Solarenergie Wüstensonne für Europa
Solarkraftwerke in der Sahara könnten die Europäer mit Strom versorgen – und wären ein gigantisches Klimaschutzprogramm.

© Sandy Huffaker/Getty Images
In der kalifornischen Mojave-Wüste stehen bereits große Solarkraftwerke
Kramer Junction heißt einer jener gottverlassenen Flecken tief im Westen der Vereinigten Staaten, die ein besonderer Charme umgibt. Er ist kaum mehr als eine Straßenkreuzung mitten in der Mojave-Wüste, trocken und heiß. Trucker halten hier nur an, weil es ein paar Restaurants gibt. Das Roadhouse zum Beispiel oder das Desert King.
Das allein aber würde nicht reichen, Kramer Junction einen Namen zu verschaffen, der über die Grenzen Amerikas hinaus bekannt wurde. So weit konnte es nur kommen, weil in unmittelbarer Nähe der Straßenkreuzung das größte Solarkraftwerk der Welt steht: Mehr als 900.000 Spiegel auf fast sieben Quadratkilometer Wüstenboden, eine vom Menschen geschaffene Einöde in der öden Natur. Seit rund 20 Jahren produziert die Anlage Strom aus Sonne, ohne dabei auch nur ein Gramm klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft zu blasen.
Weltweit gibt es nicht viele solcher Kraftwerke. Dabei hat die Solartechnik immenses Potenzial. Sie könnte die Stromversorgung revolutionieren, nicht nur in den Vereinigten Staaten, zu deren Territorium sonnenreiche Gegenden wie die Mojave-Wüste gehören. Selbst in den trüberen Gefilden Mittel- und Nordeuropas könnte Ökostrom reichlich und billig fließen – wenn er beispielsweise aus Nordafrika und dem Nahen Osten importiert würde. Sollen Energiesicherheit und Klimaschutz keine frommen Wünsche bleiben, gebe es zu einem solchen interkontinentalen Stromverbund gar keine Alternative, behauptet der Kasseler Physiker Gregor Czisch, der die Idee der grenzenlosen grünen Elektrizität maßgeblich entwickelt hat.
Regenerativ erzeugter Strom aus der Sahara könnte in absehbarer Zukunft sogar deutsche Fabriken und Haushalte rund um die Uhr mit Elektrizität versorgen. Technisch sei die Umwandlung der Sonnenenergie in Strom ebenso wenig ein Problem wie der Transport der Elektrizität über mehr als 3.000 Kilometer, bestätigt Hans Müller-Steinhagen, Ingenieur in Diensten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Verlockend ist die Sache, weil laut einer Studie der Denkfabrik der grüne Saft aus dem Süden in einigen Jahren sogar konkurrenzfähig sein könnte: Eine Kilowattstunde davon würde dann hierzulande inklusive Transport nicht einmal sieben Cent kosten, weniger als der heutige Großhandelspreis für Strom. Der Vorteil würde sogar mit der Zeit wachsen. Denn aller Voraussicht nach wird der Preis von Kohle, Erdgas und Uran steigen, während die Massenproduktion Solarkraftwerke billiger machen dürfte; die Sonnenenergie selbst kostet ohnehin nichts. Energieprobleme? »Haben wir nicht«, sagt Müller-Steinhagen.
Tatsächlich sind die Wüsten im Sonnengürtel der Erde eine nie versiegende Quelle kostenloser und obendrein klimaverträglicher Energie. Wegen der üppigen Sonnenstrahlung, aber auch wegen des in der Sahara stets kräftig wehenden Passatwindes, lässt sich grüner Strom dort billiger erzeugen als in den meisten Industrieländern des Nordens. Doch bisher wird diese Quelle fast gar nicht angezapft. In den Vereinigten Staaten erlahmte das Interesse am Bau von Kraftwerken wie dem in Kramer Junction Ende der 1980er Jahre, als der Erdölpreis in den Keller rutschte. Erst seit der Club of Rome 2003 gemeinsam mit dem Hamburger Klimaschutzfonds und dem Nationalen Energieforschungszentrum Jordaniens ein internationales Expertennetzwerk namens TREC (Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation) ins Leben rief, nahm die Vision vom sauberen, unerschöpflichen und erschwinglichen Wüstenstrom Gestalt an. Ihr Name: Desertec.
