Bundeswehr General Loyal

Wie sagt man einer Familie in Deutschland, dass der Tod des Sohnes in Afghanistan nicht sinnlos war? Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan weicht der Frage nicht aus – nicht bei den Trauerfeiern und nicht beim Spaziergang in München

Hier also ist sie, jene Treppe der Münchner Universität, die Sophie Scholl am 18. Februar 1943 hinaufgestiegen ist. Oben, auf der Empore, verteilte die junge Studentin jene Flugblätter, die ihr nur vier Tage später, von Roland Freisler verurteilt, den Tod brachten. Viele Deutsche bezeichnen Sophie Scholl als Vorbild, bewundern sie für ihren Mut, auch Wolfgang Schneiderhan. Der ranghöchste deutsche Soldat ist nicht zum ersten Mal hier.

Dem Generalinspekteur der Bundeswehr gefiel der Vorschlag, den gemeinsamen Spaziergang in München an der DenkStätte Weiße Rose zu beginnen. Feldjäger in Zivil hatten sich zuvor in der Universität umgesehen, hatten sich auf den Fluren kurz unter die Studenten gemischt und den Weg hinauf zur Empore abgeschritten. Weil sie nichts Verdächtiges fanden, ist der Generalinspekteur der Bundeswehr nun auf den historischen Stufen dieses Treppenhauses der Ludwig-Maximilians-Universität München leibhaftig unterwegs.

Es ist ein kleiner Pulk, der da des Weges kommt. Zwei Bodyguards aus Berlin, zwei von der Bundeswehr in München, die in Bayern jeden Baum und jeden Strauch kennen, die Adjutanten, der »Sprecher Streitkräfte« und mittendrin, einen Kopf kleiner als alle anderen, der Generalinspekteur der Bundeswehr. Ein Mann, der die Medien gern meidet.

Auf den Schulterklappen der grauen Uniformjacke prangen vier goldene Sterne, seine Begleiter machen ebenfalls nicht den Eindruck, als hätten sie soeben im Romanistik-Seminar gesessen. Trotzdem nehmen die Studenten kaum Notiz von den acht Männern, die da auf den Korridoren der Uni an ihnen vorbeiwehen. Auf einem Treppenabsatz bleibt Schneiderhan stehen, mit ihm stoppt der ganze Tross. Von sich aus kommt der General auf die besondere Atmosphäre dieses Ortes zu sprechen. Der Staatsbürger in Uniform sei nicht denkbar ohne jene, die »den Widerstand zu einer Traditionslinie deutscher Streitkräfte gemacht haben«. Mit dem Wissen um die Grenzen des Gehorsams habe eine neue Gedankenwelt in die Köpfe führender Soldaten Einzug halten können. Dankbarkeit sei angebracht, denn auch andere Kräfte, andere Überzeugungen hätten obsiegen können.

Stauffenberg, der Name zieht sich durch sein ganzes Leben

Schneiderhan kann sich noch gut an das Jahr 1966 erinnern, als er zur Bundeswehr kam. In der Truppe, damals gerade zehn Jahre alt, herrschte im Umfeld der kriegsgedienten Vorgesetzten noch ein anderer Ton als heute. »Einige Jahre lang habe ich schon Zweifel gehabt, ob sich das Verständnis von offenen Streitkräften durchsetzen kann.« Die Zweifel in jener Zeit hielten ihn nicht nieder, »sie motivierten mich«. Schneiderhan blieb dabei.

Seine Mutter, tief religiös, Schneidermeisterin mit eigener Werkstatt. Sein Vater, ein Verwaltungsangestellter, Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er hat dem Sohn weder zu- noch abgeraten. Was er damals dachte angesichts der Berufswahl seines Sohnes, behielt er für sich. »Zu wenig geredet – viel geschwiegen«, dies sei typisch gewesen für die Generation seines Vaters, sagt Wolfgang Schneiderhan. So kam es, dass der Sohn Jahre später dem Vater gern gesagt hätte, dass er soeben Brigadekommandeur in Erfurt geworden war. »Der familiäre Kreis hätte sich so schließen lassen, denn er war nebenan in Rudolfstadt in Kriegsgefangenschaft gekommen.« Aber das war nicht mehr möglich, der Vater war verstorben.

