Erziehung "Lasst sie Männer sein"»Lasst sie Männer sein«

Jungen stehen im Schatten leistungsfähiger Mädchen. Es wird Zeit, ihnen zu helfen

Als in den 1960er Jahren in Deutschland von einer »Bildungskatastrophe« die Rede war, galt das »katholische Mädchen vom Lande« als besonders benachteiligte Spezies. Heutzutage sind es die jungen Männer, die die deutsche Bildungsbilanz trüben. Sie fallen durch ihre mittelmäßigen Leistungen auf, sie dominieren die Schülerschaft an den Haupt- und Förderschulen, sie verlassen die Schule häufiger als die jungen Frauen ohne Abschluss. Sie fallen leistungsmäßig weiter zurück und können im historischen Vergleich als »Bildungsverlierer« bezeichnet werden.

Das Kapitel »Geschlecht und Schulerfolg« muss neu geschrieben werden. In den USA ist der Vormarsch der jungen Frauen in den Colleges und Universitäten ein großes Thema. Auch ihre Erfolge beim Einstieg in lukrative Berufslaufbahnen sorgen für Aufmerksamkeit. Ganz so weit ist es bei uns noch nicht. Aber es scheint, als hätten auch in Deutschland die jungen Männer den Anschluss an die Erfordernisse der modernen Leistungswelt verpasst.

Wie konnte das geschehen? In den Bildungsstatistiken ist klar abzulesen: Der relative Leistungsabfall der Männer begann schon vor 20 Jahren. Er ist zunächst nicht aufgefallen, weil nach wie vor in der Gesamtbevölkerung der Anteil von Männern, die gute Schul-, Hochschul- und Berufsabschlüsse erwerben, deutlich höher ist als der von Frauen. Greifen wir aber gezielt die Jüngeren heraus, ändert sich das Bild. In den jüngsten Statistiken liegen die Mädchen in der Schule bei den mittleren und den höchsten Abschlüssen vorn. Der Anteil weiblicher Schüler an den Gymnasien wächst, während an den Hauptschulen, den Sonder- und den Förderschulen die männlichen Schüler dominieren. Inzwischen verlassen fast doppelt so viele Männer die Schule ohne Hauptschulabschluss wie junge Frauen. Heute erwirbt etwa ein Drittel der jungen Frauen die Hochschulreife, während es bei den jungen Männern nur ein Viertel so weit schafft.

Männer verkennen die Spielregeln der modernen Leistungsgesellschaft

Die Pisa-Studie zeigt weltweit einen bedeutenden Vorsprung der Mädchen gegenüber den Jungen in der so wichtigen Lesekompetenz. In den meisten europäischen Nachbarländern und in den USA wird inzwischen auch die Studentenschaft von den jungen Frauen dominiert. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden auch die deutschen Hochschulen über das bessere Abschneiden der jungen Frauen bei Prüfungen berichten können. Die Ausstrahlung auf erfolgreiche Karrieren und höhere Einkommen wird sich etwas länger hinziehen, aber sie ist programmiert.

Die Kinder- und Jugendstudien der letzten Jahre geben erste Hinweise auf die Ursachen. Die World Vision Kinderstudie von 2007 dokumentierte schon bei den Grundschülern große Geschlechtsunterschiede im Blick auf die Bildungsziele. Die Mädchen wollen deutlich häufiger als die Jungen eine anspruchsvolle Bildungslaufbahn am Gymnasium mit Abitur als Fernziel durchlaufen. Sie sind ehrgeiziger als die Jungen. Sie fallen zudem durch ein viel kreativeres Freizeitverhalten auf. Steht bei allzu vielen Jungen die stundenlange Beschäftigung mit elektronischen Medien im Vordergrund, so kombinieren die meisten Mädchen die medialen Anregungen mit alle Sinne ansprechenden Aktivitäten. Handarbeit, Tanzen, Sport, Musizieren und Basteln sind bei ihnen viel stärker verbreitet als bei Jungen.

Das wenig anregende Freizeitverhalten der Jungen hat eindeutig negative Effekte auf ihre Lern- und Bildungsmotivation. Denn durch Fernsehen, Computer und Spielkonsolen werden über viele Stunden am Tag der Sehsinn und der Hörsinn bis zum Gehtnichtmehr trainiert, aber andere wichtige Entwicklungsimpulse bleiben aus. Wie die Hirnforschung bestätigt, kommt es bei einer solchen einseitigen Anregung nicht zu der für eine gesunde Entwicklung notwendigen Verschaltung von Sinneszentren und entsprechend auch nicht zu optimalen sozialen, emotionalen und intellektuellen Kompetenzen.

Wie die Shell-Jugendstudie aus dem Jahre 2006 zeigt, setzen sich die Entwicklungen im Jugendalter fort. Die jungen Frauen sind ehrgeiziger und schulisch erfolgreicher. Das traditionelle Frauenbild mit der Orientierung an den drei K, Kinder, Küche und Kirche, findet nur noch bei 20 Prozent von ihnen Resonanz. Alle anderen haben als viertes K die Karriere hinzuoptiert. Die jungen Frauen wollen Bildungs- und Berufserfolg mit Familie, Kindern, Haushalt und Partnerbeziehung verbinden.

Die jungen Männer ziehen hier nicht mit. Nur eine Minderheit von ihnen kann sich eine echte Arbeitsteilung mit der späteren Partnerin vorstellen. Sie klammern sich am traditionellen Männerbild mit der Fixierung auf das eine K der Karriere fest. Sie glauben, als Angehörige des männlichen Geschlechts nach wie vor eine garantierte Option auf den beruflichen Erfolg und die Rolle des Familienernährers zu haben. Entsprechend wenig Ehrgeiz wird deswegen in die Schule investiert.

Auch die gesundheitsorientierten Kinder- und Jugendstudien der international vergleichenden Studie Health Behavior in School Children im Auftrage der Weltgesundheitsorganisation, die wir an der Universität Bielefeld koordinieren, geben Hinweise auf die Hintergründe der Leistungsmalaise der jungen Männer. Das traditionelle Männerbild herrscht in fast allen europäischen Ländern auch bei den Jugendlichen noch vor. Es ist durch ein instrumentelles Verhältnis der jungen Männer zu ihrem Körper geprägt. Völlig anders bei den Mädchen und den jungen Frauen. Sie bauen spätestens mit der ersten Menstruation ein sensibles und sehr bewusstes Verhältnis zu ihrem Körper auf.

