Studium Wer auf Bachelor studiert, hat es besser
Christoph Ploss plädiert für das Bachelor-Studium, weil er das Studium effektiv planen kann. Alexandra Ivanova ist dagegen, weil sie sich wie ein Kleinkind behandelt fühlt. Ein Pro und Contra

© .marqs/photocase.de
Der Bachelor auf dem Prüfstand: Viele Studenten fühlen sich überfordert
Christoph Ploss, 23, studiert im fünften Semester Geschichte und Politik auf Bachelor an der Universität Hamburg
Mein Studium ist ein Fulltimejob – und das ist vollkommen okay so. Schließlich habe ich mich bewusst dafür entschieden, und meine beiden Fächer machen mir Spaß. Ich muss weder bis mittags schlafen noch fünf Kneipentouren pro Woche unternehmen. Das fänden die Steuerzahler, die meine Ausbildung zu großen Teilen finanzieren, ja auch sicherlich nicht so lustig.
Dass man neben der Lernerei zu nichts anderem mehr kommt, seit das europäische Studiensystem eingeführt wurde, stimmt nicht. Sicher: Man muss seine Tage schon effektiv planen – aber mit etwas Zeitmanagement gelingt es auch im straff organisierten Bachelorstudium, seinen Interessen und Verpflichtungen nachzugehen. Neben einem Studentenjob bleibt mir jedenfalls immer noch ausreichend Zeit, um ein politisches Mandat auszuüben, nebenbei Sprachen zu lernen und Sport zu treiben. Ich besuche kulturelle Veranstaltungen, gehe regelmäßig joggen und treffe meine Freunde auch mal auf ein Bierchen – ohne dass meine Noten oder Nerven darunter zu leiden hätten.
Die Konzeption der neuen Studiengänge gefällt mir auch deshalb so gut, weil sie enge Bezüge zur Arbeitswelt vorsehen. Ein sechswöchiges Praktikum, das ich gerade absolviere, ist in mein Studium schon integriert und bringt mir wertvolle Kreditpunkte ein. Sogenannte ABK-Kurse schulen uns in Projektmanagement und anderen berufsqualifizierenden Fähigkeiten – speziell für Geisteswissenschaftler. Und meine Noten fließen vom ersten Semester an in die Endnote ein. Das erzieht uns Bachelorstudenten zu einer stringenten und zielorientierten Arbeitshaltung – und macht uns meiner Meinung nach vielen Diplom- und Magisterstudenten überlegen.
Wenn jemand behauptet, dass wir ein Schmalspurstudium absolvieren, kann ich nur lachen. Die Hamburger Universität hat die Bologna-Vorgaben jedenfalls gut für uns umgesetzt. Meine Kurse und Seminare sind nach wie vor streng wissenschaftlich ausgerichtet. Innerhalb der Pflichtmodule habe ich etliche Wahlmöglichkeiten, die mir eine individuelle Studienausrichtung ermöglichen. Und letzten Endes soll der Bachelor ja auch nur ein erster berufsqualifizierender Abschluss sein. Ich habe mehrere Freunde, die nach drei Jahren froh sind, ein Traineeprogramm in der Wirtschaft zu belegen, schon erstes eigenes Geld zu verdienen. Später wollen sie weiterstudieren.
In ernsthafte Konkurrenz zu den Absolventen der »alten« Studiengänge treten erst einmal nur die fertigen Masterstudenten – und die können auf dem Arbeitsmarkt mehr als nur mithalten. Wer sich nach sechs Semestern und reiflicher Überlegung auf ein Fachgebiet spezialisieren und dieses zwei weitere Jahre vertiefen konnte, muss sich im Berufsleben nicht verstecken. Und bis ich die ersten Bewerbungsgespräche führe, werden die europäischen Abschlüsse schon akzeptierter sein als die vorherigen.
Auch in Sachen Mobilität bin ich zufrieden mit dem neuen System: Wenn ich weiter gute Noten schreibe, kann ich zum Masterstudium nach Berlin wechseln. Und einen dreimonatigen Italienaufenthalt lege ich direkt nach der Bachelor-Thesis ein. Passt doch alles. Mein Fazit? Wer ein Ziel vor Augen hat, muss sich von den aktuellen Debatten über die angeblichen oder tatsächlichen Unzulänglichkeiten des neuen Systems nicht verrückt machen lassen – und sollte einfach selbstbewusst seinen Weg gehen.
