Camorra Italien, ein Schurkenstaat?

Menetekel Roberto Saviano: Der Autor des Mafia-Enthüllungsbuches "Gomorrha" fürchtet um sein Leben. Und das im Italien des Jahres 2008: Eine Nation gibt sich selbst auf.

Roberto Saviano: Ein von der Welt gefeierter, von der Camorra mit dem Tode bedrohter Schriftsteller

Roberto Saviano: Ein von der Welt gefeierter, von der Camorra mit dem Tode bedrohter Schriftsteller

Roberto Saviano ist zurzeit der bekannteste Schriftsteller Italiens. Sein Buch Gomorrha über die neapolitanische Camorra hat sich allein in seiner Heimat 1,2 Millionen Mal verkauft – die Camorra hat nun angedroht, ihn bis Weihnachten zu ermorden. Das jedenfalls behauptete ein reuiger Camorrista. Saviano hat daraufhin öffentlich erklärt, dass er überlege, Italien zu verlassen.

Was ist das für ein Staat, muss man sich fragen, der seinen bekanntesten Schriftsteller nicht wirklich schützen kann? Viele Italiener würden antworten: Welcher Staat? Es gibt ihn doch gar nicht, jedenfalls nicht als ordentliches, dem Bürger dienendes Wesen.

In Kampanien, dessen Schicksal Saviano so kraftvoll beschreibt, hat sich der Staat längst zurückgezogen. Natürlich, nach den Morddrohungen solidarisierten sich die Spitzenpolitiker des Landes mit Saviano, über 100000 Bürger unterschrieben eine Solidaritätserklärung, zahlreiche Nobelpreisträger haben eine Petition veröffentlicht, und auch die Polizei war nicht untätig geblieben. Sie verhaftete über 120 mutmaßliche Camorristi. Doch diese plötzliche Aktivität des Staates ist den Italienern suspekt. Oft genug haben sie schon erlebt, dass alles wieder in den alten, blutigen Trott zurückfällt, sobald die Scheinwerfer ausgeschaltet sind. Das weiß auch die Camorra. Den Bürgern fehlt es an Vertrauen.

Tatsächlich ist der Staat auch im Rest Italiens nicht präsent. Wenn er dem Bürger überhaupt entgegentritt, dann als gnadenloser Steuereintreiber, der allein die Gier einer unersättlichen politischen Kaste bedient. Der Journalist Gian Antonio Stella veröffentlichte vor einem Jahr ein Buch mit dem Titel La Casta – darin beschrieb er die unglaublichen Privilegien der Politiker. La Casta ist das Porträt der Unberührbaren. Auch dieses Buch fand Hunderttausende Leser.

Die Misere also liegt offen zutage. Es ist nicht so, dass die Italiener nichts dagegen täten. Sie suchen dort einen Ausweg, wo man ihn in einer Demokratie normalerweise sucht: in der Wahlurne. Sie statteten Silvio Berlusconi mit einer soliden Mehrheit aus. Er sollte endlich mit den Missständen aufräumen. Freilich ist Silvio Berlusconi alles andere als der Inbegriff eines Staatsdieners, er ist ein Staatsverächter, der es versteht, im Schutze ebendieses Staates kräftig in die eigene Tasche zu wirtschaften. Mit ihm hat man den Bock zum Gärtner gemacht.

Savianos Hilferuf muss man als Zeichen für den fortschreitenden Verfall staatlicher Autorität lesen. Die Regierung Berlusconi trägt allerdings nicht dazu bei, ihn zu stoppen, sondern sie beschleunigt ihn.

Berlusconi umgeht die Institutionen des Staates, er höhlt sie aus und diskreditiert sie öffentlich. Legendär sind seine Ausfälle gegen die angeblich kommunistische Justiz und die Ineffizienz des Parlaments. Nun gibt es viel Grund zur Klage und viel Bedarf nach Reform – doch Berlusconi macht die Institutionen durch seinen autoritären Herrschaftsstil obsolet. Dafür ist ihm der Applaus des Volkes sicher. Erschöpft gibt es sich den Sirenenklängen Berlusconis hin. Die Frage ist: Wohin führt dieser Verführer?