Für den jungen Mann gilt traditionell als charakteristisch, Belastungen des Körpers und der Psyche heroisch zu ertragen. Weint ein Junge, dann riskiert er seinen Platz in der männlichen Hierarchie. Das ist bei den Mädchen ganz anders, und entsprechend fällt es ihnen leichter, sich bei Anspannungen und bei Belastungen, auch bei Leistungsproblemen anderen gegenüber zu öffnen. Die jungen Männer hingegen sind in ihrer Geschlechtsrolle befangen und schneiden sich damit von möglichen kritischen und selbstkritischen Impulsen für ihre Weiterentwicklung ab. Das überträgt sich indirekt auf ihre Leistungsfähigkeit. Die Studien zeigen nämlich, wie unrealistisch ihre subjektive Einschätzung von Begabung und Fähigkeiten ist. Die Jungen glauben nicht nur, sie seien körperlich unbesiegbar, sie glauben fatalerweise auch, in der Schule richtig gut abzuschneiden, auch wenn das nicht der realen Bewertung entspricht.

Wie ist das alles zu erklären? In den USA versuchen Bildungsforscher schon seit einigen Jahren, den Zusammenhang zwischen männlichem Geschlecht und abfallenden Schulleistungen zu erklären. Sie finden Belege dafür, dass Frauen deshalb so viel in die Bildung investieren, weil sie im Unterschied zur Generation ihrer Mütter damit eine hohe persönliche Rendite einfahren. Als das bisher benachteiligte Geschlecht in Bildung und Beruf entdecken die jungen Frauen die Mechanismen des Aufstiegs durch Leistung und machen sie sich zunutze. Die Männer verschlafen diese Entwicklung, weil sie glauben, der hohe soziale Status sei für sie gesichert. Sie verkennen die Spielregeln der modernen Leistungsgesellschaft.

Aber weshalb geht die Schere der Leistungsfähigkeit schon im Vorschul- und Grundschulalter zwischen den beiden Geschlechtern auf? Hier setzen Forscher aus Großbritannien und anderen europäischen Ländern an. Sie fahnden nach den im Schulalltag verankerten Benachteiligungen von Jungen. Sie thematisieren die »Verweiblichung« der pädagogischen Beziehungen. In Familien verbringen Kinder bis zu 80 Prozent der Zeit mit Müttern, in Kindergärten und in der Grundschule begegnen sie ebenfalls nur selten männlichem Personal. Entsprechend fehlen den Jungen die sozialen Modelle dafür, wie sie als Exemplare des männlichen Geschlechtes mit Belastungen und Herausforderungen des Lebens umgehen können. Im Unterricht und im täglichen Umgang sind bei der weiblichen Übermacht zwangsläufig typisch weibliche Muster vorherrschend, was die Leistungsfähigkeit der männlichen Schüler weiter einschränken könnte.

Definitive Belege für diese These gibt es bisher nicht, wohl aber Hinweise darauf, wie wichtig soziale Modelle für das Mannsein ebenso wie für das Frausein sind, sollen sich die Kinder gesund entwickeln. Für die Bildungspolitik heißt das: Es ist wichtig, den Anteil der Männer sowohl in der Familienerziehung als auch der professionellen Erziehung in öffentlichen Einrichtungen zu erhöhen.

Für eine umfassende politische Antwort reichen solche Schritte nicht aus. Um eine intensive Jungen- und Männerförderung kommen wir nicht herum, wenn der Trend des Leistungsabfalls der Jungen gestoppt werden soll. Die Mädchen- und Frauenförderung, die seit den 1970er Jahren große Wirkung erzielt hat, gibt das Vorbild. Wie wurde dabei vorgegangen? Es ging zunächst darum, die Stärken der jungen Frauen zu sichern. Dann in einem zweiten Schritt ihre Schwächen zu identifizieren und durch gezielte Impulse auszugleichen. Mädchen wurden ermuntert, sich Leistungsareale anzueignen, die bis dato als typisch männlich galten.

Jungen brauchen Bewegung in jeder Unterrichtsstunde, nicht nur im Sport

Genau diese Muster sollten jetzt für die Jungenförderung Pate stehen. Sollen die Jungen in ihrer Kompetenzentwicklung positiv beeinflusst werden, müssen sie also in ihren typisch männlichen Eigenschaften gestärkt und in ihren bisher erfolgreichen schulischen Aktivitäten bestätigt, zum anderen aber in ihren Schwachzonen gezielt aufgebaut werden. Das Fernziel der Männerförderung ist dann, analog zur Frauenförderung, die Fixierung auf die traditionelle Geschlechtsrolle abzubauen und zu einem flexibleren Verständnis von Mannsein zu kommen. Das ist die wichtigste Erkenntnis der Studien: Die Leistungsfähigkeit der jungen Männer kann effektiv nur dann gefördert werden, wenn ihre gesamte Perspektive der Lebensführung inklusive ihres Körper- und Begabungsselbstbildes zum Thema wird.

Wie könnte ein solches Förderprogramm aussehen? Eine wichtige Komponente wäre das Zulassen männlicher Eigenarten und Absonderlichkeiten im Unterricht, um die Jungen, pädagogisch gesprochen, »dort abzuholen, wo sie gerade stehen«. Sie müssen die Gelegenheit haben, als machtvoll und überlegen aufzutreten, den sozialen Raum um sich herum zu erobern und die besonderen Formen der männlichen Selbstbehauptung zu praktizieren. Sie müssen »Mann« sein dürfen. Entsprechend wichtig sind Bewegungsimpulse nicht nur im Sport und in den Pausen, sondern möglichst in jeder Stunde. Der Unterricht sollte es den Jungen ermöglichen, körperlich aktiv und unruhig zu sein, ohne dass damit Störungen einhergehen. Auch sollten typisch männliche Formen von Aggressivität zugelassen werden, um sie aufzunehmen und in konstruktive Bahnen zu lenken.

Zum optimalen Förderprogramm gehört auch das Training von Körpersensibilität. Lernen sie, die Grenzen ihrer Körperkraft richtig einzuschätzen, können sie mit ihren Stärken und Schwächen besser umgehen. Dieses überträgt sich auf ihren Umgang mit intellektuellen Leistungen und schützt sie vor Fehleinschätzungen. Im Unterricht ist deshalb die realistische Rückmeldung der erreichten Leistung von größter Bedeutung. Nur damit lässt sich der notorischen Selbstüberschätzung der jungen Männer Paroli bieten. Zugleich brauchen sie gezielte Unterstützung, um aus Fehlern und Versagen zu lernen. Sie müssen in Ausdauer ebenso trainiert werden wie in ihrer Fähigkeit, verschiedene Anforderungen miteinander zu koordinieren, den Tageslauf zu antizipieren und ihre Arbeitspensen zu strukturieren.

