Deutschlandkarte: Historische Altstädte
Wo es in Deutschland besonders bedeutsame Stadtkerne gibt, zeigt unsere Karte

© Ole Häntzschel
Einige der wichtigsten historischen Altstädte und ihren Besonderheiten sehen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken
Deutschlandkarte – die Analyse
Es ist ein Glück, einen Ort zu haben zum Verweilen, mit Gassen, Plätzchen, Türmen: eine Altstadt. Wie ist dieses Glück verteilt? Die Landesdenkmalpfleger haben für das ZEITmagazin eine Liste von 300 historisch bedeutsamen, gut erhaltenen Altstädten erstellt (wobei es natürlich nie absolute Gewissheit geben kann, was »bedeutsam« sei).
Das Ergebnis: Westsachsen, Thüringen, Nordhessen, Franken und Schwaben sind reich, der äußere Westen und Niedersachsen sehr arm an Altstädten. In der geografischen Mitte, scheint es, liegt der alte Kern des Landes. Im äußeren Westen und im Norden sind die Städte einfach zu jung, oder die Altstädte wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört – und in den Jahren danach. Man riss derart manisch ab, als könne man so die Geschichte loswerden.
In der DDR passierte das seltener, das Allermeiste überlebte. Viel länger als vierzig Jahre hätte die DDR aber nicht dauern dürfen, sonst wären Mauern, wenn nicht durch Dynamit, von ganz alleine gefallen.
Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Vereinigung der Landesdenkmalpfleger/ Volkmar Eidloth; Stand: 22.10.2008
Alle 300 historischen Stadtkerne in Deutschland und ihre Besonderheiten, sortiert nach Bundesländern:
Baden-Württemberg
- Bad Liebenzell: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Stadtgründung unterhalb einer Burg in Spornlage, nach Brand 1785wiederaufgebaut
- Bad Wimpfen: Altstadt Bad Wimpfen. Am Berg staufische Pfalzgründung über dem Neckartal mit anschließender bürgerlicher Stadt, um 1300
als Freie Reichsstadt anerkannt - Baden-Baden: Historischer Stadtkern. Ehem. badische Residenzstadt, ab 1689 barock wiederaufgebaut, ab 1802 Erweiterung durch repräsentatives Kurviertel mit Park- und Kuranlagen und Ausbau zum Weltbad
- Besigheim: Altstadt. Mittelalterliche, ummauerte Stadt in Spornlage zwischen Neckar und Enz
- Calw: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Handelsstadt mit Vorstädten, Bebauung überwiegend aus der Zeit nach 1692
- Ellwangen (Jagst): Altstadt. Aus Benediktinerkloster des 8. Jh. hervorgegangene mittelalterliche Klosterstadt, im 18. Jh. ur
fürstpröbstlichen Residenzstadt ausgebaut - Esslingen am Neckar: Historischer Stadtkern. Große ehemalige Reichsstadt mit zahlreichen Vorstädten, im 19. Jh. im Zuge der Industrialisierung Stadterweiterungen nach Westen
- Freiburg im Breisgau: Historischer Stadtkern. Zähringische Stadtgründung des 12. Jh., nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg bemerkenswerter, wesentliche Merkmale der mittelalterliche Stadtanlage bewahrender Wiederaufbau durch Joseph Schlippe
- Freudenberg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Weinbaustadt am Main mit oberhalb liegender Burg
- Freudenstadt: Historischer Stadtkern. Nach Plänen von Heinrich Schickardt ab 1599 angelegte Planstadt mit singulärem
Mühlebrettgrundriss, nach Zertörung im 2. Weltkrieg ab 1948 unter Beibehaltung des Grundrisses nach Plänen von Ludwig Schweizer wiederaufgebaut - Gengenbach: Historischer Stadtkern. Aus einer Klostersiedlung im 13.-14. Jh. entstandene ehem. Reichsstadt, nach Kriegszerstörung ab dem 17. Jh. wiederaufgebaut
- Gundelsheim: Historischer Stadtkern. Im 14. Jh. mit Stadtrechten versehene Deutschordensstadt unterhalb des Ordensschlosses
- Haigerloch: Historischer Stadtkern. Ehem. Residenzstadt, im 13. Jh. Stadtrecht, bestehend aus planmäßig angelegter Unterstadt und Oberstadt um die ehem. Burg, Ende des 18. Jh. Anlage eines eigenen jüdischen Wohnquartiers
- Heidelberg: Altstadt. Stadtgründung des 13. Jh., nach Zerstörung 1693 barocker Wiederaufbau auf mittelalterlichem Stadtgrundriss, ehem. Kurpfälzische Residenzstadt mit stadtbildprägender Schlossruine und Universitätsstadt
- Horb am Neckar: Historischer Stadtkern. Kernstadt auf Bergsporn mit Vorstädten als Verbindung ins Neckartal, Bebauung aufgrund eines Stadtbrandes überwiegend aus dem 18./19. Jh.