Schneiderhan erwähnt seinen Lehrer, einen Herrn Weber, Jahrgang 1920, Studiendirektor für Geschichte und Französisch in der Oberschwäbischen Heimat. Weber war es, der ihn im Unterricht mit dem Namen Stauffenberg bekanntgemacht hat, der mit ihm »über die Grenzen des Gehorsams« gesprochen hat, »über Pflicht und Loyalität«. Ein Jahr vor seinem Tod habe ihm der Lehrer ein Paket mit seinen wichtigsten Büchern zugeschickt. Ihm, dem Soldaten, der nicht studiert hat. »Es hat mich geehrt und gerührt.«

Stauffenberg, der Name zieht sich durch sein ganzes Leben. Zweimal hat er die Witwe von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg getroffen, bei der goldenen Hochzeit eines Stauffenberg-Sohnes war er Gast. Vor allem aber, Schneiderhans Dienstzimmer befindet sich im Berliner Bendlerblock am Landwehrkanal. Nach dem gescheiterten Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden in der Nacht darauf im Hof des Bendlerblocks Stauffenberg und drei seiner Mitverschwörer erschossen. Wenn Schneiderhan morgens das Gebäude betritt, sieht er manchmal Schulklassen auf ihrem Weg in die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Gelegentlich wird dabei »gejohlt und gelacht«. Gefällt ihm nicht.

Ob er selbst je zu einer Gewissensentscheidung gezwungen war? Die Frage ist ihm unangenehm. Nein, nur nicht in die Nähe von Stauffenberg gerückt werden, das stehe ihm nicht zu. Schneiderhan hat das grüne Barett der Panzertruppe aufgesetzt und wegen der grauen Wolken über München die Hände tief in den Manteltaschen vergraben. Dann erwähnt er doch diesen »unglaublichen Druck« im Mai 2007. »Ein Teil jener afghanischen Streitkräfte, die wir damals ausgebildet hatten, sollte in den Süden des Landes verlegt werden, in den Kampfeinsatz. Unsere Ausbilder, 12 oder 13 Mann, sollten ihnen folgen.« Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, der verbreiteten Vermutung entgegenzutreten, bei den deutschen Soldaten handele es sich um bewaffnete Entwicklungshelfer, die gern Brunnen bauen. Schneiderhan entschied: »Unsere gehen da nicht mit!« Einmal mehr, so erinnert er sich, hieß es: »Die feigen Deutschen, selbst die eigenen Leute fühlten sich nicht wohl.«

Auf einer Rasenfläche des Englischen Gartens haben Mitarbeiter der Stadtwerke schweres Gerät gegen das Herbstlaub aufgefahren. Der General schaut kurz hinüber, sein Blick fällt dabei auf einen seiner Bodyguards, der in gut hundert Metern Entfernung die Wiese auf- und abgeht. Afghanistan, immer wieder Afghanistan. Nicht nur, wenn der erste Offizier der Bundeswehr nach Kabul oder nach Kundus kommt, auch in Berlin und in München ist das Thema schon vor ihm da.

Zum Beispiel der politische Streit um die richtige Wortwahl, der in diesen Tagen die Runde macht. Schneiderhan nennt es »den Krieg um die Worte«. Was ist mit den Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan zu Schaden kommen? Verletzen sie sich in den Kämpfen, oder werden sie verwundet, kommen sie um, oder fallen sie? Ein bizarre Debatte, der Generalinspekteur mag die Erörterungen nicht mehr hören. Er sagt, ihn interessiere die Abwägung nicht, ob ein Sprengstoffanschlag im klassischen Sinne eine Kampfhandlung sei.

Soldaten seien so gestrickt, geradeaus zu denken, Dinge nicht unnötig zu komplizieren. »Wenn es ihnen hilft, warum benennen wir es nicht?«, meint Schneiderhan, aus dessen Stimme jetzt alle schwäbische Gemütlichkeit gewichen ist. Kaum merklich nickt der Adjutant an seiner Seite mit dem Kopf. »Warum nicht die soldatische Sprache benutzen, wenn es den Kameraden hilft, Motivation zu finden? Warum nicht sagen, jemand ist verwundet oder gefallen – wenn man sie mit diesen Worten heraushebt aus dem Kreis jener, die sich mit ihrem Dienstfahrzeug bei einem Unfall in der Heimat verletzen?«

Mit der Hand zeigt Schneiderhan Richtung Osten, wo er Schwabing vermutet, das Büro seiner Tochter. Sie ist Diplom-Psychologin, arbeitet in einem Unternehmen für Industrieberatung. Früher hat er sich schon gefragt, was sie in »einem solchen Laden« mache. Dann hat er es sich von ihr erklären lassen, wie das geht, große Messen vorzubereiten, an das richtige Logo zu denken, die passenden Farben und Bilder zu wählen. Auch die Streitkräfte sollten sich dem Ratschlag von Experten nicht entziehen, »Kommunikation ist das A und O«. Damals, zu Zeiten des Kalten Krieges, habe die Bundeswehr lediglich ihre militärischen Übungen erklären müssen. »Es hat gekracht oder geraucht, aber es ist nichts passiert.« Heute sei »Komunikation mit fremden Kulturen unentbehrlich, mit den multinationalen Partnern – und auch mit Eltern, die ihren Sohn durch einen Bundeswehreinsatz verloren haben.«

