Sicherheit bei der Bahn Knacks im SystemKnacks im System

Materialkunde mangelhaft: Risse in Zugachsen waren bisher nicht eingeplant. Jetzt muss die Bahn lernen, damit umzugehen

Ein »eigenartiges Gefühl« befiel Michael Luke, als er vergangene Woche mit der Eisenbahn über die Kölner Hohenzollernbrücke rumpelte. Denn der Zug, in dem der Leiter der Abteilung »Ermüdungsverhalten und Eigenspannungen« des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik (IWM) in Freiburg saß, war auf unrühmliche Weise bekannt geworden. Der auf den Namen Wolfsburg getaufte ICE 3 war exakt hier am 9. Juli 2008 entgleist. Vermutlicher Grund für das Desaster: Achsbruch. Doch der Zufall trieb es noch toller. Luke war nämlich auf dem Weg nach Köln, um vor einem kleinen Kreis von Materialkundlern einen Vortrag zu halten. Thema: »Bruchmechanische Bewertung von Radsatzwellen mittels experimenteller und rechnerischer Methoden«. Für Laien: Was passiert, wenn bei der Bahn eine Achse bricht? Und kann ich das vorhersehen?

So etwas passiert einem Forscher eher selten: Jahrelang beschäftigt er sich mit seinem von außen betrachtet eher unspektakulären Forschungsgegenstand, in diesem Fall mit den Achsen von Eisenbahnen. Und plötzlich ist seine Arbeit nicht nur höchst aktuell, sondern existenziell – für die Bahn und ihre Kunden. Wegen reißender oder brechender Achsen ist der Stolz der Bahn, der ICE 3 und der ICE-T mit Neigetechnik, in Verruf geraten. Bis Februar 2009, schätzen Bahn-Sprecher, werden akribische Sicherheitsüberprüfungen den Fahrplan beeinträchtigen.

»Sicherer und wirtschaftlicher Betrieb von Eisenbahnfahrwerken« heißt das auf einmal so relevante, vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt der TU Clausthal und des IWM, an dem auch die Bahn und die Bahnindustrie beteiligt sind. Es geht unter anderem um das Geschehen im Achsmaterial unter den enormen Alltagsbelastungen. Dabei werden insbesondere die aktuellen hochfesten Stähle ins Auge gefasst, die manchmal ein besonders unangenehmes Verhalten zeigen. Lange Zeit halten sie sich prima – und dann kommt es relativ plötzlich zum Bruch. Michael Luke hat übliche Radsatzwellen-Werkstoffe experimentell untersucht und gleichzeitig ihr Verhalten mit dem Computer modelliert. »Wir liegen mit unserer Modellierung meist im Streubereich der Messergebnisse«, sagt er zufrieden – das heißt, seine rechnerischen Vorhersagen treffen die Realität. Das Versagen der Achse wird berechenbar.

Die Bahn steht vor einem dringend nötigen Paradigmenwechsel

Luke und seine Kollegen aus der Materialforschung würden sich zwar hüten, laute Kritik an der Bahn, der Aufsichtsbehörde Eisenbahn-Bundesamt (EBA) oder den Zugherstellern zu formulieren. Doch was sie zum Reißen und Brechen von Bahnachsen zu sagen haben, lässt de facto den bisher üblichen Umgang mit sicherheitsrelevanten technischen Komponenten wie den Bahnachsen ziemlich alt aussehen. Man könnte sogar von einem technischen Paradigmenwechsel sprechen.

Das alte Bahn-Paradigma lautet: Wir planen, berechnen und bauen eine Radachse so, dass sie innerhalb einer festgelegten »Lebensdauer« nicht kaputtgehen kann. Wir kennen das Material, wissen, wie es sich unter Belastung verändert, wir wissen alles über die Einsatzbedingungen, die sogenannten Lastfälle, und wir wissen, wann es versagt, also bricht. Dann rechnen wir einen Sicherheitszuschlag hinein – und bekommen ein Bauteil, das »dauerfest« ist. In gewissen Abständen schauen wir noch einmal nach, ob es Fehler gibt, Materialfehler vielleicht oder Herstellungsfehler. Am Ende des Zeitraums, für den Dauerfestigkeit gesichert ist, werfen wir das Ding weg.

