Militäreinsätze Was uns wirklich angeht – und was nicht
Afghanistan, Balkan, Afrika: Die militärischen Interventionen des Westens sind fragwürdig
Unter den knapp 200 Staaten der Welt gibt es heute über 70 friedenserhaltende oder Frieden schaffende transnationale Operationen und andere Interventionen. Nur ein Teil davon beruht auf UN-Mandaten. Seit Anfang der 1990er Jahre hat vornehmlich der Westen immer öfter und immer stärker in den verschiedensten Weltgegenden interveniert – vom Balkan über Afrika bis nach Asien. Der Grund für diese Häufung war das Ende der Ost-West-Konfrontation: Die Sowjetunion als gefährlicher möglicher Gegner hatte sich selbst aufgelöst, infolgedessen fiel eine bisher sehr wichtige Hemmung gegenüber solchen Interventionen weg. Viele Interventionen wurden mit hohem moralischen Anspruch begründet: mit einer transnationalen Pflicht zum Schutz von Menschenleben und Menschenrechten. Es ist an der Zeit, sich damit gründlich kritisch auseinanderzusetzen.
Einer der Gründe für meine Skepsis ist, dass ein Teil der Interventionen nicht allein aus humanitären, sondern auch aus politischen Gründen erfolgt ist. Ein politisches Motiv kann zwar humanitär oder völkerrechtlich bemäntelt sein; aber es bleibt Politik – und schnell können sich machtpolitische und auch imperiale Instinkte einmischen. Zum anderen erscheint es mir durchaus zweifelhaft, ob die Vielzahl der humanitären Interventionen im Ergebnis zu einer Vielzahl von Erfolgen geführt hat. Einige der eklatantesten Beispiele für Misserfolge hat man in Ostafrika erlebt: Ruanda, Burundi und Somalia.
Ein dritter Aspekt ist, dass Interventionen, die moralisch gerechtfertigt oder sogar notwendig wären, gleichwohl unterbleiben, weil die Interessen einer Großmacht verletzt würden – oder weil sie zu viele Kräfte fordern würden. Man interveniert dort, wo man glaubt, auf nicht allzu viel Widerstand zu stoßen. Wo aber der Widerstand mit militärischer Gewalt gebrochen wird, leidet oft die unbeteiligte Zivilbevölkerung in hohem Maße; Irak, Afghanistan oder die Bomben auf die offene Stadt Belgrad sind Lehrbeispiele. Wo dagegen von vornherein harter Widerstand erwartet wird, dort unterlässt man lieber die Intervention. Insgesamt macht mir die Vielzahl der Interventionen den Eindruck eines weitgreifenden Opportunismus.
Wir sind dabei, die Kräfte der Bundeswehr zu überfordern
Jede militärische Intervention begegnet dem fundamentalen Einwand, dass das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ein Kern des Völkerrechts ist. Es wird immerhin seit 350 Jahren, seit dem Frieden von Münster und Osnabrück, von den meisten Regierungen der Welt und von den allermeisten Staatsmännern und Staatsphilosophen der Welt theoretisch anerkannt, seit 1945 ist es in der Charta der UN verankert. Es gibt allerdings Ausnahmefälle, in denen das Souveränitätsprinzip durchbrochen werden muss; Hitlers Vernichtung der polnischen Juden wäre ein solcher Fall gewesen. Aber die Ausnahme darf nicht zur Regel werden. Wir Deutschen haben angesichts unserer Geschichte im 20. Jahrhundert gute Gründe, mit eigener Beteiligung an militärischen Interventionen zurückhaltend zu sein.
Grundsätzlich muss die Regel gelten, dass man keine Aufgaben übernehmen darf, für welche die eigenen Mittel nicht ausreichen können. Die eigenen Mittel – das meint vornehmlich die Bundeswehr. Sie ist ausgebildet und ausgestattet für die Verteidigung Deutschlands gegen einen feindlichen Angriff. Sie ist nicht darauf vorbereitet, irgendwo in Asien den Dorfrichter Adam zu spielen. Die englischen Militärs haben dergleichen in Indien und anderswo im viktorianischen Weltreich gelernt – wir Deutschen nicht. Wir sind mühsam dabei, das für Afghanistan zu lernen, wir haben es in Bosnien und im Kosovo mühsam auf die Beine gestellt. Insgesamt sind wir heute dabei, die Kräfte unserer Truppen zu überfordern.