Der Tod eines Kindes – Schneiderhan hat selbst eine solche Zäsur erlebt

Wie findet man die richtigen Worte? Dafür gibt es keinen Standard. Wie sagt man einer Familie in Deutschland, dass der Tod eines Ehemannes oder Kindes in der afghanischen Ödnis nicht ganz und gar sinnlos war? Schneiderhan weicht der Frage nicht aus. Nicht bei den Trauerfeiern und auch nicht jetzt am Fuße des Monopterus, des kleinen Tempels im Englischen Garten. Er spricht in diesen Momenten davon, »dass die Eltern stolz sein können auf ihren Buben, dass er in dem fernen Land Deutschland verteidigt habe«. Vielleicht würde er noch hinzufügen, sagt der General, »dass der Bub seinen Eid erfüllt, er seinem Vaterland gedient hat«. Aber manchmal lässt Schneiderhan diesen Zusatz auch einfach weg.

Fast beiläufig erwähnt der Generalinspekteur, dass er keine Trauerfeier in Erinnerung habe, kein Gespräch an einem Grab, bei dem die Angehörigen Vorwürfe gegen die Bundeswehr erhoben hätten. Keine dieser Fragen, warum habt ihr meinen Jungen nur dorthin geschickt. Dabei könnte er es durchaus verstehen. Schneiderhan selbst hat »eine ähnliche Zäsur« erlebt.

Einer seiner Söhne war auf dem Balkan stationiert, dort im Sanitätsdienst eingesetzt. Wenn er vom Einsatz nach Hause kam, ging die Beziehung zu einer Freundin meist ganz schnell in die Brüche. Also fuhr er an den freien Wochenenden als Rettungssanitäter im Notarztwagen mit. Die Eltern hatten eine enge Beziehung zu dem Jungen, »seine Mutter vor allem, ich bin ja nicht so viel daheim«. Schließlich, vor ziemlich genau zwei Jahren, die Nachricht, dass er sich das Leben genommen hat. Schneiderhan ist stehengeblieben, für einige Augenblicke sagt niemand ein Wort. Dann sagt der General, dass er für das Geschehen keine Erklärung habe. Seine Frau, die Jugendrichterin war in Königstein im Taunus, hat wenig später ihren Dienst aufgegeben, auch der Enkel wegen. »Enkel sind eine große Hilfe«, sagt Schneiderhan. »Zwangsläufig beschäftigt man sich mit ihnen wieder mit der Zukunft, mit der Jugend.« Dann geht er voraus, quer über die Wiese hinweg.

Seit 2002 ist Wolfgang Schneiderhan Generalinspekteur, so lange hat den Job noch keiner gemacht. Vor wenigen Wochen hat der Minister seinen Eintritt in den Ruhestand um ein weiteres Jahr verschoben, auf den Sommer 2010. Schneiderhan ist dann 64, 2010 hat er das für Offiziere geltende Pensionsalter um zwei Jahre überschritten. Sie wollen nicht von ihm lassen. Warum?

Wer mit Wolfgang Schneiderhan ein paar Kilometer geht, bekommt das Gefühl, dass kaum jemand uneitler ist, kaum jemand loyaler. Und dann sorgt der General doch selbst für eine kleine Korrektur. Kurz bevor seine Wagenkolonne erreicht ist, die neben der Tierklinik in Münchens Veterinärstraße parkt, kommt er noch einmal auf Stauffenberg zurück. Also, dass ein Hollywood-Schönling wie Tom Cruise diesen Mann spiele, nun gut, aber dass man dem Filmteam erlaubte, im Bendlerblock zu drehen! Eingesehen hat er das nicht. Wer die Filmleute denn reingelassen habe? »Ich nicht«, sagt der General, »das war eine politische Entscheidung.« Dann gibt sein Fahrer Gas.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Wie sagt man einer Familie, dass der Tod des Sohnes in Afghanistan nicht sinnlos war?
    Weil der "SINN " seines Todes nun einmal die Bündnistreue ist. Man müsse eben den Opium Anbau die Verarbeitung und den Export des fertigen Heroins, für den CIA mit sicherstellen.
    ( Seit der Übernahme Afghanistans durch die NATO, ist der Heroin Export förmlich explodiert und seitdem wird in Afghanistan ca. 95% des Weltweit vertriebenen Heroin produziert.)

