Sie sind die Mehrheit. Man könnte sogar sagen: Sie sind die Wissenschaft. Doch sie sind unsichtbar. Der Bundesbericht Forschung und Innovation 2008 zählt in Deutschland 166874 Wissenschaftler, die in Unternehmen arbeiten – das sind fast zwei Drittel aller Wissenschaftler hierzulande. Doch die Industrieforscher kommen öffentlich so gut wie nicht vor. Nicht im Fernsehen, nicht in Zeitungen oder Magazinen, nicht auf Podien und Bühnen. Das hat – Achtung, Spione! – zum Teil gute Gründe. Um auf dem Weltmarkt bestehen zu können, braucht man nicht nur neue Ideen, man darf sie sich auch nicht allzu früh stehlen lassen.

Für die ZEIT hat die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften die Türen zu den Industrielabors der Republik aufgestoßen, die Türen jener Unternehmen, die im Senat der Akademie vertreten sind – und die in ihren Branchen zu den Weltmarktführern zählen. Der Fotograf Thomas Ernsting war quer durch Deutschland unterwegs, um die unsichtbare Wissenschaft sichtbar zu machen. ast