Vorbei. Die Idee von der Dauerfestigkeit starb in den letzten Jahren mehrere kleine Tode. Denn es trat etwas auf, was es überhaupt nicht geben darf: Risse. Die zerstörte Achse des ICE 518 Wolfsburg liegt zwar immer noch zwecks Untersuchung beim Bundesamt für Materialforschung und -prüfung in Berlin, doch allgemeine Expertenmeinung ist, dass hier ein sogenannter Ermüdungsbruch vorlag. Man kennt das von der Büroklammer. Oft genug hin und her gebogen, reißt sie irgendwann ein – und bricht. Im August fand man bei der Inspektion eines ICE-T wieder einen Riss. Und vor zwei Wochen noch einen.

Jetzt schießen die Spekulationen ins Kraut. ICE-3-Achsen sind wie die Achsen der Neigetechnikzüge hohl und aus einem innovativen Leichtbaustahl hergestellt – hält der nicht? Sind die Anforderungen deutscher Bahntrassen zu hoch? Wurden die Strapazen der Strecke Köln–Frankfurt mit ihren Steigungen falsch eingeschätzt? Leidet das Material, weil hierzulande – anders als in Frankreich, Spanien oder Japan – Hochgeschwindigkeitszüge auch auf Rumpelstrecken fahren, die sie mit Güterzügen teilen?

Die Prüfintervalle werden mangels harter Kriterien willkürlich festgelegt

Die hysterisch wirkende Reaktion von Bahn und EBA beweist, wie groß die Verunsicherung ist. Man scheute sich nicht, die betroffenen ICE 3 und ICE-T sofort aus dem Verkehr zu ziehen, aufwendigen Inspektionen zu unterziehen und damit Zigtausende Kunden zu verärgern. Die Verkürzung der Prüfintervalle von früher 300000 Kilometer auf heute, je nach Achsmaterial, 30000 oder 60000 Kilometer bedeutet eine absurd häufige Prüfung etwa alle zwei bis vier Wochen. Eine »Angstfestlegung«, befindet der erfahrene Dresdener Werkstoffwissenschaftler Michael Schaper.

Denn diese Festlegung ist willkürlich und zeigt nur, dass es zurzeit keine technisch begründbaren Kriterien dafür gibt, wie oft Bahnachsen zu prüfen sind. Hilflos wirkt da auch der Versuch von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, den Schwarzen Peter der Industrie zuzuschieben und Garantien zu verlangen. Wie kann man garantieren, dass etwas nicht auftritt, das es laut Definition ja gar nicht geben kann?

Niemand, der Autos, Eisenbahnen, Flugzeuge oder gar kerntechnische Anlagen baut, redet gern über Risse. Und doch sind sie überall, wo feste Materie unter Druck gesetzt oder bewegt wird. »Erste Mikrorisse können schon nach wenigen Prozent der Lebensdauer entstehen«, sagt Michael Schaper. Dem Thema Risserforschung widmet sich von jeher ein Fachgebiet namens Bruchmechanik – allein der Begriff muss unter Marketingleuten Alarm auslösen.

Die Ursprünge der Bruchmechanik reichen ins 19. Jahrhundert zurück. Damals waren Achsbrüche bei der Eisenbahn der Schrecken der Maschinenbauer, es kam zu zahlreichen Unglücken. In dieser Zeit untersuchte August Wöhler, ohne dessen Formeln heute noch kein Vortrag über Wachsen und Werden von Rissen auskommt, geborstene Eisenbahnachsen. Er erkannte die enormen Materialstrapazen durch »zyklische Beanspruchung«. Der Eiffelturm ließ sich statisch gut berechnen und steht heute noch. Eine Eisenbahn, die über Schienenstöße und Weichen holpert, gebremst und beschleunigt, be- und entladen wird, unterliegt Wechselbelastungen. Das Material wird »müde«. Risse entstehen, zuerst winzige Risse, die wachsen, bis es zum Bruch kommt.

