Diese zarte Kolumne hat viele Freunde, aber neuerdings auch mächtige Feinde. Ein geflügeltes Wort unter Bankern und Brokern lautet: Finis ist an allem schuld! Hätte Giovanni di Lorenzo diesem Lästermaul beizeiten eins auf die Schnüss gegeben, dann wäre der Kapitalismus nicht zusammengebrochen. Liebe Wirtschaftsmenschen, ihr übertreibt. Wir sind doch keine Monster, auch uns ist zum Heulen zumute, wenn alles den Bach hinuntergeht. Das haben wir nicht gewollt. Gestern noch haben wir einem frisch gefeuerten Topmanager den Pappkarton in den Bentley geschleppt. Wie traurig das war. Es schmerzt uns, wenn der Schuhputzer euch nicht mehr grüßt und die Klofrau Vorkasse verlangt. Der berühmte Ökonomie-Professor Marc Beise von der SZ hat völlig recht: Die Politik hat versagt. Seit Jahren betteln Großkapitalisten darum, der Staat möge ihrem Treiben ein Ende setzen, aber nichts geschah. Nun ist es zu spät. Der Traum ist aus. Ein FAZ- Journalist fand dafür bittere Worte: Mit der Wall Street brach unser Weltbild zusammen, und jetzt haben wir keine Erzählung mehr, die wir unseren Kindern beim Einschlafen ins Ohr flüstern können. Die Helden sind gestürzt, bald kommt der Winter, die Menschen friert, und keine Geschichte wird sie wärmen. Ja, liebe FAZ, das ist schlimm, das ist der Weltuntergang. "Wie können wir jetzt noch Hedonisten sein?", fragt ein netter Mensch von der Süddeutschen. Guter Freund, wir wissen es nicht. Die Strandbars an der Spree sehen traurig aus, als hätten sie es geahnt. Erst "kam hier Beck’s, dann Beck’s Gold und schließlich Beck’s Lemon". Und was kommt dann? Dann kommt die Nacht über Deutschland. Dann regieren die Linken, und wir müssen wieder im Sozialstaat leben, wehrlos unter Weltverbesserern, Spießern, Miesmachern und Bedenkenträgern. Wie damals in Bonn am Rhein. Uns Deutschen wird das Kostbarste genommen, das Menschenrecht auf Armut. Linke Langweiler zwingen Popjournalisten dazu, Besinnungsaufsätze zu schreiben. Oskar Lafontaine streift der Generation Golf rote Mülltüten über ihre lachsfarbenen Anzüge, eine Spende vom DGB. Moralapostel verbieten uns den Urlaub auf Bora Bora. In Fußketten wandern wir Kreative mit Manuel Andrack von Castrop-Rauxel nach Bad Sassendorf. Zum Einschlafen gibt es die Frankfurter Rundschau. Leute, es wird die Hölle. Und das alles wegen FINIS