Bundeswehr-Einsatz Afghanistan, wie lange noch?
Es gibt viele kleine Erfolge, doch zum großen Durchbruch addieren sie sich bisher nicht. Zweiter Teil einer Reise zum gefährlichsten Einsatzort der Bundeswehr
Staub, Staub überall. Über Kabul liegt eine dichte Dunstglocke. Auf Baustellen wie der von Deutschland geförderten Polizeiakademie oder dem weitläufigen Areal des neuen Militärflughafens für die Isaf versinken die Arbeiter knöcheltief in grauem Staub. Zwar sind einige Hauptstraßen mittlerweile asphaltiert, auf den üblichen Schlaglochpisten jedoch wirbelt jedes Auto dicke weiße Wolken auf. Sie verschleiern die umliegenden Höhenzüge. Im Schleier der Ungewissheit verschwimmt auch die Zukunft Afghanistans. Krieg oder Frieden? Aufbau oder Chaos? Scheiternder Staat oder umrissgewinnende Nation?
Kabul wirkt bagdadisiert – anders lässt es sich kaum beschreiben. Wohl gibt es in der von den verfeindeten Bürgerkriegslagern (nicht, wie so oft unterstellt wird, von den Sowjets) gründlich verwüsteten Vier-Millionen-Stadt wieder reges und buntes Leben. Aber der Wiederaufbau geht nur stockend voran; prominente Ruinen wie der Königspalast oder, auf dem Weg dahin, die vierstöckige Brotfabrik, stehen nach wie vor trist in der Landschaft, und die Flut der zurückkehrenden Flüchtlinge hat den schmutzigen Gischtsaum ungenehmigter Lehmhäuschen weit die Berghänge hochgespült.
4000 Soldaten, um den Transport einer Turbine zu beschützen
Das Herz der Kapitale gleicht der green zone in der irakischen Hauptstadt. In einem urbanen Hochsicherheitstrakt haben sich Präsident Hamid Karsai, die amerikanische Botschaft und viele andere ausländische Vertretungen, das Verteidigungsministerium und das Isaf-Hauptquartier hinter hohen Mauern und Betonquadern verschanzt. Überall Barrikaden, Schlagbäume, schussbereite Kontrollposten, die zum Slalomfahren um Zementklötze zwingen. Seit dem Bombenanschlag auf die indische Botschaft im Juli (50 Tote, 150 Verletzte) fühlt sich niemand mehr sicher.
Es ist paradox: Je mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt worden sind und je mehr sie »in die Fläche« gehen, desto stärker ist die Unsicherheit im Lande gewachsen. Die Zahl der gewalttätigen Zwischenfälle stieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres um ein Drittel auf 1400 oder 40 am Tag. Es gab 3000 Zwischenfälle mit improvisierten Sprengkörpern (IED), jeden Tag 15. Die Hälfte davon wurde von den Koalitionstruppen entdeckt, auf den Rest fahren sie mit ihren Fahrzeugen auf. Die IED-Detonationen verursachen fast zwei Drittel der Koalitionsverluste.
Vor dem »Yellow Building« im Isaf-Hauptquartier zu Kabul flattern die Fahnen aller beteiligten Nationen. Jeden Morgen gehen die Blicke der Chefs, aber auch die der 1800 Leute, die hier Dienst tun, dorthin: Ist wieder auf halbmast geflaggt? Hat es aufs Neue ein Todesopfer gegeben? Bei der Isaf ist dies jeden zweiten Tag der Fall (die afghanische Armee meldet täglich zwei Tote). Zugleich verzeichnen die Nichtregierungsorganisationen eine steigende Zahl von Angriffen bewaffneter Oppositionsgruppen oder brutaler Verbrecherbanden. Viele halten sich dem Militär fern, um nicht mit den Isaf-Soldaten in einen Topf geworfen zu werden, andere hingegen sehen es nicht ungern, dass eine Einheit in der Nähe liegt.
Unsicherheit ist aber auch das Los der Zivilbevölkerung. Al-Qaida und die aufständischen Taliban machen ihr dabei eher die geringste Sorge. Gefährlicher ist das allgegenwärtige organisierte Verbrechertum – Drogenkriminalität, die florierende Entführungs- und Erpressungsindustrie, das Treiben krimineller Banden, dazu die gesetzlosen Machenschaften der korrupten Polizei, der örtlichen Machthaber und allzu häufig auch des Regierungs- und Verwaltungspersonals. »Wo es jedoch keine Sicherheit gibt, wächst die Angst«, sagt ein deutscher Aufbauhelfer in Faisabad, »und wo Angst herrscht, stirbt die Hoffnung.«
Nach dem Sturz des Taliban-Regimes im Herbst 2001 hat sich die internationale Gemeinschaft vorgenommen, dieses unterentwickelte, ethnisch zerklüftete und im politischen Machtgerangel zerstrittene Land zu befrieden, zu stabilisieren und aus der Armut herauszuführen. Deutschland, das bei der Petersberg-Konferenz Ende 2001 eine Vorreiterrolle beim Wiederaufbau des geschundenen Landes übernahm, schickte schon im Januar 2002 die ersten Soldaten. Seitdem steht die Bundeswehr in Afghanistan – erst in Kabul, dann, seit Ende 2003, im Norden, in insgesamt neun der 34 afghanischen Provinzen. Derzeit sind mit dem 17. Kontingent rund 3500 unserer Soldaten in Masar-i-Scharif, Kundus und Faisabad postiert; nach dem jüngsten Bundestagsbeschluss dürfen es bis zu 4500 werden. Die Deutschen sind damit der drittgrößte Truppensteller. In ihrem Verantwortungsbereich stärkt die Präsenz der Bundeswehr die Sicherheitsverhältnisse ab. Zugleich betreiben die Truppen in Kundus und Faisabad zwei der fünf zivil-militärischen Provinz-Wiederaufbau-Teams (PRT) im Norden. Ungefährlich ist dies alles nicht; 30 Todesopfer hat die Bundeswehr bisher zu beklagen. Mittlerweile steht die internationale Staatengemeinschaft im siebten Jahr am Hindukusch – länger schon, als der Zweite Weltkrieg dauerte. Was hat sie bisher erreicht?