- Datum 30.07.2009 - 15:46 Uhr
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- Serie Klima
- Quelle DIE ZEIT, 06.11.2008 Nr. 46
- Kommentare 31
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ist es möglich das der Staat Deutschland quasi übernacht über 400Millarden locker machen kann um es dem Selbstverschuldeten Bankencrash in den Arsch zu blasen.
aber keine Millarde übrig hat für Klimaschutz.
Auch in diesem Artikel wird vorgegaukelt, dass es billiger werden würde ... jetzt mit Solarstrom aus der Wüste. Solange die Energie-Versorger Aktiengesellschaften sind wird nichts billiger. Es müssen ja schließlich Dividenden gezahlt werden. Und das setzt voraus, dass Gewinne gemacht werden. Das gleiche gilt auch für Energiesparlampen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir die Hälfte sparen wenn wir die Hälfte verbrauchen. Um nicht missverstanden zu werden ... ich bin durchaus dafür alle Möglichkeiten auszunutzen, die unsere Umwelt weniger belasten. Aber diese Sparankündigungen sind einfach nur eine andere Art von Meinungsmanipulation.
Die EU sollte jetzt sofort handeln und 100 Milliarden Euro in die Hand nehmen.
Nur was macht Frankreich mit seinem Atomstrom. Was machen die StromMonopolisten in Deutschland, die mit am Kabinettstisch sitzen?
So wird wieder einmal die Zukunft unserer Kinder verspielt.
Mütter schreibt an die Bundeskanzlerin.
Lasst uns doch einfach einen "Sonnenstaat" in der Wüste bauen. Dann brauchen die Afrikaner nicht mehr übers Meer zu flüchten, sondern können gleich vor Ort für uns Arbeiten. Wir schicken Essen und alte Kleidung und die schicken uns den Strom.
Wer glaubt, das dieser fast Kostenloser Strom, für uns billiger wird, der Irrt. Warum, die Stromkonzerne wollen ja auch Millionnen verbrassen. Sicher, besser ist es für unser Klima, aber billiger nur die ersten paar Jahre. Tomy.
"Regenerativ erzeugter Strom aus der Sahara könnte...rund um die Uhr mit Elektrizität versorgen." Nun, da ist vergessen worden, daß auf Grund des Mangels, daß die Sonne nicht nachts scheint, auch nicht in der Sahara, zumindest noch eine anteilige Zwischenspeicherung der für nächtlichen Verbrauch einbezogen werden muß. Wodurch die gesamte Veranstaltung nochmals teurer wird.
Und wenn ein Autor mit wissenschaftlichen Akribie an das Thema herangeht und dann noch etwas wie "klimaschädliches Kohlendioxid" niederschreibt, dann sind doch erhebliche Zweifel an dessen Sachverstand angebracht, denn bislang gibt es weder eine mit der Physik kompatible Theorie, noch irgendeinen Beweis, daß ein ansteigender CO2-Gehalt der Luft irgendwie das Klima beeinflussen könnte. Und das trotz jahrelanger Forschungsarbeit auf diesem Gebiet. Bestätigt ist hingegen, daß bei erhöhtem CO2-Gehalt der Luft die Wachstumsbedingungen der Pflanzen, und damit die Ernährungsgrundlagen für Mensch und Tier, verbessert werden.
Sicherlich hat die solare Stromerzeugung einen gewissen Reiz, aber wegen der dabei anfallenden Kosten wird dieser Reiz für jene Anwender, die noch andere Quellen zur Verfügung haben (Wasserkraft, fossile Brennstoffe) weiterhin verschwindend gering sein. Es sei denn, man will sich als Pionier mit einer neuen, bis auf weiteres hoffnungslos unrentablen Technik aus dem wirtschaftlichen Leben der Welt ausblenden.
