Umwelt Ein Sündenkonto für jedermann
Wie schaffen wir globale Gerechtigkeit in der Klimapolitik? Statt Großkonzerne und Staaten in die Pflicht zu nehmen, sollten wir beim luftverschmutzenden Individuum ansetzen. Wer mehr als 2500 Kilogramm CO₂ pro Jahr emittiert, muss zahlen. Ein Vorschlag

© Frederic J. Brown/AFP/Getty Images
Kohlekraftwerk bei Peking
Es ist nicht mehr lange hin bis zum nächsten Klima-Marathon in Kopenhagen Ende 2009. Hinter den Kulissen feilen Politiker und Sachverständige an Verhandlungstaktiken, Propagandastrategien und Kompromisslinien. In der Zwischenzeit möchte ich Sie einladen, einen Schritt zurückzutreten und sich folgende Fragen zu stellen: Wie müsste eine faire Lösung des Klimaproblems aussehen? Wie sollten wir Pflichten und finanzielle Lasten der nötigen CO₂-Reduktionen verteilen, wenn es dabei gerecht zugehen soll und keiner übervorteilt werden darf?
Was bislang zur Gerechtigkeit unter Luftverschmutzern gesagt wurde, ist unbefriedigend. Wer etwa in der chaotischen Debatte um Grenzwerte für den europäischen Straßenverkehr nach Gerechtigkeit gesucht hat, verlor schnell den Überblick. Doch wozu der ganze Streit? Grenzwerte für Autos sind dem Klima gleichgültig. Wer mit dem sparsamsten Auto herumfährt wie ein Irrer, schadet dem Klima mehr als der Besitzer einer Luxuslimousine, die in der Garage bleibt. Nicht die Autos sind das Problem, die Autofahrer sind es. Aber nicht nur die – jedermann trägt zu dem Problem bei: der Bahnfahrer und der Fluggast genauso wie der, der seine Wohnung heizt. Die Bösen sind nicht die anderen, sondern wir alle, die Konsumenten. Ob wir unseren Tank leerfahren, ob wir Kiwis verzehren, die von Neuseeland angeflogen kommen, oder einander Tulpen aus Afrika schenken – es zählt jedes Gramm CO₂, das wegen unserer unzähligen kleinen Einzelentscheidungen in die Luft geblasen wird. Und jedes Gramm zählt gleich viel, denn ein Gramm CO₂ ist ein Gramm CO₂ ist ein Gramm CO₂.
Für Inder und Chinesen sollte dieselbe Regelung gelten wie für uns
Wer hier Gerechtigkeit schaffen will, steht vor einer ungeheuren Aufgabe. Er müsste nicht nur einen fairen Ausgleich zwischen viel fahrenden Smart-Besitzern, schnell fahrenden Golf-Besitzern und wenig fahrenden Porsche-Besitzern schaffen, sondern auch zwischen dem Tulpen liebenden Bahnpendler mit hoch geheizter Altbauwohnung und dem, der auf Mallorca überwintert und seiner Vorliebe für neuseeländische Kiwis frönt. Angesichts dieses Durcheinanders lässt sich kaum definitiv ermitteln, ob sich die vielen Verordnungen und Pläne aus dem neuesten Klimaprogramm der Bundesregierung dazu eignen, die Lasten der CO₂-Reduktionen gerecht zu verteilen. Kann schon sein, dass sie sich eignen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist geringer als die für sechs Richtige im Lotto.
Wenn wir gedanklich anders ansetzen, wird es schlagartig einfach: Jeder Mensch hat das Recht, genauso viel CO₂-Emissionen zu verursachen wie jeder andere. Das gilt für Chinesen und Inder so wie für uns. Und zwar ab sofort! Den ersten Teil dieses Grundsatzes (»jeder Mensch«) übernehme ich von Angela Merkel. Mit dem zweiten Teil (»ab sofort«) gehe ich weit über das hinaus, was Merkel gesagt hat. Ab sofort heißt: vom 1. Januar 2013 an, dem anvisierten ersten Geltungstag der Nachfolgeregelung von Kyoto. Dass ich damit keine Stürme der Begeisterung auslöse, weiß ich. Das Publikum staunte schon bei Merkels mutigem Plädoyer – obwohl sie die Sache nur langfristig anpacken will.