Bisher hat es über die deutschen Beteiligungen an militärischen Interventionen keine ausreichende öffentliche Debatte gegeben, insbesondere keine Parlamentsdebatte, die tief genug geschürft hätte. Ich vermute, die Debatte wird nachgeholt werden, möglicherweise mit Ergebnissen, die für die Regierung nicht erfreulich sind. Die Bundeswehr ist aber doch ein Parlamentsheer! Als wir 1955/56 das Grundgesetz gründlich verändert haben, um die Bundeswehr voll einzubauen in die Struktur unserer Demokratie, war es das Parlament, das den Rahmen für die Armee geschaffen hat, nicht etwa die Regierung Adenauer. Es geschah vielmehr gegen den Willen Adenauers. Die Interventionen in Bosnien und im Kosovo, auch die Beteiligung an der Intervention in Afghanistan, waren zwar nicht von vornherein Parlamentsentscheidungen; aber ohne Beschluss des Bundestages kann kein deutscher Soldat im Ausland eingesetzt werden.
Bisweilen hört man, wir müssten uns aus Solidarität im Nato-Bündnis an militärischen Interventionen beteiligen. Das Argument passt besser in die Nibelungensage als in die heutige Wirklichkeit. Denn das nordatlantische Bündnis war und ist ein Verteidigungsbündnis, nicht etwa ein Bündnis zur Umgestaltung der Welt. Solange es ein Verteidigungsbündnis bleibt, ist es erwünscht, weil für einen Notfall notwendig. Aber daraus ein Instrument zur Umgestaltung fremder Staaten zu machen, daran sollten wir nicht mitwirken, auch wenn von einigen Politikern oder Schreibern dergleichen als Ausdruck weltpolitischer Verantwortung dargestellt wird. Wo immer von weltpolitischer Verantwortung die Rede ist, dort muss man prüfen, was die eigentlichen Motive sind.
Zweifellos gibt es weltpolitische Verantwortung. Das zeigt zum Beispiel die gegenwärtige Finanzkrise. Wenn unsere Nachbarn und Partner etwas von uns erwarten, dann müssen wir in jedem Falle deren Erwartungen sorgfältig prüfen; und soweit wir sie für richtig halten, müssen wir versuchen, den Erwartungen entgegenzukommen. Allerdings sehe ich keinen ausreichenden Grund dafür, warum wir dem Wunsch der amerikanischen Bündnisvormacht hätten entsprechen und uns am Irakkrieg beteiligen sollen. Es war eine der beiden richtigen großen Entscheidungen, die Bundeskanzler Schröder getroffen hat, sich am Irakkrieg nicht zu beteiligen (die andere war die Agenda2010). Die Entscheidung war völkerrechtlich geboten, sie lag außerdem im deutschen Interesse. Die Rücksicht darauf, was unsere Verbündeten in Amerika, England oder Polen von uns erwarteten, musste dagegen zurücktreten. Man darf aus der Nato nicht eine Art Oberregierung werden lassen. Die Nato ist aber vornehmlich ein strategisches Instrument der Amerikaner geworden, nach 1991 mehr als je zuvor.
Seit 1823 ist die Monroe-Doktrin ein ehrwürdiges Prinzip der Außenpolitik der Vereinigten Staaten gewesen. Sie besagte zweierlei: einmal, dass die Europäer von Nord- und Südamerika die Hände zu lassen hätten. Und zum anderen, dass die Amerikaner sich nicht um Europa kümmern würden. Die erste Hälfte der Monroe-Doktrin gilt noch heute: Die Amerikaner wollen nicht, dass die Europäer, die Russen, die Chinesen oder sonst jemand auf dem amerikanischen Kontinent Einfluss nehmen. Die zweite Hälfte aber ist ins Gegenteil verkehrt worden. Die Vereinigten Staaten beanspruchen mit Hilfe der Nato eine Führungsrolle in Europa. Und »Europa« definieren sie weit ausgreifend. Die Idee, die Ukraine und Georgien in die Nato aufzunehmen, stammt aus den USA. Nach den Reden einiger amerikanischer Zeitungen sind dafür menschenrechtliche Gesichtspunkte ausschlaggebend. Aber wenn man einen »neokonservativen« Strategen wie Robert Kagan liest, dann erkennt man die imperialen Motive, die dahinterstehen.