Wahrscheinlich weiß er es selbst nicht genau, doch sind seine Instinkte klar. Er ist gegen alles, was seinem Willen im Wege steht, gegen alles, was langsam, mühevoll und differenziert ist. Es geht ihm um Beschleunigung. Was ihr entgegensteht, soll von einem Sturmwind hinweggefegt werden. Entgrenzung ist der Schlüsselbegriff. Im Ergebnis finden wir dann ein Gebilde, das weniger einem Staat ähnelt als einem Niemandsland, bevölkert von unheimlichen Gestalten, die ihrem grausigen Handwerk nachgehen können, ohne dass ihnen jemand in den Arm fiele. Manche von ihnen sind ja schon seit Jahren kräftig am Werke wie etwa die Rassisten der Lega Nord, die unbelehrbaren Faschisten, oder die mordgierigen Mafiosi. Die gab’s schon immer, ließe sich einwenden. Das hält Italien aus, das gehört zu den Widersprüchen des bel paese. Das ist richtig, doch noch nie waren diese Gesellen ihrem Ziel so nahe.

Heute ist Italien ein Land, in dem der Torwart des Edelclubs AC Milan in einem Interview sagen kann: »Ich bin Faschist!«, ohne dass er dafür Konsequenzen zu fürchten hätte; heute ist Italien ein Land, in dem Mitglieder der Regierung die letzten Getreuen Mussolinis zu Verteidigern des abendländischen Wertesystems stilisieren; heute ist Italien ein Land, in dem Mitglieder der Regierungsparteien ungestraft Rassistisches von sich geben können; und heute ist Italien eine Land, in dem es zu Pogromen gegen Roma kommen kann, ohne dass dies allzu große Proteste auslöst; und es ist ein Land, in dem die Camorra einen Schriftsteller zur Emigration zwingen kann.

Der Staat als Bändiger der niederen Instinkte des Menschen hat abgedankt. Savianos Verzweiflung ist vor diesem Hintergrund zu sehen. Das schöne Italien ist hässlich geworden.

 
Leser-Kommentare
  1. dass gestern Hunderttausende in Rom gegen den italienischen Staat demonstrieren, zeigt, wie nahe die Staatsrevolution in Italien ist. Hoffentlich kommt bei dieser Revolution etwas Gutes und nichts Schlechtes heraus!

  2. Berlusconi hat sein Glück zu häufig jenseits der Regelsysteme gesucht und gefunden, dass er jetzt ausgerechnet zum Garant einer verbindlichen und wehrhaften Ordnungsmacht werden kann, die dem weit verzweigten Netz der kriminellen "Familien" gewachsen sein kann.
    Die Wahl spiegelt einen tiefen Fatalismus unter der Mehrheit der Italiener wieder, der kriminellen Machenschaften einmal geöffnete Türen einfach überlässt und sich weiter in Lebensbereiche zurückzieht, wo die gesellschaftlichen Institutionen und Organe nur rudimentäre Bedeutung haben. Das rächt sich früher als erwartet und kann in explosiven Krisen münden.
    Dieser Fatalismus hat in den unterschiedlichsten Variationen im alten Europa um sich gegriffen und überlässt den sich als Machern aufspielenden Bankrotteuren jetzt auch noch das Feld, zum "abräumen".
    Die inzwischen offenkundige gewordene Ohnmacht der kapitalistischen Instrumente wird der Verzweiflung um so irrealere Optionen vorführen, je weiter die Betroffenen von dem Glauben und dem Einsatz eigener Überlegungen, Anstrengungen und gemeinsamen Zielen, entfernt sind.
    In durchaus kleinen Masstäben verwirklichte Eigeninitiativen können jetzt Signalwirkung bekommen. Sie treffen auf die Verzweiflung von Enttäuschten und die Sehnsucht von denen, für die Aufgeben dasselbe ist, wie ein freiwilliger Tod.

