Makedonien Die Berg, die Schnaps, die GlückDie Berg, die Schnaps...Seite 3/3

Dort kommen wir im Ort Matka an, unserem Ziel. In einer tief eingeschnittenen, wildromantischen Schlucht liegt ein hundert Jahre alter Stausee. Einen Kilometer hinter der kleinen Staumauer lassen wir uns in einem Ausflugslokal nieder. Die Luft ist voll vom Duft frisch gebratener Cevapcici. Wir trinken Skopsko, das leckere Bier aus der Hauptstadt. In unserer Nachbarschaft duckt sich eine winzige orthodoxe Kirche unter den Fels, Sveti Andreja. Sankt Andreas. Bedeutende Fresken aus dem 14. Jahrhundert gibt es in der Kirche zu sehen. Ich bin zu müde für die Fresken, vielleicht beim nächsten Mal.

An unserem Ziel wird mir klar, warum normalerweise ein Wanderer in Makedonien den gleichen Weg zurück nimmt, den er schon auf dem Hinweg genommen hat: Rundwanderwege sind nicht üblich, und es gibt nicht viele Möglichkeiten, nach einer Streckenwanderung wieder nach Hause zu gelangen. Die erste Möglichkeit wäre mit dem Bus. Aber keiner weiß genau, wann der fährt, wie oft und ob überhaupt samstags. Außerdem muss man zur Haltestelle noch eine halbe Stunde laufen. Die zweite Möglichkeit wäre, ein Taxi in Skopje zu rufen. »Das schnappt sich im Zweifelsfall ein anderer«, mutmaßt Dragan. Am besten ist es deshalb, wenn man jemanden in Skopje kennt, der einen abholt. Da in Makedonien jeder jemanden kennt, der einen kennt, kommt nach und nach die ganze Wandergruppe zurück.

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Als es dunkel wird in Skopje, ist das Kreuz auf dem Vodno gleißend erleuchtet. Der Berg ist nachtschwarz, nicht zu erkennen, das Kreuz schwebt hell über der Stadt. Heute Abend hat es Besuch bekommen, direkt neben ihm steht ein scharf konturierter Halbmond.

Manuel Andrack, 43, war 13 Jahre lang Redaktionsleiter der »Harald Schmidt Show«. Heute lebt er als Autor und Wanderer in Saarbrücken

Information: Seit Kurzem bietet Germanwings ( www.germanwings.com ) günstige Flüge nach Skopje an, unter anderem von Berlin-Schönefeld, München, Düsseldorf und Köln/Bonn. Als Reiseführer zu empfehlen ist: »Makedonien entdecken«. Trescher-Verlag, Berlin 2005; 320 S., 16,95 €. Weitere Informationen zum Land gibt es beim Honorarkonsulat der Republik Mazedonien, Eupen, Belgien, Tel. 0032-87/678529, www.exploringmacedonia.com

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Leser-Kommentare
  1. Eine Wandertour durch den Nationalpark Pelister bei Bitola kann ich besonders empfehlen. Auf dem Gipfel findet man die sog. Pelister-Augen, zwei kleine Seen mit reinem Wasser. Einfach schön.

  2. Ob ich jetzt nach Makedonien zum wandern fliege oder lieber in Bayern bleibe weiß ich nicht, aber der Artikel war sehr lesenswert. Ich sollte vielleicht doch mal ihre Bücher lesen, Herr Andrack.

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