- Ingelfingen: Historischer Stadtkern. Von der hohenlohischen Residenzhaltung geprägte mittelalterliche Kleinstadt, barocke Um- und Neubauten
- Kirchberg an der Jagst: Historischer Stadtkern. Ehem. hohenlohisches Residenzschloss mit anschließender Stadtanlage auf schmalem hohem Bergsporn, ländlich geprägte Vorstadt im Tal
- Konstanz: Altstadt. Ehem. Reichsstadt und Bischofssitz an altem Rheinübergang, neben dem Münsterbezirk nördliches Stadtgebiet Handwerker- und Wohnquartiere, südlicher Bereich vom Handel geprägt mit Marktstätte, Obermarkt und Fischmarkt sowie Ausrichtung auf den Hafen, Bebauung im Kern oft noch mittelalterlich
- Kraichtal: Historischer Stadtkern. Gochsheim Stadtgründung des 13. Jh. in Spornlage, Bebauung aufgrund von Bränden überwiegend aus dem 18./19. Jh.
- Langenburg: Historischer Stadtkern. Ehem. hohenlohische Residenzstadt in Spornlage mit Schloss, Bebauung überwiegend aus dem 17./18. Jh.
- Meersburg: Altstadt. Ehem. Residenzstadt der Bischöfe von Konstanz in markanter Stufenlage am Bodenseeufer, Oberstadt bestehend aus Altem und Neuem Schloss, Stadtpfarrkirche sowie barocke Sentehard Vorstadt und Unterstadt mit Bürgerhäusern
- Mühlheim an der Donau: Historischer Stadtkern. Stadtgründung auf Sporn im 13. Jh., Silhouette von Schloss und Stadtkirche beherrscht
- Munderkingen: Historischer Stadtkern. Stadtgründung des 13. Jh. auf Halbinsel innerhalb einer Donauschlinge, Kernstadt mit klerikalem Viertel und Bürgerhäusern, Vorstadt für Handwerk und Gewerbe
- Neuenstein: Historischer Stadtkern. Ehem. hohenlohische Residenzstadt mit Schloss und repräsentativer Bebauung überwiegend aus dem 16./17. Jh.
- Öhringen: Historischer Stadtkern. Ehem. Hohenlohische Residenzstadt mit Schloss, Kirchenbezirk und bürgerlichem Stadtteil, im 18. Jh. lineare Anlage der Karlsvorstadt
- Radolfzell: Altstadt. 1267 Stadtwerdung, durch verkehrsgünstige Lage und Seehafen Umschlagplatz von Korn, Salz und Wein, Adels- und Klosterniederlassungen
- Ravensburg: Historischer Stadtkern. Ehem. Reichsstadt, bestehend aus mittelalterlicher Ober- und Unterstadt mit gut erhaltener Stadtbefestigung
- Riedlingen: Altstadt. Gründungsstadt des 13. Jh. mit stattlichen Bürger- und Patrizierhäusern, Klosterhöfen und Gasthäusern
- Rottweil: Historischer Stadtkern. Ehem. Reichsstadt mit spätmittelalterlichen Vorstädten, Befestigungsanlage in großen Teilen erhalten, bedeutender Baubestand
- Schrozberg: Historischer Stadtkern. Bartenstein kleine, im 18. Jh. planmäßig angelegte hohenlohische Residenzstadt auf Bergsporn mit barocker Schlossanlage
- Schwäbisch Gmünd: Altstadt. Ehem. Reichsstadt mit großflächigen mittelalterlichen Erweiterungen, Produktion von Gold- und Silberwaren sowie Edelmetallverarbeitung, bedeutender Baubestand des 15.-19. Jh.
- Schwäbisch Hall: Historischer Stadtkern. Ehem. Reichsstadt beiderseits des Kochers, großflächige spätmittelalterliche Stadterweiterungen, stadtbildprägende Michaelskirche mit Freitreppe, bedeutender, zum Teil mittelalterlicher Baubestand
- Tübingen: Historischer Stadtkern. Bis Ende 13. Jh. Entwicklung der Stadt auf einem langgestreckten Höhenrücken, Universitätsgründung 1477, Oberstadt mit Universitätsgebäuden, Bürger- und Kaufmannshäusern, Unterstadt mit schlichteren Ackerbürger- und Handwerkerhäusern
- Überlingen: Historischer Stadtkern. Im 12. Jh. entstandene Handels- und Fischerstadt, im 13. Jh. Erweiterung um die Fischerhäuservorstadt, spätmittelalterliches Befestigungssystem in großen Teilen erhalten
- Vellberg: Historischer Stadtkern. Ehem. Burgstadt in Spornlage
- Vogtsburk: Historischer Stadtkern Burkheim. Kleine Stadtanlage des 13. Jh. in Spornlage, bestehend aus Unter-, Mittel- und Oberstadt
- Waldshut-Tiengen: Historischer Stadtkern Waldshut. Mittelalterliche Stadtanlage, Bebauung überwieg. aus dem 6.-18. Jh.
- Wangen im Allgäu: Altstadt. Stadtgründung des 13. Jh., deutliche Trennung zwischen Ober- und Unterstadt, ehem. Reichsstadt, Bebauung überwiegend aus dem 16. Jh.
