Unfreiwillig befangen

Wenn Schiedsrichter beim Tennis entscheiden müssen, ob ein Ball im Feld war oder nicht, sehen sie ihn überdurchschnittlich häufig im Aus (Current Biology, Bd. 18, S. R947). Schuld daran ist ein Korrekturmechanismus des Gehirns. Er sorgt dafür, dass bewegte Gegenstände immer ein Stück zu weit in Bewegungsrichtung wahrgenommen werden. Bei 70 von 87 untersuchten Fehlentscheidungen aus 4000 Wimbledon-Spielen hatten die Schiedsrichter den Ball draußen gesehen.

Frühe Vögel singen besser

Prachtfinken-Mütter vererben ihr Gesangstalent vor allem an die ersten Eier eines Geleges (Behavioural Ecology and Sociobiology, Vorabveröffentlichung). Indem Biolinguisten die Eier mehrerer Elternpaare austauschten, konnten sie nachweisen, dass der Zeitpunkt des Schlüpfens für die Gesangsqualität der Vögel dagegen keine Rolle spielt. Die Forscher vermuten, dass die Weibchen den ersten Eiern mehr Hormone mitgeben, die später die Ausbildung des Gesangszentrums im Gehirn fördern.

Neues Treibhausgas

Stickstoff-3-Fluorid, das für die Herstellung von Plasmabildschirmen benutzt wird, gerät in viel höherer Konzentration in die Atmosphäre als bisher angenommen (Geophysical Research Letters, Vorabveröffentlichung). Das bisher noch seltene Gas entfaltet einen bis zu 20000-mal so starken Treibhauseffekt wie Kohlendioxid.