wurde 2006 international bekannt mit seinem Roman Die Wohlgesinnten. In dem Buch geht es um die fiktiven Erinnerungen eines homosexuellen ehemaligen SS-Offiziers namens Max Aue. Nach Kriegsende blickt er ohne Reue auf seine Gräueltaten zurück.

In Frankreich wurde das Buch zum Überraschungserfolg, wochenlang stand es auf Platz eins der Bestsellerlisten. Der Autor wurde mit dem Grand Prix du Roman der Académie française und mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

In Deutschland gingen die Meinungen auseinander. "Atemberaubendes literarisches Meisterwerk", rühmte die Süddeutsche Zeitung, die taz dagegen fühlte sich an Hollywoodfilme mit "Nazi-Uniformen in Studiokulissen" erinnert.

Littell, 1967 in New York geboren, entstammt einer jüdischen Familie, deren Vorfahren im 19. Jahrhundert aus Polen in die USA immigrierten. Sein Vater Robert Littell machte sich als Reporter und Autor von Spionageromanen einen Namen. Jonathan Littell wuchs zweisprachig in Frankreich auf. Nach dem Abitur in Paris 1985 studierte er an der amerikanischen Yale University Literaturwissenschaft. Von 1993 bis 2001 engagierte er sich für die humanitäre Organisation Aktion gegen den Hunger (ACF). Jonathan Littell lebt mit seiner Familie in Barcelona. sw