Zwar müssen wir die Bundeskanzlerin loben, weil sie sich als erster Regierungschef eines reichen Industrielandes darauf festgelegt hat, dass jedem Erdenbürger genau dieselben CO₂-Emissionen pro Jahr zustehen. Tadeln müssen wir sie aber, weil sie die weltweite CO₂-Gerechtigkeit erst für das Jahr 2050 anvisiert. Das ist ungefähr so, als ob ein Mann den Verfechterinnen des Frauenwahlrechts entgegnet hätte: »Zugegeben, das augenblickliche Wahlrecht ist ungerecht – ich schlage vor, wir ändern es später; sagen wir, in zweiundvierzig Jahren.«
In zweiundvierzig Jahren ist die Hälfte von uns tot. Wer also beim CO₂-Problem die faire Verteilung der Lasten und Pflichten auf das Jahr 2050 vertagt, stellt für die meisten der jetzt lebenden Menschen keine Gerechtigkeit her. Doch wenn wir die Lasten ab sofort fair verteilen wollen, so wird denjenigen am meisten aufgebürdet, die pro Kopf überdurchschnittlich viel emittieren. Das sind wir – die Bewohner des reichen Nordens. Am schärfsten würde es die Amerikaner treffen. Jedes Jahr emittieren sie pro Kopf 20.100 Kilogramm, das ist ungefähr doppelt so viel wie der deutsche Durchschnitt. Wir Deutschen emittieren aber immer noch ungefähr doppelt so viel wie der durchschnittliche Erdenbürger, auf dessen Konto 4400 Kilogramm CO₂ gehen. Das wiederum ist doppelt so viel CO₂, wie die Erde nach Ansicht der Fachleute in den nächsten Jahrzehnten verkraftet: 2000 bis 3000 Kilogramm pro Kopf und Jahr (beim jetzigen Stand der Weltbevölkerung).
Diese wenigen Zahlen erklären, warum die Kanzlerin vorsichtshalber davon abgesehen hat, vorzuschlagen, die Lasten der CO₂-Reduktionen ab sofort fair zu verteilen. Denn wenn wir unseren CO₂-Ausstoß von einem Jahr aufs nächste vierteln sollen, dann verpassen wir unserer Wirtschaft einen ungeheuren Schock, den nicht viele Unternehmen und Arbeitsplätze überleben würden. Heißt das, dass wir keine Klimagerechtigkeit gewähren können, ohne volkswirtschaftlich Selbstmord zu begehen? Gemach; ich gehöre nicht zu den ökologischen Antikapitalisten, denen ein Bankrott der kapitalistischen Volkswirtschaften am liebsten wäre. Nein, wenn es schon gerecht zugehen soll, dann unter möglichst geringen Wohlstandsverzichten und ohne Harakiri. Also können wir nicht verlangen, dass der ökologisch vertretbare Grenzwert von heute auf morgen erreicht wird. Noch sind wir weit davon entfernt, den CO₂-Anteil in der Atmosphäre abzusenken. Er steigt, und dieser Anstieg beschleunigt sich zurzeit. Dem Global Carbon Project zufolge stieg der CO₂-Anteil in der Atmosphäre 2006 um 1,8 ppm (Teile CO₂ je eine Million Teile Luft), im Jahr 2007 bereits um 2,2 ppm. Es wäre einstweilen viel gewonnen, wenn wir diesen Trend stoppen könnten, ohne Inder und Afrikaner zu übervorteilen.
Das alles bedeutet: Jeder Mensch hat bis auf Weiteres das Recht, genau die augenblickliche Durchschnittsemission pro Erdenbürger zu verursachen. Allerdings wäre es keine gute Idee, Klimagerechtigkeit dadurch herzustellen, dass Inder und Afrikaner anfangen, so viel CO₂ zu emittieren wie wir. Was sollen sie mit den Emissionsrechten anfangen, die ihnen billigerweise zukommen? Die Antwort ist einfach: Sie verkaufen uns diese Rechte als Zertifikate zu einem fairen Preis. Der ergibt sich aus weltweiter Nachfrage und weltweitem Angebot.
198 nationale Zertifikatsbanken sind überflüssig. Eine Börse für alle reicht
Unter diesen Beschränkungen des CO₂-Angebots müssten zum Beispiel Deutsche für gut die Hälfte der Emissionen bezahlen, die sie durch ihr Konsum- und Produktionsverhalten verursachen. Gesteuert werden diese Zahlungen durch eine weltweite CO₂-Börse, an der fein gestückelte CO₂-Zertifikate gehandelt werden. Wer fossile Brennstoffe verfeuern will, muss schon bei deren Erwerb die entsprechende Zahl an Zertifikaten dazukaufen. Eine Studie der Welthandelsorganisation aus den Jahren 1998/99 hat gezeigt, wie einfach sich so was organisieren lässt – weit weniger bürokratisch als die Organisation nach dem Regelgewirr des Kyoto-Protokolls.