Es ist daran zu erinnern, dass die Nato, in deren Rahmen wir uns am Einsatz in Afghanistan beteiligen, ein Produkt des Nordatlantikvertrages ist. Der Nordatlantikvertrag hat im Artikel 6 ganz klare geografische Grenzen gezogen. Der Konflikt zwischen Argentinien und England über die Falklandinseln ging uns deshalb nicht an. Ein Gleiches gilt heute für einen Konflikt zwischen Russland und Georgien. Der Balkan dagegen ist zwar ein Teil Europas, aber der Anlass für die seit 1998 andauernde militärische Intervention des Westens war nicht ein Angriff auf einen Bündnispartner, sondern der blutige Zerfall des jugoslawischen Staates. Andererseits ist der Balkan immer schon – seit den Zeiten des römischen Kaisers Marcus Aurelius – ein unruhiger, umkämpfter Teil Europas gewesen; es wäre verwunderlich, wenn dort morgen der ewige Frieden anbräche. Unsere Konsequenz kann nur Zurückhaltung bei der Übernahme von Verpflichtungen sein. Zwar hat das westliche Eingreifen das Blutvergießen auf dem Balkan beendet, aber doch nur so lange, wie dort immer noch fremde Interventionstruppen stehen, darunter auch deutsche. In dem Augenblick, wo sie abgezogen würden, könnte man die Lage nicht mehr mit demselben Optimismus beurteilen.
Es ist relativ leicht, militärisch zu intervenieren, aber es ist keineswegs leicht, wieder abzuziehen, ohne ein Chaos zu hinterlassen – das sieht man im Irak, im Kosovo und in Bosnien. Man wird es auch in Afghanistan sehen. Niemand spricht heute davon, das Kosovo zu verlassen – aus guten Gründen; auch ich würde diese Konsequenz heute nicht ziehen wollen. Wenn man abziehen will, muss das sehr sorgfältig und langfristig so vorbereitet werden, dass danach geordnete Verhältnisse herrschen. Wenn hinterher Mord und Totschlag ausbrechen, war die Intervention falsch. Weil man das Eingeständnis scheut, bleibt man lieber. Im Falle Kosovo und Bosnien bleibt allerdings der schwerwiegende Mangel, dass die humanitär begründete Intervention völkerrechtlich ein Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen gewesen ist (und die deutsche Beteiligung war außerdem ein Verstoß gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag, die völkerrechtliche Grundlage für unsere Wiedervereinigung). Mit diesem Makel müssen alle Beteiligten leben.
Die UN und ihr Sicherheitsrat können keinem Staat die Beteiligung an einer militärischen Intervention auferlegen; der Ministerrat des Nordatlantikvertrages oder der Generalsekretär der Nato könnten das erst recht nicht. Wohl aber durfte der UN-Sicherheitsrat 2001 die Intervention in Afghanistan legitimieren, weil dort offenkundig die Amerika angreifende und weltweit agierende terroristische al-Qaida ihre Basis hatte. Allerdings waren damals Art, Umfang und zeitliche Dauer der militärischen Intervention (und der Beteiligung daran) durchaus offen.
Am klügsten war Alexander der Große
Tatsächlich hatte die amerikanische Führung nur eine unzureichende Vorstellung von den Umständen, die sie in Afghanistan zu erwarten hatte. Es war ihr nicht bewusst, dass im Norden des Landes die Berge 3000 und 4000 Meter hoch sind, mit tief eingeschnittenen Tälern. Es war ihr nicht bewusst, dass viele Völkerschaften und noch mehr Stämme seit vielen hundert Jahren dort zwar gelernt haben, einigermaßen miteinander auszukommen, dass aber das islamisch geprägte Afghanistan als Staat nie wirklich regierbar gewesen ist und dass deshalb vielfach äußere Mächte eingegriffen haben. Der klügste Interventionist ist Alexander der Große gewesen; er kam von Westen, dem heutigen Iran, ins Land, und ging anschließend über den Khyberpass im Osten wieder hinaus. Die Engländer haben sich in Afghanistan zweimal eine blutige Nase geholt, mit Zehntausenden toter englischer und indischer Soldaten; die Sowjets haben sich dort ebenfalls eine blutige Nase geholt. Heute wird dort mit einer Truppenmasse interveniert, die nur etwa ein Drittel der sowjetischen Besatzungsarmee ausmacht; aber die Sowjets haben damals den Kürzeren gezogen.