Eine Entdeckung der Bruchmechanik war: Risse sind immer und überall. Schon das Stahlwerk liefert Material mit »Risskeimen« aus. Jede Umformung erzeugt Risse. Manche wachsen, manche nicht. Auch in »dauerfesten« Achsen. Also lautet das bruchmechanische Paradigma: Wir gehen erst einmal davon aus, dass es Risse gibt. Danach berechnen wir, wie sich diese Risse unter den herrschenden Bedingungen ausbreiten werden. In Eschede, wo vor zehn Jahren nach einem Radbruch 101 Menschen starben, war der Riss im Rad durch Ermüdung langsam gewachsen. Michael Schaper, Emeritus und heute als Gutachter tätig, hat Bilder der Bruchstelle gesehen. »Der Riss war schon wochen-, vielleicht monatealt.« Er wurde aufgrund der Konstruktion nicht entdeckt. Nach Eschede, meint Schaper, hätte sich die Bahn konsequenter der Tatsache stellen müssen, dass es Risse geben kann. Und dass sich Inspektionsintervalle mithilfe der Bruchmechanik festlegen lassen.

Flugzeuge ohne Risse können nicht fliegen

Beharrlich verweisen Bruchmechaniker auf die Luftfahrtindustrie. Dort gilt der Satz: »Flugzeuge ohne Risse können nicht fliegen.« Angeblich »dauerfest« konstruierte Maschinen wären zu schwer. Stattdessen nutzt man »gutmütiges« Material, das auch bei Rissen nicht gleich versagt. Man betreibt eine intensive Risskontrolle. Und man inspiziert sicherheitsrelevante Teile entsprechend dem bruchmechanischen Wissen. Das geht so: Wir nehmen an, es gibt einen Riss, er ist aber so klein, dass wir ihn noch nicht erkennen können. Wie schnell wüchse solch ein Riss schlimmstenfalls zu einer fatalen Größe heran? In ausreichendem Abstand davor muss der nächste Check stattfinden.

Zwei Millimeter groß sind die Risse, die während der Inspektionen an Bahnachsen entdeckt wurden. Doch was diese zwei Millimeter bedeuten, kann bisher niemand sagen. Michael Luke könnte mit dem Rechnen beginnen – allein, er hat keine Daten. Weder was die Konstruktion angeht noch Informationen über die Lasten, die das Streckennetz und der Alltagsbetrieb mit sich bringen. Im Projekt mit der TU Clausthal wurde an einem Regionalzug gemessen, der 160 Stundenkilometer schnell sein kann. Die unter Verdacht stehenden ICE sind bis zu 300 Stundenkilometer schnell und verfügen zum Teil über die komplizierte Neigetechnik.

»Wenn wir die Daten hätten, könnten wir rechnen«, sagt Michael Luke. Spekulieren, zu welchen Inspektionsintervallen die Bruchmechaniker raten würden, möchte er nicht. »Das kann über und unter den jetzigen Intervallen liegen.« Dass man aber alle zwei Wochen alle Züge kontrollieren muss, glaubt er nicht. Nicht zuletzt, weil die wahren Rissexperten nicht nur schlechte Nachrichten verkünden können. Sie wissen auch um eine Art »selbstschützenden Effekt« im belasteten Material gegenüber Rissen. Fängt der Riss auf seinem Weg durchs kristalline Stahlgefüge an zu wachsen, entsteht vor seiner Spitze häufig eine zähe Zone, das Material »plastifiziert«. Der Riss wird zumindest gehemmt, unter Umständen ganz aufgehalten.

Wer diese Umstände kennt, muss den Riss in der Achse nicht mehr ausblenden, verdrängen, leugnen. Weil er ihn beherrschen kann.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. So ganz kann die Unterschiedliche Belastung von Zuegen in Frankreich und Deutschland nicht der Grund fuer diese Rissbildung sein. Auch in Frankreich fahren TGVs auf Rumpelstrecken: Die Hochgeschwindigkeitsstrecken reichen einige hundert Kilometer aus Paris heraus, danach faehrt der Zug dann auf uralten Gleisen weiter nach Biarritz, Strassburg oder Toulouse. Und was ist mit dem Thalys durch Belgien?

