Finanzkrise Staat als Croupier
Alle haben gezockt, und die Politik hat die Gier gefördert, meint Josef Joffe
Der Kapitalismus richtet sich selber, und der Staat soll’s richten. Dies ist das Mantra, und selbst FDP-Wähler summen mit: Gier, Marktversagen, Hartz IV für die Reichen… Leider ist die Moral von der Geschicht’ nicht ganz so schlicht.
Gier – neutraler: Gewinnstreben – ist so alt wie die Menschheit, folglich kann sie nicht erklären, warum diese Blase so maßlos angeschwollen und umso lauter zerplatzt ist. Dass dabei so manche quasistaatliche Bank in Deutschland in den Strudel geriet, zeigt, dass Gier nicht nur privates Laster ist. Aber das ist nur eine hübsche Pointe. Entscheidend ist der Staat als Schrittmacher, ja als Anstifter.
Am Anfang der Tragödie stand im Lande des »Raubtierkapitalismus« die staatlich verordnete Aufblähung der Nachfrage nach Wohneigentum im Namen dessen, was in Deutschland »soziale Gerechtigkeit«, in Amerika »a nation of homeowners« genannt wird. Zwischen 1997 und 2005, rechnet Ökonomie-Professor Russell Roberts vor, habe sich der Durchschnittspreis eines Hauses mehr als verdoppelt. Und warum?
Weil der Staat von 1992 an die öffentlich abgesicherten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac dazu »ermunterte«, immer mehr Hypotheken für die Ärmeren zu finanzieren; bis 2005 stieg die Quote auf 52 Prozent! Bis dato hatten Freddie und Fannie Aberhunderte von Milliarden abgesichert, darunter, wie vorauszusehen war, allzu viele Hypotheken von Schuldnern ohne Bonität (»subprime«), die nicht mehr als zehn Prozent des Kaufpreises hinblättern mussten.
Jimmy Carters Community Reinvestment Act von 1997 tat Gleiches den normalen Banken an: mehr Darlehen für »Schlechtergestellte«, also Risikoschuldner. Das war »sozialer Wohnungsbau«, der die Staatskasse nicht belastete – Gerechtigkeit »für lau«. Dritter wohlgemeinter Zockerfaktor: Um Wohneigentum zu fördern, haftet ein US-Schuldner nur mit dem Häuschen, nicht mit dem Gesamtvermögen. Das fördert nicht Umsicht, sondern Leichtsinn.
Schließlich bedurfte es noch einer weiteren staatlichen Wohltat, um die Zockerei überhaupt zu ermöglichen: billiges Geld. 2002 senkte die Zentralbank die (Interbank-)Zinsen (Federal Funds Rate) auf zwei Prozent und 2003 auf ein 40-Jahres-Tief von 1,25 Prozent. Der Roulette-Tisch war gedeckt, faites vos jeux. Die Häuserpreise stiegen und stiegen, also fiel und fiel die Pleite-Gefahr, also schossen die Einsätze (Hypotheken an Risiko-Kunden) in die Höhe. Und jeder sahnte gern ab, von Lehman bis zu den Landesbanken.
Die wirkliche Moral von der Geschicht’? Eine freundliche Sozialpolitik (die in Amerika die Wohnungseigentumsquote auf 70 Prozent hochtrieb) ist nicht immer kluge Wirtschaftspolitik, und schon gar nicht fördert sie kluges Einzelverhalten bei Reich und Arm. Der Staat war bei dieser Blase der wohlmeinende Anstifter; warum betrachten wir ihn dann als Heilsbringer? PS: In Amerika überwachen acht Bundesagenturen sowie die einzelnen Staaten die Finanzmärkte – eine unglaublich hohe Regulierungsdichte. PPS: Federal Funds kosten seit Dienstag wieder läppische 1,25 Prozent. Freuen wir uns auf die nächste Blase.
- Datum 04.05.2009 - 10:56 Uhr
- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 09.10.2008 Nr. 42
- Kommentare 67
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Ein interessanter Aspekt: Sozial und gleichzeitig abzockend, nicht nur national.
oder so aehnlich war der Leitzinssatz in Detschland als in den 70 ern Vollbeschaeftigung herrschte und die Wirtschft brummte ........