Die amtliche Liste der Errungenschaften nimmt sich eindrucksvoll aus. Es sind 4000 Kilometer Straßen gebaut worden. Über 300 Zeitungen und Zeitschriften werden auf dem Markt feilgeboten, 49 Radiosender und 16 Fernsehstationen (davon 15 private) bedienen das Land. Seit 2002 sind 5,5 Millionen Flüchtlinge aus Iran und Pakistan zurückgekehrt. Sechseinhalb Millionen Kinder gehen wieder zur Schule, 38 Prozent der Universitätsstudenten sind Frauen. Bei dem von den Taliban bekämpften »Leuchtturm-Projekt« des Kadschaki-Staudamms arbeiten die beiden ersten Turbinen, die dritte – in vier Tagen herangeschafft, bewacht von 4000 Isaf-Soldaten wie ein hochgefährlicher Castor-Transport, wird gerade installiert. Das Kraftwerk soll vom nächsten Frühjahr an 1,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Der Aufbau der afghanischen Armee (ANA) wie der afghanischen Polizei (ANP) macht Fortschritte. Der Drogenanbau ist rückläufig, in 18 der 34 Provinzen angeblich auf null gebracht.
Schaut man näher hin, so trübt sich freilich das Bild. 4000 Kilometer neue Straßen – das klingt gut. Aber die ungeteerten Schotterstraßen machen nach wie vor das Gros der Verkehrswege aus; 15 Stundenkilometer ist da die Höchstgeschwindigkeit. Vier Fünftel der Heimkehrer aus Pakistan und Iran sind landlos und heimatlos, obendrein ohne Ausbildung; in den Armenvierteln der aufgeblähten Städte, vor allem in Kabul, vermehren sie bloß die Zahl der Frustrierten. Und das Kadschaki-Kraftwerk wird nicht einmal genug Strom produzieren, um die Militärstadt Kandahar Airfield zu versorgen, die 12000 Soldaten und 3000 Zivilisten beherbergt.
Auch gegenüber den Schul- und Bildungsstatistiken ist höchstes Misstrauen am Platze. In Afghanistan hat es seit einer Ewigkeit keine Volkszählung mehr gegeben. Wer wollte sich da für die Zahl der Schulbesucher verbürgen? Kommt hinzu, dass im Süden und Osten die Taliban gerade frisch eröffnete Schulen wieder zerstören und die Eltern davor warnen, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Im Sommer gibt es drei Monate Ferien und im Winter noch einmal; da wird der Schulbesuch selbst dort, wo er stattfindet, eher sporadisch. Die Lehrer, die um die 80 Dollar im Monat verdienen, stehen ständig in der Versuchung, ihr Gehalt dadurch aufzubessern, dass sie gegen einen Obolus die Zeugnisnoten aufbessern.
Überhaupt die Korruption. Angeblich sitzen 700 Staatsbedienstete wegen Bestechlichkeit hinter Gittern, aber wer kann das schon nachprüfen? Laut Transparency International ist und bleibt Afghanistan einer der korruptesten Staaten der Welt, rangiert auf Platz 172 in einer Liste, die 180 Länder umfasst. In Karsais Kabinett sitzen nach gängiger Auffassung fünf Drogenbarone. Der frühere Leiter des Antikorruptionsbüros hat wegen Handels mit Heroin drei Jahre im Gefängnis von Las Vegas abgesessen.
Die Armee gewinnt an Gewicht, doch die Polizei ist noch nicht so weit
Was den Schlafmohnanbau betrifft, so mag es stimmen, dass er 2007 um 19 Prozent, die Opiumproduktion um sechs Prozent zurückgegangen ist – freilich nach einer Steigerung der Opiumherstellung um 34 Prozent im Jahr davor, auf 8200 Tonnen. Der Mohnanbau ist in die unruhigen Südprovinzen abgewandert. Es steht dahin, ob diese Entwicklung der Entschlossenheit der Provinzgouverneure zuzuschreiben ist oder ob sie sich daraus erklärt, dass mehrere Jahresernten im Lande »gebunkert« sind. Auch heißt »mohnfrei« keineswegs, dass eine Provinz frei wäre von Opiumlaboratorien und Drogenhandelszentralen. Die Nato hat jetzt beschlossen, Labore und Rauschgifttransporte zu vernichten. (Die Bundesregierung war dagegen, weil sie die Drogenbekämpfung als eine Aufgabe für die afghanische Polizei betrachtet. Deutsche Soldaten werden sich deshalb nicht daran beteiligen, doch stellt sich Berlin den Verbündeten nicht länger in den Weg.) Rund 93 Prozent des weltweit vermarkteten Opiums stammen aus Afghanistan, vier Milliarden Dollar soll das abwerfen. Bisher bekam der Bauer für sein Opium 20-mal mehr als für Weizen. Die Explosion der Lebensmittelpreise in jüngster Zeit hat dieses geändert. Jetzt könnte es sich lohnen, Weizen statt Mohn anzubauen oder auch Rosen für die Gewinnung von Rosenöl.
Wie aber steht es um die Afghanisierung – »Afghan ownership« – im Sicherheitsbereich?
Die Armee gewinnt allmählich Gestalt und Gewicht. General Ibrahim vom Kabul Military Training Center gibt den gegenwärtigen Umfang mit 73000 Mann an (60000 sagt die Isaf). Sie kämen aus allen sieben Völkerschaften des Landes und wüchsen hier zusammen. Die Zahl der Deserteure sei kräftig zurückgegangen. Das Aufbauziel sei eben wieder erhöht worden, von 80000 Mann im Jahre 2010 auf 134000 Mann im Jahre 2013. An Freiwilligen fehle es nicht; wohl aber an Fahrzeugen, an Funkgeräten und modernen Waffen. Immer mehr ANA-Einheiten zögen an der Seite der Verbündeten ins Gefecht; drei von 40 Infanteriebataillonen seien bereits zu eigenständigen Operationen in der Lage, weitere 15 zu Operationen im Verbund mit den Alliierten. Diese anerkennen den Mut der afghanischen Waffenbrüder.