  2. Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Als loyaler ZEIT-Leser, SPD-Wähler und Staatsbürger frage ich mich, ob es denn nach neuneinhalbjahren erfolgreicher Kriegführung immer noch Bundeswehrsoldateneltern in diesem unserem Lande geben kann, die das nicht wissen!

    Herr General Loyal, beim nächsten Mal überreichen Sie den Eltern doch einfach eine Leitartikelsammlung von Josef Joffe, vielleicht hübsch layoutet mit Goldschnitt auf säurefreiem Papier.

    Da steht alles drin, was die Eltern interessieren könnte.

    Viel Spaß beim Lesen!

  3. Die epische, fast romantische Form des Artikels, steht im krassen Gegensatz zu dem nüchternen Auftrag und Folgen einer Armee.

    Es wird auch sehr nett beschrieben. Erst wird eine Truppe Leibwächter vorausgeschickt, um sicherzustellen, dass dem Vier-Sterne-General nichts passiert. Dann tritt er selbst auf – in der Schule der jugendlichen Widerstandskämpfer gegen die Nazis. Widerstand als Tradition der Militärs? Ausführung von Befehlen nach Gewissenslage? Will uns der Artikel das verkaufen.

    Soldaten denken geradeaus, sagt der General. Ja oder nein, schwarz oder weiß, das genügt zur Durchführung von Aufträgen. So ist ja auch die Ausbildung gestaltet, nicht das Gewissen wird geschult, sondern wie Befehle ausgeführt werden, dazu muss man sein Gewissen nicht befragen. Das Gewissen kann getrost bei den führenden Soldaten abgeben werden, wo das Wissen um "die Grenzen des Gehorsams" eingezogen sind.

    Das kann man schon daran erkennen, dass die deutschen Soldaten, obwohl für Kampfeinsätze ausgebildet, nicht in den Süden Afghanistans verlegt wurden. Ich dachte immer, das Parlament hat den Auftrag in allen Punkten genehmigt, jetzt war es Deutschlands ranghöchster Soldat? Was ist denn nun richtig?

    Und nun wird in Afghanistan gestorben. Junge Soldaten, die für die Verteidigung ihres Vaterlandes ausgebildet wurden, sterben in der gottverlassenen >Islamischen Republik Afghanistan< Nun werden wieder die alten und angeblich bewährten Euphemismen aus der Versenkung geholt. Da wird nicht ermordet, geschlachtet (abgeleitet von Schlachtfeld) oder sonst wie ein junger Mensch vom Leben zum Tode befördert, nein, es wird >gefallen< – so als stünde der Betroffene nach Ende der Veranstaltung wieder auf und könnte sein Leben fortsetzen. Falsch, er ist tot und bleibt es! Da hilft keine Heraushebung, keine Rangordnung der Toten. Ranghöchster Toter ist ein gefallener Soldat usw. bis hin zum rangniedrigsten Penner und Säufer etwa.

    Jeder der einmal einen Toten zu beklagen hatte stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum er oder sie, warum jetzt usw. Der Frage nach dem Sinn des Todes soll den Schmerz lindern. Ist ein Mensch alt geworden und hat seine Lebenszeit gehabt, fällt der Trost leichter. Die schlimmsten Todesfälle sind die, in denen Kinder kurz nach ihrer Geburt sterben oder in jugendlichem Alter etwa durch einen Unfall dahingerafft werden. Selbstmord von Kindern lässt Eltern verzweifeln. Glaubt denn einer den Tod junger Soldaten durch „herausgehobene“ Sprache lindern zu können? Tröstet das Eltern, Familie Frau und Kinder? Der General hat es wohl selbst so empfunden und schweigt lieber.

    Einwurf: Eines kann ich mir aber doch nicht verkneifen. Kann mir jemand erklären, warum ein General mit 62 Jahren in Pension gehen kann und von einem Schwerstarbeiter erwartet wird, bis zum 67. Lebensjahre zu arbeiten? Über die unterschiedliche Höhe der Altersversorgung und ihr Zustandekommen will ich hier überhaupt nicht reden.

    Ich denke, man soll stattdessen die Hinterbliebenen der Soldaten großzügig versorgen !

  4. An alle Soldaten-Basher:

    Klar, dass alte Generäle für manche rote Tücher sind, beliebte, gewohnte Zielscheiben, um sich mal wieder das Pazifistenherz zu erleichtern.

    Aber erinnern Sie sich? Weder Schneiderhan noch die Bundeswehr haben den Afghanistan-Einsatz beschlossen oder zu verantworten.

