Der Bachelor hat in den vergangenen Monaten viel Prügel einstecken müssen: Der neue Studienabschluss führe zu einer permanenten Überlastung der Studenten, einer sinnlosen Paukerei im Akkord, immer nur bis zur nächsten Prüfung. Bologna-Kritiker haben auch den passenden Ausdruck für diese ihrer Meinung nach neue Art des Studierens gefunden: "Lern-Bulimie". Die europäischen Hochschulreformer dagegen erhoffen sich von dem neuen Abschluss und seinem großen Bruder, dem Master, ein logischer aufgebautes, schnelleres Studium und sinkende Abbrecherquoten.

Jüngsten Zahlen zufolge liegen die Quoten in einigen neuen Studiengängen allerdings sogar über den traditionellen Abschlüssen. Sind das nur die typischen Kinderkrankheiten, wie die Verantwortlichen behaupten? Oder offenbart sich da bereits das Scheitern der Bologna-Ideale? Bei den deutschen Studenten jedenfalls ist die Akzeptanz der Studienreform nach den zahlreichen Negativmeldungen der vergangenen zwei Jahre drastisch zurückgegangen.

Während Bachelorabsolventen ihr Studium noch 2007 laut Hochschul-Informations-System (HIS) wohlwollender bewerteten als diejenigen traditioneller Studiengänge, offenbart der jüngste Studierendensurvey im Auftrag des Bundesbildungsministeriums andere Trends: Gerade einmal 36 Prozent der befragten Studenten befürworten zurzeit noch einen Hochschulabschluss nach nur sechs Semestern.

Dass man als Bachelorabsolvent gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe, glaubt in der repräsentativen Umfrage entsprechend nur eine Minderheit von 12 Prozent.

Kann da trotzdem noch jemand ernsthaft behaupten, dass der Bachelor der bessere Studienabschluss ist? Ein Pro und Contra von zwei jungen Menschen, die es wissen sollten: Bachelorstudenten aus Hamburg und Frankfurt. Und was meinen Sie? Diskutieren Sie mit im Internet unter www.zeit.de/campus/bachelorstreit