Mein Vorschlag unterscheidet sich drastisch vom Regime der CO₂-Zertifikate, das die EU derzeit betreibt. Einerseits will ich die Zertifikate nicht verschenken und schon gar nicht an diejenigen, die bislang besonders viel emittiert haben. Andererseits sollen alle Verbraucher fossiler Brennstoffe in den Handel mit Zertifikaten einbezogen werden, nach einheitlichen Spielregeln. Unter dem Regime der EU soll dagegen etwa der Straßenverkehr nach anderen Regeln CO₂ einsparen als ein Kohlekraftwerk, das den Strom für die ICE-Züge erzeugt – aus unerfindlichen Gründen.
Was ich vorschlage, ähnelt den Ideen des ehemaligen Umwelt-Staatssekretärs Lutz Wicke. Doch wer sich in dessen Konzept Kyoto Plus vertieft, wird konsterniert den Kopf schütteln. Zwar setzt auch Wicke (genau wie die Kanzlerin) auf weltweit gleiche Pro-Kopf-Emissionen. Aber sein Konzept ist so gestrickt, dass von diesem schönen Ziel nicht viel übrig bleibt: Eine Weltzertifikatsbank teilt jedem Land pro Kopf genau dieselbe Zahl an Zertifikaten zu: Länder wie Indien kriegen mehr, als sie brauchen, und müssen die überschüssigen Zertifikate zu einem Festpreis von 0,2 Cent pro Kilogramm abgeben – an diejenigen Länder, die überdurchschnittlich emittieren. Ein schönes Schnäppchen für Klimasünder. Und woher hat Wicke den Festpreis von 0,2 Cent? Es ist der Preis, den er uns gerade noch zumuten zu können glaubt. Doch wer Festpreise diktiert, schlägt Marktsignale in den Wind und verschenkt die Chance, Investitionen dahin zu lenken, wo sie sich am meisten lohnen. Das ist Planwirtschaft. Es ist die Enteignung derer, denen man eine Sekunde vorher großzügig gleiche Emissionsrechte verhieß. Ich schlage dagegen vor, dass weltweit jedermann beim Kauf und Verkauf der Zertifikate genau gleich behandelt wird, und zwar nach den Spielregeln von Angebot und Nachfrage. Sonderpreise je nach Wohnort darf es nicht geben.
Bei Kyoto Plus kommt es noch krasser. Nationale Zertifikatsbanken sollen die Zertifikate vor Ort, nach Bedarf im Vorjahr verteilen. Weshalb aber sollen ausgerechnet diejenigen, die bislang viel emittiert haben, dafür auch noch mit künftig hohen Zuteilungen belohnt werden? Das ist weder gerecht noch effizient. Abgesehen davon finde ich 198 nationale Zertifikatsbanken überflüssig. Warum so kompliziert? Eine einzige Börse für alle reicht.
Wickes Denkmuster ist in nationalstaatlichen Kategorien gefangen. Der Klimawandel jedoch ist ein globales Problem – ein Problem, in dem eine Welt lauter einzelnen Menschen gegenübersteht. Staaten sind für dies Problem irrelevant. Sehen wir nur, was bei Kyoto Plus aus dem Geld werden soll, das beim Verkauf der Zertifikate zusammenkommt: Im Rahmen eines globalen Marshallplans heckt jedes Entwicklungsland einen eigenen nationalen ökosozialen Marshallplan aus mit Projekten zur Armutsbekämpfung, zur Förderung klimafreundlicher Entwicklung und so weiter. Alles sehr schön – aber nicht marktwirtschaftlich. Der globale Marshallplan ist die Planung der Pläne!
Dagegen schlage ich vor: Das gesamte Geld, das durch die Versteigerung der Zertifikate zusammenkommt, wird in regelmäßigen Abständen und ohne Abzüge an jeden einzelnen Menschen ausgezahlt – an Menschen , nicht an Staaten. Jedermann soll gleich stark von den Erlösen der Weltbörse für CO₂ profitieren.