    Nehmen Sie daher einfach mal die aufs Korn, die alles beschlossen haben, nämlich die politischen Entscheidungsträger. Bewegen Sie sich, stehen Sie auf vom Computer, organisieren Sie Unterschriftenaktionen, Demos, Aktionen, setzen Sie die Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises unter Druck... alles, was Sie wollen, aber maulen Sie nicht über Soldaten, die nichts für die Situation können, nur weil es so schön bequem ist! Ist doch erstaunlich, dass offenbar so viele Bürger gegen den Afghanistan-Einsatz sind und man draußen gar nichts davon merkt!

    Kurz: Wenn Sie gegen den Bundeswehr-Einsatz sind, dann hören Sie auf zu jammern und machen Sie was dagegen.

    Die seltene Fairness, mit der der Artikel Schneiderhan porträtiert, finde ich jedenfalls bemerkenswert und journalistisch sehr gelungen.

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    Lieber Pitt Crawley,
    Sie haben ja recht: Schuld sind die Politiker und auch die Bürger, die diese Politiker gewählt haben.
    Trotzdem bin ich nicht einverstanden, wenn Sie sagen, die Soldaten hätten ja keine Wahl als sich an einem offenkundig verfassungswidrigen Einsatz zu beteiligen.
    Wozu brauchen wir eigentlich den ganze Stauffenberg-Mummnschanz etc., wenn nicht dafür, den Soldaten beibringen, daß sie sich ja auch verweigern können. Aus Gewissensgründen. Das geht nämlich auch noch NACH der Einberufung. Die Herren Offiiziere könnten doch z.B. einfach ihren Dienst quittieren und sich in der privaten Wirtschaft eine Beschäftigung suchen (Meinetwegen bei Blackwater: die zahlen so unglablich gut, daß sich weitere Erklärungen über Sinn und Zweck des Killerhandwerks von vornherein erübrigen).
    Wer vor 25 Jahren Soldat wurde, kann vielleicht so tun, als hätte er immer nur sein Heimatland bzw. die Demokratie vor der Sowjetunion beschützen wollen.
    Aber denjenigen, die in den letzten 10 Jahren sich für die Bundeswehr entschieden haben, nehme ich das nicht ab.

    Lieber Pitt Crawley,
    Sie haben ja recht: Schuld sind die Politiker und auch die Bürger, die diese Politiker gewählt haben.
    Trotzdem bin ich nicht einverstanden, wenn Sie sagen, die Soldaten hätten ja keine Wahl als sich an einem offenkundig verfassungswidrigen Einsatz zu beteiligen.
    Wozu brauchen wir eigentlich den ganze Stauffenberg-Mummnschanz etc., wenn nicht dafür, den Soldaten beibringen, daß sie sich ja auch verweigern können. Aus Gewissensgründen. Das geht nämlich auch noch NACH der Einberufung. Die Herren Offiiziere könnten doch z.B. einfach ihren Dienst quittieren und sich in der privaten Wirtschaft eine Beschäftigung suchen (Meinetwegen bei Blackwater: die zahlen so unglablich gut, daß sich weitere Erklärungen über Sinn und Zweck des Killerhandwerks von vornherein erübrigen).
    Wer vor 25 Jahren Soldat wurde, kann vielleicht so tun, als hätte er immer nur sein Heimatland bzw. die Demokratie vor der Sowjetunion beschützen wollen.
    Aber denjenigen, die in den letzten 10 Jahren sich für die Bundeswehr entschieden haben, nehme ich das nicht ab.

  5. Lieber Pitt Crawley,
    Sie haben ja recht: Schuld sind die Politiker und auch die Bürger, die diese Politiker gewählt haben.
    Trotzdem bin ich nicht einverstanden, wenn Sie sagen, die Soldaten hätten ja keine Wahl als sich an einem offenkundig verfassungswidrigen Einsatz zu beteiligen.
    Wozu brauchen wir eigentlich den ganze Stauffenberg-Mummnschanz etc., wenn nicht dafür, den Soldaten beibringen, daß sie sich ja auch verweigern können. Aus Gewissensgründen. Das geht nämlich auch noch NACH der Einberufung. Die Herren Offiiziere könnten doch z.B. einfach ihren Dienst quittieren und sich in der privaten Wirtschaft eine Beschäftigung suchen (Meinetwegen bei Blackwater: die zahlen so unglablich gut, daß sich weitere Erklärungen über Sinn und Zweck des Killerhandwerks von vornherein erübrigen).
    Wer vor 25 Jahren Soldat wurde, kann vielleicht so tun, als hätte er immer nur sein Heimatland bzw. die Demokratie vor der Sowjetunion beschützen wollen.
    Aber denjenigen, die in den letzten 10 Jahren sich für die Bundeswehr entschieden haben, nehme ich das nicht ab.