Das Urteil über die Polizei klingt weniger positiv. Sie soll auf 85000 Mann aufgestockt werden. Ein Drittel der Polizeikadetten jedoch kann nicht lesen und schreiben. Selbst unter den Generalen finden sich Analphabeten. Und der Staat, dessen Budget zu neun Zehnteln aus ausländischen Kassen gespeist wird, kann 85000 Mann nicht ausreichend bezahlen; mehr als 100 Dollar Grundgehalt ist nicht drin, und davon zwacken die Vorgesetzten noch die Hälfte ab. Die Taliban zahlen besser, weswegen denn auch mal ein frisch ausgebildeter Polizist zu ihnen überläuft.
Dramatisch ist vor allem der hohe Blutzoll, den die afghanische Polizei bezahlt. Sie hat mehr Feindkontakte als die Armee, und anders als diese operiert sie nicht in Verbandsstärke, sondern in normaler Streifenstärke. So kommt es, dass ihre Verluste doppelt so hoch sind. Jedes Jahr kommen halb so viele Polizisten ums Leben, wie frisch Ausgebildete aus den Schulungsstätten hervorgehen.
Das eigentliche Problem des Landes ist jedoch die durchgehende Schwäche der Regierung. Es mangelt der Verwaltung an professioneller Kompetenz und Organisationsfähigkeit. Das Justizwesen ist unzulänglich, den Eingriffen von Miliz-Kommandeuren und Regierungsbeamten ausgesetzt und in der Islamischen Republik Afghanistan überdies allzu oft dem Einfluss der Scharia erliegend. Verhaftete werden schnell wieder freigelassen. Präsident Karsai, in seinem Palast hinter hohen Mauern verbarrikadiert, fehlt es an Durchsetzungsvermögen. Visionen gehen dreizehn auf ein Dutzend, doch bei der Ausführung hapert es. Ein Parteienwesen hat sich bisher nicht entwickelt. Die Regierung steht den Folgen der verheerenden Dürre und dem drastischen Anstieg der Lebensmittelpreise hilflos gegenüber. Das Volk hat seine Zuversicht verloren. Eine Kultur des Handaufhaltens macht sich breit, eine Empfängermentalität: »Wenn etwas kaputt geht, wird’s die internationale Gemeinschaft schon richten.«
In der internationalen Gemeinschaft wächst die Skepsis. Wohin man auch kommt, werden einem nach dem obligaten Vortrag über die Erfolge der letzten Jahre abgrundtiefe Zweifel am Gelingen des Unternehmens bekundet. »Wenn es im gegenwärtigen Tempo weitergeht«, sagte mir offenherzig ein britischer Isaf-General, brauchen wir noch 10 bis 25 Jahre.« Bekümmert setzte er hinzu: »Diese Generation ist hoffnungslos. Erst die nächste Generation wird Afghanistan verändern.« Bei der Verabschiedung blickte er mir in die Augen und sagte resigniert: »It is hard to be optimistic.«
Militärexperten erklären uns, dass Afghanistan eigentlich, legt man die Streitkräftedichte im Kosovo oder in Bosnien zugrunde, wenigstens 400000 ausländische Soldaten brauchte. Polizeiexperten fügen hinzu, dass Land benötige mindestens 2000, besser noch 3000 zusätzliche Polizeiausbilder. Daran ist jedoch überhaupt nicht zu denken. Und die versprochenen Milliarden Auslandshilfe, 21 Milliarden in den nächsten fünf Jahren, werden auch in Zukunft nur zögerlich fließen, wenn die Afghanen nicht selbst die Voraussetzungen für ihre sinnvolle Verwendung schaffen.
Was also tun? Es ist sehr zu bezweifeln, dass eine weitere Aufstockung der ausländischen Militärkontingente viel bringen kann. Besser ist es auf jeden Fall, die afghanische Armee zu wirksamerem Handeln zu befähigen. Um das Land zu stabilisieren und den Menschen Hoffnung einzuflößen, muss aber in erster Linie auf der zivilen Seite sehr viel mehr getan werden. So gibt die Bundesrepublik jedes Jahr für das militärische Unternehmen knapp eine halbe Milliarde Euro aus; dagegen ist die Wiederaufbauhilfe gerade erst von 80 Millionen (2006) und 100 Millionen (2007) auf 140 Millionen erhöht worden.
Afghanistan war von jeher ein Kunststaat: ein Potpourri von Clans, Ethnien und vielfältig verästelten Stämmen, von Drogenbaronen und örtlichen Kriegsfürsten (anstelle der zentralistischen Verfassung hätte der Westen dem Lande wohl besser eine föderale Struktur verpassen sollen). Es gibt keine Garantie dafür, dass daraus je ein vernünftiger Staat wird, geschweige denn eine Westminster-Demokratie. Eine Herrschaft à la »Taliban light« oder ein halbwegs stabiles System einander ausbalancierender Warlords ist unter Umständen das Beste, was wir erhoffen dürfen.
Selbst eine solche, aus unserer Warte unvollkommene Lösung setzt dreierlei voraus. Erstens: dass dem Kuddelmuddel von Zuständigkeiten und Befugnissen in Kabul ein Ende gemacht wird und die internationalen Anstrengungen – die militärischen wie die zivilen – endlich gebündelt werden (in Berlin übrigens auch die deutschen Anstrengungen, da läuft noch viel zu viel nebeneinander her). Zweitens: dass mit den Taliban zielstrebig geredet wird – mit jenen jedenfalls, die mit sich reden lassen. Drittens schließlich: dass mit allen Nachbarn, auch mit Iran und vor allen Dingen dem Problemnachbarn Pakistan, ein regionaler Rahmen gezimmert wird, in dem sich Afghanistans Wiederaufstieg friedlich vollziehen kann.
Wir sind es den Afghanen und der Staatengemeinschaft wohl schuldig, fürs Erste bei der Stange zu bleiben. Ein überstürzter Abzug würde unser Ansehen nachhaltig schwächen. Andererseits ist es schwer vorstellbar, dass wir, wenn sich nicht rasch und konkret ein Erfolg abzeichnet, auf ewig in Afghanistan engagiert bleiben. Man wird nicht umhinkommen, die Afghanen stärker ins Obligo zu nehmen. Das heißt, es müssen ihnen Etappenziele, Meilensteine, Benchmarks gesetzt werden. Erreichen sie diese nicht bis 2010, 2012, 2015 (Nichtgewünschtes bitte streichen), so wäre ein Abzug weder schändlich noch in seinen Auswirkungen unerträglich.
