Der eine, Nâzm Hikmet (1902–1963; links unten), gilt als Prototyp des sozialistischen Dichters, der andere, Ahmet Hamdi Tanpnar (1901–1962, rechts unten), als der Chronist des Bürgertums, beide zusammen erzählen von der türkischen Moderne. Nâzm Hikmet, Sohn eines Beamten, Enkel eines Gouverneurs des Sultans, verbringt 16 Jahre seines Lebens im Gefängnis und 13 im Exil, begraben ist er in Moskau. Er ist der Erneuerer der osmanischen Lyrik aus dem Geist eines kosmischen Mitgefühls mit der Schöpfung. Tanpnar, Sohn eines Richters, geschult an der Ästhetik eines Valéry wie im Einfluss einer sufistisch inspirierten Mystik, hat ein großartiges Werk geschaffen, das Panorama einer identitätsverlorenen Gesellschaft, das den Vergleich mit dem Werk von Marcel Proust oder Robert Musil nicht scheuen braucht.