Schließlich ist eine klare und transparente Festlegung von Regeln des Umgangs in der Klassengemeinschaft für Jungen von erheblich größerer Wichtigkeit als für Mädchen. Diese schaffen es mit typisch weiblicher Sensibilität sehr schnell, den sozialen Code des Umgangs in der Gruppe zu entschlüsseln. Das fällt den machtorientierten und instrumentell eingestellten Jungen sehr schwer. Sie müssen erst Freude am Leben in einer Gemeinschaft entwickeln können, auf die Reize von Harmonie und Aufgehobenheit in der Gruppe aufmerksam werden und dabei lernen, Vereinbarungen einzuhalten. Hier könnte eine strukturelle Benachteiligung von Jungen im heutigen Unterricht liegen. Durch Ansätze des »offenen Unterrichts« und unstrukturierte, auf Harmonie und Konfliktunterdrückung ausgerichtete pädagogische Arbeit, die vielerorts vorherrscht, haben Mädchen bessere Entfaltungsmöglichkeiten als Jungen. Ein gut strukturierter und regelgeleiteter Unterricht, das hat schon die Reformpädagogik in den 1920er Jahren immer wieder betont, schafft klare Erwartungen und drückt gleichzeitig Wertschätzung für jedes Gemeinschaftsmitglied aus. Das brauchen Jungen heute, um sich in die Welt der schulischen Leistung einfügen zu können. Kommt ihnen diese Welt allzu weiblich daher, dann stellen sich bei ihnen Fremdheitsgefühle ein, und sie können keine guten Fachleistungen abliefern.

Es hat sehr lange gedauert, bis die Benachteiligung der Mädchen und Frauen als inakzeptabel wahrgenommen wurde und Gegenstrategien als notwendig galten. Nun droht eine Benachteiligung der jungen Männer. Auch sie haben ein Anrecht darauf, Geschlechtergerechtigkeit zu erfahren.

 
Leser-Kommentare
  1. Typisch weibliche Sensibilität?? Typisch männliche Formen der Aggressivität????

    Sonst noch was? Was darf es noch aus der Klischeekiste sein?? Männer sind impulsiv, rabiat, latent psychotisch weil von Mutti zu wenig gestillt worden; Frauen hingegen sind wesenhaft milde, rational, malen gerne und sozialisieren sich leichter ??? Von wann ist dieser Stuss? 1972???

    Jungs sind durch Computer und Videospiele so dumm geworden, dass sie sich völlig selbst überschätzen? Ich glaube eher, das Gegenteil ist der Fall: der krankhafte Zwangsfeminismus der letzten 35 Jahre hat dazu geführt, eine Generation von jungen Männern heran zu ziehen, die sich völlig unterschätzen, indem man ihnen in den Kindergärten der 1980er Jahre bereits beibrachte, auf die Mädchen gefälligst Rücksicht zu nehmen, während den Mädchen eingetrichtert wurde, sie sollten ruhig mal die Ellenbogen gegen die Jungs einsetzen, auch wenn diese schon klein bei gaben.

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    was fuer ein Unsinn.Es gibt ganz sicherlich genauso viele aggressive Maedchen und zwar schon im zarten Alter.Mein Enkel hatte im 1.Jahr kindergarten Probleme mit einem kleinen Maedchen dass ihn staendig
    mit der Faust schlug. Zuerst hat er nichts getan,sondern er kam und erzaehlt es mir. Ich habe ihm dann geraten: schlag zurueck! Es dauerte auch nicht lange und die Lehrerin rief an ,klagte dass unser Enkel eine Mitschuelerin geschlagen haette...Ich hab ihr dann gesagt dass das nicht geschehen waere wenn sie mehr darauf geachtet haette dass dieses kleine Maedchen ihn mit der Faust schlaegt. Es hat zwar ein kleines Palaver gegeben aber seitdem hatte Jonathan keine Probleme mehr mit diesem aggressiven Maedchen.

    was fuer ein Unsinn.Es gibt ganz sicherlich genauso viele aggressive Maedchen und zwar schon im zarten Alter.Mein Enkel hatte im 1.Jahr kindergarten Probleme mit einem kleinen Maedchen dass ihn staendig
    mit der Faust schlug. Zuerst hat er nichts getan,sondern er kam und erzaehlt es mir. Ich habe ihm dann geraten: schlag zurueck! Es dauerte auch nicht lange und die Lehrerin rief an ,klagte dass unser Enkel eine Mitschuelerin geschlagen haette...Ich hab ihr dann gesagt dass das nicht geschehen waere wenn sie mehr darauf geachtet haette dass dieses kleine Maedchen ihn mit der Faust schlaegt. Es hat zwar ein kleines Palaver gegeben aber seitdem hatte Jonathan keine Probleme mehr mit diesem aggressiven Maedchen.

    • Anonym
    • 25.10.2008 um 18:10 Uhr
    2. Lach!