    Antwort auf "An alle"
  6. Es ist wirklich unglaublich, wie ausgerechnet Stauffenberg und Konsorten immer als "Widerstand" hingestellt werden. Diejenigen, die als die Wehrmacht noch am Siegen war, keine Gewissenbisse hatten, junge Menschen in einem Raubkrieg zu verheizen und ganz Europa (oder mehr) knechten wollten und erst dann als es nicht mehr so glatt lief, den Boss opfern wollten, aber das Geschaeft genau so weiter fuehren, wie es in Verbrecherbanden eben ueblich ist, als "Widerstand" zu bezeichnen, ist einfach nur abartig.
    Vom echten Widerstand, der schon lange im KZ sass oder bereits ermordet war, als Stauffenberg von Polen aus Saetze absonderte wie: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun." schweigt man natuerlich lieber, denn der wirkliche Widerstand hat in der Bundeswehr keine "Traditionslinie". Da schon eher Stauffenberg. Am passendsten waere allerdings Paulus, der die jungen Soldaten bis zut letzten Patrone erfrieren liess und als die Russen an seinem Bunker standen ploetzlich wusste, wie man kapituliert.

    Die Sorte "Traditionslinien" und "Widerstand", die sich die bestehende Regierung und das Militaer aussuchen, sagt alles ueber die handelnden Personen. Skrupelloses Grossmannspack, das, wenn es mit dem deutschen Wesen mal wieder nicht klappen sollte ,die ganze Schuld von sich weisen und sich selbst als "Widerstand" feiern wird. Einfach nur ekelhaft.

  7. Ist es nicht so, das die Bundeswehr ohne ihre Auslandseinsätze keine Existenzberechtigung mehr hätte? Alle etablierten Parteien verlängen solange die Einsätze bis entlich der Einsatz im Inneren genehmigt wird.
    Dann kann die Bundeswehr als Waffe gegen unkontrollierbare Menschen eingesetzt werden. Dieses Land braucht eine Katastrophenschutz - Einheit und keine Bundeswehr in Waffen. Wem nützen Panzer und Kanonen bei Überschwemmungen oder Waldbränden, wir brauchen einen einsatzfähigen Katastrophenschutz im Inneren und auch für Hilfen im Ausland. Es wäre sinnvoll die Kapazitäten der Bundeswehr dafür zu nützen.
    Ich verstehe die Politiker nicht was sie heute noch bezwecken wollen mit einer Bundeswehr in Waffen, sie sollten vorangehen und einen aktiven Katastrophenschutz daraus machen, das wäre mal eine Vorgabe an die restliche Welt. Die kriegführenden Nationen oder Bündispartner kämen erst gar nicht in die Lage deutsche Soldaten anzufordern, wenn hier nur Leute für Katastrophenschutz stationiert sind.
    Deutschland könnte die übrige Welt herausfordern, ja sie würde sie geradezu zwingen ihre wahre Gesichter zu zeigen, nachwievor sagen sie, es geht ihnen bei ihren Kriegen um Frieden in der Welt. Wenn Deutschland auf die Militätrs verzichtet und das als große Industrienation, dann müssen die anderen erst wirklich belegen das sie von Feinden bedroht werden und die Waffen brauchen um sich zu verteidigen, das sagt nämlich jedes Land. Es hat nur die Soldaten unter Waffen, weil ein anderes Land das Soldaten unter Waffen hat sie bedroht.
    Katastrophenschutz statt Militär, dann könnten wir von einer zivilisierten Welt reden, vorher sollte niemand das Wort Zivilisation in den Mund nehmen, den das sind wir ganz bestimmt nicht. Warum heben die Politiker ihre Hand für weitere Einsätze des Militärs im Ausland? Sie befrieden kein einziges Land mit Waffen, es wird immer schlimmer. Man sollte allen Frauen und ausreisewilligen Afghanen die das wollen Asyl anbieten, lasst die Männer sich die Köpfe einschlagen oder den ganzen Tag beten , die kommen wieder zur Vernunft wenn ihnen die Frauen davongelaufen sind, wenn nicht sterben sie aus, das sollte ihnen überlassen werden.