Alexandra Ivanova, 20 Jahre, studiert im dritten Semester Japanologie auf Bachelor an der Universität Frankfurt
Ich kann nichts selbst entscheiden. Ich werde behandelt wie ein Kleinkind. Und ich habe einen schlechten Ruf.
Wir sind ein kleines Fach, aber ein Orchideenzuchtverein sind wir nicht. Es beginnt mein drittes Semester Japanologie an der Frankfurter Goethe-Universität. Meinen Abschluss soll ich in zwei Jahren machen, dann darf ich mich eine Bachelorette nennen und bin 22 Jahre alt. Insgesamt habe ich nur sechs Semester an der Uni, und damit ich das niemals vergesse, wird mir das ständig vor Augen geführt: »Sie haben nur diese drei Jahre, Sie müssen da alles rausholen!«
Ich hole zum Beispiel meinen Stundenplan aus dem Internet raus. Der wird ohne mich zusammengestellt und ist Pflicht, wenn ich in Regelstudienzeit weitermachen will. Verpflichtend ist auch die Anwesenheit, weshalb ich mir weder tolle Pausentage noch freie Morgen organisieren kann; ich kann eigentlich gar nichts selbst organisieren. Ich bin neidisch auf die Magister, die so etwas wie »Japanische Prekariatsliteratur im Rahmen wirtschaftspolitischer Neuerungen« studieren können. Bei mir heißt das »Einführung in…«. Ich werde immerzu nur oberflächlich eingeweiht. Den Rest kann ich mir irgendwoher selbst zusammensuchen. Mich macht es wütend – wenn schon entmündigen, dann bitte so, dass ich am Ende in irgendetwas wirklich gut bin. Wir aber sollen mit unserem Abschluss genauso viele Vokabeln können wie Magistranden, die wichtigsten Theorien kennen, die Sprache beherrschen und mindestens ein Praktikum gemacht haben. Tatsächlich mache ich meine Praktika in den Semesterferien. Große Rucksackreisen werden weiter aufgeschoben. So heißt es für mich stets Japanologie only, Studium generale bleibt fachidiotisch peripher. Ich probiere, in meiner Freizeit ein bisschen mehr zu lesen, mehr kennenzulernen, mich umzusehen. Wenn ich dann aber eine Vorlesung absitzen muss, die mich nicht die Bohne interessiert, ist es mir schade um die vergeudete Zeit. Ich habe ja noch das Glück, in Frankfurt zu wohnen. Kommilitonen pendeln stundenlang. Statt eines Hobbys wählen sie dann wohl eher einen Job. Die meisten, so auch ich, um das Geld für einen Japanaufenthalt zu sparen. Früher hatte man die Chance, ein Stipendium des DAAD zu bekommen. Der hat sich aber noch nicht auf Bachelor umgestellt. Ich kann also momentan nur privat nach Japan. Wir sollten aber dringend ins Ausland, heißt es.
Unser Image ist nämlich ziemlich schlecht. Manche Lehrende sagen uns nach, wir seien desinteressierter, unselbstständiger, unmotivierter als Magistranden. Und auf dem Arbeitsmarkt unbeliebter. Verlage, zum Beispiel, zögen die alten Abschlüsse vor. Ein Bachelor sei für sie zu oberflächlich. Vielleicht bin ich mit einem Master mehr wert? Ich würde gerne einen machen, aber letzten Endes entscheiden darüber meine Noten aus dem Bachelorstudium. Von wegen entspannteste Zeit im Leben – jede Prüfung zählt. Den Masterabschluss dranhängen zu wollen macht mich jedoch wieder älter als den Regelzeitmagistranden. Ob mich noch irgendjemand nimmt? Sie stellen uns nur weiter unter Druck. Unter diesem Druck, Zeitdruck und Erfolgsdruck, probiert man einen neuen Typ Mensch hervorzupressen, der zu allem Ja sagen soll.
Früher war nicht alles besser. Aber vielleicht ein bisschen passender. Man kann Japanologie eben nicht in drei Jahren erlernen. Vielleicht klappt das mit Physik oder Wirtschaft. Viel Glück!
Aufgezeichnet von: Katja Bosse
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- Datum 05.11.2008 - 16:56 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.10.2008 Nr. 45
- Kommentare 24
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Schade, dass es 2 unterschiedliche Fächer sind.