Ich habe ein Jahr Zeitung ausgetragen & gespart und dann konnte ich mir ein tolles neues Fahrrad kaufen !
Natürlich lassen sich die Zeiten nicht vergleichen - ich wollte das nur mal so in Erinnerung rufen! Damals hat man noch gespart und dann gekauft and Fahrzeugen beim Haendler standen noch Preise und nicht die Monatlichen Raten - und irgenwie funtionierte das ganz gut !
Wir werden zunehmend amrekanisiert -verblödet - medienkontrolliert !
Deutschland wach auf - selbst um das Risiko einer neuen 68er Generation !
Zweifelsohne trägt der Staat Schuld (wobei es natürlich eine extreme Vereinfachung ist z.B. den amerikanischen und den deutschen Staat in einen Topf zu werfen). Schon deswegen, weil er die Finanzmärkte nicht vernünftig reguliert hat. Wer sonst hätte das tun sollen?
Von alleine regulieren sie sich jedenfalls nicht vernünftig. Das ist ein verzweifelter, fast schon religiöser Glaube, der natürlich dadurch gefördert wird, dass man etwas nicht versteht.
Zur Anstiftung zur Blasenbildung durch den Staat bei den Immobilien möchte ich anmerken, dass die Blase sich sonst möglicherweise in einem anderen Bereich gebildet hätte. Insofern handelt es sich dabei nicht um einen Fall der Anstiftung, sondern um einen Fall der, wie man es im Strafrecht zu nennen pflegt, "Umstiftung".
Herr Joffe hat endlich Anweisungen aus der Zentrale bekommen, wie man auf die Finanzkrise argumentativ reagieren soll.
Wie schön: Die Linken, Gutmenschen und Jimmy Carter also waren's.
Wo habe ich das alles doch schon X-mal gelesen?
Man muss ja nun wirklich nicht mit Herrn Joffe einer Meinung sein. Aber wann bitte schoen erkennt man auf der Linken, dass es ehrliche Meinungen und aufrichtige Ueberzeugungen gibt, die nicht mit linken Meinungen uebereinstimmen?? Nein, wenn da jemand die "falsche Meinung" hat, dann muss er von irgendeiner Zentrale ferngesteuert sein.
Diese Haltung ist Meinungsdiktatur von der Sorte, wie sie in der DDR betrieben wurde, wo man vor offentliche Meinungsaeusserungen wirklich erst die Zentrale fragen musste. Und mit dem beruehmten Ausspruch von Rosa Luxemburg zur Meinungsfreiheit hat diese Haltung nichts, aber auch gar nichts zu tun. Tolle Linke haben wir hier im Forum, ganz grosses Format.
Friedrich Poeschel,
University of Oxford,
www.friedrich.poeschel.info
Man muss ja nun wirklich nicht mit Herrn Joffe einer Meinung sein. Aber wann bitte schoen erkennt man auf der Linken, dass es ehrliche Meinungen und aufrichtige Ueberzeugungen gibt, die nicht mit linken Meinungen uebereinstimmen?? Nein, wenn da jemand die "falsche Meinung" hat, dann muss er von irgendeiner Zentrale ferngesteuert sein.
Diese Haltung ist Meinungsdiktatur von der Sorte, wie sie in der DDR betrieben wurde, wo man vor offentliche Meinungsaeusserungen wirklich erst die Zentrale fragen musste. Und mit dem beruehmten Ausspruch von Rosa Luxemburg zur Meinungsfreiheit hat diese Haltung nichts, aber auch gar nichts zu tun. Tolle Linke haben wir hier im Forum, ganz grosses Format.
Friedrich Poeschel,
University of Oxford,
www.friedrich.poeschel.info
Hallo Herr Joffe,
Babara Ehrenreich schrieb in ihrem Buch, dass ein Erwachsener mit 2 Kindern 30000 Dollar Einkommen pro Jahr in den USA zum Überleben braucht. Das erschreckende 60% der Amerikaner verdienen weniger als 30000 Dollar pro Jahr. 2006 gingen dem Wert nach ein Viertel aller vermittelten Hypotheken an Kreditnehmer mit ungesichertem oder schlicht zu niedrigem Einkommen.