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    Die Fragen sind gut gestellt und das Konzept eines umfassenden Katastrophenschutzes ist eingänglich.
    Nur, mit Waffen lässt sich viel mehr Geld verdienen (Deutschland ist die #2 nach den USA im Export von Waffen) und, machen wir uns doch nichts vor, unsere Politik dient einzig der Wirtschaft, wie schon einige selten mutige junge Kletterer erkannten, die am Reichstagsgebäude die Inschrift "Dem deutschen Volke" mit einem Banner überdeckten, mit dem Text: "Der deutschen Wirtschaft".
    Die Bundeswehr in den Bereich der Kritik zu zerren ist dennoch kontraproduktiv, denn als Ganzes ist sie lediglich ein Instrument. Dieses Instrument aber zur Ressourcensicherung weit weg von unseren Grenzen, sozusagen als Vasallentribut an den US-Hegemon, zu missbrauchen, ist sicherlich anstössig und widerlich und (trotz des Weissbuchs 1994) verfassungsfeindlich. Am 09.09.2008 fand in Berlin eine "Sicherheitskonferenz" im Schweizer Hof statt -- die ganze einschlägige internationale Waffenverschieberei war da vertreten, zusammen mit Schäuble und Jung, diesen professionellen Verunsicherern dieser Republik. Es ist wirklich die Waffenlobby im Bett mit der Politik, die das Problem darstellt.

    Und es ist dieser verlogene Bundestag, der das möglich macht -- also die Politik, im jetzigen Fall diese unsäglich schlechte, verlogene, widerlich undemokratische Grosse Koalition mit diesen inkompetenten Windbeuteln des Proporzes in allen Ministerien.
    Schauen wir uns doch diese Jammergestalten an: Pfütze Tiefensee, Bäckermeister Glos, Winzer Jung, Schnüffel-Schäuble, Winkeladvokatin Zypries -- die Daten deutscher Bürger an die USA weiter gibt, den gefeierten "troubleshooter" Steinbrück, der noch im August befand, dass die US-Krise uns nicht treffen würde, und dessen Staatssekretär Assmussen diese Krise erst für Deutschland möglich machte durch die Verbriefung des Ramsches, der von der Deutschen Bank in die deutsche Finanzwelt eingeschleust wurde ... die Liste ginge weiter, bis hin zur sogenannten Kanzlerin (ausgestattet mit Richtlinienkompetenz), die gerne vergisst, dass Deutschland auch ein Inland hat.

    ... nee, diese Politik gehört zur Verantwortung gezogen (ich bin bei attac-Berlin, nur so nebenbei). Es ist die Tragik Deutschlands, dass diese Kaste nur mühselig per Verfassungsgericht in Dauer-Schach gehalten werden kann; Selbstdisziplin und Amtseid (Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!) kennt diese wirtschaftshörige Politiker-Clique schon lange nicht mehr. Hier geht es nur noch um Selbstbereicherung, also gut dotierte Pöstchen in Aufsichtsräten und Vorständen während der Parlamentszeit, um dann massgeblich in die Industrien abzuwandern, die man selbst reguliert und definiert hat (man erinnere z.B. nur an sPD Clement)!

    Mit dem Katastrophenschutz in Zeiten der globalen Erwärmung haben Sie 100%ig recht. Nur, bringen Sie das mal den Parlamentariern bei, deren Ohren bereits mit Euros aus der Wirtschaft zugestopft sind (Schily -- sPD-- und von Klaeden --CDU-Bubi-- weigern sich sogar, ihre Einkünfte zu benennen).

    - - -

    "Lieber ständig übermüdet, als ständig überwacht!"

    Die Fragen sind gut gestellt und das Konzept eines umfassenden Katastrophenschutzes ist eingänglich.
    Nur, mit Waffen lässt sich viel mehr Geld verdienen (Deutschland ist die #2 nach den USA im Export von Waffen) und, machen wir uns doch nichts vor, unsere Politik dient einzig der Wirtschaft, wie schon einige selten mutige junge Kletterer erkannten, die am Reichstagsgebäude die Inschrift "Dem deutschen Volke" mit einem Banner überdeckten, mit dem Text: "Der deutschen Wirtschaft".
    Die Bundeswehr in den Bereich der Kritik zu zerren ist dennoch kontraproduktiv, denn als Ganzes ist sie lediglich ein Instrument. Dieses Instrument aber zur Ressourcensicherung weit weg von unseren Grenzen, sozusagen als Vasallentribut an den US-Hegemon, zu missbrauchen, ist sicherlich anstössig und widerlich und (trotz des Weissbuchs 1994) verfassungsfeindlich. Am 09.09.2008 fand in Berlin eine "Sicherheitskonferenz" im Schweizer Hof statt -- die ganze einschlägige internationale Waffenverschieberei war da vertreten, zusammen mit Schäuble und Jung, diesen professionellen Verunsicherern dieser Republik. Es ist wirklich die Waffenlobby im Bett mit der Politik, die das Problem darstellt.

