Autokrise Fliegen wir aus der Kurve?Fliegen wir ...Seite 4/4

Freilich ist keineswegs ausgemacht, dass deutsche Hersteller an den neuartigen Autos auch gut verdienen werden. Christian Malorny macht eine einfache Rechnung auf: Rund die Hälfte der Dreiviertelmillion Angestellten deutscher Hersteller »entwickelt und baut Verbrennungsmotoren und Getriebe«.

Was aber, wenn die Hersteller den Elektroantrieb künftig Firmen wie Panasonic oder Bosch überlassen? »Auch die Chinesen forcieren die Forschung an neuer Batterietechnologie enorm und werden wohl die Zellenlieferanten der Welt werden«, warnt der Berater. Dann blieben weniger Gewinne und noch weniger Jobs für die Deutschen übrig.

Was da droht, zeigt die kalifornische Jungfirma Tesla. Sie bietet einen stromgetriebenen Sportwagen an, dessen Innovation in der Software liegt, die den Antrieb mit Tausenden kleiner Batterien steuert. Das könne BMW nun auch, sagt ein Manager des deutschen Konzerns in Los Angeles und zeigt auf den Mini. Doch von dem soll es erst einmal nur 500 Stück geben.

Noch ringt das Autoland Deutschland mit sich. Viele Autokäufer denken zwar um, aber Rasen auf der Autobahn gilt weiter als Ausbund der Freiheit. Die Hersteller geben ihren Starrsinn auf, jedoch fehlt ihnen noch der Mut zur großen Wende. Und die Politik lässt sich Zeit mit einer echten Umweltsteuer für Autos, weil die Industrielobby etwas schützen will, das keine Zukunft hat. Doch gleichzeitig lädt Berlin für kommenden Dienstag ein zur Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität, um umweltfreundlichen Autos den Weg zu ebnen.

In Deutschland wurde vor 120 Jahren schon einmal das Auto erfunden. Warum sollte das nicht wieder geschehen?

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 20.11.2008 um 11:10 Uhr
    1. JA

    wer schnell und unvorsichtig fährt .. fliegt aus der Kurve!

    • taxis
    • 20.11.2008 um 11:36 Uhr

    Wer die Zukunft als Fortschreibung der Gegenwart betrachtet wird an ihr scheitern. Das Auto ist eine Antwort auf den Wunsch des Menschen nach Mobilität. Pferd und Wagen waren ebenso eine Antwort und sie wurden von der Entwicklung überholt. Die Fortschreibung der automobilen Entwicklung: kleiner, leichter, effizienter ist nur eine mögliche Antwort. Die Veränderungen in Form von geringer werdenden Ressourcen, aber auch die Alterung unserer Gesellschaften verlangen nach anderen Lösungen. Wir müssen die Fragestellung ändern; Welche Transportlösungen existieren für Gesellschaften mit sehr vielen alten Menschen, mit all den verbundenen Einschränkungen, hohen Energiekosten und geringem Kapital?

    • ttob
    • 20.11.2008 um 11:38 Uhr

    ... der deutschen Autobauer liegt darin, zu glauben, dass sparsame Kunden gern VIEL Geld für sparsame Autos ausgeben. Ein Paradox. Daran sind z.B. die 3l-Modelle von Audi und VW gescheitert, sie waren einfach zu teuer, bzw. fuhren genau an der Zielkundschaft vorbei.

    Neue Technik kostet Geld, ganz klar, aber um auf dem Markt bestehen zu können, kann es manchmal halt auch nützlich sind, innerhalb des Unternehmens quer zu subventionieren. Vor allem wenn die Konkurrenz (japanischer Hybridantrieb) bereits Marktanteile erobert. Was hätte etwa dagegen gesprochen die fetten Gewinne aus den Straßenmonstern in die Serienentwicklung umweltfreundlicher, sparsamer und billiger Autos zu stecken? Sie könnten mittlerweile längst selbst Gewinn abwerfen (so wie mittlerweile der Smart).

    Die Japaner machen das imho schon seit Jahren so, etwa mit ihren vielen serienmässig verbauten Extras (was gleichzeitig die Produktion und Entwicklung enorm vereinfacht). Auf diese Weise gelingt es ihnen immer billiger zu sein, als ein vergleichbar ausgestattetes deutsches Auto, wo jeder Zusatz-Hebel ordentlich Aufpreis kostet.

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    "vielen serienmäßig verbauten Extras " gibt es nicht :-)

    Deutsche Premium-Marken setzten in der Vergangenheit eben auf Individualität (nebst Qualität und technischen Innovationen), um diese Strategie zu verfolgen müssen genügend Varianten vorhanden sein.
    Die anderen (v. a. japanische Hersteller) setzten auf Kostenführerschaft.

    Beides unter einen Hut zu bringen geht nun mal nicht.
    Diejenigen, die diesen Spagat versuchten (darunter Opel) sind nur mäßig erfolgreich damit gefahren.

