Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk wurde 1952 in Istanbul als Sohn einer wohlhabenden und hochgebildeten Familie geboren, er erzählte im ZEITLiteraturmagazin der vergangenen Woche vom rauschhaften Lesen in der unerschöpflichen Bibliothek seines Vaters. Mit 23 Jahren verwarf er den ursprünglichen Plan, Maler zu werden, zugunsten der Literatur.

Pamuk gilt als unbestechlicher Kritiker der türkischen Verhältnisse und zugleich als Mittler der Kultur seiner Heimat in den Westen. Seine Landsleute ermutigt er zu einem eigenen türkischen Selbstbewusstsein. Sein Werk vereint aufs Schönste Humor und Scharfsinn sowie eine große Liebe zur sufistisch geprägten Erzähltradition des Orients. Im Jahr 2005 erhielt Pamuk den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, ein Jahr später den Nobelpreis.