    • Anonym
    • 07.11.2008 um 21:01 Uhr
    2. Hä?

    Thalys ist im Grunde ein TGV, ein weiterer Markenname für das gleiche Gefährt.
    Natürlich hat die Rissbildung nichts mit der Strecke oder Belastung zu tun sondern mit Fehlkonstruktionen. Zumal es Achsen mit weitaus höheren Belastungen im Güterverkehr gibt. Das Problem der Bahnindustrie ist der immense Kosten- und Innovationsdruck. Wie in der Personalabteilung die Ansprüche an die Bewerber auf eine offene Stelle so gelten auch die Ansprüche der Einkaufsabteilungen der Verkehrsunternehmen: nahe an kostenlos, wartungsarm, langlebig, das Neueste vom Neuesten, Triebzüge, soviel nutzbarer Raum wie möglich - so wenig Platz für Technik wie möglich, Energiesparend, Fahrkomfort, etc..
    früher hat eine Zuggeneration 30 Jahre auf den Gleisen gedient, dem ging ein langer Entwicklungsprozess voraus. Jeder erinnert sich noch an die "Silberlinge" die den Verkehr der Bundesbahn in der alten Bundesrepublik dominiert haben.
    Die Verkehrsunternehmen verlangen eine eierlegende Wollmilchsau. Dies muss schief gehen. Ähnliches erlebte man ja bereits bei Niederflurstraßenbahnen, das Problem ist zudem ein Herstellerübergreifendes und überall auf der Welt anzutreffen.

  2. ich habe mal gelesen das strom dem material nicht gut tut wenn er über zwei verschiede substanzen fliesst, zB von messing nach stahl. das problem hatte man auch bei den railguns, schon in den achtzigern. mal in amerika nachfragen- oder allen strom, auch masse über die leitung schicken. das merkt man erst wenn richtig saft fliesst.
    einfach mal googlen: bearden und railgun.

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    ich habe mal gelesen das strom dem material nicht gut tut wenn er über zwei verschiede substanzen fliesst, zB von messing nach stahl

    Stimmt:
    Wenn man zwei verschiedene elektrisch leitfähige Materialien zusammenbringt und etwas Elektrolyt (irgendeine Leitene Flüssigkeit, z.B. Wasser) dazwischen kippt, dann beginnt das Edlere, das Unedlere Metall zu zersetzen. Da gibt es unendlich lange Listen, wie Edel denn nun das eine Material sich dem anderen gegenüber verhält.
    Dies ist auch als "Elektrochemische Korrosion" bekannt und durchaus Handhabbar. Im modernen Maschnenbau hat man es heute mit Magnesium- Aluminium- Titan- Stahlbauteilen, mit Kohlefasern und nahezu beliebigen Legierungen aus alledem zu tun. Nur wird man in dem "Edel-Unedel-Gefälle" immer möglichst nahe zusammenbleiben und so eine extrem langsame Reaktion provozieren. So wird man es wohl nie sehen, das Kohlefaser-Bauteile direkt auf Magnesium Strukturen geschraubt werden, denn diese Mischung gammelt schon, wenn sie die Werkhalle noch nicht verlassen hat. Viel warscheinlicher ist, das dazwischen irgendein elektrischer Isolator kommt (Glasfaser-Matten, Kuststoffstreifen etc.) oder man das ganze so oft Wartet, das eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden.

    Wenn man aber Stahl-Räder auf Regennassen Stahl-Schienen laufen lässt, dann gibts da erst Gammel, wenn die Strecke schon lange Stillgelegt ist.