- Datum 19.08.2009 - 11:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.10.2008 Nr. 44
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Wie wärs denn damit, möglichst Flächendeckend das Internet und das Wissen und die Kultur der Welt nach Afghanistan zu bringen. Auf jedem Laptop noch ein spielerisches Lernprogramm Afghanisch-Englisch.
Nach dem Motto: Information und Bildung ist das Gegenteil von Krieg. Das Monopol und die Instrumentalisierung des Korans kann damit durch das Weltwissen einen Gegenpart bekommen. Außerdem wird die Lust Bomben auf den Westen zu werfen dadurch sehr verringert, wenn man die Kulturgüter des Westens (Filme, Youtube, Musik, PC-Games kennt, anstatt wie bisher davon ausgeschlossen zu werden und nur Allah oder Opium und Hass als Ersatz hat.
10 Millionen Laptops für je 100 Euro (= 1 Millarde Euro) sind langfristig billiger als die üblichen Kriegskosten und gut angelegt! Das wäre Basisarbeit um Afghanistan in die Moderne zu bringen und der Macht der Taliban das Wasser abzugraben! Diese Laptops sollen in Afghanistan auch für Erwachsene und nicht nur für Kinder da sein. Jede Familie soll einen haben!
Siehe: http://de.wikipedia.org/w...
(Die Laptops bauen untereinander ein Funknetz auf und zusätzlich könnte man über ein Funknetz wie in Afrika Handy und Internet verteilen, außerdem gibts neuerdings einen Anbieter, der dabei ist, ein Satellitennetz für ein erschwingliches Web weltweit aufzubauen, das mit Kleinantennen empfangen werden kann)
Die Idee mag für den allgemeinen Computerfreak genial klingen: Man muss in einem unterentwickelten Land nur den OLPC verteilen und schon wird die nächste Generation dank der Macht des Internets das entsprechende Land auf ein höheres Level heben.
Im Realleben wird das OLPC-Projekt leider aller Wahrscheinlichkeit nach erbärmlich scheitern. Es ist ja nicht so, dass für jemanden der wirklich nach Bildung sucht, diese nicht zugänglich wäre. Es ist schon erstaunlich in welchen gottverlassenen Nestern in Ländern der dritten Welt Internetcafes zu finden sind. Ferner gab es auch vor Erfindung des Internets Mittel und Wege, Informationen zu verbreiten, in Form von Büchern zum Beispiel.
Das Fortschrittshindernis ist nur sehr selten der Zugang zu Wissen. Aberglaube und Ignoranz verhindern auch bei noch so hoher Verfügbarkeit von Wissen jeglichen Fortschritt. Beispiele lassen sich dabei vor unserer eigenen Haustür, hier in Deutschland, genug finden.
Die Stammzellendebatte entspricht dem Muster in etwa. Aus Aberglaube (wer mit Zellhaufen menschlichen Ursprungs rumspielt versündigt sich an Gottes Schöpfung und kommt dafür in die Hölle) wird Fortschritt effektiv verhindert. Den Erkenntnisverlust, der durch das Teilverbot der Stammzellenforschung verursacht wird, können wir durchaus verschmerzen, dennoch ist das Schema erfüllt: Aberglaube verhindert Fortschritt.
Nun hat sich eine Gesellschaft wie in der EU schon relativ weit von irrationalem Handeln entfernt, dennoch sind auch wir anfällig dafür. Wie mag es da wohl erst in einem Land wie in Afghanistan aussehen? Vielleicht wollen die garnicht unser Level erreichen? Möglicherweise sind die Afghanen nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen.
In Schweden lebt eine Volksgruppe, die quasi von Jagen, Sammeln und Viehzucht lebt. Die könnten nach Stockholm gehen, studieren und Ingenieur bei BMW werden. Vielleicht sind die aber garnicht interessiert an dieser Möglichkeit...
Die Gastarbeitergeneration ist innerhalb der deutschen Gesellschaft in den letzten dreißig Jahren kaum aufgestiegen. Bis auf wenige Ausnahmen beschränken sich die wirtschaftlichen Tätigkeiten auf Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und ähnliches. Alles ehrbar und respektabel aber es fällt schon auf, dass kaum eine Generation von Ärzten, Anwälten und Lehrern gibt, die aus Nachfahren der Einwanderergeneration besteht. Sicher, das deutsche Schulsystem mag schlechter als das finnische sein, dass erklärt aber trotzdem nicht, warum gerade Türken und Italiener so schlecht abschneiden, wobei andere Gruppen viel besser "performen". Verständlicher wird dies erst, wenn man sich die Sozialstruktur der Einwanderergeneration anschaut. Es fällt auf, dass diese Einwanderer aus vergleichsweise "rückständigen" Gegenden der Herkunftsländer stammen (Anatolien, Süditalien, ...). Diese Einwanderer folgen einfach den normalen familiären Verhaltensmustern. In der Familie gab es in der Vergangenheit eher Landwirte, weshalb die Eröffnung eines Lebensmittelgeschäft naheliegend ist, da in der Familie eine gewisse Expertise vorhanden ist. Könnte erklären, warum der türkische Gemüsehändler oft die bessere Wahl ist, als die Theke im Aldi. Die Mehrheit dieser Familien versucht garnicht erst, ihre Kinder zu einem Jurastudium zu bringen. Der "Fehler" des deutschen Schulsystems liegt vor allem darin begraben, dass eine starke Initiative der Eltern für den Schulerfolg des Kindes gefragt ist. In der Folge reproduzieren sich die "Klassenunterschiede".
Darf man einen Menschen zu seinem Glück zwingen? Kann man jemandem helfen, der keine Hilfe annehmen möchte?
Ist es wirklich so, dass die Menschen in unterentwickelten Ländern von ihrer Regierung dumm gehalten werden oder wollen diese Menschen in der breiten Masse ihre Lebensweise garnicht ändern?