    Es gleitet ins Absurde ab.
    Soso, nun müssen die Jungs also gefördert werden, man muss halt akzeptieren dass sie diese negativen Eigenschaften (so die Wertungen im Artikel!) haben.
    Mir will nie in den Kopf mit welcher Agressivität und Selbstherrlichkeit Frauen inzwischen die Männer unterbuttern und es genug Männer gibt die nur zu gern, warum auch immer, dabei mithelfen. Wenn man in der Runde mit Frauen eine flapsige Bemerkung anbringt bricht sofort Streit aus, Frauen haben aber Narrenfreiheit - bis hin zu ähm Dingen wie "Sex and the City" wo es ausschließlich um weiblichen Chauvinismus geht. Nein meine lieben, ihr wollt keine Gleichberechtigung ihr wollt das untergegangene Patriarchat durch ein Matriarchat austauschen. Ihr liebt es mit eurer Weiblichkeit zu kokettieren und Männer als tumbe Wesen darzustellen, wehe aber es kommt Kritik an euch zurück.
    Die Kinder von Heute bilden die Gesellschaft von Morgen.
    Jede inhatliche Diskussion ist mir hier einfach zuwider, es muss zwangsläufig auf Platitüden, kokettieren mit Klischees und Geplänkel hinauslaufen. Ich als Schwuler, der mit SICHERHEIT genug Erfahrungen damit hat was es heißt diskriminiert zu werden, bin immer wieder sprachlos über die Welt in der manche Frauen inzwischen leben. Ich bin 22 Jahre, dementsprechend hab ich einen großen Freundeskreis mit Männlein und Weiblein. Jene die von meiner Neigung nichts wissen, nicht alle Schwulen sind Tunten und damit offensichtlich schwul, denken sich ziemlich viel erlauben zu können wenn sie einen nur offenherzig angrinsen und die Brust rausstrecken - soviel von wegen "die Frauen werden von den MÄNNERN darauf reduziert". Die kokettieren damit ganz bewusst. Und mehr als einmal musste ich mir anhören ich habe eine Frau ja nur so und so behandelt weil ich "scharf" auf sie gewesen wäre, das sei wieder typisch Mann. Äh genau..der letzte Gedanke der mir im Zusammenhang mit Frauen kommen würde wäre irgend ein sexueller.
    In dieser Feedbackschleife stecken die einfach fest und mir tuts einfach nur leid um die Jungen die damit gequält werden im Schulsystem. Dieses Geschlechterollen seien nur eine Chimäre der Gesellschaft, ganz davon abgesehen dass sämtliche gesellschaftlichen Konventionen nur im Kontext Mensch zu Mensch entstehen und lebensnotwendig sind, wird jeder Anthropologe und Mediziner mit genügend Objektivität dem widersprechen.
    Es gab in den USA ein grausames Experiment welches bis heute von Feministinnen und Feministen (...) ignoriert wird.
    Ein Junge wurde, wie so viele in Nordamerika, nach der Geburt beschnitten. Dabei wurde ein Fehler gemacht und die Ärzte zerstörten sein Genital. Ein Mediziner mit der fixen Idee dass wir geschlechtslos geboren seien und dies alles nur "anerzogen" wäre hat die Eltern dazu gebracht zuzustimmen ihren Sohn als Mädchen aufzuziehen, er bekam vom Säuglingsalter ab die entsprechenden weiblichen Hormone. Niemand außer Arzt und Eltern wussten davon, er bekam Mädchenklamotten, Puppen zum spielen, wurde als Mädchen eingeschult und so weiter. Auch von der Anatomie hat er sich dann wie ein Mädchen entwickelt. Er war aber alles andere als ein Mädchen, er hasste seine Puppen und wollte lieber mit Autos und dergleichen spielen, er hat seine Kleider immer wieder zerrißen, hat sich im Kindergarten ständig mit anderen Kindern geprügelt, in der Schule ein Klassenclown, war rechthaberisch, bockig und agressiv. Wie man sich eben so einen typischen "Lausbub" vorstellt. Ohne weiter auf Details einzugehen, das Ganze führte im Jugendalter bis hin zum totalen Zusammenbruch. Erst dann haben die Eltern ihr Schweigen gebrochen und ihm die Wahrheit erzählt. Hernach hat man versucht mit einer erneuten Hormontherapie das Ganze rückgängig zu machen. Letztendlich hat er dann aber Selbstmord begangen, es nicht mehr ausgehalten.
    Ich weiss nicht warum 68er und deren Nachfolger (das sind ja die Übeltäter) immer so auf Gleichmacherei stehen wenn es um Geschlechter, um Einkommen, um eigentlich alles geht aber auf der anderen Seite immer so die Bedeutung von fremden Kulturen und deren Wert betonen - also den Unterschied zum Ideal, nicht zum Problem machen. Schizophren hoch drei..es ist deutschtümelnd, butzenscheibenromantik, provinziell und was weiss ich alles wenn jemand den Dialekt seiner Heimatregion spricht anstatt gestochenes Hochdeutsch, aber es ist ja so charmant wenn Kinder von Migranten zweisprachig aufwachsen. Die Beispiele lassen sich beliebig lange fortsetzen..
    auf jedes Kind muss eingegangen werden. Blind für's Geschlecht. Wenn ein Mädchen keine Puppen mag und lieber Fußball spielt, fein. Wenn ein Junge dies tut aber ebenso!

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    • 795mar
    • 26.10.2008 um 14:45 Uhr

    Sowas hätte ich jetzt von einem schwulen Mann wirklich nicht erwartet-
    also doppelt Bravo !

    [Entfernt. Für Äußerungen dieser Art ist dies nicht das geeignete Forum. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • 795mar
    • 26.10.2008 um 14:45 Uhr

    Sowas hätte ich jetzt von einem schwulen Mann wirklich nicht erwartet-
    also doppelt Bravo !

    [Entfernt. Für Äußerungen dieser Art ist dies nicht das geeignete Forum. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • karlma
    • 25.10.2008 um 18:32 Uhr

    Schon in den Kindergärten, aber dann auf jeden Fall in den Schulen wird das Verhalten, auch das Lernverhalten der Schülerinnen als das richtige und das der Schüler als das gestörte ausgegeben. Das bedingt ein viele Jahre andauerndes Signal an die Schüler, sie seien nicht in Ordnung. Folge: Zuversicht, Selbstvertrauen und Selbstwert bleiben auf der Strecke und Rückzug wird praktiziert, zum Beispiel der Rückzug auf den Computer und den Fernseher. Diese Medien sind weitgehend neutral und können von den Jungen angenommen werden, auch wenn sie mehr oder weniger unterschwellig dasselbe transpoertieren. Die ganze Koedukation geht auf diese Weise zu Lasten der Schüler. Schon vor mehreren Jahren wurde im Deutschlandfunk von Fachleuten vor diesem Effekt gewarnt, aber die vorherrschenden Strömungen dieser Zeit lassen die Anerkennung dieser Zusammenhänge leider (noch ?) nicht zu, geschweige Konsequenzen. Einen Hoffnungsschimmer gab es jetzt mit der Erwähnung des getrenntgeschlechtlichen Unterrichts der Ministerin, allerdings aus anderen Gründen.

    • Pah
    • 25.10.2008 um 19:26 Uhr
    4. Gähn

    Immer die selben verbitterten Schuldzuweisungen und Hasstiraden.

    "Sie müssen die Gelegenheit haben, als machtvoll und überlegen aufzutreten, den sozialen Raum um sich herum zu erobern und die besonderen Formen der männlichen Selbstbehauptung zu praktizieren."