Fürchten Sie, dass mein Vorschlag die Bürokratie wuchern lässt? Keine Sorge. Um die Erlöse auszuzahlen, brauchen wir keine bürokratische Hierarchie. Anders als beim globalen Marshallplan wird es kein Antragswesen geben, keinen Papierkrieg, keine Formulare, keine Entscheidungen von irgendwem – nur die Auszahlung gegen Fingerabdruck am Computer des Geldlastwagens. Dafür ist weltweit weniger Personal nötig als bei einer humanitären Intervention in irgendeinem kleinen Balkanland.
Wie teuer wird das alles? Hier ein grober Anhaltspunkt. Zurzeit kosten Klimaprojekte circa 2 Cent je vermiedenes Kilo CO₂. Das markiert bis auf weiteres die rationale Obergrenze des Marktpreises für Zertifikate. Kein vernünftiger Mensch wird mehr als zwei Cent für ein Zertifikat bezahlen, wenn er sich stattdessen für zwei Cent von seiner CO₂-Bürde befreien kann. Für Deutsche läuft das auf durchschnittlich 120 Euro pro Kopf und Jahr hinaus. Die individuellen Kosten können allerdings weit niedriger liegen – oder weit höher, je nach Verhalten. Wer viel herumfährt, ein riesiges Haus hat ohne hinreichende Wärmedämmung und wer dies Haus mit Öl mollig warm heizt, für den wird es teurer als 120 Euro im Jahr. Wer Rad fährt und Solarzellen auf dem Dach hat, für den wird’s billiger. Und die Bewohner Indiens bekämen Geld für 80 Prozent der CO₂-Rechte, die ihnen insgesamt zustehen, geschätzt: Immerhin 80 Euro pro Kopf und Jahr, bar auf die Hand. Ich vertraue darauf, dass sie selbst am besten wissen, was sie damit anfangen sollen.
Hat etwa jemand Angst vor einer Marktlösung – jetzt, da die bösen Spekulanten das Weltfinanzsystem fast in den Kollaps getrieben haben? Was geschähe, so wird sich vielleicht mancher fragen, wenn dieselben Spekulanten CO₂-Zertifikate horteten, um sie später mit Gewinn zu verscherbeln? Schön wär’s. Wer CO₂-Zertifikate vom Markt nimmt, erweist der Natur einen Dienst. Sie müsste einstweilen weniger CO₂ verkraften als ohne Spekulantentum. Eine Atempause täte ihr gut. Selbst wenn schnöde Gier dahintersteckt.
Olaf L. Müller hat an der Humboldt-Universität zu Berlin den Lehrstuhl für Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie inne. Kürzlich erschien sein Buch »Moralische Beobachtung« (mentis Verlag, Paderborn 2008)
- Datum 05.08.2009 - 15:32 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 09.10.2008 Nr. 42
- Kommentare 58
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Was soll diese Merkel-Lobhudelei in der ZEIT? Wer sollte denn ein solches System umsetzen? Z.B. bei dem bolivianischen Opiumbauern, der zur Minimalversorgung seiner Familie mit einem LKW durch die Gegend fährt, der Dreck und CO² pfundweise hinten ´rausschleudert? Ebenso der Hummer, der 30 Liter in Dubai verbraucht. Das ewig gleiche Konzept : Probleme werden individualisiert. Gewinne bleiben bei den Firmen. Der Endverbraucher zahlt letztlich sowieso über die Preise.
Heute fährt die Formel 1 wieder ihre Runden. Mit grünen Öko-Streifen auf den Reifen. Weil die anderen, die Individuen nämlich , spritsparend fahren sollen. Sinnvoll wäre es, wenn dieser Herr Ecclestone überzeugt werden würde, im Rahmen einer Energiebilanz für jedes ausgetragene Rennen analog zu atmosfair.de einen entsprechenden Betrag in den Bau alternativer Energieträger zu investieren. Das wäre glaubwürdiger. Und würde diesem "Zirkus" sicherlich einen Imagegewinn sichern. Sagen Sie`s RTL, die sagen es Berni.
Wer ernsthaft glaubt das Kiwis aus Neuseeland mit dem Flugzeug nach Deutschland kommen, sollte das Schreiben von Zeitungsartikeln (noch dazu in der ZEIT) wohl lieber sein lassen.
Dieser schwachsinnige Hype alle Umwelt- und Klimafragen nur noch auf CO2 Emissionen zu reduzieren macht inzwischen anscheinend auch vor der ZEIT nicht halt.