Im praktischen Vergleich sind Bachelor Studenten in wissenschaftlichen Fächern immer ihren Kollegen mit Diplom unterlegen. In 3 Jahren kann man einfach nicht so viel Erfahrung sammeln, die benötigt wird. Lernintensive Fächer (Sprachen,Geschichte) werden zum Dauerpauken ohne persönliche Entwicklung degradiert. Und dabei sind es gerade die persönlichen Einsichten zu einem Thema, die Sprachen oder Geschichte im wissenschaftlichen Diskurs bentötigen. Ohne persönliche Erfahrungen in dem Fach kann es sich nicht im Diskurs entwickeln. Alle lernen ja eh das Gleiche, was soll da diskutiert werden?
Arbeitsintensive Fächer (Naturwissenschaften insbesondere) fallen auch immer mehr ab. Biotechnologie und ihre verwandten Fächer (zum Beispiel) bestehen aus viel Information (Wissen) und viel Laborarbeit (praktisches Know How). Beides ist extrem wichtig in diesen Fächern und in 3 Jahren nicht ausreichend zu vermitteln. Sogar reguläre 5 Jahre Diplom reichen für manch einen nicht aus und da soll das mit 3 Jahren erledigt sein?
Mit diesem Prozess wird meines Erachtens der Öberflächlichkeit Vorschub geleistet. Niemand kann sein Fach noch richtig erleben. Damit stirbt die Diskussion am Thema aus. Erst später, wenn sich der Wissenschaflter dann entwickelt hat, könnte er fundiert auch mit eigener, gefestigter Ansicht argumentieren, aber dann ist es meist zu spät einen eigenen Standpunkt noch zu revidieren und seine Forschung darauf neu (besser) auszurichten.
Dass der Bachelor eben nicht das neue Diplom ist, ist leider nicht sehr verbreitet. Selbstverständlich lassen sich 5 Jahre Wissen nicht ohne Weiteres auf 3 Jahre komprimieren. Der Master und das Diplom hingegen lassen sich gut vergleichen. Etwa die gleiche Studienzeit und auch einen ähnlichen Stoffumfang. Dabei setzt der Master jedoch mehr auf die Wirtschaftskompatibilität der Studenten.
Dass der Bachelor eben nicht das neue Diplom ist, ist leider nicht sehr verbreitet. Selbstverständlich lassen sich 5 Jahre Wissen nicht ohne Weiteres auf 3 Jahre komprimieren. Der Master und das Diplom hingegen lassen sich gut vergleichen. Etwa die gleiche Studienzeit und auch einen ähnlichen Stoffumfang. Dabei setzt der Master jedoch mehr auf die Wirtschaftskompatibilität der Studenten.
Grundsätzlich wäre gegen ein sinvolles Bacheloresystem nichts einzuwenden. Einfach ein Diplom in 2 Abschnitte unterteilen und nach der 60% gibt es einen ersten Abschluss und nach 100% das "Diplom".
Wer nach 6 Semestern sein Abschluss hat, kann dann arbeiten und muss sich nicht durch das Diplom quälen, außerdem hat man bereits etwas in der Hand und kann notfalls auch 1-2 Jahre arbeiten um sich den Master zu finanzieren.
Eigentlich ist das System sehr gut - wenn da die weiteren Fallstricke nicht wären:
a) Unselbständigkeit der Studenten - ein Bachelorestudium ist wie die 14.,15.,16. Klasse auf dem Gymnasium. Das bedeutet eben, dass man angepasste Studenten produziert. Die dafür schneller einen Abschluss erhalten.
Darunter leidet die Persönlichkeitsbildung - nicht bei jedem, aber im Schnitt.
b) Die Selektion für den Master nach dem Vordiplom - wer Geld hat kann immer den Masterplatz kaufen - ansonsten braucht man gute Noten. Teilweise erhalten nur 20% der Bacheloreleute per Systemfrage einen Masterplatz. Das ist Unsinn. Ich kenne genügend Menschen, die ein bescheidenes Vordiplom abgelegt haben (4 gewinnt) und hinterher mit Summa Cum Laude promoviert haben.
Vielleicht haben Sie im Grundstudium 1-2 Semester und 1 - 2 Notenpunkte verloren, dafür sind es aber Persönlichkeiten mit Lebenserfahrung.
Der Grundgedanke am Bachelore ist gut - eine Modularisiering des Studium - aber die Umsetzung ist schlecht verlaufen. Die Reform wurde genutzt um den Selektionsdruck an den Unis zu erhöhen, ebenfalls wurde es versäumt die Fördermöglichkeiten an die gestiegene zeitlichen Anforderungen anzupassen.