...die Leser die keinen Sachverstand haben aber ständig rumzicken. Ihr Username sagt ja schon alles.
Sonnenenergie in der Nacht: Ja. Jedes Werk das mit Sonnenenergie Arbeitet hat auch einen Nachtspeicher.
CO2: Die Medien verbreiten viel Müll, aber die Wissenschaft ist sich seit Jahren einig. Lesen sie die entsprechenden Forschungspapiere, bevor sie hier den schlauen Maxe spielen. Falls ihnen dazu die Zeit fehlt, rate ich dieses kleine Büchlein zu lesen: Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie von Stefan Rahmstorf
"Es sei denn, man will sich als Pionier mit einer neuen, bis auf weiteres hoffnungslos unrentablen Technik aus dem wirtschaftlichen Leben der Welt ausblenden."
Das hat überhaupt nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit Politik. Es ist eine vollkommen politische Frage, ob man Atomkraft und fossile Energieträger oder Solartechnologie massiv subventioniert. In einer Demokratie steht jedem frei sich für das eine oder andere zu entscheiden. Ich persönlich sähe die Subventionen lieber bei der Solartechnologie, hätte aber auch kein Problem, wenn man sich für Atomkraft entscheidet.
Womit ich hingegen ein Problem habe, ist die Tatsache, dass Menschen wie Sie, in Ihre Kostenrechnung einfach nur die Variablen, die sie interessieren und dies dann in positivistischer Manier als faktisches Wissen verkaufen wollen. Dabei lassen Sie gerne unter den Tisch fallen, was an (unmittelbaren) Folgekosten entstehen, wie im Falle von Atomkraft Kontaminierung über Millionen von Jahren, unverhältnismäßig niedriger Risikoschutz (gegen technische Schäden, Naturkatastrophen oder Terror), und insbesondere im Fall von Öl, Gas und Kohle die grenzüberschreitende Verunreinigung natürlicher Lebensräume mit entsprechenden humanitären Folgekosten. Wir können die Liste gerne fortsetzen. Aber nein, man redet lieber über die vielzähligen Mängel der Solarkraft oder - wie hier in der Diskussion - Kratzer auf den Solarflächen. Weniger als blanken Zynismus kann ich darin nicht sehen.
~~ parco horare numeris ~~
...die Leser die keinen Sachverstand haben aber ständig rumzicken. Ihr Username sagt ja schon alles.
Sonnenenergie in der Nacht: Ja. Jedes Werk das mit Sonnenenergie Arbeitet hat auch einen Nachtspeicher.
CO2: Die Medien verbreiten viel Müll, aber die Wissenschaft ist sich seit Jahren einig. Lesen sie die entsprechenden Forschungspapiere, bevor sie hier den schlauen Maxe spielen. Falls ihnen dazu die Zeit fehlt, rate ich dieses kleine Büchlein zu lesen: Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie von Stefan Rahmstorf
"Es sei denn, man will sich als Pionier mit einer neuen, bis auf weiteres hoffnungslos unrentablen Technik aus dem wirtschaftlichen Leben der Welt ausblenden."
Das hat überhaupt nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit Politik. Es ist eine vollkommen politische Frage, ob man Atomkraft und fossile Energieträger oder Solartechnologie massiv subventioniert. In einer Demokratie steht jedem frei sich für das eine oder andere zu entscheiden. Ich persönlich sähe die Subventionen lieber bei der Solartechnologie, hätte aber auch kein Problem, wenn man sich für Atomkraft entscheidet.