Abgesehen davon ist die Idee des Autors ist völlig abwegig. Der Verwaltungs- und Personalaufwand eines solchen Modells ist absolut unvorstellbar. Die meisten Ländern dieser Welt verfügen nicht einmal über eine Infrastruktur um diese Verteilung auch nur an eine winzigie Minderheit zu gewährleisten. Und wer bitte soll feststellen wie viel CO2 Emissionen jeder einzelne verursacht? Soll ich in Zukunft etwa jederzeit ein PDA mit mir führen und jede einzelne Aktion die CO2 emittieren könnte protokollieren?
Ich verstehe den Autor so, dass man das CO2 Certifikat eben mitkauft, wenn man z.B. Heizoel oder Benzin oder eine Bahnfahrkarte oder einen Kuehlschrank etc. kauft.
Wie aber wird der "Freibetrag" ermittelt, also der Teil, den man verbrauchen "darf"?
Der eine friert schnell und heizt mehr, hat aber dafuer kein Auto - wie kann der nun umlegen?
120 Euro pro Jahr ist viel weniger als ich erwartet haette - das sind gerade mal 10 Euro im Monat. Das waere ich schon bereit zu zahlen, wenn ich doppelt soviel verbrauchte, wie der Durchschnitt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich wirklich die Annahme teile, dass jeder Mensch genau gleich viel CO2 verbrauchen duerfen sollte. Jemand der in Groenland wohnt, braucht einfach mehr Energie alleine schon um sich warmzuhalten als am Aequator. Jemand der in einer trockenen Gegend wohnt, muss entweder seinen Boden stark bewaessern (was vielleicht nicht klimaschaedlich ist, aber eben zu anderen Umweltproblemen fuehrt) oder eben seine Nahrung ueber weite Strecken transportieren lassen.
MAn kann sich natuerlich Fragen, ob Menschen in unwirtlichen Gegenden ueberhaupt wohnen sollten - aber wir haben wohl kaum die Moeglichkeit, die Weltbevoelkerung umzusiedeln. JEdenfalls scheint es mir als bevorzuge diese Gleichbehandlung Menschen, die in dicht besiedelten fruchtbaren Gegenden mit gemaessigtem Klima leben.
Ich verstehe den Autor so, dass man das CO2 Certifikat eben mitkauft, wenn man z.B. Heizoel oder Benzin oder eine Bahnfahrkarte oder einen Kuehlschrank etc. kauft.
Wie aber wird der "Freibetrag" ermittelt, also der Teil, den man verbrauchen "darf"?
Der eine friert schnell und heizt mehr, hat aber dafuer kein Auto - wie kann der nun umlegen?
120 Euro pro Jahr ist viel weniger als ich erwartet haette - das sind gerade mal 10 Euro im Monat. Das waere ich schon bereit zu zahlen, wenn ich doppelt soviel verbrauchte, wie der Durchschnitt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich wirklich die Annahme teile, dass jeder Mensch genau gleich viel CO2 verbrauchen duerfen sollte. Jemand der in Groenland wohnt, braucht einfach mehr Energie alleine schon um sich warmzuhalten als am Aequator. Jemand der in einer trockenen Gegend wohnt, muss entweder seinen Boden stark bewaessern (was vielleicht nicht klimaschaedlich ist, aber eben zu anderen Umweltproblemen fuehrt) oder eben seine Nahrung ueber weite Strecken transportieren lassen.
MAn kann sich natuerlich Fragen, ob Menschen in unwirtlichen Gegenden ueberhaupt wohnen sollten - aber wir haben wohl kaum die Moeglichkeit, die Weltbevoelkerung umzusiedeln. JEdenfalls scheint es mir als bevorzuge diese Gleichbehandlung Menschen, die in dicht besiedelten fruchtbaren Gegenden mit gemaessigtem Klima leben.
Das ist wieder mal typisch für die weltweit agierende politische Kaste. Irgendwann war mal Umweltaktionismus angesagt, weil ein paar Forscher "Alarm schlagen", weil das Meer ein Grad wärmer geworden ist. Schuld musste natürlich auch jemand sein, also wird seitdem alles mit "CO2-Label" gebrandmarkt.
Wer sich darüber grämt, dass die Welt wohlmöglich mal ein paar Grad wärmer werden wird, der möge sich bitte mal zur Klimageschichte schlau machen.
http://de.wikipedia.org/w...
Fazit: es war schon sehr oft wesentlich wärmer als heute, sogar mehr als das: wir leben in einem Eiszeitalter. Hat sich auch schonmal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel CO2 EIN (!) Vulkanausbruch in die Atmosphäre befördert? Ob der aktuelle Klimawandel überhaupt ein Abweichen vom Norm-Zyklus ist und damit überhaupt ein "Wandel"? Ob man nicht besser dahingehend forschen sollte, wie wir uns anpassen, wenn es ein paar Grad wärmer wird?