Das mediane Familieneinkommen ist für die unteren 20 Prozent der Familien seit 1979 zurückgegangen. Das Geld aus den Hypotheken wurde dringend gebraucht, um all die steigenden Kosten für Gesundheitsvorsorge, Benzin, Kindergärten und Nahrungsmittel finanzieren zu können. Clinton hatte die von Ihnen bewunderte geniale Idee, den Rest des Sozialstaates in den USA zu beseitigen. Und hatte kurzfristig Erfolg damit. Die Bösen waren nicht die kleinen Leute. Sie hatten keine andere Wahl. Oder würden Sie ihr Kind sterben lassen, weil Sie sich aus Ihrem Einkommen keine Medikamente leisten können?
Ich kenne Frau Ehrenreich nicht und weiß auch nicht, ob 20- oder 30- oder 40.000$ zum Leben notwendig sind.
Fakt ist aber, dass der Community Reinvestment Act (CRA) 1977 (nicht 1997) von Carter ins Leben gerufen, 1992 von Clinton (re)aktiviert, dazu aufrief, den Subprimes (zB 30.000/anno) Kredite zu geben. Dass die Banken dazu keine große Lust hatten, war klar. Um zB den Banken diese Unlust auszutreiben, hat zB der junge Anwalt Barak Obama 1994 in Chicago einen Prozeß gegen die Citybank geführt mit dem Vorwurf, die Citybank vergebe nicht genügend Kredite an Subprimes. Bestimmungen in dem 1992er CRA enthielten Passagen, die auf die Banken in dieser Hinsicht indirekten Druck ausübten.
Also wurden Fanny Mae und Freddy Mac, die halbstaatlichen Hypothekenbanken im Hintergrund, dazu aufgefordert, diese Risiken weitgehend zu übernehmen.
Und man muß Herrn Joffe durchaus beipflichten, dass gutgemeine Gesetze die falschen Anreize setzten, was in der Folgezeit zur Katastrophe führte: einerseits in der Bevölkerung das Gefühl, man könne sich etwas leisten (zB ein Haus) ohne dafür bezahlen zu müssen und andererseits bei den Kreditgebern, man könne Kredite vergeben ohne auf die Sicherheiten zu achten, denn diese übernehmen ja die halbstaatlichen Fanny May und Freddy Mac.
Dann kam der Stein, die Lawine ins rollen. Die Preise stiegen dank höherer Nachfrage nach Häusern und vor allem dank Greenspans (FED) Geldvermehrungspolitik - also auch halbstaatlich.
Und hier muß man vor der weiteren Analyse einmal einhalten und sich die Frage stellen: Was passiert, wenn ein so großer Spieler wie der Staat sich in den Markt begibt und dort mitspielt? Antwort: Die schiere Marktmacht sorgt dafür, dass sich alle nach ihm richten - was im Endeffekt Gleichschritt bedeutet.
Dieses Trio aus leichtem Zugang zu Kredit, risikofreier Kreditvergabe und wundersamer Geldvermehrung führten natürlich dazu, dass die Nachfrage nach Häusern weiter stieg, schneller, als gebaut werden konnte und dann die Preise schneller stiegen. Und wie bei jedem Boom geht es erst ganz klein los, nach einiger Zeit kommt es zu einer gemäßigten Steigerung und endet schließlich im Exzess.
Die Rolle der einzelnen Bank stellt sich etwas diffiziler dar, als zunächst gedacht. Anfangs zögerlich in der Kreditvergabe wegen der erhöhten Risiken, wurden sie risikofreudiger - einerseits durch staatliche Vorgaben (s. Prozeß Obama 1994) und andererseits durch die immer deutlicher werdende Risikofreudigkeit der halbstaatlichen Freddy und Fanny.
Dann kam eine fatale Entwicklung hinzu: Der überhebliche Glaube an mathematische Modelle (in der Klimadebatte ja auch zu beobachten). Mathematiker in Strategieabteilungen errechneten, dass das Risiko sich extrem minimieren ließe, wenn man unterschiedliche Risiken bündele. Die Vergangenheit habe ja gezeigt, dass die ja allseits bekannten Risiken nicht zur gleichen Zeit aufträten. Diese risikominimierten Bündel wurden dann verkauft mit den Argumenten: 1. Hohe Zinsen, da subprime und 2. geringes Risiko, da geschickt gemixt. On Top kan noch zu Beginn diese Jahrhunderts auch noch, dass der Kongress diesen mathematischen Modellen glaubte und sie per Gesetz hoffähig machte.