    Super Idee. Noch eine Keule über die Schulter gelegt, das Brusttrommeln beigebracht und der Neandertaler in seiner reinsten Form lässt grüssen! Die verkappten klatschen ja schon Beifall und geifern ... sorry für den Heiterkeitsausbruch... aber das ist ja wirklich nicht ernst zu nehmen alles.

    • tapse
    • 25.10.2008 um 20:40 Uhr

    Dieser Artikel macht mich wütend.
    In der Welt gibt es Zwangsheiraten, in armen Ländern werden Mädchen gar nicht zur Schule geschickt oder abgetrieben.
    Der Fleiß der Mädchen und Frauen bringt ihnen im Berufsleben ein 25 Prozent niedrigeres Gehalt ein als ihren männlichen Kollegen. Und sie schreiben über männliche Benachteiligung?
    Im Beruf gelten gewisse Regeln, nach denen man auch an einer positiven Selbstdarstellung arbeiten sollte, um Karriere zu machen. Mädchen wird dies nicht so anerzogen, dennoch wird von Frauen später dieses Verhalten verlangt.
    Wenn den Jungen jetzt mal ein Nachteil im Schulwesen entstehen sollte, müssen sie sich halt anpassen, basta. In der Schule sollen SchülerInnen aufpassen und lernen, Rumgehample passt da nicht hin und wird Jungen leider viel zu oft durchgehen gelassen. Wer sagt denn, dass Mädchen nicht auch mal Lust hätten, zu stören und laut zu sein? Nur wird man da ganz komisch angeguckt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Zu recht. Nur: Gleiche Regeln für alle!
    Bei der "Verweiblichung" von Schule und Kindergarten bleibt mir das Lachen im Hals stecken. Kindergarten und Grundschule sind deswegen so "weiblich" (wobei man bei den Direktoren oft die Quotenmänner findet, woran das wohl liegen mag?), weil es sich um schlechtbezahlte Jobs handelt, für die Männer sich zu schade sind. Auch ist Kinderbetreuung ja "Frauensache".. Beim Gymnasiallehramt verhält es sich mit der Bezahlung anders, aber auch hier geben die meisten Frauen an, Beruf und Kinder miteinander vereinbaren zu wollen. Keiner verbietet Männern, sich diesen Berufen zuzuwenden! Kommt nur nicht so cool, wie irgendwo den Chef zu machen..
    Ich finde es übrigens immer wieder verwunderlich, wie ein lange bestehendes Problem plötzlich zum Thema wird, wenn es nicht mehr nur Frauen betrifft. So geschehen mit der Belastung, sich um kleine Kinder zu kümmern, als die Väterzeit eingeführt wurde.
    Jahrtausendelang waren Frauen benachteiligt und sind es heute noch. Vielleicht beenden wir erstmal erfolgreich die Emanzipation, bevor wir uns den männlichen Mimosen zuwenden?

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    • Anonym
    • 25.10.2008 um 22:01 Uhr

    oder eine Lösung? Eine Verbesserung?

    Tja. Dann nur weiter so.

    Es lebe die Emanzipation!

    • toni23
    • 26.10.2008 um 11:54 Uhr

    Hallo tapse,

    Deine Wut ist nicht zu überhören. In einigen Punkten hast Du in meinen Augen auch Recht, andererseits wundere ich mich bei so emanzipierten Statements wie Deinem gelegentlich, welche Gruppe es zwischen den "dicken Chefs" (=Idioten) und Mimosen in der Männerwelt noch so geben mag ? Ich vermute, Dir reichen die beiden, um das verteufelte männliche Geschlecht 50/50 aufzuteilen. Mir ist diese Ansicht allerdings ein wenig zu platt. Es gibt (weiss ich aus meinem Bekanntenkreis nur zu gut!) eine Menge Männer, die gerne in einem weniger "männlichen" Berufsumfeld agieren würden, sich aber am Ende von den "dicken Chefs" als Weicheier und von den emanzipierten Frauen als Mimosen beschimpfen lassen müssen. Und dass wir hier die Jungen in der Schule kräftig unterbuttern müssen, weil Männer in anderen Ländern Zwangsheiraten durchführen und Mädchen nicht in die Schule lassen, das scheint sich ja von selbst zu verstehen.

    Grüße
    Toni

    • outis
    • 26.10.2008 um 17:15 Uhr

    Umgekehrt wird ein Schuh draus:
    Ich würde wetten, dass vor 40 Jahren nahezu alle Grundschullehrer männlich waren. Als dann, und das ist mit Sicherheit ein verdienst der Frauenrechtsbewegung, mehr und mehr Frauen Abitur machten, welche Fächer studierten sie? Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften? Nein sie wurden Grund- und Sonderschulpädagoginnen zuhauf. Alles karriereträchtige Prestigeprofessionen die Hohe Einkommen garantieren! Und nun sollen üble Machomachenschaften schuld sein am niedrigen Durchschnittsverdienst. Erbärmlich.

    Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)

    • RZ
    • 27.10.2008 um 12:00 Uhr

    "In der Welt gibt es Zwangsheiraten, in armen Ländern werden Mädchen gar nicht zur Schule geschickt oder abgetrieben. Der Fleiß der Mädchen und Frauen bringt ihnen im Berufsleben ein 25 Prozent niedrigeres Gehalt ein als ihren männlichen Kollegen. Und sie schreiben über männliche Benachteiligung?"

    Selbst wenn das alles stimmen würde, so frage ich mich, wie es eine mögliche Diskriminierung von irgendwelchen zehnjährigen Jungen rechtfertigen könnte.

    "Wenn den Jungen jetzt mal ein Nachteil im Schulwesen entstehen sollte, müssen sie sich halt anpassen, basta. [...] Gleiche Regeln für alle!"

    Die Frage ist eben nur, ob diese Regeln nicht schon per Konstruktion ungerecht gegenüber den Männern sind. Stellen Sie sich mal vor, fast alle Lehrer wären Männer, der Unterricht bestünde fast nur aus momentan von Männern bevorzugten Fächern wie Physik und Informatik, im Sportunterricht würden hauptsächlich aggressive, körperbetonte Spiele wie Fußball oder Handball gespielt und wenn mal was belletristisches gelesen würde dann ein Abenteuerroman. Das würde dann ja wohl als Diskriminierung von Frauen angesehen, obwohl innerhalb dieses Systems keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht würden.