    Die Stromführung würde dann so konstruiert, das die Stromzuführung durch ein relativ unedles Material geschiet, damit sich der schnell auswechselbare Schleifer abnutzt, nicht die Achse.

    ich habe mal gelesen das strom dem material nicht gut tut wenn er über zwei verschiede substanzen fliesst, zB von messing nach stahl

    Stimmt:
    Wenn man zwei verschiedene elektrisch leitfähige Materialien zusammenbringt und etwas Elektrolyt (irgendeine Leitene Flüssigkeit, z.B. Wasser) dazwischen kippt, dann beginnt das Edlere, das Unedlere Metall zu zersetzen. Da gibt es unendlich lange Listen, wie Edel denn nun das eine Material sich dem anderen gegenüber verhält.
    Dies ist auch als "Elektrochemische Korrosion" bekannt und durchaus Handhabbar. Im modernen Maschnenbau hat man es heute mit Magnesium- Aluminium- Titan- Stahlbauteilen, mit Kohlefasern und nahezu beliebigen Legierungen aus alledem zu tun. Nur wird man in dem "Edel-Unedel-Gefälle" immer möglichst nahe zusammenbleiben und so eine extrem langsame Reaktion provozieren. So wird man es wohl nie sehen, das Kohlefaser-Bauteile direkt auf Magnesium Strukturen geschraubt werden, denn diese Mischung gammelt schon, wenn sie die Werkhalle noch nicht verlassen hat. Viel warscheinlicher ist, das dazwischen irgendein elektrischer Isolator kommt (Glasfaser-Matten, Kuststoffstreifen etc.) oder man das ganze so oft Wartet, das eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden.

    Wenn man aber Stahl-Räder auf Regennassen Stahl-Schienen laufen lässt, dann gibts da erst Gammel, wenn die Strecke schon lange Stillgelegt ist.

    Die Stromführung würde dann so konstruiert, das die Stromzuführung durch ein relativ unedles Material geschiet, damit sich der schnell auswechselbare Schleifer abnutzt, nicht die Achse.

  3. ich habe mal gelesen das strom dem material nicht gut tut wenn er über zwei verschiede substanzen fliesst, zB von messing nach stahl

    Stimmt:
    Wenn man zwei verschiedene elektrisch leitfähige Materialien zusammenbringt und etwas Elektrolyt (irgendeine Leitene Flüssigkeit, z.B. Wasser) dazwischen kippt, dann beginnt das Edlere, das Unedlere Metall zu zersetzen. Da gibt es unendlich lange Listen, wie Edel denn nun das eine Material sich dem anderen gegenüber verhält.
    Dies ist auch als "Elektrochemische Korrosion" bekannt und durchaus Handhabbar. Im modernen Maschnenbau hat man es heute mit Magnesium- Aluminium- Titan- Stahlbauteilen, mit Kohlefasern und nahezu beliebigen Legierungen aus alledem zu tun. Nur wird man in dem "Edel-Unedel-Gefälle" immer möglichst nahe zusammenbleiben und so eine extrem langsame Reaktion provozieren. So wird man es wohl nie sehen, das Kohlefaser-Bauteile direkt auf Magnesium Strukturen geschraubt werden, denn diese Mischung gammelt schon, wenn sie die Werkhalle noch nicht verlassen hat. Viel warscheinlicher ist, das dazwischen irgendein elektrischer Isolator kommt (Glasfaser-Matten, Kuststoffstreifen etc.) oder man das ganze so oft Wartet, das eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden.

    Wenn man aber Stahl-Räder auf Regennassen Stahl-Schienen laufen lässt, dann gibts da erst Gammel, wenn die Strecke schon lange Stillgelegt ist.

    Die Stromführung würde dann so konstruiert, das die Stromzuführung durch ein relativ unedles Material geschiet, damit sich der schnell auswechselbare Schleifer abnutzt, nicht die Achse.

  4. wie auch sonst? Sonst gäbes es keinen geschlossenen Stromkreis.

    Achsen von Güterwagen sind nicht mit Antriebswellen zu vergleichen, weil Güterwagen-Radsätze eben nur rollen, während Antriebswellen verdrillt werden. Stellen Sie sich einen Schraubenzieher angesetzt auf einer Schraube vor. Wenn die Schraube sehr fest sitzt und Sie sie lösen wollen, müssen Sie ein großes Drehmoment aufwenden. Der Schraubenzieher wird dabei verdrillt. Eben dieser Effekt tritt auch bei Antriebswellen auf. Wenn die gleichen Wellen auch zum Bremsen verwendet werden, müssen diese auch im entgegen gerichteten Drehsinn verdrillt werden. Das ist schon eine ziemlich große Belastung.

