Es droht das E-Buch – und sein Gefährte, der elektronische Leser. Wenn die zwei kommen, was schneller geschehen kann, als man glaubt, dann geht es wohl als Erstes dem Taschenbuch ans Leben. Die praktische kleine Schwester des oft edleren und stets teureren gebundenen Buches ist die BVersion für Leser, denen es auf Schönheit und Erstauflage nicht ankommt, die es billig wollen. Diesem Lesertypus wird das online herunterzuladende, bequem daheim auszudruckende Buch perfekt zupasskommen. Doch immer, wenn etwas zur Massenware wird, ob Auto, Haushaltsgerät oder Wein, dauert es nicht lange bis zur Gegenreaktion – der Edelware. Man mag es den Manufactum-Effekt nennen oder eine unausrottbare Sehnsucht nach Schönheit. Auch beim Buch trägt sie diesen Herbst Früchte. Einige liegen auf diesem von unserem Fotografen arrangierten Erntedanktisch

Eine Anekdote, leider unverbürgt: Was er sich zum 100. wünsche, habe Helmut Kohl bei Jünger anfragen lassen. Ein wenig Haschisch, habe der Jubilar mitgeteilt. Wolfgang Tillmans stellte sein "Mental Picture" für diese Neuausgabe bereit (Ernst Jünger: Annäherungen. Klett-Cotta)Das "kleine Schwarze", berühmt durch die Verfilmung von "Frühstück bei Tiffany" – hier wird es Buch. Hubert de Givenchy, der das "Kleine" für die Hepburn entwarf, kleidet nun den Roman in schwarze Seide und trägt die Zeichnungen bei (Truman Capote: Frühstück bei Tiffany. Kein und Aber)Ein Baselitz, das war der Wunsch des Autors. Der Maler lieferte ein Liebespaar, schwebend, und passend zum Roman über ein ebensolches, und zerstreute die Sorge im Verlag, Künstler interessierten sich nicht für so kleine Formate (Ingo Schulze: Adam und Evelyn. Berlin Verlag)Kein "Bird on the Wire" – ein Vogel auf grünem Ast, gezeichnet vom Sänger-Dichter selbst (Leonard Cohen: Buch der Sehnsüchte. Blumenbar). Einige Bücher dieses Verlages haben es sogar in die Münchner Pinakothek geschafftDas Buch über die letzten Stunden der Romy Schneider (Olaf Kraemer: Ende einer Nacht. Blumenbar) hüllt sich in ein Bild der Schauspielerin, das an alte Filmplakate erinnert. Dieses Gesicht, wie in Trauer halb abgewandt, man möchte es aufblättern