Dabei haben diese Mathematiker, Banker und Politiker eines übersehen, dass praktisch eigentlich nur ein einziger Spieler im Markt den Takt bestimmt - der Staat durch das oben genannte Trio. Und wenn nur ein einziger Spieler den Markt bestimmt, dann sind die ganzen Risiken wieder gebündelt, die Diversifizierung war nur eine Pseudodiversifizierung. So kam es dann doch zum "Black Swan" event, denn irgendwann ist jeder Kredit fällig. Und wenn der eigentlich schon immer zahlungsunfähige Schuldner nicht mehr zahlen kann (zB Subprimes), weil ihm der Geldgeber nicht genügend frisches Geld zur Verfügung stellen, dann ist das Schneeballsystem am Ende, Freddy und Fanny sind pleite. Da halfen auch die strengen Kontrollen der SEC und OCC nicht, denn Fanny und Freddy handelten und handeln immer noch unter den ja contradictorischen politischen Vorgaben.
Fazit: Bestimmt ein übermächtiger Marktteilnehmer den Takt, kommt es zu Gleichschritt und irgendwann zum Black Swan Event. Dank des Gewaltmonopols, des Gesetzgebungsmonopols und des Steuermonopls ist der Staat der denkbar mächtigste Marktteilnehmer.
In diesen turbulenten Zeiten kann man eine Vielzahl von menschlichen Eigenschaften beobachten: Gutmütigkeit, Gutgläubigkeit, Skrupellosigkeit, Überheblichkeit, Unverschämtheit, Dummheit, Korruption, kriminelle Neigungen und vieles mehr. Es gibt viel aufzuarbeiten.
Ich kenne Frau Ehrenreich nicht und weiß auch nicht, ob 20- oder 30- oder 40.000$ zum Leben notwendig sind.
Fakt ist aber, dass der Community Reinvestment Act (CRA) 1977 (nicht 1997) von Carter ins Leben gerufen, 1992 von Clinton (re)aktiviert, dazu aufrief, den Subprimes (zB 30.000/anno) Kredite zu geben. Dass die Banken dazu keine große Lust hatten, war klar. Um zB den Banken diese Unlust auszutreiben, hat zB der junge Anwalt Barak Obama 1994 in Chicago einen Prozeß gegen die Citybank geführt mit dem Vorwurf, die Citybank vergebe nicht genügend Kredite an Subprimes. Bestimmungen in dem 1992er CRA enthielten Passagen, die auf die Banken in dieser Hinsicht indirekten Druck ausübten.
Also wurden Fanny Mae und Freddy Mac, die halbstaatlichen Hypothekenbanken im Hintergrund, dazu aufgefordert, diese Risiken weitgehend zu übernehmen.
Und man muß Herrn Joffe durchaus beipflichten, dass gutgemeine Gesetze die falschen Anreize setzten, was in der Folgezeit zur Katastrophe führte: einerseits in der Bevölkerung das Gefühl, man könne sich etwas leisten (zB ein Haus) ohne dafür bezahlen zu müssen und andererseits bei den Kreditgebern, man könne Kredite vergeben ohne auf die Sicherheiten zu achten, denn diese übernehmen ja die halbstaatlichen Fanny May und Freddy Mac.
Dann kam der Stein, die Lawine ins rollen. Die Preise stiegen dank höherer Nachfrage nach Häusern und vor allem dank Greenspans (FED) Geldvermehrungspolitik - also auch halbstaatlich.
Und hier muß man vor der weiteren Analyse einmal einhalten und sich die Frage stellen: Was passiert, wenn ein so großer Spieler wie der Staat sich in den Markt begibt und dort mitspielt? Antwort: Die schiere Marktmacht sorgt dafür, dass sich alle nach ihm richten - was im Endeffekt Gleichschritt bedeutet.
Dieses Trio aus leichtem Zugang zu Kredit, risikofreier Kreditvergabe und wundersamer Geldvermehrung führten natürlich dazu, dass die Nachfrage nach Häusern weiter stieg, schneller, als gebaut werden konnte und dann die Preise schneller stiegen. Und wie bei jedem Boom geht es erst ganz klein los, nach einiger Zeit kommt es zu einer gemäßigten Steigerung und endet schließlich im Exzess.
