Gedicht Nr. 48 Grashalme und Schneeflocken
Ein Gedicht von Gerhard Falkner
wenn uns nach all den Zerstreuungen
neue Zerstreuungen noch mehr zerstreuen
der flache Mond, der Sträucher grünes Licht
den Widerhall nicht finden, den wir ihnen geben
möchten, die Kurznachrichten stärker wirken
als das Langzeitgedächtnis und in Griechenland
das Olympiastadion ewiger wird als der Olymp
wenn das Gelbe vom Ei, die Antike, nicht einmal
mehr soviel Wirkung zeigt wie ein Haar in der Suppe:
dass man nämlich einfach den Teller zurückgehen lässt
dann lohnt es sich, diesen Zerstreuungen die
der eigenen Asche hinzuzufügen, und zwar
über einem Fußballplatz in Leverkusen
und unter Abspielung des Entenwalzers
- Datum 15.04.2009 - 10:45 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.11.2008 Nr. 48
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mit den vorderbeinen hab ich gesehen
haben zwei kühe sich den ball zugespielt
dann als der ball halb hoch anflog
hat die andre ihn mit dem kopf gestoppt
auf den rücken prallen lassen und mit
den hinterbeinen wieder über den kopf
zurückgespielt er landete auf dem rücken
der anderen kuh als rangnick das sah
kam ihm der gedanke wenn hier die kühe
so gut fußball spielen können dann müsste
doch aus dem hoffenheimer fußballverein
viel mehr herauszuholen sein und richtig
die elf wiederkäuer die er jede woche
aufs feld schickt machen ihre sache sehr gut
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