Klimaschutz Weniger Wagen wagenSeite 2/2

Der Bedarf, neue Wege zu erproben, ist groß. Die Hotels, Hütten und Pensionen in den Alpen beherbergen im Schnitt eine Million Gäste pro Nacht, hinzu kommen täglich knapp 200.000 Tagesausflügler. Über 80 Prozent von ihnen reisen im eigenen Auto an. Sie verursachen nicht nur Lärm; einige der engen Täler sind ähnlich stark mit Luftschadstoffen belastet wie industrielle Ballungsgebiete. »Der Verkehr ist überall mit Abstand das größte Problem, das die Lebens- und Urlaubsqualität beeinträchtigt«, sagt der Kulturgeograf und Alpen-Experte Werner Bätzing.

Der längst messbare Klimawandel, der den mittleren Höhenlagen mehr grüne Winter beschert, inspiriert bislang nur wenige Skiurlauber zum Umsteigen auf Bus und Bahn. »Gerade mal fünf bis zehn Prozent aller Urlauber sind tatsächlich bereit, nachhaltig zu reisen«, sagt Andreas Güthler. Der Deutschland-Sprecher der Alpenschutz-Organisation Cipra lobt daher das Engagement von Werfenweng: »Da merkt der Urlauber, dass es nicht um Verzicht geht. Was ökologisch gut ist, tut auch dem Gast gut.«

Eine Entwicklung allerdings droht die Bemühungen um sanften Tourismus zu unterlaufen: Mit dem Ausbau von Regionalflugplätzen wie in Klagenfurt, Salzburg oder Memmingen sind die Alpen in den vergangenen Jahren ein leicht erreichbares Flugziel geworden. »Wenn die Leute jetzt für ein Wochenende in die Berge jetten«, sagt Andreas Güthler, »dann ist das in puncto Klimaschutz noch viel bedenklicher als eine Reise mit dem Pkw.«

 
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