Ist es nicht so, dass unsere Verfassungen den einzelnen Menschen vor der Diktatur der Masse beschützen, eben weil eine totale Demokratie an der Dummheit der Massen zu Grunde gehen würde? Unsere Verfassungen setzen der Macht der Regierung (und indirekt dem Wähler) enge Grenzen, welche Gesetze erlassen werden dürfen und welche nicht. Unsere Demokratien sind auf Grund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit sehr wehrhaft gegenüber inneren Feinden...
Die Hoffnung, dass freie Wahlen ein Land automatisch befrieden und zu einem glücklichen Miteinander leiten, hat sich allzu oft als trügerisch erwiesen.
Ich finde die Ziele des OLPC-Projektes sehr nobel, aber ich fürchte, und meistens hatte ich mit meinen Befürchtungen in der Vergangenheit recht, dass es sich in die endlose Reihe der gescheiterten Entwicklungshilfeprojekte einreihen wird.
Grüße
Trench
Die Idee mag für den allgemeinen Computerfreak genial klingen: Man muss in einem unterentwickelten Land nur den OLPC verteilen und schon wird die nächste Generation dank der Macht des Internets das entsprechende Land auf ein höheres Level heben.
Im Realleben wird das OLPC-Projekt leider aller Wahrscheinlichkeit nach erbärmlich scheitern. Es ist ja nicht so, dass für jemanden der wirklich nach Bildung sucht, diese nicht zugänglich wäre. Es ist schon erstaunlich in welchen gottverlassenen Nestern in Ländern der dritten Welt Internetcafes zu finden sind. Ferner gab es auch vor Erfindung des Internets Mittel und Wege, Informationen zu verbreiten, in Form von Büchern zum Beispiel.
Das Fortschrittshindernis ist nur sehr selten der Zugang zu Wissen. Aberglaube und Ignoranz verhindern auch bei noch so hoher Verfügbarkeit von Wissen jeglichen Fortschritt. Beispiele lassen sich dabei vor unserer eigenen Haustür, hier in Deutschland, genug finden.
Die Stammzellendebatte entspricht dem Muster in etwa. Aus Aberglaube (wer mit Zellhaufen menschlichen Ursprungs rumspielt versündigt sich an Gottes Schöpfung und kommt dafür in die Hölle) wird Fortschritt effektiv verhindert. Den Erkenntnisverlust, der durch das Teilverbot der Stammzellenforschung verursacht wird, können wir durchaus verschmerzen, dennoch ist das Schema erfüllt: Aberglaube verhindert Fortschritt.
Nun hat sich eine Gesellschaft wie in der EU schon relativ weit von irrationalem Handeln entfernt, dennoch sind auch wir anfällig dafür. Wie mag es da wohl erst in einem Land wie in Afghanistan aussehen? Vielleicht wollen die garnicht unser Level erreichen? Möglicherweise sind die Afghanen nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen.
In Schweden lebt eine Volksgruppe, die quasi von Jagen, Sammeln und Viehzucht lebt. Die könnten nach Stockholm gehen, studieren und Ingenieur bei BMW werden. Vielleicht sind die aber garnicht interessiert an dieser Möglichkeit...
Die Gastarbeitergeneration ist innerhalb der deutschen Gesellschaft in den letzten dreißig Jahren kaum aufgestiegen. Bis auf wenige Ausnahmen beschränken sich die wirtschaftlichen Tätigkeiten auf Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und ähnliches. Alles ehrbar und respektabel aber es fällt schon auf, dass kaum eine Generation von Ärzten, Anwälten und Lehrern gibt, die aus Nachfahren der Einwanderergeneration besteht. Sicher, das deutsche Schulsystem mag schlechter als das finnische sein, dass erklärt aber trotzdem nicht, warum gerade Türken und Italiener so schlecht abschneiden, wobei andere Gruppen viel besser "performen". Verständlicher wird dies erst, wenn man sich die Sozialstruktur der Einwanderergeneration anschaut. Es fällt auf, dass diese Einwanderer aus vergleichsweise "rückständigen" Gegenden der Herkunftsländer stammen (Anatolien, Süditalien, ...). Diese Einwanderer folgen einfach den normalen familiären Verhaltensmustern. In der Familie gab es in der Vergangenheit eher Landwirte, weshalb die Eröffnung eines Lebensmittelgeschäft naheliegend ist, da in der Familie eine gewisse Expertise vorhanden ist. Könnte erklären, warum der türkische Gemüsehändler oft die bessere Wahl ist, als die Theke im Aldi. Die Mehrheit dieser Familien versucht garnicht erst, ihre Kinder zu einem Jurastudium zu bringen. Der "Fehler" des deutschen Schulsystems liegt vor allem darin begraben, dass eine starke Initiative der Eltern für den Schulerfolg des Kindes gefragt ist. In der Folge reproduzieren sich die "Klassenunterschiede".
Darf man einen Menschen zu seinem Glück zwingen? Kann man jemandem helfen, der keine Hilfe annehmen möchte?
Ist es wirklich so, dass die Menschen in unterentwickelten Ländern von ihrer Regierung dumm gehalten werden oder wollen diese Menschen in der breiten Masse ihre Lebensweise garnicht ändern?
Ist es nicht so, dass unsere Verfassungen den einzelnen Menschen vor der Diktatur der Masse beschützen, eben weil eine totale Demokratie an der Dummheit der Massen zu Grunde gehen würde? Unsere Verfassungen setzen der Macht der Regierung (und indirekt dem Wähler) enge Grenzen, welche Gesetze erlassen werden dürfen und welche nicht. Unsere Demokratien sind auf Grund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit sehr wehrhaft gegenüber inneren Feinden...
Die Hoffnung, dass freie Wahlen ein Land automatisch befrieden und zu einem glücklichen Miteinander leiten, hat sich allzu oft als trügerisch erwiesen.
Ich finde die Ziele des OLPC-Projektes sehr nobel, aber ich fürchte, und meistens hatte ich mit meinen Befürchtungen in der Vergangenheit recht, dass es sich in die endlose Reihe der gescheiterten Entwicklungshilfeprojekte einreihen wird.
