Unter Informatikprofessoren in den USA ist es schon Volkssport, Sicherheitslücken in Wahlcomputern anzuprangern. Manchmal versuchen die Hersteller, sie mit Klageandrohung daran zu hindern. Doch ihr Image ist in der kritischen Öffentlichkeit unten durch. Die Regisseurin Dorothy Fadiman hat die Ungereimtheiten bei der elektronischen Auszählung von Stimmen für die Präsidentschaftswahl 2004 zu einem Dokumentarfilm verarbeitet, der Titel: "Amerika stehlen, Stimme für Stimme". "Eine Nation kann ohne Waffen und Panzer gestohlen werden", setzt der Film an, "eine Nation kann Stimme für Stimme gestohlen werden."

Im Januar warnte die New York Times vor einem Déjà-vu bei den kommenden Wahlen. Die Maschinen seien so anfällig und unsicher, "dass man sich einfach nicht sicher sein kann, dass sie korrekte Summen bilden". Ein einheitliches Prüfverfahren fehlt in den USA, und im Gegensatz zu Deutschland sind die Geräte deutlich schlechter gesichert. Einige können sogar online mit neuer Software bespielt werden – riesige Einfallstore für Manipulationen.

Im Licht dieser Schwächen sei der beste Weg zu einer sicheren Wahl, "die existierenden Systeme zu verschrotten und neue zu entwerfen", schlagen Gutachter um J. Alex Halderman aus Princeton und David Wagner aus Berkeley vor. Leider dauere das wohl Jahre, und viele Bezirke könnten sich ohnehin keine neuen Geräte leisten.