Ebenfalls wurde es versäumt den Schwierigkeitsgrad der Prüfungen an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen - die Profs haben oft Diplomstudiengänge 1 zu 1 auf den Bachelore kopiert - obwohl dort die Studenten mehr Prüfungen schreiben müssen als im Dimplomstudiengang.
Grundsätzlich wäre das System nicht shclecht, wenn es endlich sinnvoll umgesetzt werden würde und die Verschulung gelockert werden würde. Wer verantwortungsbewusste Führungskräfte haben möchte, der muss in diese Investieren.
Ansonsten noch ein Kommenat zu:
" Der Steuerzahler finanziert das Hochschulstudium "
Die gegellschaftliche Rendite ist sehr hoch. Angefangen bei der geringen Arbeitslosigkeit von Akademikern bis zu dem höheren Einkommen (Höheren Einkommenssteuern) und den damit verbundenen Jobs wie z.B. der Sekretärinn.
Also bitte lernen Sie doch endlich einmal etwas und verzichten Sie auf diese plakativen und dummen Aussagen, dass die Putzfrau ihr Studium finanziert. Sie finanziert im übrigen auch ihr Abitur - sie könnten ja auch mit 16 eine Lehre beginnen, wie die Tochter der Putzfrau.
Nur wenn Sie in Deutschland ihre Ausbildung genießen und dann im Ausland abreiten - nur dann übervorteilen Sie die zitierte Putzfrau, die diese Mobilität meist nicht hat.
Sorry, anders kann man das nicht mehr nennen. Da ist der Wunsch wohl Vater der Gedanken.
Ich würde den Herrn Ploss gerne mal zum Diskurs in die Kommentare bitten. Ich bin Führungskraft und stelle regelmäßig neue Mitarbeiter -auch Absolventen- für den Stabsbereich eines deutschen Mittelständlers ein.
1) Herr Ploss scheint auf irgendeinen Arbeitsmarkt hinzuarbeiten, sieht dort mithin das große Plus seiner Ausbildung durch die Vermittlung von Kompetenzen wie "Projektmanagement und anderen berufsqualifizierenden Fähigkeiten": damit hat er wohl Recht, die Kompetenz des deutschen Durchschnittsabsolventen in diesen Bereichen ist bisher mangelhaft, aber was nutzen diese Kompetenzen bitte bei dieser Fächerwahl?! Lehramt? Politikberater? Herr Ploss, wir sind hier nicht im UK und werden auch nur in den seltensten Fällen unsere Karrieren so führen können wie dort ("Vom Geschichtsstudenten zum Investmentbanker"). Eine der vielen Legenden / Hoffnungen zur Einführung des Bachelor-Studiums.
2) Wie bitte leitet Herr Ploss bitte eine Überlegenheit gegenüber Diplom- und Magisterstudenten ab? Meine Erfahrungen sind die: alle Diplom-Fächer kommen ohne Stringenz und Engagement zu keinem guten (=brauchbaren) Abschluss und Magisterfächer sind meist "irgendwas"-Fächer, weil die Studenten bei der Wahl des Faches meist nicht wussten, was sie denn nun studieren sollen und nach "Neigung" gewählt haben. Dafür wurden schon diverse Bachelor-Absolventen mit Gehaltsvorstellungen jenseits von Gut und Böse vorstellig, denen man erstmal mehr oder weniger einfühlsam die Realität erklären darf. Wir reden hier von Vorstellungen bis 60k EUR brutto / Jahr, also kein "Ausbeutungs-Thema".
3) Thema "Schmalspurstudium": Ähnlicher Fachumfang in nur 6 Semestern führt zwangsläufig zu Masse statt Tiefe und Methodischer Kompetenz. Steine hüpfen auf dem Wasser, wenn man sie schnell wirft, Tiefe braucht Zeit. Bachelor-Absolventen können alle Modelle herunterbeten, aber adaptieren und rekombinieren ist meistens Fehlanzeige. Ein deutliches Plus für die "alten" Studiengänge an dieser Stelle.
4) "Später wollen sie weiterstudieren." - Werden sie erfahrungsgemäß aber nicht.