Heute ist al-Qaida längst auf das Gebiet des gleichfalls islamischen Pakistan ausgewichen. Aber weil Pakistan fünf- oder sechsmal so viele Menschen hat wie Afghanistan und weil es eigene Atomwaffen und Raketen besitzt, denkt kein vernünftiger Mensch an eine Intervention dort. Wohl aber geht in Afghanistan der Kampf weiter – heute zumeist gegen die Taliban. Und die Zahl der Partisanen und Terroristen steigt.
Nur in Ausnahmefällen und höchstens punktuell kann man Terroristen erfolgreich mit militärischen Mitteln bekämpfen. Der islamistische Terrorismus hat durch mancherlei westliche Politiken und durch Interventionen in mehreren islamischen Ländern der Welt Zulauf gefunden. Er kann mit militärischen Mitteln nicht wirksam beendet werden. Viel eher ist auf eine Austrocknung durch respektvollen und klugen Umgang mit den vielen islamisch geprägten Völkern und ihren Staaten zu hoffen.
Unter allen gegenwärtigen weltpolitischen Sorgen ist für uns Europäer der seit langen Jahrzehnten anhaltende Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn wichtiger als die Konflikte am Hindukusch und im Kaukasus oder über eine angeblich beabsichtigte atomare Rüstung Irans oder über eine weitere Ausdehnung des nordatlantischen Bündnisses. Denn wenn es zu einem allgemeinen clash of civilizations zwischen dem Westen und dem islamisch geprägten Teil der Welt käme, ausgelöst durch Terroristen oder durch Akte der beteiligten Regierungen, dann würden wir Europäer darunter um ein Vielfaches mehr zu leiden haben als die Menschen in New York, Dallas oder Kalifornien. Deshalb müssen wir beständig dagegen auftreten, wenn der großen Zahl muslimisch geprägter Völker und Staaten vom Westen aus mit Argwohn und Ablehnung begegnet wird.
Was uns Deutsche aber vor allem anderen angeht, ist das Verhältnis zu unseren Nachbarn. Mit der Ausnahme Russlands und Chinas oder Brasiliens haben wir mehr unmittelbare Nachbarn als irgendein anderer Staat der Welt. Alle Kriege, welche wir Deutschen in den vergangenen Jahrhunderten geführt haben, haben wir gegen unsere Nachbarn geführt. Die zentrale Lage Deutschlands erlegt uns die Aufgabe guter Nachbarschaft in höherem Maße auf, als sie anderen Völkern auferlegt ist. Wenn wir auf einer Insel lebten wie die Engländer, brauchten wir kaum gute Nachbarschaft zu pflegen. Wenn wir auf einer Halbinsel lebten wie die Spanier, hätten wir nur zwei Nachbarn. Aber wir haben neun unmittelbare Nachbarn, darunter die für uns besonders wichtigen Franzosen und Polen; dazu kommen außerdem noch die etwas weiter entfernten Russen, Engländer, Italiener und Schweden. Hier liegt für uns Deutsche eine dauernde, unglaublich schwierige Aufgabe.
Das Verhältnis zwischen den Franzosen und den Deutschen ist erstaunlich gut, aber wohl noch nicht endgültig gefestigt. Das Verhältnis zwischen den Niederländern und den Deutschen ist nicht ohne Probleme, auch das zwischen den Dänen und den Deutschen nicht. Das Verhältnis zwischen den Polen und den Deutschen ist nicht sehr gut, das Verhältnis zwischen den Tschechen und den Deutschen desgleichen. Wir werden auch am Ende dieses Jahrhunderts unmittelbare Nachbarn der Polen sein; sie werden weiter ihre polnische Sprache sprechen, ihre polnische Geschichtstradition, ihre polnische literarische Tradition pflegen, die Tschechen die ihren, wir Deutschen die unseren. Ich hoffe, dass wir gut miteinander auskommen. Gutnachbarliche Beziehungen zu unseren Nachbarn sind für uns Deutsche sehr viel wichtiger als die Beteiligung an Streit und Konflikten am Kaukasus, am Hindukusch oder in Tibet.