Womit ich hingegen ein Problem habe, ist die Tatsache, dass Menschen wie Sie, in Ihre Kostenrechnung einfach nur die Variablen, die sie interessieren und dies dann in positivistischer Manier als faktisches Wissen verkaufen wollen. Dabei lassen Sie gerne unter den Tisch fallen, was an (unmittelbaren) Folgekosten entstehen, wie im Falle von Atomkraft Kontaminierung über Millionen von Jahren, unverhältnismäßig niedriger Risikoschutz (gegen technische Schäden, Naturkatastrophen oder Terror), und insbesondere im Fall von Öl, Gas und Kohle die grenzüberschreitende Verunreinigung natürlicher Lebensräume mit entsprechenden humanitären Folgekosten. Wir können die Liste gerne fortsetzen. Aber nein, man redet lieber über die vielzähligen Mängel der Solarkraft oder - wie hier in der Diskussion - Kratzer auf den Solarflächen. Weniger als blanken Zynismus kann ich darin nicht sehen.
~~ parco horare numeris ~~
Wieder einmal ein Artikel, der stark wie eine plumpe PR-Vorlage wirkt. Kaum quantitative Aussagen, und auch kein Wort ueber die derzeitigen technischen Probleme der Solartechnik.
Statt dem Satz
"Weil Solarstrom noch nicht wettbewerbsfähig ist, wird es ohne politische Hilfestellung indes nicht gehen. "
haette man doch etwas quantitativer diskutieren koennen - vor allem, wenn der Rest des Artikels staendig erzaehlt, wie wettbewerbsfaehig Solarstrom schon sei.
Ich bin sicherlich ein Befuehrworter der Solartechnik, aber ein etwas kontroverserer Artikel haette vielleicht mehr Sinn gemacht.
Oder sind wir Zeitleser so leicht zu manipulieren?
dacapo
weil viel zu spät und bisher viel zu wenig in die Wissenschaft investiert wurde. Wir sind zur Zeit mit der Entwicklung, wenn wir es mit der Autoindustrie vergleichen will, bei dem Mobil, welches noch wie eine Pferdekutsche aussah. Ein Bruchteil der Investitionen, die in die Atomenergie investiert, hätte es schon viel weiter gebracht. Deutschland ist ja auf dem richtigen Weg, nur es wurde Dank versch. Lobbys die politischen Entscheidungen nicht getroffen. Die USA werden uns demnächst überholen. Denn, wenn die loslegen, dann können wir uns nur wundern und müssen mit ansehen, wieviel Arbeitsplätze nicht geschaffen wurden.
dacapo
weil viel zu spät und bisher viel zu wenig in die Wissenschaft investiert wurde. Wir sind zur Zeit mit der Entwicklung, wenn wir es mit der Autoindustrie vergleichen will, bei dem Mobil, welches noch wie eine Pferdekutsche aussah. Ein Bruchteil der Investitionen, die in die Atomenergie investiert, hätte es schon viel weiter gebracht. Deutschland ist ja auf dem richtigen Weg, nur es wurde Dank versch. Lobbys die politischen Entscheidungen nicht getroffen. Die USA werden uns demnächst überholen. Denn, wenn die loslegen, dann können wir uns nur wundern und müssen mit ansehen, wieviel Arbeitsplätze nicht geschaffen wurden.
schon wird wieder einmal die Simplexlösung von manchem hier favorisiert: der Staat möge bitte übernehmen. Der könne dies billiger. Erinnert sich noch jemand an die Zeiten als Telefone in Deutschland nur mit Zulassung zu überhöhten Preisen gekauft werden konnten? Da hatte auch der Staat das Sagen.
Kostenlos ist dieser Strom übrigens auch nicht, denn die Anlage gibt es nicht umsonst. Gäbe es momentan nicht die sehr hohen Einspeisevergütungen - was nichts weiter als eine durch den Staat geregelte Subvention ist - würden sich diese Anlage noch lange nicht rechnen. Diese Subvention ist eine Art Starthilfe, die in dem Maße zurückgefahren werden dürfte, wie die Anlagen an Effizienz zu- und die Kosten abnehmen. Sobald die Siliziumchips durch Polymerchips abgelöst werden, fallen die Kosten.
Ein weiterer Faktor bei der Realisierung von Solarstromanlagen dürfte die Automobilindustrie werden, die in dem Maße Anlagen ans Netz bringen wird, wie dieser Strom zum Nachweis von Null-Emissionen für zukünftige Elektroautos benötigt wird.
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