Grüße
Trench
Der Verfasser irrt, wenn er von insgesamt 6 Monaten Ferien für afghanische Schüler ausgeht: tatsächlich ist es so, dass in den winterkalten Nord- und Zentralprovinzen einschließlich Kabuls (wie es z. B. Khaled Hosseini in seinem Roman "Drachenläufer" schildert) der Unterricht von Dezember bis März pausiert, während im heißen Süden des Landes die Ferien in die Sommermonate fallen. In keinem Landesteil gibt es also regulär mehr als drei Monate Ferien.
(Technische Frage an die Administration: ist es möglich, die Echtzeit-Vorschau beim Erstellen von Kommentaren abzuschalten? Das Tippen wird dadurch zu einer extrem schwerfälligen Angelegenheit...)
da haben Sie aber zu den Kernfragen des Problemes / des Artikels knallhart Stellung bezogen!
haben wir doch endlich endlich die echtzeit-vorschau bewilligt bekommen und jetzt wollen sie die wieder weg haben? ne ne, rüsten sie lieber auf - wie unsere deutschlandimhindukuschverteidiger.
(sorry, mich traf wohl ein badStruck)
da haben Sie aber zu den Kernfragen des Problemes / des Artikels knallhart Stellung bezogen!
haben wir doch endlich endlich die echtzeit-vorschau bewilligt bekommen und jetzt wollen sie die wieder weg haben? ne ne, rüsten sie lieber auf - wie unsere deutschlandimhindukuschverteidiger.
(sorry, mich traf wohl ein badStruck)
da haben Sie aber zu den Kernfragen des Problemes / des Artikels knallhart Stellung bezogen!
Der voraussichtlich naechste US-Praesident Obama hat angekuendigt, Soldaten von Irak nach Afghanistan zu verlegen. Amerika ist von Afghanistan angegriffen worden, und Osama ist immer noch nicht gefasst.
Grund genug, Afghanistan nicht seinem Schicksal zu ueberlassen.
Dann kann auch Deutschland sich nicht mehr laenger bedeckt halten und
muss mehr Truppen und Geld zur Verfuegung stellen.
Ausserdem ist da Pakistan mit der Atombombe. Sollten die Taliban
Afghanistan bekommen, koennten sie Appetit auf mehr bekommen.
Das Problem verschwindet also nicht wenn man abzieht, es wird eher noch groesser.
Und: Die Truppe sollte mit modernstem Material ausgeruestet werden. Es beschaemt mich, dass sie ihre Ausruestung selbst kaufen muessen. Diese Problematik gibt es auch bei den Briten, aber sie ist nicht zu entschuldigen. Wenn fuer Banken innerhalb von Tagen Sonderetats geschaffen werden koennen, dann muss das erst Recht fuer die Ausruestung der Armee gelten.
Des weiteren waere es gut, wenn die erste Barriere einer Strassensperre von den afghanischen Kraeften besetzt wird. Erst in zweiter Reihe stehen dann deutsche Soldaten, die das ueberwachen.
sind die usa von afghanistan AUS angegriffen worden, nicht VON.
ihrem sprachgebrauch zufolge, deutschgründlich sozusagen, hätte deutschland dann die usa angegriffen, aus hamburg?
ihre taktischen anmerkungen möchte ich noch soweit ergänzen, dass in der dritten reihe zivildienstleistende stehen könnten, die ganze sch... aufzuwischen.
derweilen finanzieren wir, in der letzten reihe, unseren politikern ihren 'geschichtsruhm'.
wir könnten aber auch den und vor allem unseren waffenherstellern und -exporteuren das mörderische handwerk legen.
dafür müssten wir aber andere wählen.
bloß wen?
sind die usa von afghanistan AUS angegriffen worden, nicht VON.
ihrem sprachgebrauch zufolge, deutschgründlich sozusagen, hätte deutschland dann die usa angegriffen, aus hamburg?
ihre taktischen anmerkungen möchte ich noch soweit ergänzen, dass in der dritten reihe zivildienstleistende stehen könnten, die ganze sch... aufzuwischen.
derweilen finanzieren wir, in der letzten reihe, unseren politikern ihren 'geschichtsruhm'.
wir könnten aber auch den und vor allem unseren waffenherstellern und -exporteuren das mörderische handwerk legen.
dafür müssten wir aber andere wählen.
bloß wen?
Die Idee mag für den allgemeinen Computerfreak genial klingen: Man muss in einem unterentwickelten Land nur den OLPC verteilen und schon wird die nächste Generation dank der Macht des Internets das entsprechende Land auf ein höheres Level heben.
Im Realleben wird das OLPC-Projekt leider aller Wahrscheinlichkeit nach erbärmlich scheitern. Es ist ja nicht so, dass für jemanden der wirklich nach Bildung sucht, diese nicht zugänglich wäre. Es ist schon erstaunlich in welchen gottverlassenen Nestern in Ländern der dritten Welt Internetcafes zu finden sind. Ferner gab es auch vor Erfindung des Internets Mittel und Wege, Informationen zu verbreiten, in Form von Büchern zum Beispiel.
Das Fortschrittshindernis ist nur sehr selten der Zugang zu Wissen. Aberglaube und Ignoranz verhindern auch bei noch so hoher Verfügbarkeit von Wissen jeglichen Fortschritt. Beispiele lassen sich dabei vor unserer eigenen Haustür, hier in Deutschland, genug finden.
Die Stammzellendebatte entspricht dem Muster in etwa. Aus Aberglaube (wer mit Zellhaufen menschlichen Ursprungs rumspielt versündigt sich an Gottes Schöpfung und kommt dafür in die Hölle) wird Fortschritt effektiv verhindert. Den Erkenntnisverlust, der durch das Teilverbot der Stammzellenforschung verursacht wird, können wir durchaus verschmerzen, dennoch ist das Schema erfüllt: Aberglaube verhindert Fortschritt.
Nun hat sich eine Gesellschaft wie in der EU schon relativ weit von irrationalem Handeln entfernt, dennoch sind auch wir anfällig dafür. Wie mag es da wohl erst in einem Land wie in Afghanistan aussehen? Vielleicht wollen die garnicht unser Level erreichen? Möglicherweise sind die Afghanen nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen.