Die Rolle der einzelnen Bank stellt sich etwas diffiziler dar, als zunächst gedacht. Anfangs zögerlich in der Kreditvergabe wegen der erhöhten Risiken, wurden sie risikofreudiger - einerseits durch staatliche Vorgaben (s. Prozeß Obama 1994) und andererseits durch die immer deutlicher werdende Risikofreudigkeit der halbstaatlichen Freddy und Fanny.
Dann kam eine fatale Entwicklung hinzu: Der überhebliche Glaube an mathematische Modelle (in der Klimadebatte ja auch zu beobachten). Mathematiker in Strategieabteilungen errechneten, dass das Risiko sich extrem minimieren ließe, wenn man unterschiedliche Risiken bündele. Die Vergangenheit habe ja gezeigt, dass die ja allseits bekannten Risiken nicht zur gleichen Zeit aufträten. Diese risikominimierten Bündel wurden dann verkauft mit den Argumenten: 1. Hohe Zinsen, da subprime und 2. geringes Risiko, da geschickt gemixt. On Top kan noch zu Beginn diese Jahrhunderts auch noch, dass der Kongress diesen mathematischen Modellen glaubte und sie per Gesetz hoffähig machte.
Dabei haben diese Mathematiker, Banker und Politiker eines übersehen, dass praktisch eigentlich nur ein einziger Spieler im Markt den Takt bestimmt - der Staat durch das oben genannte Trio. Und wenn nur ein einziger Spieler den Markt bestimmt, dann sind die ganzen Risiken wieder gebündelt, die Diversifizierung war nur eine Pseudodiversifizierung. So kam es dann doch zum "Black Swan" event, denn irgendwann ist jeder Kredit fällig. Und wenn der eigentlich schon immer zahlungsunfähige Schuldner nicht mehr zahlen kann (zB Subprimes), weil ihm der Geldgeber nicht genügend frisches Geld zur Verfügung stellen, dann ist das Schneeballsystem am Ende, Freddy und Fanny sind pleite. Da halfen auch die strengen Kontrollen der SEC und OCC nicht, denn Fanny und Freddy handelten und handeln immer noch unter den ja contradictorischen politischen Vorgaben.
Fazit: Bestimmt ein übermächtiger Marktteilnehmer den Takt, kommt es zu Gleichschritt und irgendwann zum Black Swan Event. Dank des Gewaltmonopols, des Gesetzgebungsmonopols und des Steuermonopls ist der Staat der denkbar mächtigste Marktteilnehmer.
In diesen turbulenten Zeiten kann man eine Vielzahl von menschlichen Eigenschaften beobachten: Gutmütigkeit, Gutgläubigkeit, Skrupellosigkeit, Überheblichkeit, Unverschämtheit, Dummheit, Korruption, kriminelle Neigungen und vieles mehr. Es gibt viel aufzuarbeiten.
wenn der Herr Joffe seine Ideologie Brille abnimmt wird er vielleicht erkennen, dass zwischen den von ihm angeführten Ursachen und dem eintritt der Krise eine mehrjährige Lücke klafft, welche seine Argumentation ad absurdum führt. Die Krise verursacht haben die erst vor wenigen Jahren eingeführten Kreditverbriefungen und die davon abgeleiteten synthetischen Finanzprodukte. Dieser finanzielle Sondermüll hat dazu geführt, dass die Finanzwirtschaft zu einem Spielcasino verkommen ist. Die Finanzierung der Realwirtschaft ist zu einer Nebentätigkeit geschrumpft. Hauptaktivität sind Glücksspiele mit immer neuen "Finanzinnovationen". Es werden nur Glücksspiele getätigt, getarnt als "Finanzprodukte". Die Akteure erfinden immer kompliziertere Finanzprodukte mit denen hemmungslos gezockt wird. Das "naked short selling" zeigt beispielhaft auf, was hier geschieht: gehandelt werden nicht vorhandene "Wertpapiere"! Gleiches gilt für all die schönen "Produkte" wie ABS, CDS, CDO etc. bei diesen Wetten gewinnt immer nur einer mit Sicherheit: der Buchmacher, hier die Banker. Allein mit Hypothekenverbriefung und davon abgeleiteten "Produkten" haben die Banker von 2003 bis heute 2.000 Mrd. $ an Gebühren kassiert, ein Mehrfaches dessen, was jetzt die Steuerzahler nachschiessen müssen! Alles sehr klar beschrieben in dem Buch "Geld arbeitet nicht". Die Banker haben mit tatkräftiger Unterstützung durch die Politik und zusätzlich belohnt mit vielen Steuervorteilen ein System geschaffen hatte, mit dem Kapital aus der Realwirtschaft in Gebühren und Boni verwandelt wurde. Die aktuellen Sprüche von Merkel&Co sind unglaubwürdige Sonntagsreden. Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition wurde zum Thema Finanzmarkt festgeschrieben: "Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden. Dazu wollen wir die Rahmenbedingungen für neue Anlageklassen in Deutschland schaffen. ... Überflüssige Regulierungen abbauen." Die Merkel Regierung hat sich mit Nachdruck dafür eingesetzt, den Finanzzockern mehr Freiheiten für immer neue Glücksspiele ("Produktinnovationen", "neue Anlageklassen") bei immer weniger Aufsicht einzuräumen. Ja, die Politik hat kräftig dazu beigetragen, die Krise anzuheizen, doch anders als von Joffe beschrieben.
@bioshark
ich habe keine Ahnung, wo Sie sich Ihr Wissen angelesen haben. Vielleicht in den Newsletters von Sarah Wagenknecht?
Aber eins weiß ich sicher. Von der Wirtschaft haben Sie keinen blassen Schimmer, und von Finanzwirtschaft desto weniger. Sie plappern nur die irgendwo geschnappten Worthülsen nach ohne deren Sinn überhaupt zu verstehen.
Sie vermischen Ihre Emotionen mit vermeintlich fachlichen Begriffen /Derivate, finanzielle Sondermüll, naked short selling, Spielcasino usw/. Damit geben Sie sich nur Bloße, dass Sie genau so wenig von der Finanzwirtschaft verstehen, wie die Politiker deren Sie das Unwissen vorwerfen.
[...]
Von fachlicher Analyse kein Spurnur ein verzweifelter Gejammer einers tobenden Kindes.
Vielleicht ist noch nicht zu spät ein FiWi Studium nachzuholen? Dann können Sie eben fachlich argumentieren. Jetzt sind Sie nur zum Sprachrohr von Oskar Lafontaine geworden. Veruschen Sie mal selbständig denken ohne Kommunisten nachzuplappern. Die Roten hatten genug Zeit zu beweisen, dass sie besser wirtschaften können. Es ist ihnen aber nicht gelungen den Zusammenbruch des Ostblocks zu verhindern.
Ich kann Ihnen nur eins versichern, sogar wenn das ganze System zusammenbricht wirt es den Menschen in Deutschland durchschnittlich noch besser gehen als den an den Leuten in Nordkorea, China, Kuba oder Venezuela. Vielleicht wird es Ihnen persönlich nicht zu gut gehen, aber das sind Sie schon selber daran schuld, dass Sie die Möglichkeiten, die Sie in Deutschland haben nicht genutzt haben um sich abzusichern und nur an die Gnade der Politik glaubten.
[Gekürzt. Bitte unterlassen Sie persönliche Angriffe, danke. /Die Redaktion pt.]
@bioshark
ich habe keine Ahnung, wo Sie sich Ihr Wissen angelesen haben. Vielleicht in den Newsletters von Sarah Wagenknecht?
Aber eins weiß ich sicher. Von der Wirtschaft haben Sie keinen blassen Schimmer, und von Finanzwirtschaft desto weniger. Sie plappern nur die irgendwo geschnappten Worthülsen nach ohne deren Sinn überhaupt zu verstehen.
Sie vermischen Ihre Emotionen mit vermeintlich fachlichen Begriffen /Derivate, finanzielle Sondermüll, naked short selling, Spielcasino usw/. Damit geben Sie sich nur Bloße, dass Sie genau so wenig von der Finanzwirtschaft verstehen, wie die Politiker deren Sie das Unwissen vorwerfen.
[...]
Von fachlicher Analyse kein Spurnur ein verzweifelter Gejammer einers tobenden Kindes.