  3. So hochtrabende Manifeste stehen mir leider nicht zur Verfügung.

    Ich fürchte, der Druck, unter welchem die Neapolitaner stehen, können wir uns hierzulande nicht vorstellen.

    Mich erinnern die Manifeste und Bekenntnisse an die Zustände in den USA vor knapp hundert Jahren. Die großen gang fights und das Ringen und Zögern des Staates mit der Mafia der zwanziger und dreißiger Jahre; von der Kriminalität Ende des 19. Jh. ganz zu schweigen.

    Zuweilen staune ich an der Stelle über das Staatsverständnis unserer Mitmenschen. Ich weiß nicht, ob man so manchem nicht eine Tracht Prügel Machiavelli und Hobbes (etc.) verpassen müsste. Wir haben es hier mit einer, wenngleich nicht wie in Russland, ja doch oligarchischen Gesellschaft zu tun. Wie sonst ist Kampanien frei von der Staatsmacht geworden. Kampanien hat die Größe Schleswig-Holsteins. Solche Systeme werden durch Proteste nicht erschüttert.

    Vermutlich wird daher lange nichts geschehen. Die Italiener sind Umsturzversuche und Barrikadenkämpfe gewohnter als wir, so wie auch lange Versprechen. Kommt es zu beherzten Aktionen, wird es viele Tote und Unschuldige geben. Was das innerhalb eines ohnehin vertrakten Systems an Organisation erfordert, ist ein anderes Kapitel. Interessant wird es vermutlich erst, wenn sich im Süden Widerstand regt - und nicht nur in der Hauptstadt oder im reichen Norden. Und auch nur, wenn die Mitdenkenden nicht bloß wegziehen, sondern notfalls zur Waffe greifen. Dass der Autor da der Auffassung ist, vor lauter Gerüchteküche, das Land verlassen zu müssen, rückt es in das entsprechende Licht.

    Gerne sähe ich auch den Staat in den Süden stärker investieren, damit keine Abwanderung nach Norden erfolgt, die eine gefährliche Masse zurücklässt, die wiederum in der Mafia aufgefangen werden kann oder muss.

    Nur angedacht, frei von Patenten.

    • J.A.
    • 26.10.2008 um 16:29 Uhr

    Berlusconi hat das italienische Volk verführt und besiegt. Er hat es soweit gespalten, das die einen ihm fast Bedingungslos folgten, seine Gegner mit den an seinen Verfehlungen wachsenden Versprechen und Selbstverpflichtungen maßlos Überfordert waren(Romano Prodis Koalition). Italien macht vor was in Europa passieren kann wenn wir uns der zunehmenden Verrohung nicht mit gleicher Stärke entgegenstellen.

    • SALIER
    • 26.10.2008 um 16:38 Uhr

    Meine sehr geehrten Damen und Herren.

    Der Beschriebe Zustand ist der Wille und gleichzeitig die Identifikation der Menschen hier in Italien. [...] (Bitte unterlassen Sie pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion / ft)

    Lex Salica

    Freiherr Antonio von SAlis

  4. Schurkenstaat? Schurkenstaat sind die 27 Europa Staaten die sich gezwungener und zusammen getrüffelte unter der macht Apparat EU sich verloren haben ,und die eigener identität verkaufen haben .Mafia Ndrangeda Camorra das sind Begriffe der jeder Mensch mit sich verbergt es liegt im der Natur jeder Mensch solche ein depravation einem theater zugeben.Die Italiener haben nur einer offener Beziehung damit umzugehen,dieser Problematik ist aber keiner Italienischer Errungenschaft sonder das habe jeder Mensch mit sich, und dadurch ist das einem phänomen jeder Staat,der unterschied ist nur die Italiener haben für dieser Menschliche( Feuerwerk) die passender name gefunden.

