Jungfräuliche Geburt im Aquarium

Weibliche Haie können offensichtlich Nachwuchs zeugen, ohne dazu einen männlichen Partner zu benötigen. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler jetzt bestätigt, nachdem bereits zum zweiten Mal jungfräulich gezeugter Nachwuchs in einer Haimutter gefunden wurde (Journal of Fish Biology, Bd. 73, S. 1473). Das Weibchen, ein Kleiner Schwarzspitzenhai, lebte seit acht Jahren in einem Aquarium, ohne darin Kontakt mit männlichen Artgenossen gehabt zu haben. Nach dem Tod des Tieres stießen Meeresbiologen bei der Obduktion des Hais auf Nachwuchs. Mit einem Gentest konnten sie nachweisen, dass das Erbgut der Nachkommen tatsächlich ausschließlich von der Mutter stammte. Ein ähnlicher Fall war bereits im vergangenen Jahr bei einem weiblichen Hammerhai vorgekommen.

Einsames Bakterium

Das bisher erste Ökosystem, das nur aus einem einzigen Organismus besteht, haben Mikrobiologen in einer Goldmine in Südafrika entdeckt (Science, Bd. 322, S. 275). In einer Flüssigkeitsprobe aus fast drei Kilometer Tiefe fanden sie außer dem Bakterium Desulforudis audaxviatorkeine anderen Lebensformen. Der vollständig isoliert lebende Bodenorganismus benötigt weder Licht noch Sauerstoff. Die für ihn notwendigen organischen Verbindungen synthetisiert sich D. audaxviator aus Flüssigkeit und den im Fels vorhandenen Elementen selbst. Die Biologen hatten zwar mit einem sehr einfachen Ökosystem gerechnet, waren aber trotzdem überrascht, tatsächlich nur einen einzigen Bakterienstamm vorzufinden. Ihre Ergebnisse könnten in der Astrobiologie eine Rolle spielen, weil sie erstmals zeigen, dass ein Organismus völlig unabhängig von anderen Lebensformen überdauern kann.

Kopf aus dem Wasser

Ihre spezielle Hals- und Schädelstruktur haben die ersten Landlebewesen wahrscheinlich bereits im flachen Wasser erworben. Das zeigt eine neue Untersuchung des Fossils Tiktaalik roseae, das als Bindeglied zwischen Meeres- und Landbewohnern gilt (Nature, Vorabveröffentlichung). Das vor etwa 375 Millionen Jahren lebende Flachwassertier hatte demnach bereits einen deutlichen Halsansatz, der von Evolutionsbiologen als Anpassung an das Landleben gedeutet wird. Während sich auf der Jagd unter Wasser der Körper mühelos in Richtung der Beute drehen lässt, ersetzte der Hals den ersten Landlebewesen diese Fertigkeit.