Der zweitkleinste Homsa kroch am Zaun entlang. Manchmal blieb er regungslos liegen und beobachtete den Feind zwischen den Zaunlatten hindurch. Sein kleiner Bruder kroch hinterher. Als der Homsa beim Gemüsebeet angelangt war, legte er sich auf den Bauch und schlängelte sich durch den Salat. Der Feind hatte Kundschafter ausgesandt, die waren überall. "Ich werd ganz schwarz", sagte der kleine Bruder. "Sei still", flüsterte der Homsa, "wenn dir dein Leben lieb ist. Was glaubst du wohl, was man in einem Mangrovensumpf wird? Blau?" – "Das hier ist Salat", sagte der kleine Bruder.

"Wenn du so weitermachst, wirst du bestimmt bald erwachsen", sagte der Homsa. "Dann wirst du genau wie Mama und Papa, und das geschieht dir gerade recht. Dann siehst und hörst du ganz normal, und damit meine ich, dass du weder siehst noch hörst, und dann ist es aus mit dir." – "Oho", sagte der kleine Bruder und fing an, Erde zu essen. "Die ist vergiftet", bemerkte der Homsa. "Und jetzt haben sie uns erblickt, das haben wir dir zu verdanken."

Zwei Kundschafter sausten auf sie herab, doch der Homsa tötete sie schnell. Keuchend rutschte er in den Graben und blieb dort sitzen. Er lauschte, dass ihm die Ohren bebten. Die anderen Kundschafter verhielten sich still, kamen aber sachte durch das Gras angekrochen. Durchs Präriegras.

"Hör mal", sagte der kleine Bruder vom oberen Grabenrand herunter. "Ich will nach Hause." – "Du kommst wahrscheinlich nie mehr nach Hause", sagte sein Bruder düster. "Deine Gebeine werden in der Prärie ruhen, bis sie weiß sind, Mama und Papa werden weinen, bis sie ertrinken, und das alles führt zu nichts und weniger als gar nichts." Der kleine Bruder fing an zu schreien.

Der Homsa hörte, dass dies ein Schrei war, der lange andauern würde. Daher ließ er seinen kleinen Bruder in Ruhe und kroch weiter. Er dachte wutentbrannt: Wenn es nur keine kleinen Brüder gäbe! Die müssten groß auf die Welt kommen oder gar nicht. Die müssten so lange in einer Schublade gehalten werden, bis sie was kapieren.

Der Graben war nass. Der Homsa beschloss, den Südpol zu entdecken, und stapfte platschend weiter. Mit der Zeit wurde er sehr müde, weil Proviant und Wasser zu Ende gingen und er leider von einem Eisbären gebissen worden war. Schließlich verkroch sich der Graben in der Erde, und der Homsa besaß den Südpol ganz für sich alleine. Inzwischen war er im Moor angelangt. Das Moor war grau und dunkelgrün, ab und zu glänzte schwarzes Wasser auf, und es roch nach Moder.

"Das Moor ist verboten", dachte der Homsa laut. "Spätnachts fährt hier der große Geisterwagen. Man hört ihn in weiter Ferne heranrollen, aber man weiß nicht, wer ihn lenkt… Nein! Hilfe!", rief der Homsa aus. Plötzlich bekam er Angst. Sie fing unten im Bauch an und stieg langsam nach oben. Noch vor einer Minute hatte es keinen Wagen gegeben, niemand hatte je etwas davon gehört. Dann hatte er ihn gedacht, und schon war er da.