  5. Lieber Ladurner,
    als der Verfasser dieser Zeilen noch die DSR frequentierte, hieß es im allgemeinen: „O só botte o só sorrisi“ (Entweder Schläge oder ein Lächeln). Der an sich etwas träge und arrogante Römer war damals gut aufgelegt, es wurde viel gelacht, es wurde viel geschlagen und es gab jeden Tag Tote: Die rechtsextreme „Terza Posizione“ gegen Jugendliche aus der Reihe der „Lotta Continua“, das Viertel Parioli gegen das Viertel Trastevere und beide gegen die Bufalotta. Man schrieb die 70-er Jahre, die DSR erhielt einen Schützenpanzer zur Bewachung, Moro fand man in einem Kofferraum.
    Und heute? Saviano. An ihm wird alles festgemacht, an einem Jungen von 28 Jahren. Das, Ladurner, ist geistige Trägheit.
    Denn: Es ist wahr, dass viel weniger gelacht wird heutzutage auf Roms Strassen, es wird aber auch viel weniger getötet. Und damals wie heute gab es Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzten. Sciascia („Il Contesto“, „Todo Modo“), die Richter Borsellino und Falcone, von den diversen Gewerkschaftern, Politikern und einfachen Passanten abgesehen. Die „Anni di piombo“ (bleierne Zeit) ist nie wirklich vergangen, nur hat sich der Schwerpunkt von Politik auf organisiertes Verbrechen verlagert (wobei: das Eine ist wie das andere, speziell in Italien). Daraus aber ein Vorurteil in der Weise abzuleiten, dass heute „Italien ein Land (sei), in dem Mitglieder der Regierungsparteien ungestraft Rassistisches von sich geben können; und heute Italien eine Land (sei), in dem es zu Pogromen gegen Roma kommen kann, ohne dass dies allzu große Proteste auslöst“, hat nichts mehr mit Trägheit zu tun, es ist der Versuch der Geschichtsklitterung.
    Saviano entlud seinen Frust vergangene Woche bei „La Repubblica“ und verwies darauf, dass er Italien verlassen wolle, weil er seine Eskorte der Carabinieri (…alles gestandene Männer, jeder mit drei Kindern..) nicht weiter der Gefahr aussetzen wollte. Das dem Staat anzulasten, wäre beinahe so, als wolle man der Christenheit völliges Versagen beim Schutz Salman Rushdies vorwerfen.
    Wer darüber hinaus aus der Nähe den Aufmarsch in Rom in den letzten Tag erlebt hat, ist erst richtig ernüchtert. Walter Veltroni, vormaliger Bürgermeister der Hauptstadt und Hauptherausforderer von Berlusconi hat es angesichts der Massen geschafft, sage und schreibe 45 (!) Minuten zu sprechen, ohne etwas zu sagen. Der Anlass der Massendemonstration waren die Ausbildungspläne der jetzigen Regierung, insbesondere der Wiedereinführung des Einheitslehreres in der Grundschule sowie die Kürzung der Zuwendungen an die staatlichen Universitäten. Selbst der konkrete Anlass war es dem Oppositionsführer nicht wert, auch nur andeutungsweise gegenläufige Vorschläge zu unterbreiten.
    Demokratie funktioniert nur mit einer starken Opposition. Sie wäre es, angesichts des vox populi. Aber Veltroni, Di Pietro, d’Alema schwelgen in ihrer Trägheit, die ein Berlusconi geschickt auszunutzen weiß. Und das lähmt selbst den euphorischsten Römer. Und da fragt man sich wirklich, wer die Ursache und wer die Wirkung darstellt.

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    Es wird darum gebeten, Tatsachen zu unterdrücken, um die Meinungen nicht zu stören (Marco Travaglio)

  6. Ich bin da nicht so sicher... Hier im Süden Siziliens, im Agrigentino, funktioniert seit ewigen Zeiten die Trinkwasserversorgung nicht. Wer schon hier zu Besuch war, kennt die Wasserbehälter aus Asbest und Plastik auf den Dächern der malerischen Dörfer. Im Frühling des vergangenen Jahres wurde nun in Sizilien die Wasserversorgung privatisiert (man stelle sich das vor!). In diesem Jahr, zu dieser Jahreszeit, erhalten die meisten Haushalte maximal alle 8-14 Tage frisches Wasser. Im sogenannten Norden würde man von Drittwelt-Verhältnissen reden.
    Was geschieht? Nichts. Endlose Konferenzen, Diskussionen, Beschuldigungen, Wehklagen. Und dies, obwohl die Sache gefährlich zu werden droht, denn auch die Spitäler, die Schulen, darüber hinaus Hotels und Tourismus-Zentren, bekommen kein Wasser mehr. Es passiert einfach nichts. Man hofft auf Regen (der nicht kommen will), um Tänke zu füllen. Derweil redet die "Politik" von Flughäfen für den Tourismus, von Strassen, die fehlen. Wers nichts glaubt, kann sich mal in www.agrigentonotizie.it klug machen. SO läuft Italien!
    Nein, die Leute leiden weiter und arrangieren sich. Weit und breit keine Revolution in Sicht. Leider...