    Quersubventionierung funktioniert so, dass man technologische Neuheiten für die höheren FZ-Klassen entwickelt (7er o. Vergl.) um sie dann in die kleineren Klassen (3-er o. Vergl.) - die Cash-Caws - zu übernehmen.

    An ihren großen Flaggschiffen allein, verdienen die Autohersteller kaum.

    Grüße
    Messala
    -------------------------------------

    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

    "vielen serienmäßig verbauten Extras " gibt es nicht :-)

    Deutsche Premium-Marken setzten in der Vergangenheit eben auf Individualität (nebst Qualität und technischen Innovationen), um diese Strategie zu verfolgen müssen genügend Varianten vorhanden sein.
    Die anderen (v. a. japanische Hersteller) setzten auf Kostenführerschaft.

    Beides unter einen Hut zu bringen geht nun mal nicht.
    Diejenigen, die diesen Spagat versuchten (darunter Opel) sind nur mäßig erfolgreich damit gefahren.

    Quersubventionierung funktioniert so, dass man technologische Neuheiten für die höheren FZ-Klassen entwickelt (7er o. Vergl.) um sie dann in die kleineren Klassen (3-er o. Vergl.) - die Cash-Caws - zu übernehmen.

    An ihren großen Flaggschiffen allein, verdienen die Autohersteller kaum.

    Grüße
    Messala
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    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

  1. "Tesla [...] bietet einen stromgetriebenen Sportwagen an, dessen Innovation in der Software liegt, die den Antrieb mit Tausenden kleiner Batterien steuert. Das könne BMW nun auch, sagt ein Manager des deutschen Konzerns in Los Angeles und zeigt auf den Mini."

    Das Antriebssystem des E-Mini stammt von der kalifornischen Firma ACPropulsion, die schon seit ca. 2 Jahren eine Elektroversion des Toyota Scion xB / Yaris Verso mit dem gleichen Akkusystem anbietet.

    Alles was BMW konnte, war, die Akkus anstelle der Rückbank einzubauen - großartige deutsche Ingenieursleistung!

  2. Wenn die Herren aus den Vorstandsetagen weiter nur auf Ihre Gehälter und Boni schauen ja. Wenn sie sich aber auf die Fähigkeiten der deutschen Ingenieure (Technik und Wirtschaft) stützen würden, könnten sie Milliarden mit neuen Verkehrssystemen verdienen. Unterirdische Transportpipelines etc. . Aber dass ist wahrscheinlich für ihre Shareholder-Köpfe viel zu hoch.

  3. 6. die...

    ...frage scheint mir ähnlich sinnvoll wie die ob der papst katolisch ist oder bären in den wald kacken. wir sind schon gewaltig aus der kurve und alle hoffen darauf das der seitenairbag, umweltfreundliche innovationen zu bezahlbaren preisen, keine fehlfunktion hat.
    wenn die diskussionen darum wie am besten anzugreifen ist ähnlich träge geführt werden wie die der politik mit ihrem hätte, könnte, wäre, dann gute nacht.

    [Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • Olly66
    • 20.11.2008 um 12:52 Uhr

    es wäre schön für mich als Softwerker, wenn intelligente Antriebs- und Verkehrssteuerung immer wichtiger würden.

    Das phallische Denken in Industrie und Politik ist aber tatsächlich erschreckend. Durch ihre sinnwidrige Subventionierung verstärkt die Politik die intrinsische Trägheit der Industrie noch - 70 Prozent aller Touareg, Q7, Cayenne und X5 sind subventionierte "Geschäftswagen", mit denen die blondierte Mutti vormittags einkaufen fährt. Allein am Steuer, im Fond allenfalls die Waren, von abgedunkelten Scheiben vor Blicken geschützt.

    So ein Schmarrn!

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    • Anonym
    • 20.11.2008 um 12:56 Uhr

    lasst uns die ganze SUV Fraktion gesellschaftlich ächten! Es sollte schlicht als unanständig gelten diese Dinger zu fahren (und natürlich zu kaufen) und somit quasi sittenwidrig diese Dinger überhaupt zu bauen!

    Die blondierte Mutti kutschiert ihre verfetteten Gören damit auch noch zur Schule. Vergiss das nicht. :)

    [Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • Anonym
    • 20.11.2008 um 12:56 Uhr

    lasst uns die ganze SUV Fraktion gesellschaftlich ächten! Es sollte schlicht als unanständig gelten diese Dinger zu fahren (und natürlich zu kaufen) und somit quasi sittenwidrig diese Dinger überhaupt zu bauen!

    Die blondierte Mutti kutschiert ihre verfetteten Gören damit auch noch zur Schule. Vergiss das nicht. :)

    [Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • Anonym
    • 20.11.2008 um 12:56 Uhr

    lasst uns die ganze SUV Fraktion gesellschaftlich ächten! Es sollte schlicht als unanständig gelten diese Dinger zu fahren (und natürlich zu kaufen) und somit quasi sittenwidrig diese Dinger überhaupt zu bauen!

    Antwort auf "Software"

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