    Und es ist dieser verlogene Bundestag, der das möglich macht -- also die Politik, im jetzigen Fall diese unsäglich schlechte, verlogene, widerlich undemokratische Grosse Koalition mit diesen inkompetenten Windbeuteln des Proporzes in allen Ministerien.
    Schauen wir uns doch diese Jammergestalten an: Pfütze Tiefensee, Bäckermeister Glos, Winzer Jung, Schnüffel-Schäuble, Winkeladvokatin Zypries -- die Daten deutscher Bürger an die USA weiter gibt, den gefeierten "troubleshooter" Steinbrück, der noch im August befand, dass die US-Krise uns nicht treffen würde, und dessen Staatssekretär Assmussen diese Krise erst für Deutschland möglich machte durch die Verbriefung des Ramsches, der von der Deutschen Bank in die deutsche Finanzwelt eingeschleust wurde ... die Liste ginge weiter, bis hin zur sogenannten Kanzlerin (ausgestattet mit Richtlinienkompetenz), die gerne vergisst, dass Deutschland auch ein Inland hat.

    ... nee, diese Politik gehört zur Verantwortung gezogen (ich bin bei attac-Berlin, nur so nebenbei). Es ist die Tragik Deutschlands, dass diese Kaste nur mühselig per Verfassungsgericht in Dauer-Schach gehalten werden kann; Selbstdisziplin und Amtseid (Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!) kennt diese wirtschaftshörige Politiker-Clique schon lange nicht mehr. Hier geht es nur noch um Selbstbereicherung, also gut dotierte Pöstchen in Aufsichtsräten und Vorständen während der Parlamentszeit, um dann massgeblich in die Industrien abzuwandern, die man selbst reguliert und definiert hat (man erinnere z.B. nur an sPD Clement)!

    Mit dem Katastrophenschutz in Zeiten der globalen Erwärmung haben Sie 100%ig recht. Nur, bringen Sie das mal den Parlamentariern bei, deren Ohren bereits mit Euros aus der Wirtschaft zugestopft sind (Schily -- sPD-- und von Klaeden --CDU-Bubi-- weigern sich sogar, ihre Einkünfte zu benennen).

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    "Lieber ständig übermüdet, als ständig überwacht!"

  8. Haben sie sich schon mal die Frage gestellt, warum Generale rote Tücher sind? Lesen sie in der Zeit die letze Seite. Lesen sie über die Ausführung des sog. Kommissarbefehls. 27 Millionen Tote in Russland, 9 Millionen Tote in Deutschland. Sind das genug Gründe um dem Militär keine pazifistische Note, den Frieden herbeikämpfende Bedeutung zuzuordnen.

    Es gibt nur zwei Gründe, die die Existenz des Militärs rechtfertigen können. Die Verteidigung gegen militärische Angriffe und die Beseitigung verbrecherischer politischer Systeme. Bekämpfen sich zwei Verbrecher wie Hitler und Stalin, entfällt dieser Grund und die Truppe, an ihrer Spitze die Generalität, hätten sich verweigern müssen. Graf Stauffenberg hat das getan und mit seinem Leben bezahlt. (Die Witwe wartet bis heute auf eine Pension – der Witwe Freisler wurde die Pension sogar erhöht. Grund. Herr Freisler wäre ja befördert worden und damit seine Versorgung und die seiner Witwe gestiegen)

    Sagen ihnen Namen wie Keitel etwas?

    Krieg ist keine Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln, wie uns immer erzählt wurde. Krieg ist das Versagen aller Politik und aller Menschlichkeit.

    Beispiele der Neuzeit gefällig? Vietnam, Korea, Balkan, Irak und jetzt Afghanistan. Ist Frieden entstanden? Soviel zu friedensstiftenden Maßnahmen.

    Unter dem Eindruck des verlorenen 2. Weltkrieges sagte die Mehrheit der Beteiligten: Wer je wieder ein Gewehr in die Hand nimmt, dem soll der Arm abfallen. Alles vergessen?

    Die Integrität des Menschen Schneiderhahn habe ich nicht bezweifelt. Es ist in der schizoiden Situation eines Soldaten und der des Vaters, die mir menschliche Achtung abverlangt. Der Selbstmord seines Sohnes hat ihn sicher verzweifeln lassen.

    Änderungen entstehen nur in zweiter Linie durch all die Maßnahmen die sie mir anempfelen. Jede Änderung beginnt zuerst im Kopf. Man muss den ganzen, mit Lametta geschmückten Irrsinn erst erkennen und benennen, dann kann man eine Haltung einnehmen die im Zweifelsfalle den Tod eines Menschen erträglicher macht. Den Tod in Afghanistan zähle ich nicht dazu.

    Ja, ich bin ein Pazifist.

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