Höhlenmalereien

Vorläufer der Schrift waren vermutlich Bilder. Vor etwa 50000 Jahren entstanden die ersten Höhlenmalereien, die für ihre Schöpfer jedoch mehr waren als bloße Abbildungen – sie transportierten auch Botschaften. Die ältesten echten Schriftzeugnisse stammen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr.: Tontäfelchen zeigen eine runde Einkerbung sowie das Bild eines Tieres darunter. Archäologen glauben, dass die Einkerbung für die Zahl Zehn steht.Ägyptische Hieroglyphen

In Ägypten setzten sich um das Jahr 3000 v. Chr. Hieroglyphen durch. Sie sind weder reine Bilderschrift noch abstrakte Lautschrift und entwickelten sich wahrscheinlich aus der Verzierung von Vasen. Neben Piktogrammen und stilisierten Bildzeichen von Alltagsdingen gibt es Phonogramme, die wie die Buchstaben des heutigen Alphabets für Laute stehen. Über die Jahrtausende stieg die Zahl der Zeichen von rund 700 auf etwa 5000 an.Keilschrift

Gerade Linien sind deutlich einfacher in weichen Ton zu zeichnen als Bilder. Deshalb entwickelten Babylonier und Sumerer verschiedene Schreibwerkzeuge, mit denen sich kegelförmig zulaufende Abdrücke machen ließen. Die Keilschrift war geboren. Sie war bereits so komplex, dass schon 2000 v. Chr. Weltliteratur wie das monumentale Gilgamesch-Epos in Altbabylonisch auf zwölf Tontafeln festgehalten werden konnte.Chinesische Tonlettern

Lange Zeit wurden die chinesischen Schriftzeichen vor allem mit Tusche zu Papier gebracht. Um das Jahr 1050 herum entdeckte Bi Sheng jedoch, dass man aus gebranntem Ton Lettern herstellen kann, mit denen sich Papier bedrucken lässt. Das war, lange bevor sich Johannes Gutenberg in Deutschland an die Arbeit machte. Das größte Problem der Chinesen beim Druck: Ihre Sprache zählt rund 50000 Schriftzeichen.Bibeln im Mittelalter

Um eine mittelalterliche Bibel auf Pergament herzustellen, benötigte man die Häute von 500 Kälbern – und außerdem viel Geduld, denn jeder Buchstabe und jedes Bild wurden von Hand gemalt. In den damaligen Bibliotheken herrschte übrigens ein lautes Stimmengewirr, was die Leser allerdings nicht störte: Bis ins hohe Mittelalter standen stille Leser vielmehr im Verdacht, mit dem Teufel im Bunde zu sein.Gutenbergs Erfindung

Bevor Johannes Gutenberg 1456 den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern entwickelte, waren Bücher eine Seltenheit. Die meisten dieser wertvollen Handschriften waren in Bibliotheken angekettet. Gutenbergs Technik ermöglichte in Europa erstmals die preiswerte Massenproduktion von Büchern. Damit brachte sie auch einen völlig neuen Wirtschaftszweig hervor: Allein in Venedig gab es um 1500 etwa 200 Druckereien.Bücher für alle