Fazit: "die Wirtschaft" hat ja angeblich immer nach Bachelor und Master geschrien, ich verrate ihnen auch den Grund: einige wenige, aber in Berlin und den Führungsetagen gut vernetzte Größen taten das, damit gut qualifizierte Arbeitskräfte in Zukunft günstiger zur Verfügung stehen. Es gibt Unternehmen, die bauen bereits ganze "Bachelor-Farmen" auf für reine Analystentätigkeiten. Fragen sie da mal nach Weiterentwicklungskonzepten. Die Bereiche, die wirkliche Akademiker benötigen, die stöhnen jetzt schon ob der Bewerberqualität und das wird in Zukunft nicht besser werden. Ein schönes Ei haben wir uns da ins Nest gelegt. Die Abschaffung einer der wertvollsten deutschen Marken und eines im Kern nach wie vor guten Ausbildungssystems im Eiltempo.
Wenn wir schon den Bachelor eingeführt haben, sollte sich vielleicht auch die Wirtschaft langsam umstellen.
Was ist denn so schlecht daran, dass man als Geiteswissenschaftler ins Invetsmentbanking in England kann? Interdiziplänere Teams arbeiten um einiges effizienter, weil alle Mitglieder andere Ansichten einbringen können.
Wieso suchen denn Unternehmen wie sie noch nach Diplomstudenten, wenn es in ein paar Jahren eh nur noch Bachelorstudenten gibt? Vielleicht sollten sie sich auch an diese Situation anpassen.
Wenn wir schon den Bachelor eingeführt haben, sollte sich vielleicht auch die Wirtschaft langsam umstellen.
Was ist denn so schlecht daran, dass man als Geiteswissenschaftler ins Invetsmentbanking in England kann? Interdiziplänere Teams arbeiten um einiges effizienter, weil alle Mitglieder andere Ansichten einbringen können.
Wieso suchen denn Unternehmen wie sie noch nach Diplomstudenten, wenn es in ein paar Jahren eh nur noch Bachelorstudenten gibt? Vielleicht sollten sie sich auch an diese Situation anpassen.
Dass der Bachelor eben nicht das neue Diplom ist, ist leider nicht sehr verbreitet. Selbstverständlich lassen sich 5 Jahre Wissen nicht ohne Weiteres auf 3 Jahre komprimieren. Der Master und das Diplom hingegen lassen sich gut vergleichen. Etwa die gleiche Studienzeit und auch einen ähnlichen Stoffumfang. Dabei setzt der Master jedoch mehr auf die Wirtschaftskompatibilität der Studenten.
Im Artikel wird der Vergleich mit Magister/Diplom Jahrgängen verwendet. Daher auch mein Bezug auf diesen "alten" Abschluss. Der Master krankt leider an den fehlenden Voraussetzungen des Bachelor. Ist damit leider auch nicht konkurenzfähig.
Witschaftskompatibilität wird in (gerade in wissenschaftlichen) vielen Fächern nicht derart dringend benötig. Im Gegenteil, der Einzug der Wirtschaft in die Forschung führt zur Bündelung auf "lukrative" Forschungszweige (Pharma) und damit auch zur Meinungsbündelung (neue Analoga sind immer besser....), auch der falschen Meinungen. Der Tod eines jeden wissenschaftlichen Prozesses, in dem verschiedene Meinungen/Modelle der Stoff sind, die uns vorantreiben. Bachelorstudenten sind gezwungen sich stromlinienförmig zu benehmen und zu bewegen. Eine Eigenschaft, die man nicht mehr so schnell loswird.
Ich seh das einmal im Jahr, wenn die Jahrgänge zum Praktikum antreten und das allgemeine Wissen und vor allem das selbständige (Mit)Denken (!) quasi ausgestorben zu sein scheinen. Das macht mir Angst.
Im Artikel wird der Vergleich mit Magister/Diplom Jahrgängen verwendet. Daher auch mein Bezug auf diesen "alten" Abschluss. Der Master krankt leider an den fehlenden Voraussetzungen des Bachelor. Ist damit leider auch nicht konkurenzfähig.
Witschaftskompatibilität wird in (gerade in wissenschaftlichen) vielen Fächern nicht derart dringend benötig. Im Gegenteil, der Einzug der Wirtschaft in die Forschung führt zur Bündelung auf "lukrative" Forschungszweige (Pharma) und damit auch zur Meinungsbündelung (neue Analoga sind immer besser....), auch der falschen Meinungen. Der Tod eines jeden wissenschaftlichen Prozesses, in dem verschiedene Meinungen/Modelle der Stoff sind, die uns vorantreiben. Bachelorstudenten sind gezwungen sich stromlinienförmig zu benehmen und zu bewegen. Eine Eigenschaft, die man nicht mehr so schnell loswird.