Es gibt ja noch nichtmal einen Beweis dafür, dass das von uns freigesetzte CO2 überhaupt wesentlich für diese Klimatischen Mini-Veränderungen verantwortlich ist, nur "Indikatoren" aus irgendwelchen Studien, wo Supercomputer von Menschen geschaffene Modelle stupide hochrechnen. Klasse.
Wären die Menschen vor 20.000 Jahren so weit gewesen wie heute, sie hätten wahrscheinlich panikartig CO2-Emittoren gebaut, um die rapide Abkühlung der nördlichen Hemisphäre zu verhindern.
Danke für den Klartext! Die geistige Minderheit, die sich ausserhalb
des IPCC-Dogmas und der Politiker-Hysterie in diversen seriösen
Quellen informiert, wird offensichtlich und hoffentlich endlich größer.
Der ganze Ablasshandel ist ein Volksbetrug ohnegleichen.
Gabriel und die Stromkonzerne betreiben böse Geschäfte auf Kosten
des Volkes.
Danke für den Klartext! Die geistige Minderheit, die sich ausserhalb
des IPCC-Dogmas und der Politiker-Hysterie in diversen seriösen
Quellen informiert, wird offensichtlich und hoffentlich endlich größer.
Der ganze Ablasshandel ist ein Volksbetrug ohnegleichen.
Gabriel und die Stromkonzerne betreiben böse Geschäfte auf Kosten
des Volkes.
das dachte ich zuerst: An den Haaren herbeigezogene Beispiele, polemische Vergleiche und immer schön die Keule gegen Otto Normalverbraucher geschwungen, während die Elite der "Entscheider" und "Verantwortungsträger" (wenig fahrende Porschebesitzer, Eigentümer von in der Garage verbleibenden Luxuswagen) geschont wird, kurz elitäre Polemik, wie wir sie sei geraumer Zeit kennen.
Aber dann sah ich am Schuss des Artikels, was der Schreiber von Beruf ist: Inhaber eines Lehrstuhls für, man staune, "Naturphilosophie" und "Wissenschaftstheorie", mit anderen Worten: ein lebender Selbstwiderspruch! Solche Blüten können wahrlich nur im elitären Betrieb deutschen Eliteuniversitätswahns gedeihen! So ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, dass der Autor in seinem Phantasieartikel von CO schwadroniert, wo er Kohlendioxid meint. Ginge es wirklich um ersteres, wären wir vermutlich längst alle tot, weil Kohlenmonoxid nämlich, im Gegensatz zum Dioxid, den Sauerstoff aus dem Hämoglobin unserer Blutzellen vertreibt, so dass wir ersticken würden. Das schreibt einer, der keinen Lehrstuhl innehat und kein Naturwissenschaftler (geschweige denn -philosoph) ist, aber in der Schule aufgepasst hat.
Was die praktischen Schwierigkeiten einer Umsetzung des vorgeschlagenen "gerechten" Programms angeht, gebe ich den Kommentaren #1 und #2 völlig recht. Allerdings braucht wohl niemand Angst zu haben, dass solches je auch nur in Erwägung gezogen wird, denn das ist gar nicht beabsichtigt: Wir haben es hier mit einem Stück Gesinnungsprosa zu tun, mit dem der Lehrstuhlinhaber lediglich die eigene Daseinsberechtigung unterstreichen will - was im leider gründlich misslungen ist.
Bevor Olaf Müller nun mit seinen Vorschlägen die Welt verändern will und dabei jedem ein individuelles Sündenkonto verpasst, sollte er sich erst einmal kundig machen ob das CO2 wirklich die Wirkung hat auf das globale Klima hat, von der er offensichtlich ohne Zweifel ausgeht. Dabei sollte er sein wissenschaftliches Instrumentarium, das er in seinem Wissensgebiet anwendet, auch zur Grundlage seiner Recherchen über die Erkenntnisse der Wirksamkeit von CO2 auf globale Temperaturen machen.
Er wird dann sehr schnell feststellen, dass es in weiten Teilen um Wirkungen geht und weniger um einwandfreie wissenschaftliche Erkenntnisse, oder, wie es der derzeit prominenteste deutsche „ Klimaschützer“, offizieller Berater der Bundeskanzlerin, Schellnhuber, in einem Interview in der FAZ vom 31. 8. 2008 ausdrückte auf die Frage „FAZ mit 18. Jahre wollte ich.... „ Schellnhuber : die Welt verbessern, heute will ich sie nur noch retten“ (wörtliches Zitat).