    "Bei der "Verweiblichung" von Schule und Kindergarten bleibt mir das Lachen im Hals stecken. Kindergarten und Grundschule sind deswegen so "weiblich" (wobei man bei den Direktoren oft die Quotenmänner findet, woran das wohl liegen mag?), weil es sich um schlechtbezahlte Jobs handelt, für die Männer sich zu schade sind."

    Daher auch die hohen Frauenquoten bei Bauarbeitern und Müllmännern...

    "Jahrtausendelang waren Frauen benachteiligt und sind es heute noch. Vielleicht beenden wir erstmal erfolgreich die Emanzipation, bevor wir uns den männlichen Mimosen zuwenden?"

    Hier liegt ganz offensichtlich eine ideologisch begründete Einseitigkeit vor. Sie sehen nur, was sie sehen wollen und was in Ihr Weltbild passt. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Wann immer Frauen in Statistiken schlechter wegkommen ist das böse Diskriminierung. In diesem Fall wird die Gleichberechtigung ersetzt durch die Gleichstellung (d.h. Gleichberechtigung nur noch innerhalb von Teilgruppen, aber Diskriminierung zwischen den Teilgruppen, so daß das Ergebnis zwischen diesen Teilgruppen ausgegleichen ist). Kommen Männer aber schlechter weg so wird es ignoriert, als Beweis männlicher Schlechtigkeit und Unterlegenheit verwendet oder als positive Gegendiskriminierung sogar noch gelobt. Hier ist dann auf einmal weiterhin Gleichberechtigung statt Gleichstellung angezeigt. Klar, Frauen schlechter zu behandeln als gleich gute Männer wäre ja auch furchtbar ungerecht, nur umgedreht (die übliche "Gleichstellung") ist es richtig.

    Und ich meine hierbei nicht nur die Unterschiede im Bildungssystem. Man denke nur an die unterschiedlichen Lebenserwartungen (über 6 Jahre) oder die unterschiedlichen Quoten bei Häftlingen (98% Männer). Man stelle sich vor es wäre umgekehrt. Das wäre dann ein weiterer Beleg für die Unterdrückung der Frauen.

    • Anonym
    • 25.10.2008 um 22:01 Uhr

    oder eine Lösung? Eine Verbesserung?

    Tja. Dann nur weiter so.

    Es lebe die Emanzipation!

    • toni23
    • 26.10.2008 um 11:54 Uhr

    Hallo tapse,

    Deine Wut ist nicht zu überhören. In einigen Punkten hast Du in meinen Augen auch Recht, andererseits wundere ich mich bei so emanzipierten Statements wie Deinem gelegentlich, welche Gruppe es zwischen den "dicken Chefs" (=Idioten) und Mimosen in der Männerwelt noch so geben mag ? Ich vermute, Dir reichen die beiden, um das verteufelte männliche Geschlecht 50/50 aufzuteilen. Mir ist diese Ansicht allerdings ein wenig zu platt. Es gibt (weiss ich aus meinem Bekanntenkreis nur zu gut!) eine Menge Männer, die gerne in einem weniger "männlichen" Berufsumfeld agieren würden, sich aber am Ende von den "dicken Chefs" als Weicheier und von den emanzipierten Frauen als Mimosen beschimpfen lassen müssen. Und dass wir hier die Jungen in der Schule kräftig unterbuttern müssen, weil Männer in anderen Ländern Zwangsheiraten durchführen und Mädchen nicht in die Schule lassen, das scheint sich ja von selbst zu verstehen.

    Grüße
    Toni

    • outis
    • 26.10.2008 um 17:15 Uhr

    Umgekehrt wird ein Schuh draus:
    Ich würde wetten, dass vor 40 Jahren nahezu alle Grundschullehrer männlich waren. Als dann, und das ist mit Sicherheit ein verdienst der Frauenrechtsbewegung, mehr und mehr Frauen Abitur machten, welche Fächer studierten sie? Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften? Nein sie wurden Grund- und Sonderschulpädagoginnen zuhauf. Alles karriereträchtige Prestigeprofessionen die Hohe Einkommen garantieren! Und nun sollen üble Machomachenschaften schuld sein am niedrigen Durchschnittsverdienst. Erbärmlich.

    Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)

    • RZ
    • 27.10.2008 um 12:00 Uhr

    "In der Welt gibt es Zwangsheiraten, in armen Ländern werden Mädchen gar nicht zur Schule geschickt oder abgetrieben. Der Fleiß der Mädchen und Frauen bringt ihnen im Berufsleben ein 25 Prozent niedrigeres Gehalt ein als ihren männlichen Kollegen. Und sie schreiben über männliche Benachteiligung?"

    Selbst wenn das alles stimmen würde, so frage ich mich, wie es eine mögliche Diskriminierung von irgendwelchen zehnjährigen Jungen rechtfertigen könnte.

    "Wenn den Jungen jetzt mal ein Nachteil im Schulwesen entstehen sollte, müssen sie sich halt anpassen, basta. [...] Gleiche Regeln für alle!"

    Die Frage ist eben nur, ob diese Regeln nicht schon per Konstruktion ungerecht gegenüber den Männern sind. Stellen Sie sich mal vor, fast alle Lehrer wären Männer, der Unterricht bestünde fast nur aus momentan von Männern bevorzugten Fächern wie Physik und Informatik, im Sportunterricht würden hauptsächlich aggressive, körperbetonte Spiele wie Fußball oder Handball gespielt und wenn mal was belletristisches gelesen würde dann ein Abenteuerroman. Das würde dann ja wohl als Diskriminierung von Frauen angesehen, obwohl innerhalb dieses Systems keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht würden.

    "Bei der "Verweiblichung" von Schule und Kindergarten bleibt mir das Lachen im Hals stecken. Kindergarten und Grundschule sind deswegen so "weiblich" (wobei man bei den Direktoren oft die Quotenmänner findet, woran das wohl liegen mag?), weil es sich um schlechtbezahlte Jobs handelt, für die Männer sich zu schade sind."

    Daher auch die hohen Frauenquoten bei Bauarbeitern und Müllmännern...

    "Jahrtausendelang waren Frauen benachteiligt und sind es heute noch. Vielleicht beenden wir erstmal erfolgreich die Emanzipation, bevor wir uns den männlichen Mimosen zuwenden?"