Ich seh das einmal im Jahr, wenn die Jahrgänge zum Praktikum antreten und das allgemeine Wissen und vor allem das selbständige (Mit)Denken (!) quasi ausgestorben zu sein scheinen. Das macht mir Angst.
Im Artikel wird der Vergleich mit Magister/Diplom Jahrgängen verwendet. Daher auch mein Bezug auf diesen "alten" Abschluss. Der Master krankt leider an den fehlenden Voraussetzungen des Bachelor. Ist damit leider auch nicht konkurenzfähig.
Witschaftskompatibilität wird in (gerade in wissenschaftlichen) vielen Fächern nicht derart dringend benötig. Im Gegenteil, der Einzug der Wirtschaft in die Forschung führt zur Bündelung auf "lukrative" Forschungszweige (Pharma) und damit auch zur Meinungsbündelung (neue Analoga sind immer besser....), auch der falschen Meinungen. Der Tod eines jeden wissenschaftlichen Prozesses, in dem verschiedene Meinungen/Modelle der Stoff sind, die uns vorantreiben. Bachelorstudenten sind gezwungen sich stromlinienförmig zu benehmen und zu bewegen. Eine Eigenschaft, die man nicht mehr so schnell loswird.
Ich seh das einmal im Jahr, wenn die Jahrgänge zum Praktikum antreten und das allgemeine Wissen und vor allem das selbständige (Mit)Denken (!) quasi ausgestorben zu sein scheinen. Das macht mir Angst.
dem sollte von Rechts wegen das Abitur aberkannt werden. Hat nicht neulich in der Zeit gestanden, das Gerede vom sinkenden sprachlichen Niveau sei durch nichts gerechtfertigter Unsinn? Wie kann man dann einen solchen Ausdrucksfehler in der Überschrift durchgehen lassen?
Oder ist das sprachliche Niveau bei Zeit Online bereits soweit gesunken, dass der falsche Ausdruck gar nicht mehr wahrgenommen wird? So wie bei der ARD, wo man immer mal wieder, und nicht nur im Sport, "3 Punkte Vorsprung auf ..." hat?
Also, falls es bei Zeit Online niemanden gibt, der sowas weiss: "Wer mit dem Ziel Bachelor studiert", oder vielleicht noch "Wer für den Bachelor(grad) studiert".
besser umständlich als falsch.
ist das gute alte "Kurzstudium", das jahrzehntelang aus pekuniären Gründen propagiert und mehrheitlich abgelehnt wurde, in globalisierungskompatiblem Gewande. Der Vorteil ist, dass nicht jeder ein Vollstudium absolvieren muss, sondern nach 2/3 mit einem brauchbaren Abschluss aussteigen kann, statt wie früher als "Studienabbrecher" dazustehen. Das ist sehr menschenfreundlich, und wird der Tatsache gerecht, dass keineswegs 50% der Bevölkerung geignet sind, als Wissenschaftler zu arbeiten, sondern die Mehrheit einen "normalen Beruf" ergreifen will.
Ein Nachteil ist die Verschulung des Studiums, sowie die in Deutschland ausgebrochene Manie, hunderte diverse Studiengänge anzubieten, statt ein vernünftiges Grundwissen für eine spätere Spezialisierung im Master-Studium, welches den alten Abschlüssen Diplom und Magister entspricht (Magister bedeutet übrigens sprachlich genau dasselbe wie "Master" - MA= "Magister Artium", aber wer kann heute schon noch Latein).
Während des Studiums ins Ausland wechseln konnte man innerhalb Europas auch schon vor 30 Jahren - schon damals gab es Äquivalenztabellen, die eigentlich ausreichten, um sich Studienleistungen anerkennen zu lassen.
Mir scheint, wenn man von der Möglichkeit des Kurzstudiums absieht, war die ganze Reformiererei nicht zuletzt eine teure Beschäftigungstherapie.
Ich stimme zwar Frau Ivanova im Grunde zu, aber als Physiker (der selbst der japanischen Sprache in Grenzen mächtig ist) möchte ich einmal einwenden, dass weder Physik noch irgendeine andere Naturwissenschaft auf akademischem Niveau in drei Jahren zu erlernen ist. Der Bologna Prozess ist auch in meiner Fakultät eine Katastrophe. Ansonsten kann ich dem im Grunde negativem Grundton meiner Vorredner zum Bachelor nur zustimmen.
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