Bei solch einer grundsätzliches Einstellung, die mir auch bei Olaf Müller vorherrschend scheint, haben natürlich wissenschaftliche Erkenntnisse, die der Theorie von der umfassenden schädlichen Wirkung von CO2 widersprechen, kaum eine Chance, öffnsichtlich diskutiert zu werden, von einer Wirkung ganz abgesehen.
Wenn man zum Beispiel die Mechanismen des IPCC betrachtet, um zu angeblich feststehenden Wahrheiten zu gelangen, dann wird man sehr schnell feststellen können, dass die Aufgabe des IPCC, den Nachweis menschlichen Handelns auf globale Temperaturen festzustellen, voll erfüllt wird. Eine kleine Gruppe sucht die Wissenschaftler aus, die die Auswertung der eingesandten Beiträge übernehmen. Bei der „Summary for policymakers“ geht zudem nichts ohne die Beschlüsse der von den einzelnen Regierungen abgeordneten wissenschaftlichen Delegierten, die wohl kaum gegen die Interessen ihrer Heimatländer verstoßen werden. Und das sind in der Regel politische und kaum wissenschaftliche Interessen.
Und das geschieht so : die „Summary“ wurde veröffentlicht, ohne den zugehörigen wissenschaftlichen Bericht. Der erschien erst einige Monate später, durfte der “ Summary“ nicht widersprechen und musste entsprechend überprüft werden. Ein Protokoll der internen Diskussionen wird satzungsgemäß nicht veröffentlicht.
Ich empfehle Müller einmal die Lektüre von Lindzen, einer der prominentesten amerikanischen Klimaforscher :
Climate Science: Is it currently designed to answer questions?
Und Easterbrook : 2008: IMPLICATIONS OF PDO, NAO, GLACIAL FLUCTUATIONS, AND SUN SPOT CYCLES FOR GLOBAL CLIMATE IN THE COMING DECADES
icecap.us/images/uploads/GSA.pdf.
Dort kann man sehen, dass es auch ganz andere Erklärungen zu den globalen Temperaturverläufen gibt.
Vielleicht machen beide Artikel dann doch etwas nachdenklich über Vorschläge zur globalen Verteilung von CO2-Emissionen.
Viel Erfolg .
Es spielt doch überhaupt keine Role, inwieweit CO2 wirklich Auswirkungen auf das Klima hat. Entwicklung regenerativer Energien hilft uns schließlich allen, welche Motivation dahinter steht, ist doch eigentlich egal, schließlich wird ja niemand geschädigt. Nachhaltigkeit ist das Stichwort, was über allem stehen sollte unabhängig von irgendwelchen Ideologien. Oder wollen sie etwa ernsthaft, das die fossilen Energieträger schnellstmöglich ferfeuert werden?
Es spielt doch überhaupt keine Role, inwieweit CO2 wirklich Auswirkungen auf das Klima hat. Entwicklung regenerativer Energien hilft uns schließlich allen, welche Motivation dahinter steht, ist doch eigentlich egal, schließlich wird ja niemand geschädigt. Nachhaltigkeit ist das Stichwort, was über allem stehen sollte unabhängig von irgendwelchen Ideologien. Oder wollen sie etwa ernsthaft, das die fossilen Energieträger schnellstmöglich ferfeuert werden?
Die Adresse fürden Lindzen Artikel ist (gehört zu Beitrag 5)
arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0809/0809.3762.pdf
Was meine Vorkommentatoren leider völlig ignorieren, ist, dass die grundsätzliche Stoßrichtung des Artikels sehr wohl zur Bekämpfung der Klimakatastrophe betragen würde - wenn auch die praktische Umsetzung vielleicht anders ausfallen müsste und sich nur über diverse Zwischenstufen bzw. über die Umsetzung des Preissystems realisieren ließe. Wer derartige Vorschläge gleich wirsch beseite wischt, nur weil sie in manchen Punkten überarbeitet werden müssen, tut der Welt keinen Gefallen.
Ich glaube vielmehr, dass die meisten Menschen (und vermutlich auch die Mehrzahl der Kommentatoren vor mir) gar nichts für die Senkung des CO2-Ausstoßes (sowie anderer Klimagase, die meist vergessen werden!) tun wollen. Denn dann müssten wir ein Stückchen von unserem eigenen Wohlstand, unserer eigenen bequemen Lebensweise aufgeben. Motto: Klimaschutz - ja gerne, aber doch bitte ohne jede Belastung für mich persönlich. Das sollen ruhig andere machen, ich habe meine eigenen Sorgen.