    Hier liegt ganz offensichtlich eine ideologisch begründete Einseitigkeit vor. Sie sehen nur, was sie sehen wollen und was in Ihr Weltbild passt. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Wann immer Frauen in Statistiken schlechter wegkommen ist das böse Diskriminierung. In diesem Fall wird die Gleichberechtigung ersetzt durch die Gleichstellung (d.h. Gleichberechtigung nur noch innerhalb von Teilgruppen, aber Diskriminierung zwischen den Teilgruppen, so daß das Ergebnis zwischen diesen Teilgruppen ausgegleichen ist). Kommen Männer aber schlechter weg so wird es ignoriert, als Beweis männlicher Schlechtigkeit und Unterlegenheit verwendet oder als positive Gegendiskriminierung sogar noch gelobt. Hier ist dann auf einmal weiterhin Gleichberechtigung statt Gleichstellung angezeigt. Klar, Frauen schlechter zu behandeln als gleich gute Männer wäre ja auch furchtbar ungerecht, nur umgedreht (die übliche "Gleichstellung") ist es richtig.

    Und ich meine hierbei nicht nur die Unterschiede im Bildungssystem. Man denke nur an die unterschiedlichen Lebenserwartungen (über 6 Jahre) oder die unterschiedlichen Quoten bei Häftlingen (98% Männer). Man stelle sich vor es wäre umgekehrt. Das wäre dann ein weiterer Beleg für die Unterdrückung der Frauen.

  2. Klare Worte über die Bewertung von Jungen an deutschen Schulen findet die Studie des Bundesbildungsministeriums vom November 2007 auf Seite 9:

    „Für den Übergang in weiterführenden Schulen hat die Lern-Ausgangs-Untersuchung (LAU) in Hamburg herausgefunden, dass Jungen nicht nur generell seltener eine Gymnasialempfehlung erhalten, auch bei gleichen Noten werden sie seltener von den Lehrkräften für gymnasialgeeignet angesehen als Mädchen.“

    und auf Seite 16:

    „In allen Fächern erhalten Jungen auch bei gleichen Kompetenzen schlechtere Noten.“.


    www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf

    Die Bundeskanzlerin 2007: „Tatsächlich ist Gleichberechtigung an den Schulen Realität, weshalb Mädchen aufgrund ihres Entwicklungsvorsprungs, größeren Fleißes und höherer Lernmotivation im Vorteil sind.“

    Der Artikel strotzt - ebenso wie das Kanzlerinzitat - vor femifaschistischen Sexismen.
    Aber ohne dem ist wohl ein solcher Weckruf in den einheitlich strammfeministischen, deutschen Medien nicht zu bewerkstelligen.

    • Anonym
    • 25.10.2008 um 22:01 Uhr

    oder eine Lösung? Eine Verbesserung?

    Tja. Dann nur weiter so.

    Es lebe die Emanzipation!

    Antwort auf "Oh mein Gott"
    • Anonym
    • 25.10.2008 um 22:05 Uhr

    Als ich den Titel und die erste Seite las, dachte ich ja, ich hätte versehentlich Spiegel online offen und war wirklich positiv überrascht. Dann lese ich auf Seite 2 die wiederkehrende Botschaft, dass mehr geistige Androgynisierung notwendig sei ("allmählicher Abbau von Rollenbildern" als Fernziel). Dabei wird jedoch vernachlässigt, dass diese Rollenbilder grundsätzlich nicht Auslöser typisch "männlichen" oder "weiblichen" Verhaltens (das hauptsächlich auf Seite 3 beschrieben wird) sind, sondern deren Begleiterscheinungen oder gar Produkte. Dass es jene grundliegenden Verhaltensunterschiede gibt, wurde bereits von Mahun an einem guten Beispiel dargestellt. Man kann genau so gut Affenbabys Puppen und Autos in die Hand drücken und beobachten, wer am Ende mit was spielt. Da kommt auch Judith Butler nicht gegen an, oder wie die Tanten sonst heißen.

    Die Frage, die jetzt für mich daraus resultiert ist folgende: Warum trennt man nicht endgültig die Begriffe GLEICHBERECHTIGUNG (durch Startchancengerechtigkeit im Sinne eines geschlechterorientierten Unterrichtsstils) und GLEICHSTELLUNG/GENDERMAINSTREAMING streng voneinander?- Ersterer Terminus begreift die Gesellschaft als Individuen und gibt ihnen vollständig die Freiheit, im Erwachsenenalter ein Lebensmodell nach eigenem Gusto zu wählen. Letztere Begriffe sehen wiederum die Gesellschaft als zwei Massen, die um jeden Preis homogenisiert werden müssten, auch wenn klar erkennbare gesellschaftliche Wohlfahrtsverluste die Folge sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    War mir klar dass für Viele hier nicht der Feminismus als Basis für die Männerrechtsbewegung stehen bleiben darf. Ist aber so (und das deckt der Feminismus in meinen Augen sogar ab!).

    Zu den Puppen-Spielerinnen und -Spielern: ich hab als Kind auch mit meinen männlichen Freunden Barbie etc. gespielt - wenn kein anderer Junge da war, und ausgeplaudert hätte ichs auch nie. Woher kommt es, dass schon 6-jährige wissen, dass das ein "Geheimnis" bleiben muss? Warum kann man auch 2008 noch hören wie Jungen aufgefordert werden die Finger vom Puppenwagen zu lassen, sie seien doch keine Mädchen!? Alles Einzelfälle? Ziemlich viele, allein in meinem Umfeld. Und jetzt kommts: pubertäre Hauptschüler (männlich wie weiblich) trauen sich laut zu sagen, dass JEDER Junge mit Puppen spielen würde, wenn man ihn nur ließe! Das war vielleicht eine positive Überraschung für mich! Ebenso wie die Erkenntnis, dass es in meinen Klassen hauptsächlich die Jungs sind, die "glückliche und gesunde" Kinder zu ihren Zielen zählen, aber auch Stärken benennen wie "schön schreiben" etc. Die sind sogar schon in ihren Schimpfworten geschlechtsneutral: "F*tze" oder "H*rensohn" werden für beide Geschlechter verwendet (für mich deshalb ein Fortschritt, weil sie damit "normale" Schimpfworte werden die nicht mehr das Potential haben jemanden so zu beleidigen, dass die "Ehre" wiederhergestellt werden müsste. Ich glaube wir sind in der Übergangsphase).