Vielleicht ist noch nicht zu spät ein FiWi Studium nachzuholen? Dann können Sie eben fachlich argumentieren. Jetzt sind Sie nur zum Sprachrohr von Oskar Lafontaine geworden. Veruschen Sie mal selbständig denken ohne Kommunisten nachzuplappern. Die Roten hatten genug Zeit zu beweisen, dass sie besser wirtschaften können. Es ist ihnen aber nicht gelungen den Zusammenbruch des Ostblocks zu verhindern.
Ich kann Ihnen nur eins versichern, sogar wenn das ganze System zusammenbricht wirt es den Menschen in Deutschland durchschnittlich noch besser gehen als den an den Leuten in Nordkorea, China, Kuba oder Venezuela. Vielleicht wird es Ihnen persönlich nicht zu gut gehen, aber das sind Sie schon selber daran schuld, dass Sie die Möglichkeiten, die Sie in Deutschland haben nicht genutzt haben um sich abzusichern und nur an die Gnade der Politik glaubten.
[Gekürzt. Bitte unterlassen Sie persönliche Angriffe, danke. /Die Redaktion pt.]
Da sieht man es doch, wie umsichtige Sozialpolitik geht. Statt das Geld zu drucken und an die Banken zu verleihen, hätte der amerikanische Staat das Geld besser an die 'Subprimes' verschenkt.
Jetzt muss er zuerst die Banken aus dem Dreck ziehen, und danach die 'Subprimes", also eine relative Mehrheit der Amerikaner.
Tatsächlich ist die Wirtschaft in den USA in den 90-igern relativ stark gewachsen und hat damit auch mehr Geld gebraucht. Zwischen einem sinnvollen Gewinnstreben das einem Unternehmen eine angemessene Verzinsung der KApitalseite und Investitionen aus eigner FInanzkraft ermöglicht und Gier muss man doch deutlich eine Grenze ziehen. Gerade von sogenannten Experten sollte man erwarten, dass sie eben nicht der GIer verfallen sondern maßhalten. Das es keine unschuldigen Menschen gibt sei eingeräumt. Die menschliche Psyche verführt auch zu absurdem Verhalten. Der Unterschied zwischen denen die die Verantwortung tragen und denen die mitgelaufen sind ist nur, das die Verantwortlichen außer meiner Sicht eben die Akteure an den Finanzmärkten mit Marketing und unterstützt durch die Wirtschaftspresse unwissendere Menschen verführt haben und Wohlstandsversprechen gemacht wurden, die von Menschen die nicht ökonomisch geschult sind mit Vertrauen aufgenommen wurden, wo kritische Distanz richtig gewesen wäre. Der einfache Zugang zu Geld hätte nie in eine Spekulationsblase münden müssen. Wenn ich höre das GM und Ford 50 Milliarden vom Staat für die Entwicklung modernerer Automodelle fordern, dann stellt sich mir die Frage warum man das mit dem billigen Geld nicht aus eigener Kraft geschafft hat.
Unternehmen erwerben nach Schumpeter als Pioniere Wettbewerbsvorteile, die Ihnen hohe Renditen sichern. Warum agieren Unternehmen dann so, dass sie keine großen Innovationen versuchen und das Unternehmensrisiko auf Mitarbeiter und Staat abwälzen.
DIe Ideologie des shareholder value und nicht das billige Geld haben immer mehr Geld in den Kapitalpol geschickt. Die immer exorbitanter gesetzten Renditeziele in den Unternehmen haben über die Börse die große Blase erzeugt.
Herr Joffe greift sich den relativ kleinen Immobilienmarkt heraus und läßt den großen Zusammenhang, der überschießenden Börsenkurse außer acht. Insgesamt ist seine Analyse nicht falsch aber sie erklärt nicht die Dimensionen der Spekulation mit denen wir konfrontiert wurden.
Statt zu investieren hat man das Geld von einem Zyklus zum anderen an den Börsen zirkulieren lassen und mit neuen derivativen Finanzinstrumenten, die reinen Wettcharakter haben das Roulettespiel befeuert.
Hätte der Staat eine kontraktive Geldpolitik betrieben, wäre die Realwirtschaft mit Kapital unterversorgt worden, da das Geld in den Aktienwerten auf Eis gelegt war.
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