Es gibt Probleme in der Welt, die für uns nicht lösbar sind. Das gilt für die Politik und für die Strategie. Die lösbaren Probleme soll man lösen, wenn man dazu fähig ist. Die unlösbaren Fragen müssen wir mit Gelassenheit auf sich beruhen lassen.
- Datum 04.11.2008 - 10:29 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.10.2008 Nr. 45
- Kommentare 58
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Wie kommt Helmut Schmidt eigentlich mit Josef Joffe zurecht?
Herr Schmidt breitet die größten Selbstverständlichkeiten aus -- doch in unserer verrückten ZEIT muß man das bereits als Lichtblick empfinden. Daß z.B. die NATO ein Verteidigungsbündnis ist, muß den derzeit herrschenden Politikern völlig entfallen sein.
Und daß das Verfassungsgericht bei der Bewertung deutscher militärischer Abenteuer in aller Welt alle Augen zudrückt, finde ich sehr beunruhigend.
Helmut Schmidt denkt mit seinen fast 90 Jahren klarer als alle seine Nachfolger im Amte es je getan haben. Und seine Partei ist nach ihm Opfer windiger Karrierepolitiker geworden und inzwischen moralisch vollständig diskreditiert.
wie schaut's aus mit der koerperlichen Unversehrtheit der Nichtraucher, Herr Schmidt. Die wahren Nachbarn sind die Menschen neben Ihnen.
Der Mann ist durch sein hohes Alter i.v.m. der Tatsache das er stark Raucht - und somit um die tausendfach höhere Dosis Rauch täglich einatmet - doch geradezu der Beweis das die Hexenjagt "Nichtraucherschutz" eine reine Massenhysterie ist. Jeder der an einer Bushaltestelle steht und nur einmal solch eine Dieselwolke abkriegt die von den Bussen ausgestoßen werden raucht damit mehr passiv mit als er es in Begleitung von Rauchern in einem Jahr tun würde.
Man sieht: Nichtraucherschutz - alles dummes Gewäsch!!!
Und jetzt trollen Sie sich!
Der Mann ist durch sein hohes Alter i.v.m. der Tatsache das er stark Raucht - und somit um die tausendfach höhere Dosis Rauch täglich einatmet - doch geradezu der Beweis das die Hexenjagt "Nichtraucherschutz" eine reine Massenhysterie ist. Jeder der an einer Bushaltestelle steht und nur einmal solch eine Dieselwolke abkriegt die von den Bussen ausgestoßen werden raucht damit mehr passiv mit als er es in Begleitung von Rauchern in einem Jahr tun würde.
Man sieht: Nichtraucherschutz - alles dummes Gewäsch!!!
Und jetzt trollen Sie sich!
"Bisweilen hört man, wir müssten uns aus Solidarität im Nato-Bündnis an militärischen Interventionen beteiligen. Das Argument passt besser in die Nibelungensage als in die heutige Wirklichkeit. Denn das nordatlantische Bündnis war und ist ein Verteidigungsbündnis, nicht etwa ein Bündnis zur Umgestaltung der Welt. Solange es ein Verteidigungsbündnis bleibt, ist es erwünscht, weil für einen Notfall notwendig. Aber daraus ein Instrument zur Umgestaltung fremder Staaten zu machen, daran sollten wir nicht mitwirken, auch wenn von einigen Politikern oder Schreibern dergleichen als Ausdruck weltpolitischer Verantwortung dargestellt wird."
Wie selbstverständlich und wie ignoriert.
Herr Schmidt weiß es, wir wissen es, bleibt die Frage, warum "die aktiven Profis" sich nicht dran halten, sondern lieber einer Bande amerikanischer Spinner in den A... kriechen wollen?
(Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)
in meinem Verständnis, denn man darf nicht erst dann vor Aufgaben zurückschrecken oder sie auch annehmen, wenn Zweifel entstehen ob die militärische Kraft, e.g. Bundeswehr, ausreichen wird oder aber überdehnt zu werden scheint.
Die ethische Bewertung hat grundsätzlich voran zu gehen und auch dann zu einer Ablehnung zu führen, wenn die Überdehnung nicht zu befürchten ist. Die ethische Komponente ist der Politik nicht nur abhanden gekommen (wenn sie diese je besessen hat), nein sie zelebriert diesen Ethikverlust als
Gewinn und Bestandteil einer verantwortungsvollen Politik - und wartet auf Beifall, der sie auch vielerorts erreicht.
Es ist bekannt, dass politisch jede Intervention erreichbar und durchsetzbar ist. Da dies eine dem Beweis zugängige Tatsache ist, sind die Begründungen im Einzelfall, warum hier ja, dort nein, natürlich auch unter diesem Aspekt zu bewerten aber auch zu verifizieren.
Das sich an diesen selektiven Interventionen auch demokratische und pseudo-demokratische Staaten beteiligen zeigt inwieweit sich die Geopolitik und die geopolitischen Ansprüche in der westlichen Hemisphäre bereits durchgesetzt haben - was man zu früheren Zeiten der UdSSR massiv (und zu Recht) zum Vorwurf machte.
Die vorgegebenen Begründungen zur Rechtfertigung von bevorstehenden Interventionen sind nicht universell gültig, sondern nur der Rechtfertigung im Einzelfall geschuldet, siehe Irak.
Da machen die jetzige und auch frühere Bundesregierungen zunehmend keine Ausnahme.
Non omne quod licet honestum est.
ich meine es so: menschenrechtspolitik geht anders! und ganz bestimmt nicht über militärische intervention. die kaschiert nur, was davor alles versäumt wurde. bei uns, in je anderen staaten, zwischenstaatlich, in supra- und transnationalen bündnissen, auf UN-ebene. was am allerwenigsten an der UN liegt.
aber vielleicht daran, dass alle staaten als subjekte des völkerrechts immer noch meinen, ausweis der staatlichkeit sei es, eine eigene armee zu haben.
Eine Armee ist der Garant der äußeren und inneren Sicherheit eines Staatsvolkes, und Garant der Gestaltung der Politik eines Staates im Rahmen des Völkerrechts. Ein Staat ohne Armee, wäre wie ein Staat ohne innere Organisation, ohne Gesetze.
Eine Armee ist der Garant der äußeren und inneren Sicherheit eines Staatsvolkes, und Garant der Gestaltung der Politik eines Staates im Rahmen des Völkerrechts. Ein Staat ohne Armee, wäre wie ein Staat ohne innere Organisation, ohne Gesetze.
Mensch würde in Pakistan intervenieren, deshalb waren es Anfang September auch die Amerikaner, die ein Dorf in der Provinz Waziristan angegriffen haben.
Darüber hinaus kann mich dem Kommentar 3 nur anschließen.
Herr Schmid verdient Respekt, wenn er als Realpolitiker zu der Einsicht kommt, dass es lösbare und unlösbare Situationen gibt und zur Gelassenheit aufruft.
Daran kann man nur lernen.
es geht um militärisches sich raus-halten und viel früher und ganz anders eingreifen! das mag ein obergefreiter a.d. anders sehen. und vielleicht wird er 'real-politisch' dafür auch beifall bekommen. aber das ist nicht menschenrechtspolitik!
die fängt natürlich immer zu hause an. würde hier bedeuten: den alten artikel zum asylrecht wieder einführen, das ausländerrecht weitgehend abschaffen, die zumeist ausländerrechtlichen vorbehalte zu den un-konventionen, vor allem zur un-kinderrechtskonvention!, zu streichen. CEDAW, die frauenrechte-konvention, endlich umsetzen! ... ich könnte endlos so weitermachen, denn da hapert es hier, in diesem staat, an allen ecken und enden!