    Wie sagte doch der Herausgeber des Männermagazins Matador neulich auf Phoenix (?)? Sowohl Männer als auch Frauen sind Dank des Feminismus VOLLSTÄNDIGER, denn sie sind FREIER! Und um Freiheit ging es Ihnen doch auch irgendwie? "Ersterer Terminus [Gleichberechtigung] begreift die Gesellschaft als Individuen und gibt ihnen vollständig die Freiheit, im Erwachsenenalter ein Lebensmodell nach eigenem Gusto zu wählen. Letztere Begriffe [Gendermainstreaming, Gleichstellung] sehen wiederum die Gesellschaft als zwei Massen, die um jeden Preis homogenisiert werden müssten, auch wenn klar erkennbare gesellschaftliche Wohlfahrtsverluste die Folge sind."

    Ich wüsste jetzt mal gerne, was für Sie "klar erkennbare gesellschaftliche Wohlfahrtsverluste" sind? Sehr interessante Wortwahl. Mir fallen da spontan die ganzen Trümmerfrauen ein, die für ihre Lebensleistung armselig abgespeist wurden und heute häufig in Altersheimen sediert auf ihren Tod warten. Die meinen Sie aber sicher nicht mit, wenn Sie an Wohlfahrt denken? Außerdem wüsste ich gerne ob Ihnen bekannt ist, dass die Unterschiede zwischen Durchschnittsfrau und Durchschnittsmann GERINGER sind als die innerhalb eines Geschlechts! Auf Basis dieser Tatsache lässt sich dann min. genauso logisch schlussfolgern, dass die "traditionellen" Rollenbilder eine Zwangsheterogenisierung waren und sind - die Natur gibt uns für flexibel-gedachte Kategorien sogar noch etliche Anhaltspunkte in Form von Hermaphroditen sowie Homo- bzw. Bisexualität.

    Mir war der Artikel übrigens nicht aktuell genug.
    Denn hier: "In den meisten europäischen Nachbarländern und in den USA wird inzwischen auch die Studentenschaft von den jungen Frauen dominiert. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden auch die deutschen Hochschulen über das bessere Abschneiden der jungen Frauen bei Prüfungen berichten können." fehlt die Einarbeitung der jüngsten Erkenntnisse bzgl. geringeren Studentinnenzahlen seit Einführung der Studiengebühren.

    Wenn Du etwas wissen willst, frag keinen Gelehrten, sondern einen Erfahrenen!

    War mir klar dass für Viele hier nicht der Feminismus als Basis für die Männerrechtsbewegung stehen bleiben darf. Ist aber so (und das deckt der Feminismus in meinen Augen sogar ab!).

    Zu den Puppen-Spielerinnen und -Spielern: ich hab als Kind auch mit meinen männlichen Freunden Barbie etc. gespielt - wenn kein anderer Junge da war, und ausgeplaudert hätte ichs auch nie. Woher kommt es, dass schon 6-jährige wissen, dass das ein "Geheimnis" bleiben muss? Warum kann man auch 2008 noch hören wie Jungen aufgefordert werden die Finger vom Puppenwagen zu lassen, sie seien doch keine Mädchen!? Alles Einzelfälle? Ziemlich viele, allein in meinem Umfeld. Und jetzt kommts: pubertäre Hauptschüler (männlich wie weiblich) trauen sich laut zu sagen, dass JEDER Junge mit Puppen spielen würde, wenn man ihn nur ließe! Das war vielleicht eine positive Überraschung für mich! Ebenso wie die Erkenntnis, dass es in meinen Klassen hauptsächlich die Jungs sind, die "glückliche und gesunde" Kinder zu ihren Zielen zählen, aber auch Stärken benennen wie "schön schreiben" etc. Die sind sogar schon in ihren Schimpfworten geschlechtsneutral: "F*tze" oder "H*rensohn" werden für beide Geschlechter verwendet (für mich deshalb ein Fortschritt, weil sie damit "normale" Schimpfworte werden die nicht mehr das Potential haben jemanden so zu beleidigen, dass die "Ehre" wiederhergestellt werden müsste. Ich glaube wir sind in der Übergangsphase).

    Wie sagte doch der Herausgeber des Männermagazins Matador neulich auf Phoenix (?)? Sowohl Männer als auch Frauen sind Dank des Feminismus VOLLSTÄNDIGER, denn sie sind FREIER! Und um Freiheit ging es Ihnen doch auch irgendwie? "Ersterer Terminus [Gleichberechtigung] begreift die Gesellschaft als Individuen und gibt ihnen vollständig die Freiheit, im Erwachsenenalter ein Lebensmodell nach eigenem Gusto zu wählen. Letztere Begriffe [Gendermainstreaming, Gleichstellung] sehen wiederum die Gesellschaft als zwei Massen, die um jeden Preis homogenisiert werden müssten, auch wenn klar erkennbare gesellschaftliche Wohlfahrtsverluste die Folge sind."

    Ich wüsste jetzt mal gerne, was für Sie "klar erkennbare gesellschaftliche Wohlfahrtsverluste" sind? Sehr interessante Wortwahl. Mir fallen da spontan die ganzen Trümmerfrauen ein, die für ihre Lebensleistung armselig abgespeist wurden und heute häufig in Altersheimen sediert auf ihren Tod warten. Die meinen Sie aber sicher nicht mit, wenn Sie an Wohlfahrt denken? Außerdem wüsste ich gerne ob Ihnen bekannt ist, dass die Unterschiede zwischen Durchschnittsfrau und Durchschnittsmann GERINGER sind als die innerhalb eines Geschlechts! Auf Basis dieser Tatsache lässt sich dann min. genauso logisch schlussfolgern, dass die "traditionellen" Rollenbilder eine Zwangsheterogenisierung waren und sind - die Natur gibt uns für flexibel-gedachte Kategorien sogar noch etliche Anhaltspunkte in Form von Hermaphroditen sowie Homo- bzw. Bisexualität.

    Mir war der Artikel übrigens nicht aktuell genug.
    Denn hier: "In den meisten europäischen Nachbarländern und in den USA wird inzwischen auch die Studentenschaft von den jungen Frauen dominiert. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden auch die deutschen Hochschulen über das bessere Abschneiden der jungen Frauen bei Prüfungen berichten können." fehlt die Einarbeitung der jüngsten Erkenntnisse bzgl. geringeren Studentinnenzahlen seit Einführung der Studiengebühren.

    Wenn Du etwas wissen willst, frag keinen Gelehrten, sondern einen Erfahrenen!

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