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    Das mit Agrigento stimmt; das mit dem Wasser ist so unglaublich, dass nicht einmal Menschen aus anderen Teilen Süditaliens sich das vorstellen können, geschweige denn der Rest des Landes.
    Der Zugriff auf das wichtigste Aquifer der gesamten ohnehin schon regenarmen Gegend, die über ein völlig unzureichendes veraltetes Wasserversorgungssystem verfügt, ist an Nestlé verkauft worden (wer weiß, wer davon persönlich profitiert hat...), das dieses nicht nur dafür nutzt, den Bürgern IHR Wasser jetzt zu verkaufen, sondern es in den nächsten Jahrzehnten völlig ausbeuten und austrocknen wird, mit verheerenden Folgen.
    http://www.repubblica.it/...

    Menschen die in einer solchen Gegend leben, ohne gesicherte Wasserversorgung, hoffnungslos hoher Arbeitslosenquote ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft, durch unzureichende Infrastruktur von der Außenwelt geradezu abgeschnitten (1 Std Fahrtzeit für 30 km Luftlinie), können nicht anders als sich resigniert von der Politik abzuwenden.
    Und wenn sie dazu noch von regimegesteuerten Medien politisch kaum und wenn, dann einseitig und falsch informiert werden (Italien steht in Sachen Pressefreiheit soweit ich weiß auf ca. dem 45.Platz weltweit), aber hauptsächlich durch seichte, die Intelligenz beleidigende Programme eingelullt werden, kann man kaum auf eine Revolution hoffen.

    Viele Menschen sind sich gar nicht mehr im Klaren darüber, was der Staat überhaupt für Aufgaben hat, weil sie es nicht anders kennen.

    Das mit Agrigento stimmt; das mit dem Wasser ist so unglaublich, dass nicht einmal Menschen aus anderen Teilen Süditaliens sich das vorstellen können, geschweige denn der Rest des Landes.
    Der Zugriff auf das wichtigste Aquifer der gesamten ohnehin schon regenarmen Gegend, die über ein völlig unzureichendes veraltetes Wasserversorgungssystem verfügt, ist an Nestlé verkauft worden (wer weiß, wer davon persönlich profitiert hat...), das dieses nicht nur dafür nutzt, den Bürgern IHR Wasser jetzt zu verkaufen, sondern es in den nächsten Jahrzehnten völlig ausbeuten und austrocknen wird, mit verheerenden Folgen.
    http://www.repubblica.it/...

    Menschen die in einer solchen Gegend leben, ohne gesicherte Wasserversorgung, hoffnungslos hoher Arbeitslosenquote ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft, durch unzureichende Infrastruktur von der Außenwelt geradezu abgeschnitten (1 Std Fahrtzeit für 30 km Luftlinie), können nicht anders als sich resigniert von der Politik abzuwenden.
    Und wenn sie dazu noch von regimegesteuerten Medien politisch kaum und wenn, dann einseitig und falsch informiert werden (Italien steht in Sachen Pressefreiheit soweit ich weiß auf ca. dem 45.Platz weltweit), aber hauptsächlich durch seichte, die Intelligenz beleidigende Programme eingelullt werden, kann man kaum auf eine Revolution hoffen.

    Viele Menschen sind sich gar nicht mehr im Klaren darüber, was der Staat überhaupt für Aufgaben hat, weil sie es nicht anders kennen.

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