Einer der Hemule stand auf dem Dach und scharrte im Schnee. Er hatte gelbe Wollhandschuhe an, die immer nasser wurden und sich scheußlich anfühlten. Da legte er sie auf den Schornstein, seufzte und scharrte weiter. Schließlich hatte er die Dachluke freigelegt. "Aha, da haben wir die Luke", sagte er. "Und da unten liegt die ganze Gesellschaft und schläft. Schläft, schläft und schläft. Während unsereins sich abrackert, nur weil Weihnachten vor der Tür steht."

Er stellte sich auf die Luke, und weil er nicht mehr wusste, ob sie nach innen oder nach außen aufging, stampfte er vorsichtig darauf. Sie ging sofort nach innen auf, worauf der Hemul in Schnee und Dunkelheit hinunterfiel und auf all den Sachen landete, die die Muminfamilie auf dem Dachboden aufhob, um sie irgendwann später zu benützen. Inzwischen war der Hemul sehr gereizt, und außerdem wusste er nicht mehr genau, wo er seine gelben Handschuhe abgelegt hatte. An diesen Handschuhen hing er ganz besonders. Also stampfte er die Treppe nach unten, warf die Tür auf und schrie erbost: "Weihnachten steht vor der Tür! Ich hab euch und eure Schlaferei satt, und jetzt ist gleich Weihnachten!"

Dort unten lag die Muminfamilie wie immer im Winterschlaf. Sie schliefen schon seit vielen Monaten und hatten vor, bis zum Frühling weiterzuschlafen. Der Schlaf hatte sie ruhig und behaglich durch einen einzigen langen, warmen Sommernachmittag gewiegt. Jetzt drangen plötzlich Unruhe und kalte Luft in Mumins Träume. Und dann war da jemand, der ihm die Decke wegzog und schrie, er habe ihn satt, und gleich sei Weihnachten.

"Ist schon Frühling?", murmelte Mumin. "Frühling?", sagte der Hemul nervös. "Es ist Weihnachten, verstehst du, Weihnachten. Und ich hab noch nichts besorgt und nichts vorbereitet, und dann schicken sie mich auch noch hierher, um euch auszugraben. Die Handschuhe sind wahrscheinlich verloren. Und alle rennen wie verrückt durch die Gegend, und nichts ist erledigt…" Und damit stapfte der Hemul wieder die Treppe nach oben und kletterte durch die Dachluke aufs Dach.

"Mutter, wach auf", sagte Mumin erschrocken. "Irgendwas Schreckliches ist passiert. Sie nennen es Weihnachten." – "Was soll das heißen?", fragte die Muminmutter und streckte ihre Schnauze unter der Decke hervor. "Ich weiß nicht so recht", sagte ihr Sohn. "Aber nichts ist vorbereitet, und irgendwas ist verloren gegangen, und alle rennen wie verrückt durch die Gegend. Vielleicht ist es eine Überschwemmung." Vorsichtig schüttelte er das Snorkfräulein und flüsterte: "Hab keine Angst, aber es ist was Schreckliches passiert." – "Immer schön ruhig bleiben", sagte der Muminvater. "Vor allem die Ruhe bewahren." Dann ging er in den Salon und zog die Uhr auf, die seit letztem Oktober stehen geblieben war. Sie folgten der nassen Spur des Hemuls nach oben auf den Dachboden und kletterten aufs Dach des Muminhauses hinaus.

Der Himmel war blau wie immer, also konnte es sich diesmal nicht um Feuer speiende Berge handeln. Aber das ganze Tal war voller nasser Watte, die Berge, die Bäume, der Fluss und das ganze Haus. Und es war kalt, viel kälter als im April. "Ist es das hier, was sie Weihnachten nennen?", fragte der Muminvater erstaunt. Er nahm eine Pfote voller Watte und sah sie an. "Möchte bloß wissen, ob so was aus der Erde wächst oder vom Himmel herunterfällt", sagte er. "Wenn das alles auf einmal gekommen ist, muss es sehr unangenehm gewesen sein." – "Aber Papa, das ist Schnee", sagte Mumin. "Ich weiß, dass es Schnee ist, und der kommt nicht auf einmal herunter." – "Ach, tatsächlich?", sagte der Muminvater. "Aber unangenehm war es sicher trotzdem."

Die Tante des Hemuls fuhr gerade vorbei. Auf ihrem Tretschlitten lag ein Tannenbaum. "Aha, ihr seid endlich aufgewacht", stellte sie gleichgültig fest. "Besorgt euch schnell einen Baum, bevor es dunkel wird." – "Aber warum?", begann der Muminvater. "Hab jetzt keine Zeit mehr für euch", rief die Tante über die Schulter und flitzte weiter.