Wie könnte man ein Haus nennen, in dem viele Katzen wohnen? Nun? Hm? – Das ist natürlich ein Miezhaus! Ja, lieber Leser, und wenn Sie sich von dem Schock erholt haben und darüber hinaus vorsichtig ins Auge fassen, dass Zeiten der Krise immer auch Zeiten des Kalauers sind, werden sie folgende Scherzfrage auf Anhieb beantworten können: Welches Obst ließe sich als Mirawauwau bezeichnen? Tja – räusper, schluck –, Pardon: Mirabellen natürlich. Damit hätten wir das Gröbste hinter uns. Das denken und hoffen wir jedenfalls. Andererseits sehen wir schon mit Grausen den Namenswitzen entgegen, die sich aus dem antikapitalistischen Engagement des Münchner Erzbischofs Marx entwickeln ließen. Predigt er etwa mit Engels Zungen? Oder was wird man dem von wildem Bankenhass getriebenen Schauspieler Peter Sodann raten, wenn er, wie gewünscht, Ackermann verhaftet hat? Vielleicht: Lehn ihn (Lenin) an die Wand? Da ist uns schon die Metzgersfrau lieber, zu der eine eilige Kundin atemlos rief: "Ich kriege ein Suppenhuhn", und die daraufhin beruhigend replizierte: "Glaube ich nicht. Waren Sie schon bei der Ultraschalluntersuchung?" Ja, liebe Leser, wir gehen harten Zeiten entgegen. Der Umgangston wird rauer, die Ansprüche ermäßigen sich. In Anspielung auf den fast vergessenen Bestseller Schlafes Bruder hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung neulich die Überschrift "Schlafes Luder" kreiert. Hohoho! Da bleibt kein Auge trocken. Was werden wir erst erleben, wenn demnächst Heinz Erhards hundertster Geburtstag naht? Welches Denkmal wird man ihm setzen? In Variation eines sowjetischen Witzes könnte man drei Vorschläge machen: Erstens, einfach und schlicht, Heinz Erhard in Bronze. Zweitens, weil ihn womöglich niemand mehr kennt, statt seiner ein bekannterer Possenreißer in Bronze, sagen wir Mario Barth, wie er Heinz Erhard rezitiert. Oder drittens, noch besser, Heinz Erhard, wie er eine typische Geste von Mario Barth macht. Tief in die Knie gehen, mit dem Arm ausholen, als wolle er jemandem die Faust in den Unterleib rammen – oder in irgend etwas, das noch unterhalb des Unterleibs… Jedenfalls eine typische Geste unserer Tage, mit der sich Heinz Erhard – nun, wie sagt man? – updaten ließe. Er selbst sagte freilich nur: "Es schlafen schon die Bienchen, die Beinchen und die Steinchen, schlaf ein, schlaf einchen." Das waren aber auch andere Zeiten. Finis