In Schweden lebt eine Volksgruppe, die quasi von Jagen, Sammeln und Viehzucht lebt. Die könnten nach Stockholm gehen, studieren und Ingenieur bei BMW werden. Vielleicht sind die aber garnicht interessiert an dieser Möglichkeit...
Die Gastarbeitergeneration ist innerhalb der deutschen Gesellschaft in den letzten dreißig Jahren kaum aufgestiegen. Bis auf wenige Ausnahmen beschränken sich die wirtschaftlichen Tätigkeiten auf Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und ähnliches. Alles ehrbar und respektabel aber es fällt schon auf, dass kaum eine Generation von Ärzten, Anwälten und Lehrern gibt, die aus Nachfahren der Einwanderergeneration besteht. Sicher, das deutsche Schulsystem mag schlechter als das finnische sein, dass erklärt aber trotzdem nicht, warum gerade Türken und Italiener so schlecht abschneiden, wobei andere Gruppen viel besser "performen". Verständlicher wird dies erst, wenn man sich die Sozialstruktur der Einwanderergeneration anschaut. Es fällt auf, dass diese Einwanderer aus vergleichsweise "rückständigen" Gegenden der Herkunftsländer stammen (Anatolien, Süditalien, ...). Diese Einwanderer folgen einfach den normalen familiären Verhaltensmustern. In der Familie gab es in der Vergangenheit eher Landwirte, weshalb die Eröffnung eines Lebensmittelgeschäft naheliegend ist, da in der Familie eine gewisse Expertise vorhanden ist. Könnte erklären, warum der türkische Gemüsehändler oft die bessere Wahl ist, als die Theke im Aldi. Die Mehrheit dieser Familien versucht garnicht erst, ihre Kinder zu einem Jurastudium zu bringen. Der "Fehler" des deutschen Schulsystems liegt vor allem darin begraben, dass eine starke Initiative der Eltern für den Schulerfolg des Kindes gefragt ist. In der Folge reproduzieren sich die "Klassenunterschiede".
Darf man einen Menschen zu seinem Glück zwingen? Kann man jemandem helfen, der keine Hilfe annehmen möchte?
Ist es wirklich so, dass die Menschen in unterentwickelten Ländern von ihrer Regierung dumm gehalten werden oder wollen diese Menschen in der breiten Masse ihre Lebensweise garnicht ändern?
Ist es nicht so, dass unsere Verfassungen den einzelnen Menschen vor der Diktatur der Masse beschützen, eben weil eine totale Demokratie an der Dummheit der Massen zu Grunde gehen würde? Unsere Verfassungen setzen der Macht der Regierung (und indirekt dem Wähler) enge Grenzen, welche Gesetze erlassen werden dürfen und welche nicht. Unsere Demokratien sind auf Grund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit sehr wehrhaft gegenüber inneren Feinden...
Die Hoffnung, dass freie Wahlen ein Land automatisch befrieden und zu einem glücklichen Miteinander leiten, hat sich allzu oft als trügerisch erwiesen.
Ich finde die Ziele des OLPC-Projektes sehr nobel, aber ich fürchte, und meistens hatte ich mit meinen Befürchtungen in der Vergangenheit recht, dass es sich in die endlose Reihe der gescheiterten Entwicklungshilfeprojekte einreihen wird.
Grüße
Trench
wie kann etwas überschätzt werden, dass so nie angewendet worden ist?
olpc, internet, freie software, lernprogramme, wikipedia, youtube gibts ja noch nicht lange
- können sie sich annähernd vorstellen welchen wert so ein laptop mit diesen möglichkeiten darauf (wenn es angepasst fpr diese zielgruppe ist), für jemanden haben kann der noch in der medien steinzeit lebt??
wenn hier etwas überschätzt wird, dann ist es die strategie in afghanistan mit gewalt die taliban, den drogenhandel, die armut, die unwissenheit zu bekämpfen. das klappt nicht. nicht in afghanistan (jedenfalls nicht solange man nicht gewillt ist die bevölkerung schlichtweg auszurotten.)
1 milliarde euro für 10 millionen laptops (mit z.b. einer 16gb ssd speicherkarte in jedem) sind bei einem nutzen wenig geld wenn man bedenkt wieviele milliarden schon ins land gesteckt worden sind um irgend etwas zu beschiessen, zerbomben (durch intrigen oder orientierungsverlust auch hochzeitsgesellschaften..) und einzuknasten (sehr oft auch die falschen leute und dann noch guantanamo - das demokratische gefängnis ;-)
jahrelang gekämpft, zig milliarden oder hunderte milliarden verpulvert und was ist der erfolg?
die lage wird immer schlimmer. afghanistan nach wie vor der heroinlieferant der welt.
toll gemacht! klappt je alles wunderbar, und unsere soldaten sterben für ne gute sache? wie blind muss man bitte sein um das noch zu glauben??
auch die bundeswehr wird zunehmend in die gewaltspirale hineingezogen.
genau an diesem punkt wäre es sehr sinnvoll einmal brainstorming zu machen, falls da noch etwas stormt.
und mein vorschlag mit den 10 millionen olpc gehört jedenfalls dazu.
es geht hier darum eine geistige infrastruktur zu schaffen und dies ist die basis für frieden und demokratisierung. ausserdem ist das weit billiger als die reale infrastruktur aufzubauen aber eher nützlicher. bzw eine basis dazu
ein normaler afghane hat absolut keine chance normalerweise an das weltbildungs und unterhaltungsprogramm, an demokratisches denken, an emanzipation etc heranzukommen, so wie es für uns selbstverständlich ist. daran ändern auch 50 internetcafes im lande nichts. leute, die zu den taliban laufen sind absolut einseitig und mies informiert, die kennen kein wikipedia ;-)
das muss dann natürlich vorher getestet werden, welche programme und bildungsfilme da vorinstalliert sind, welche art von vorgehensweise man bei einem solch gigantischen bildungsprojekt anwendet um speziell in diesem land erfolg zu haben.