Den größten Vogel schießen aber die Total-Leugner ab: Wenn hochintelligente Forscher, die ihre gesamte Arbeitszeit der Klimeentwicklung widmen, fast einhellig bestimmte Vorhersagen machen, dann kann immer noch irgenein selbsternannter Hobby-Experte daherkommen und alles abstreiten. Und: Nur weil etwas sich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen lässt, darf man es doch nicht ignorieren!! Oder würden Sie etwas essen, bei dem die nur 10%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass es vergiftet ist?! Beweisen lässt es sich nicht...
Weiterhin sollten wie hier nicht so tun, als ginge es bei der ganzen Klimaerwärmung nur um ein eher intellektuelles Problem, dessen einzige praktische Konsequenzen weniger Schnee im Winter und mehr Hitzetage im Sommer sind. An anderen Orten der Welt STERBEN Menschen aufgrund der Klimaerwärmung! Würden derartig gravierende Folgen auch uns drohen, sähe unsere Haltung in dem Thema vermutlich anders aus - aber es sind ja die Leben der anderen, die auf's Spiel gesetzt werden, also nur keine Eile mit Maßnahmen...
Die Welt ist mit wesentlich massiveren Schwankungen in ihrer Geschichte und mit unglaublich viel schwerwiegenderen Einschnitten ins Ökosystem klargekommen.
Letztlich geht es immer nur darum, dass WIR überleben, weil alle davon ausgehen, dass der Mensch aus welchem Grund auch immer mehr erhaltungswürdig ist als jede andere Lebensform. Machen wir uns doch nichts vor: wir wollen unser ganzes Biotop nur erhalten (und wie im Artikel beschrieben den Verlauf der Dinge ändern), damit UNS nichts passiert.
Täglich sterben irgendwo Menschen? Ist ja der Hammer. Jeden Augenblick sterben allerdings auch tausende andere Säugetiere, Lebewesen und Pflanzen.
Die Evolution ist eine feine Sache: sie nimmt keine Rücksicht auf Spezies oder Lebensraum. Entweder wir packen es oder nicht. So einfach. Die besten Konzepte setzen sich durch. Und wenn dem Menschen sein Sozialverhalten oder seine Intelligenz im Wege stehen, tja, dann sterben wir wohl aus.
Die Welt ist mit wesentlich massiveren Schwankungen in ihrer Geschichte und mit unglaublich viel schwerwiegenderen Einschnitten ins Ökosystem klargekommen.
Letztlich geht es immer nur darum, dass WIR überleben, weil alle davon ausgehen, dass der Mensch aus welchem Grund auch immer mehr erhaltungswürdig ist als jede andere Lebensform. Machen wir uns doch nichts vor: wir wollen unser ganzes Biotop nur erhalten (und wie im Artikel beschrieben den Verlauf der Dinge ändern), damit UNS nichts passiert.
Täglich sterben irgendwo Menschen? Ist ja der Hammer. Jeden Augenblick sterben allerdings auch tausende andere Säugetiere, Lebewesen und Pflanzen.
Die Evolution ist eine feine Sache: sie nimmt keine Rücksicht auf Spezies oder Lebensraum. Entweder wir packen es oder nicht. So einfach. Die besten Konzepte setzen sich durch. Und wenn dem Menschen sein Sozialverhalten oder seine Intelligenz im Wege stehen, tja, dann sterben wir wohl aus.
selbstverständlich nur die Deutschen einführen würden.
Jetzt werden uns wieder die schmelzenden Eisberge und Eismeere vor Augen geführt.
Zweidrittel der Erdgeschichte, hatte diese Erde nicht eine schneeballgröße Eis, vorzuweisen. Für die Erde selbst ist es doch wohl kaum eine Katastrophe, wenn das Eis schmilzt und der Meeresspiegel ansteigt. Eine Katastrophe ist es immer nur für die Menschen, die sämtliche Lebensräume für sich beanspruchen, und auch noch glauben, das Eis ist dafür da, dass wir zu allen Zeiten Ski fahren können.
Die Menschheit soll lieber achtgeben, dass sie noch ein paar Bäume übrig läßt, sonst wird irgendwann der Osterinseleffekt eintreten.
Herzlichst
Orpheus
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