    Zusätzlich wurden zur Masseneinsparung leichtere Wellen in den ICE 3 und ICE T eingebaut. Offenbar war jeweils das Material nicht dauerbelastbar.

    Aber lesen Sie selbst im Bericht von Winfried Wolf zum vorläufigen Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschug und -prüfung:
    http://www.lok-report.de/...

    • mexi42
    • 08.11.2008 um 4:55 Uhr

    ... nur eine Frage sorgfältiger Berechnungen plus Sicherheits-
    zuschlägen plus qualitativ angemessenen Materials.

    Heute gilt hingegen: BILLIG, BILLIG, BILLIG.

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    > Heute gilt hingegen: BILLIG, BILLIG, BILLIG. <

    Demnach dürften Flugzeuge keine halbe Stunde fliegen!

    Beim Flugzeug wiegt jedes Kilo gleich doppelt schwer: Es muss in die Luft gehoben werden und es muss beschleunigt werden. Also werden Flugzeuge zum Teil aus aberwitzig dünnem Material gebaut, was nach Möglichkeit auch noch billig sein soll.

    ABER:

    Ein Flugzeug wird nach Plänen gewartet, die die Erfahrung aus jahrzehnten beinhalten. Mit Methoden, auf die so manche Uni neidisch ist und von einem Personal, was jeden Handgriff selber Unterschreiben muss und dessen Unterschrift solange aufgehoben wird, bis dieses Flugzeug engültig geschreddert wird.
    Es gibt ein regen Austauch der Wartungsbetriebe mit den Herstellern und den fliegenden Besatzungen und vor allem versucht nichtmal irgendjemand von denen dem anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Zuerst fragen sich die Firmen selber, ob es bei denen ein Problem gibt.
    Herr Mehdorn: soetwas nennt man Teamwork und ich will mal eine kleine Story erzählen, warum das auch gut für sie ist:

    Vor ettlichen Jahren ist ein El-Al-Jumbo in Amsterdam gestartet und hat nach wenigen Minuten durch einen Materialfehler eines seiner vier Triebwerke verloren (wirklich physisch abgefallen). Durch die schlagartige Erschütterung ist auch das andere Triebwerk an dieser Tragfläche abgerissen (Das war aber quasi gewollt: lieber ein Triebwerk weniger als eine Tragfläche weniger).
    Überaschung: Der Jumbo war noch begrenzt Flugfähig und nahezu voll Steuerbar!
    Allerdings konnte die um mehr als 50% verminderte Schubkraft das Flugzeug nichtmehr lange genug oben halten.
    Leider.

    Nachdem klar war, dass die Bolzen für die Triebwerksaufhängung ein Problem hatten, blieben Weltweit alle Boeing 747 am Boden und sind erst wieder gestartet, nachdem diese Bolzen entsprechend kontrolliert wurden. Ausserdem gab es eine Umbauanleitung auf Stabilere Bolzen (entworfen von der British Airways, eingereicht an Boeing, zertifiziert von der US-Flugsicherheitsbehörde und somit neuer weltweiter Standard). Jumbos mit den alten Bolzen mussten sich nun mit erheblich engeren Wartungsintervallen anfreunden, bis die neuen eigebaut waren.

    Im übrigen waren die neuen Bolzen in der Herstellung Preiswerter!

    Es ist bei der Bahn nicht die Konstruktion, nicht die Wartung und nicht der Einsatzort, es ist nicht die Bürokratie, nicht das Geld. Es ist Herr Mehdorn und seine Mimositäten, es ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und zu erkennen, das man selber ein kleines Licht ist. Es ist dieses bescheuerte "Nein, ich lass mir nicht in die Karten gucken".
    Wenn das Dreieck Wartung <--> Betrieb <--> Konstruktion auch mal vernünftig zusammenarbeiten würde, dann wär dieses Problem bei der Bahn binnen 2-3 Wochen vergessen.

    > Heute gilt hingegen: BILLIG, BILLIG, BILLIG. <

    Demnach dürften Flugzeuge keine halbe Stunde fliegen!