und an der menschenrechts-bildungsarbeit hapert es auch! ganz gewaltig! oder wie kommt es, dass hier lebende erwachsene meinen, die menschenrechte seien nur die grundrechte, wie Sie als jedermanns-rechte im GG stehen - und die sog. deutschen-rechte seien ihre privilegien, und die jedermanns-rechte ja eigentlich auch. weshalb sie bereit sind - und das auch in diesem forum nachlesbar erklären - diese als ihre privilegien notfalls auch mit waffengewalt zu verteidigen. ein 'verteidigungsfall', der in manchen köpfen ja bereits beim neubau einer moschee eingetreten ist.
es geht um militärisches sich raus-halten und viel früher und ganz anders eingreifen! das mag ein obergefreiter a.d. anders sehen. und vielleicht wird er 'real-politisch' dafür auch beifall bekommen. aber das ist nicht menschenrechtspolitik!
die fängt natürlich immer zu hause an. würde hier bedeuten: den alten artikel zum asylrecht wieder einführen, das ausländerrecht weitgehend abschaffen, die zumeist ausländerrechtlichen vorbehalte zu den un-konventionen, vor allem zur un-kinderrechtskonvention!, zu streichen. CEDAW, die frauenrechte-konvention, endlich umsetzen! ... ich könnte endlos so weitermachen, denn da hapert es hier, in diesem staat, an allen ecken und enden!
und an der menschenrechts-bildungsarbeit hapert es auch! ganz gewaltig! oder wie kommt es, dass hier lebende erwachsene meinen, die menschenrechte seien nur die grundrechte, wie Sie als jedermanns-rechte im GG stehen - und die sog. deutschen-rechte seien ihre privilegien, und die jedermanns-rechte ja eigentlich auch. weshalb sie bereit sind - und das auch in diesem forum nachlesbar erklären - diese als ihre privilegien notfalls auch mit waffengewalt zu verteidigen. ein 'verteidigungsfall', der in manchen köpfen ja bereits beim neubau einer moschee eingetreten ist.
Ich erlaube mir, den nicht nur zu verlinken, sondern per c+p hierhin zu befördern :
'Widerspruch, betreffend den Artikel von Helmut Schmidt in der ZEIT Nr.45: „Was uns wirklich angeht - und was nicht“
Zunächst setzt sich Herr Schmidt zurecht gegen die zunehmende Militarisierung der deutschen Außenpolitik ein und stellt offen fest, daß „die NATO, seit 1991 mehr als je zuvor, vornehmlich zum strategischen Instrument der Amerikaner geworden“ sei und sich „machtpolitische und imperiale Instinkte schnell in unsere Interventionen einmischen könnten“. Ein Staatsmann spricht selten klarer - diese Offenheit findet meine ungeteilte Zustimmung.
Doch obwohl der Artikel ausschließlich das militärische Engagement Deutschlands im Ausland thematisiert, wendet sich Herr Schmidt gegen Ende dann plötzlich generell gegen „eine Beteiligung an Streit und Konflikten am Kaukasus, am Hindukusch oder in Tibet.“
Was hat Tibet mit den vorgenannten militärischen Konflikten zu tun? Es werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Die Zurückhaltung beim ausdrücklich nicht-militärischen deutschen Einsatz für die Menschen(rechte) in Tibet mit den Folgen der „machtpolitischen und imperialen Instinkte“ der USA und den daraus resultierenden heutigen militärischen Eskapaden der NATO zu rechtfertigen – das finde ich nicht statthaft.
Wir brauchen gutnachbarschaftliche Beziehungen zu möglichst allen Völkern des „global village“, nicht nur zu unseren geographischen Nachbarn. Zu diesen partnerschaftlichen Beziehungen gehört aber auch ein klares Wort und unter modernen Staaten sollte ein kritischer verbaler Dialog möglich und gewünscht sein!?
Amerika, China, Afghanistan, Pakistan, Ruanda und natürlich auch die Lage in Tibet gehen uns Deutsche sehr wohl etwas an. Es gibt in unserer (post)modernen, verwobenen Welt nichts mehr, was uns „aufgeklärte“ Deutsche nicht anginge – sei es wirtschaftlich, wissenschaftlich, politisch oder kulturell – nur eben nicht mehr militärisch. Da gilt es zu differenzieren.
