Ich lerne im:

Einen Tag nach meiner Operation am Blinddarm kam ein Lehrer im Krankenhaus vorbei. Ich wusste gar nicht, dass ich Unterricht bekommen würde. Aber schon am nächsten Vormittag haben wir ange- fangen. Ich finde es gut, dass ich auch im Krankenhaus etwas lernen konnte, auch wenn es nur ein bis zwei Stunden am Tag sind. Ich hatte hier nur einen einzigen Lehrer. Manchmal ließ mich Harald Girlich an seinem Laptop arbeiten. Und wir haben einige Aufgaben in Mathe wiederholt. Der Krankenhausunterricht hat mir fast besser gefallen als meine normale Schule. Es gab viel weniger Hausaufgaben, und ich musste nicht so viel rechnen und lesen. Außerdem konnte mich niemand ärgern. In meiner Klasse gibt es ein paar Jungs, die versuchen das immer. Im Krankenhaus wurde ich in Ruhe gelassen. Aber abends störte mich das Gepiepe der Geräte in meinem Zimmer beim Einschlafen. Und die Schmerzen hasste ich. Meine Freunde haben mir auch gefehlt, ich hätte gerne ein bisschen mehr gespielt. Jetzt bin ich wieder in der 3. Klasse in der Grundschule Hasloh und kann endlich wieder zum Schach gehen und in den Schulbetreuungsverein, in dem ich nach der Schule meine Hausaufgaben mache.

Aufgezeichnet von Kathrin Harms und Jeannette Otto

Name: Florian Lutz Alter: 9 Jahre Ort: Wurde nach einer Operation vier Wochen lang an der Asklepios Klinik Nord in Hamburg unterrichtet

Foto: Kathrin Harms/Zeitenspiegel für DIE ZEIT