ich schreibe es nochmal: FREIE UND UMFASSENDE INFORMATION IST DAS GEGENTEIL VON KRIEG (um eine waffe in die hand zu nehmen und genügend hass aufgestaut zu haben gegen einen feind muss man die dinge erstmal verdammt einseitig und egozentrisch sehen, und die sichtweise des feindes ausblenden, dies gilt für einen taliban und einen gotteskrieger wie g. w. bush gleichermassen)
...und ich ahne es schon, alleine an der richtigen organisierung würde es schon scheitern wenn da nicht mit der bevölkerung zusammengearbeitet wird, da es nicht genügt einfach 10 millionen laptops am fallschirm abzuwerfen.
unsere gesellschaft kann nämlich flugzeugträger bauen, armeen organisieren, atomwaffen und vielleicht zum mars.
aber ein land das im gewaltkreislauf steckt, real zu befrieden, daran mangelts an grips unter der schädeldecke!?
nee - es mangelt am willen dazu und an phantasie!
informationszeitalter und kommunikationszeitalter ist die zukunft und nicht das keulenzeitalter. mit gewalt sind die heutigen probleme nicht mehr lösbar!!
wie kann etwas überschätzt werden, dass so nie angewendet worden ist?
olpc, internet, freie software, lernprogramme, wikipedia, youtube gibts ja noch nicht lange
- können sie sich annähernd vorstellen welchen wert so ein laptop mit diesen möglichkeiten darauf (wenn es angepasst fpr diese zielgruppe ist), für jemanden haben kann der noch in der medien steinzeit lebt??
wenn hier etwas überschätzt wird, dann ist es die strategie in afghanistan mit gewalt die taliban, den drogenhandel, die armut, die unwissenheit zu bekämpfen. das klappt nicht. nicht in afghanistan (jedenfalls nicht solange man nicht gewillt ist die bevölkerung schlichtweg auszurotten.)
1 milliarde euro für 10 millionen laptops (mit z.b. einer 16gb ssd speicherkarte in jedem) sind bei einem nutzen wenig geld wenn man bedenkt wieviele milliarden schon ins land gesteckt worden sind um irgend etwas zu beschiessen, zerbomben (durch intrigen oder orientierungsverlust auch hochzeitsgesellschaften..) und einzuknasten (sehr oft auch die falschen leute und dann noch guantanamo - das demokratische gefängnis ;-)
jahrelang gekämpft, zig milliarden oder hunderte milliarden verpulvert und was ist der erfolg?
die lage wird immer schlimmer. afghanistan nach wie vor der heroinlieferant der welt.
toll gemacht! klappt je alles wunderbar, und unsere soldaten sterben für ne gute sache? wie blind muss man bitte sein um das noch zu glauben??
auch die bundeswehr wird zunehmend in die gewaltspirale hineingezogen.
genau an diesem punkt wäre es sehr sinnvoll einmal brainstorming zu machen, falls da noch etwas stormt.
und mein vorschlag mit den 10 millionen olpc gehört jedenfalls dazu.
es geht hier darum eine geistige infrastruktur zu schaffen und dies ist die basis für frieden und demokratisierung. ausserdem ist das weit billiger als die reale infrastruktur aufzubauen aber eher nützlicher. bzw eine basis dazu
ein normaler afghane hat absolut keine chance normalerweise an das weltbildungs und unterhaltungsprogramm, an demokratisches denken, an emanzipation etc heranzukommen, so wie es für uns selbstverständlich ist. daran ändern auch 50 internetcafes im lande nichts. leute, die zu den taliban laufen sind absolut einseitig und mies informiert, die kennen kein wikipedia ;-)
das muss dann natürlich vorher getestet werden, welche programme und bildungsfilme da vorinstalliert sind, welche art von vorgehensweise man bei einem solch gigantischen bildungsprojekt anwendet um speziell in diesem land erfolg zu haben.
ich schreibe es nochmal: FREIE UND UMFASSENDE INFORMATION IST DAS GEGENTEIL VON KRIEG (um eine waffe in die hand zu nehmen und genügend hass aufgestaut zu haben gegen einen feind muss man die dinge erstmal verdammt einseitig und egozentrisch sehen, und die sichtweise des feindes ausblenden, dies gilt für einen taliban und einen gotteskrieger wie g. w. bush gleichermassen)
...und ich ahne es schon, alleine an der richtigen organisierung würde es schon scheitern wenn da nicht mit der bevölkerung zusammengearbeitet wird, da es nicht genügt einfach 10 millionen laptops am fallschirm abzuwerfen.
unsere gesellschaft kann nämlich flugzeugträger bauen, armeen organisieren, atomwaffen und vielleicht zum mars.
aber ein land das im gewaltkreislauf steckt, real zu befrieden, daran mangelts an grips unter der schädeldecke!?
nee - es mangelt am willen dazu und an phantasie!
informationszeitalter und kommunikationszeitalter ist die zukunft und nicht das keulenzeitalter. mit gewalt sind die heutigen probleme nicht mehr lösbar!!
Ich kann die Bedenken, die in diesem Artikel geäußert werden, in keinster Weise nachvollziehen. Noch ein paar Monate Finanzkrise und wir haben das Ziel, Afghanistan unserem Standart anzupassen, vollkommen erreicht.
haben wir doch endlich endlich die echtzeit-vorschau bewilligt bekommen und jetzt wollen sie die wieder weg haben? ne ne, rüsten sie lieber auf - wie unsere deutschlandimhindukuschverteidiger.
(sorry, mich traf wohl ein badStruck)
sind die usa von afghanistan AUS angegriffen worden, nicht VON.
ihrem sprachgebrauch zufolge, deutschgründlich sozusagen, hätte deutschland dann die usa angegriffen, aus hamburg?
ihre taktischen anmerkungen möchte ich noch soweit ergänzen, dass in der dritten reihe zivildienstleistende stehen könnten, die ganze sch... aufzuwischen.
derweilen finanzieren wir, in der letzten reihe, unseren politikern ihren 'geschichtsruhm'.
wir könnten aber auch den und vor allem unseren waffenherstellern und -exporteuren das mörderische handwerk legen.
dafür müssten wir aber andere wählen.
bloß wen?
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