Manchmal können einem Finanzinvestoren wirklich leidtun. Am Montagmorgen legten die Schwergewichte unter ihnen in Berlin Transparenzrichtlinien vor. Danach wollen sie künftig detaillierter über die von ihnen gekauften großen Unternehmen berichten: So sollen diese sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres einen Abschluss vorlegen – bis dato alles andere als selbstverständlich. Auch soll die Öffentlichkeit erfahren, wer in den Gremien der Firmen sitzt und den Finanzinvestoren verbunden ist. Zudem stellen die Private-Equity-Fonds Regeln für die Information der Arbeitnehmer auf. Zu guter Letzt soll eine neue Datenbank über die großen Deals der letzten zehn Jahre bald Wissenschaftlern offen stehen.

Seht her, wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, wir sind bereit zum Dialog! Dieses Signal senden die 13 beteiligten Investoren aus, darunter KKR, Carlyle, Permira und Goldman Sachs. In der Tat hat die Branche nach anfänglichem Zögern auf die massive Kritik an ihr reagiert und ihr Auftreten über die Jahre deutlich verbessert. Die über Monate entwickelten Richtlinien sind löblich, die Datenbank ist ein auch international beachtlicher Schritt – nur ist die Welt heute eine andere. Die Bankenwelt liegt in Trümmern, der Staat rettet, was zu retten ist.

Und als würde das nicht reichen, legten die deutschen Sozialdemokraten just am selben Tag einen Bericht zur Finanzkrise sowie Reformvorschläge vor. Eine Forderung: die straffe Regulierung von Private Equity inklusive weit schärferer Offenlegungspflichten und Grenzen für die Schulden der Firmen. Der Protest der Branche folgte noch am Nachmittag.

Die SPD, das ist leicht zu durchschauen, erinnert an die holzschnittartige "Heuschrecken"-Debatte des Jahres 2005. Private Equity steht nicht im Zentrum der Finanzkrise und behauptet sich trotz einiger Probleme relativ gut: Die Fonds verfügen über das derzeit so begehrte Eigenkapital, ein Kollaps droht ihnen – anders als den Hedgefonds – nicht so schnell. Dennoch tun sie gut daran, die Zeichen der neuen Zeit zu erkennen. In einer Rezession werden viele ihrer Firmen unter den ihnen aufgebürdeten Schulden ächzen oder zusammenbrechen, es wird gespart und entlassen werden. Transparenz ist wichtig, doch sie ist das Thema von gestern. Verantwortungsvolles Handeln, der Erhalt der Firmen – das ist das Thema von morgen. Es wäre gut, die Finanzinvestoren stellten sich frühzeitig darauf ein. Arne storn