China Im Notfall gegen AmerikaSeite 2/2
Die Pekinger Strategen wissen auch, dass sie weiter von den USA abhängig sind – und umgekehrt. Wenn Amerika tief und lange fällt, zieht es China mit. So gesehen, sitzen beide in einem Boot: Wenn Barack Obama ein großes Konjunkturpaket für die USA schnürt, muss er mehr Geld im Ausland leihen und sich vom Rest der Welt abhängig machen. Das chinesische Konjunkturpaket verringert zwar einstweilen die chinesische Abhängigkeit. Doch ohne ein wieder erstarkendes Amerika hat auch China nicht die Kraft, die Welt zu retten. Dafür ist die Volkswirtschaft mit einem Anteil von deutlich unter zehn Prozent an der globalen Ökonomie zu klein.
Trotz der gemeinsamen Probleme lässt sich China nicht vereinnahmen. Dass die Regierung nicht an ein schnelles Ende der US-Krise glaubt, zeigt sie durch das nun gefeierte Konjunkturpaket. Denn das zeugt von einem grundlegenden wirtschaftspolitischen Wechsel. Bisher haben die Chinesen sich des Durchlauferhitzers USA bedient, um ihre Wirtschaft boomen zu lassen. Sie haben den Amerikanern Geld geliehen, damit diese die in China hergestellten Produkte kaufen können. Das war der Kern ihres Wirtschaftswunders in den vergangenen Jahren. Das Risiko war immer schon hoch, aber die Gewinne waren es auch.
Doch die Zweifel sind gewachsen. Die Lenker des reichen chinesischen Staatsfonds investierten in US-Banken und US-Investmentgesellschaften – und mussten zusehen, wie sich der Wert ihrer Anlagen in Luft auflöste. In den vergangenen Wochen debattierten die Verantwortlichen in Peking hitzig über den besten Weg: Ist es günstiger für China, den amerikanischen Schuldenkapitalismus weiter mit Krediten zu stützen – oder ist es sicherer, das Geld direkt im eigenen Land zu investieren? Das Politbüro entschied sich gegen die USA. Zwar wird man den Vereinigten Staaten weiter Geld leihen, alles andere wäre auch das Aus des chinesischen Wachstums. Doch das politische Signal ist klar: Wir trauen unserer Wirtschaft mehr zu als eurer!
Niemand weiß derzeit, ob das historisch einmalige Konjunkturpaket die Wende bringt. Jedenfalls hat der chinesische Premier Wen Jiabao kurz vor der Weltfinanzkonferenz in Amerika bewiesen, wer in der globalen Wirtschaft in diesen Tagen handlungsfähig ist.
- Datum 28.07.2009 - 17:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 13.11.2008 Nr. 47
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Drei Fragen hierzu:
Warum sollte sich auch China Geld leihen muessen? Es hat 2 Billionen Dollar. Sein Konjunkturprogramm benoetigt nur ein Viertel davon.
Wieso wird es abhaengig wenn es nur mehr zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar Exportueberschuss erzielt?
Wie genau ist der Anteil von nur zehn Prozent des Weltprodukts zu nehmen, wenn man weiss, dass eine Aufwertung des Yuan um 100 % den Anteil sofort verdoppelt. Der Anteil der USA am Weltprodukt koennte uebrigens erheblich sinken, wenn nach all den Geldspritzen der inflationaere Effekt wirksam wird.
Wir sollten ein neues Augenmass fuer die Realitaet entwickeln.
Allein von Januar bis September hat China Exportüberschüsse von 181 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die schmelzen allerdings hinweg, weil vor allem die Amerikaner weniger konsumieren als früher. Auch China wird sich deshalb mehr Geld leihen müssen. Doch das Riesenland möchte sich 2009 auf keinen Fall mit mehr als einem Prozent der Wirtschaftsleistung neu verschulden.
Hier vermittelt Frank Sieren den Eindruck, dass China sich verschulden müsste. Leider konnte mir das Kapitel "Finanz- und Bankensystem" in seinem Buch "NACHBAR CHINA" auch nicht weiterhelfen. Diese Verschuldung hätte dann wahrscheinlich finanztechnische Gründe, denn China hat mehr als genug Geld. Deutsche Konzerne pumpen sich auch nur darum besonders gerne Geld, weil der Staat den Unsinn des Schuldenmachens steuerlich begünstigt und so das Eigenkapital in die Steueroasen lockt (R.Jungbluth, ZEIT). Sieren schreibt selber:
China hat keine großen Schulden in der Welt und mit fast zwei Billionen Dollar die höchsten Devisenreserven aller Länder.
Laut Auswärtiges Amt beträgt die Staatsverschuldung Chinas 2006 intern anteilig am BIP
17,3% und international anteilig am BIP 1,2% bei einem BIP insgesamt von 2.618 Mrd USD :
- Staatsverschuldung intern : 453 Mrd $
- Staatsverschuldung international : 32 Mrd $
- Staatsverschuldung gesamt : 484 Mrd $
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Devisenreserven minus Staatsverschuldung :
2000 Mrd $ - 484 Mrd $ = 1516 Mrd $
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Fazit : China könnte sofort die gesamte Staatsverschuldung zurückzahlen und hätte trotzdem noch 1516 Mrd $ auf der hohen Kante.
Wenn die 600 Mrd $ Rechnung für das Konjunkturpaket bezahlt ist, hat China noch 916 Mrd. $ auf dem "Sparbuch".
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Im Vergleich mit China, sehen die Zahlen für Deutschland sehr traurig aus, denn sie sind fast umgekehrt :
Devisenreserven : 92,5 Mrd €
Staatsschulden Deutschland 2007 [Wiki] (Bund, Länder und Gemeinden) : ca. 1500 Mrd. €
.. Ähnlich wie in der Wirtschaft machen es auch die "finanziell eigentlich Unabhängigen", denn bloß weil man die Barmittelreserven in Form Devisen, Gold o.ä. besitzt gibt man sie doch nicht mit vollen Händen aus.. Immerhin sind sie eine Art der Sicherheit, wenn es der chinesischen Wirtschaft mal bedeutend schlechter geht. Was nutzt es der chinesischen Regierung den im Augenblick, wenn sie mit einem Mal Schuldenfrei ist und nur 1 - 2 Jahre später in ein wirtschaftliches 0 - Loch fällt und dann keine eigenen Reserven mehr hat um dagegen zu halten. Wenn dann die Banken (Staaten, Geldleiher) dann die Chinesische Haushaltskasse neben all den Spinnweben und leeren USA-Versprechungen dann nach Sicherheiten durchsuchen und keine finden, bekommen die Chinesen nur noch Kredite mit wahnsinnigen Zinssätzen aufgedrückt. Logisch oder. ^^
MfG
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