Herzliche Grüße
RudraChakrin'
Das sehe ich ganz genau so.
in der alles miteinander vernetzt ist - insofern ist @Rudra Chakrins Widerspruch hier deutlich zu unterstützen. Ruhe und Gelassenheit, was der Altkanzler in seinem weisen Artikel hier anmahnt sind sicherlich geboten, was das Primat der militärischen Intervention und der alleinigen Interventionspolitik, wie es die meisten Diskussionen hier prägt und beherrscht betrifft. Dennoch - eine Rückkehr zur Realpolitik beinhaltet auch einen Vorzeichenwechsel - und eine Kenntnisnahme der veränderten Weltsituation. Dies setzt jedoch - ein Erstarken diplomatischer Kräfte - und eine ehrliche Auseinandersetzung über Wertvorstellungen - auf Basis etwa des Grundgesetzes bei uns wie der UN-Menschenrechtscharta global voraus.
Und - dann kann man durchaus auch zu dem Schluss kommen, dass Afghanistan, der Irak - aber auch Tibet und der Kongo - wie auch der Balkan wichtige Orte sind, die auf der außenpolitischen Landkarte existieren und immer Gesprächsthema mit den jeweiligen Ansprechpartnern sein sollten.
Globales Denken erfordert eben mehr - mit provinziellem Denken kommt man diesen komplexen Themen nicht bei. Globales Denken erfordert jedoch eine Basis desselben - die UN-Menschenrechtscharta ist derzeit der Minimalkonsens.
Dieser ist jedoch erst wieder zu stärken.
Provinzielles Denken jedoch neigt immer wieder allerorten dazu, nicht über den eigenen Tellerrand hinaussehen zu wollen und viele Fakten - multiple andere Aspekte der Welt anno 2008 unter den Tisch fallen lassen zu wollen. Provinzielles Denken ist somit auch der Einflussnahme durch Partikularinteressen viel schutzloser ausgesetzt.
Globales Denken in diesem Sinne fristet insofern auch noch vielerorts derzeit eher ein Schattendasein. Aber - das wird sich bald ändern.
In diesem Sinne
Herzliche Grüße
Aflaton
in der alles miteinander vernetzt ist - insofern ist @Rudra Chakrins Widerspruch hier deutlich zu unterstützen. Ruhe und Gelassenheit, was der Altkanzler in seinem weisen Artikel hier anmahnt sind sicherlich geboten, was das Primat der militärischen Intervention und der alleinigen Interventionspolitik, wie es die meisten Diskussionen hier prägt und beherrscht betrifft. Dennoch - eine Rückkehr zur Realpolitik beinhaltet auch einen Vorzeichenwechsel - und eine Kenntnisnahme der veränderten Weltsituation. Dies setzt jedoch - ein Erstarken diplomatischer Kräfte - und eine ehrliche Auseinandersetzung über Wertvorstellungen - auf Basis etwa des Grundgesetzes bei uns wie der UN-Menschenrechtscharta global voraus.
Und - dann kann man durchaus auch zu dem Schluss kommen, dass Afghanistan, der Irak - aber auch Tibet und der Kongo - wie auch der Balkan wichtige Orte sind, die auf der außenpolitischen Landkarte existieren und immer Gesprächsthema mit den jeweiligen Ansprechpartnern sein sollten.
Globales Denken erfordert eben mehr - mit provinziellem Denken kommt man diesen komplexen Themen nicht bei. Globales Denken erfordert jedoch eine Basis desselben - die UN-Menschenrechtscharta ist derzeit der Minimalkonsens.
Dieser ist jedoch erst wieder zu stärken.
Provinzielles Denken jedoch neigt immer wieder allerorten dazu, nicht über den eigenen Tellerrand hinaussehen zu wollen und viele Fakten - multiple andere Aspekte der Welt anno 2008 unter den Tisch fallen lassen zu wollen. Provinzielles Denken ist somit auch der Einflussnahme durch Partikularinteressen viel schutzloser ausgesetzt.
Globales Denken in diesem Sinne fristet insofern auch noch vielerorts derzeit eher ein Schattendasein. Aber - das wird sich bald ändern.
In diesem Sinne
Herzliche Grüße
Aflaton
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