Wie mein Vorredner korrekt bemerkte: das waren die Saudis.
    Und hier der Link: Saudi police 'stopped' fire rescue

    Antwort auf "ein paar Antworten"

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  • Quelle DIE ZEIT, 09.10.2008 Nr. 42
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