    Beim Flugzeug wiegt jedes Kilo gleich doppelt schwer: Es muss in die Luft gehoben werden und es muss beschleunigt werden. Also werden Flugzeuge zum Teil aus aberwitzig dünnem Material gebaut, was nach Möglichkeit auch noch billig sein soll.

    ABER:

    Ein Flugzeug wird nach Plänen gewartet, die die Erfahrung aus jahrzehnten beinhalten. Mit Methoden, auf die so manche Uni neidisch ist und von einem Personal, was jeden Handgriff selber Unterschreiben muss und dessen Unterschrift solange aufgehoben wird, bis dieses Flugzeug engültig geschreddert wird.
    Es gibt ein regen Austauch der Wartungsbetriebe mit den Herstellern und den fliegenden Besatzungen und vor allem versucht nichtmal irgendjemand von denen dem anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Zuerst fragen sich die Firmen selber, ob es bei denen ein Problem gibt.
    Herr Mehdorn: soetwas nennt man Teamwork und ich will mal eine kleine Story erzählen, warum das auch gut für sie ist:

    Vor ettlichen Jahren ist ein El-Al-Jumbo in Amsterdam gestartet und hat nach wenigen Minuten durch einen Materialfehler eines seiner vier Triebwerke verloren (wirklich physisch abgefallen). Durch die schlagartige Erschütterung ist auch das andere Triebwerk an dieser Tragfläche abgerissen (Das war aber quasi gewollt: lieber ein Triebwerk weniger als eine Tragfläche weniger).
    Überaschung: Der Jumbo war noch begrenzt Flugfähig und nahezu voll Steuerbar!
    Allerdings konnte die um mehr als 50% verminderte Schubkraft das Flugzeug nichtmehr lange genug oben halten.
    Leider.

    Nachdem klar war, dass die Bolzen für die Triebwerksaufhängung ein Problem hatten, blieben Weltweit alle Boeing 747 am Boden und sind erst wieder gestartet, nachdem diese Bolzen entsprechend kontrolliert wurden. Ausserdem gab es eine Umbauanleitung auf Stabilere Bolzen (entworfen von der British Airways, eingereicht an Boeing, zertifiziert von der US-Flugsicherheitsbehörde und somit neuer weltweiter Standard). Jumbos mit den alten Bolzen mussten sich nun mit erheblich engeren Wartungsintervallen anfreunden, bis die neuen eigebaut waren.

    Im übrigen waren die neuen Bolzen in der Herstellung Preiswerter!

    Es ist bei der Bahn nicht die Konstruktion, nicht die Wartung und nicht der Einsatzort, es ist nicht die Bürokratie, nicht das Geld. Es ist Herr Mehdorn und seine Mimositäten, es ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und zu erkennen, das man selber ein kleines Licht ist. Es ist dieses bescheuerte "Nein, ich lass mir nicht in die Karten gucken".
    Wenn das Dreieck Wartung <--> Betrieb <--> Konstruktion auch mal vernünftig zusammenarbeiten würde, dann wär dieses Problem bei der Bahn binnen 2-3 Wochen vergessen.

  5. > Heute gilt hingegen: BILLIG, BILLIG, BILLIG. <

    Demnach dürften Flugzeuge keine halbe Stunde fliegen!

    Beim Flugzeug wiegt jedes Kilo gleich doppelt schwer: Es muss in die Luft gehoben werden und es muss beschleunigt werden. Also werden Flugzeuge zum Teil aus aberwitzig dünnem Material gebaut, was nach Möglichkeit auch noch billig sein soll.

    ABER:

    Ein Flugzeug wird nach Plänen gewartet, die die Erfahrung aus jahrzehnten beinhalten. Mit Methoden, auf die so manche Uni neidisch ist und von einem Personal, was jeden Handgriff selber Unterschreiben muss und dessen Unterschrift solange aufgehoben wird, bis dieses Flugzeug engültig geschreddert wird.
    Es gibt ein regen Austauch der Wartungsbetriebe mit den Herstellern und den fliegenden Besatzungen und vor allem versucht nichtmal irgendjemand von denen dem anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Zuerst fragen sich die Firmen selber, ob es bei denen ein Problem gibt.
    Herr Mehdorn: soetwas nennt man Teamwork und ich will mal eine kleine Story erzählen, warum das auch gut für sie ist:

    Vor ettlichen Jahren ist ein El-Al-Jumbo in Amsterdam gestartet und hat nach wenigen Minuten durch einen Materialfehler eines seiner vier Triebwerke verloren (wirklich physisch abgefallen). Durch die schlagartige Erschütterung ist auch das andere Triebwerk an dieser Tragfläche abgerissen (Das war aber quasi gewollt: lieber ein Triebwerk weniger als eine Tragfläche weniger).
    Überaschung: Der Jumbo war noch begrenzt Flugfähig und nahezu voll Steuerbar!
    Allerdings konnte die um mehr als 50% verminderte Schubkraft das Flugzeug nichtmehr lange genug oben halten.
    Leider.

    Nachdem klar war, dass die Bolzen für die Triebwerksaufhängung ein Problem hatten, blieben Weltweit alle Boeing 747 am Boden und sind erst wieder gestartet, nachdem diese Bolzen entsprechend kontrolliert wurden. Ausserdem gab es eine Umbauanleitung auf Stabilere Bolzen (entworfen von der British Airways, eingereicht an Boeing, zertifiziert von der US-Flugsicherheitsbehörde und somit neuer weltweiter Standard). Jumbos mit den alten Bolzen mussten sich nun mit erheblich engeren Wartungsintervallen anfreunden, bis die neuen eigebaut waren.

    Im übrigen waren die neuen Bolzen in der Herstellung Preiswerter!

    Es ist bei der Bahn nicht die Konstruktion, nicht die Wartung und nicht der Einsatzort, es ist nicht die Bürokratie, nicht das Geld. Es ist Herr Mehdorn und seine Mimositäten, es ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und zu erkennen, das man selber ein kleines Licht ist. Es ist dieses bescheuerte "Nein, ich lass mir nicht in die Karten gucken".
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    Antwort auf "Es ist alles ..."
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    Zur Zeit des ersten Weltkriegs arbeiteten Bergbautechniker in Sachen Grubensicherheit selbst zwischen den Feindstaaten Frankreich und Deutschland zusammen. Sicherlich nicht nur aus Menschenliebe, sondern auch weil diese Industrien kriegswichtig waren und im Kriegsfalle mit weniger Personal mehr produzieren mussten und man sich daher keine Ausfälle leisten konnte. Aber vor allem auch, weil man sich dessen bewusst war, dass man hier aufeinander angewiesen war. Wenn heutige Manager meinen, der Krieg gegen die Konkurrenz sei wichtiger als die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter bzw. sogar der Kundschaft, dann läuft etwas gewaltig schief.

    Zur Zeit des ersten Weltkriegs arbeiteten Bergbautechniker in Sachen Grubensicherheit selbst zwischen den Feindstaaten Frankreich und Deutschland zusammen. Sicherlich nicht nur aus Menschenliebe, sondern auch weil diese Industrien kriegswichtig waren und im Kriegsfalle mit weniger Personal mehr produzieren mussten und man sich daher keine Ausfälle leisten konnte. Aber vor allem auch, weil man sich dessen bewusst war, dass man hier aufeinander angewiesen war. Wenn heutige Manager meinen, der Krieg gegen die Konkurrenz sei wichtiger als die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter bzw. sogar der Kundschaft, dann läuft etwas gewaltig schief.

  6. Zur Zeit des ersten Weltkriegs arbeiteten Bergbautechniker in Sachen Grubensicherheit selbst zwischen den Feindstaaten Frankreich und Deutschland zusammen. Sicherlich nicht nur aus Menschenliebe, sondern auch weil diese Industrien kriegswichtig waren und im Kriegsfalle mit weniger Personal mehr produzieren mussten und man sich daher keine Ausfälle leisten konnte. Aber vor allem auch, weil man sich dessen bewusst war, dass man hier aufeinander angewiesen war. Wenn heutige Manager meinen, der Krieg gegen die Konkurrenz sei wichtiger als die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter bzw. sogar der Kundschaft, dann läuft etwas gewaltig schief.

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