- Weikersheim: Altstadt. Ehem. Hohenlohische Residenzstadt mit stadtbildprägendem Schloss und Gartenanlage sowie einer barocken Ideen angepassten Stadtanlage, Bebauung überwiegend 16.-18. Jh.
- Weinheim: Historischer Stadtkern. Unterhalb Burgruine gelegene Stadtanlage aus dem 13. Jh., Oberstadt mit Marktplatz und Schloss, Unterstadt mit Gerberviertel
- Wertheim: Altstadt. Mittelalterliche Stadt- und Burganlage in imposanter topographischer Lage am Zusammenfluss von Main und Tauber
Bayern
- Abenberg: Historischer Stadtkern. Zweitorige Anlage mit Marktstraße, zweigeschossige, bürgerliche Bebauung, ältere Häuser giebelständige Putzbauten, jüngere Bauten Mitte 19. Jh.
- Abensberg: Historischer Stadtkern. Spätmittelalterliche Stadtanlage mit dreieckigem Marktplatz, Einbezug der Burganlage und weitgehend erhaltene Befestigung
- Altdorf b. Nürnberg: Historischer Stadtkern. Planmäßige Marktgründung, um 1400 erweitert zur Stadt auf regelhaftem Grundriss, Universitätsstadt des 16./17. Jh.
- Amberg: Historischer Stadtkern. Befestigung 12. Jh., quadr. Grundriss mit engem Netz schmaler Gassen, Residenz 14. Jh., prägend die Bauten des Jesuitenkollegs
- Amorbach: Historischer Stadtkern. Kern Klosteranlage, Ausbau zur barocken kleinen Residenzstadt, meist geschlossene zweigeschossige Bebauung
- Arnstein Historischer Stadtkern Stadtbefestigung u. Marktstraße als Halbrund um Burg geführt, Platzanlage (Rathaus, Kirche, Schloss), zwei- bis dreigesch. Bürgerhäuser
- Aub: Historischer Stadtkern. Siedlungsausbau 13./14. Jh., gestreckt-rechteckige, ummauerte Anlage, geschlossene Giebelhäuser 16.-18. Jh.
- Augsburg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Großstadt, Freie Reichsstadt, Bischofsstadt, Niederlegung Befestigung ab 1860, Zerstörungen 2. Weltkrieg u. nachfolg. Eingriffe
- Bad Neustadt a.d. Saale: Historischer Stadtkern. Stadtrechte 1232, herzförmiger Grundriss, erhaltene Stadtmauer
- Bad Windsheim: Historischer Stadtkern. Freie Reichsstadt, klar überlieferte spätmittelalterliche Stadtstruktur, äußere Handwerkerstadt 14. Jh. mit ackerbürgerlicher Struktur
- Bamberg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Bischofsstadt, geistliche Berg-, bürgerliche Insel- und Gärtnerstadt
- Burghausen: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Anlage mit planmäßigem Stadtplatz, südl. Vorstadt, langgestreckte Burganlage
- Burgkunstadt: Historischer Stadtkern. Stadtrechte um 1250, bäuerlich geprägtes Landstädtchen
- Coburg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Stadt auf klarem, planmäßigem Grundriss, mit Vorstädten und Grüngürtel des 19. Jh., Burg (Veste Coburg), Schloss, teilw. Stadtmauer
- Creußen: Historischer Stadtkern. Mischform von Burg und Stadt, ummauert auf viereckigem Grundriss, nach Brand 1893 nüchterner Wiederaufbau, erhaltene Stadtmauer
- Dettelbach: Historischer Stadtkern. Ackerbürgerstadt aus Burganlage und Dorf, westl. Hälfte auf regelmäßigem Grundriss, stattliche Barockhöfe 17./18. Jh.
- Dinkelsbühl: Historischer Stadtkern. Geschlossen erhaltenes spätmittelalterliches Stadtgebilde, Reichsstadt, Ende 13. Jh. kreisrunder Grundriss erreicht, bauliche Erneuerungen 17./18. Jh.
- Donauwörth: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Stadt (1193), Niederlassung des Deutschen Ritterordens, Wiederaufbau nach 1945
- Ebern: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Ackerbürger- und Amtsstadt, erhaltene Stadtbefestigung 16./17. Jh., meist giebelständige Bürgerhäuser
- Eichstätt: Historischer Stadtkern Bischofsstadt mit v.a. barocker Bebauung, Schlossanlage
BY Ellingen Historischer Stadtkern. Schlossbezirk u. Stadt, klassisches Beispiel Deutschordensresidenz, einheitliches architektonisches Gefüge aus Spätbarock und Rokoko - Forchheim: Historischer Stadtkern. karolingische Pfalz, Bischofsburg aus dem 14. Jh., prägend die spätmittelalterlichen Fachwerkbauten und Rathaus, Festungsstadt
- Freising: Historischer Stadtkern. Domberg und Altstadt Freising, langgestreckter Straßenmarkt mit stattlichen Bürgerhäusern, meist des 17.-19. Jh., Brauerei, Universität
- Friedberg: Historischer Stadtkern. Planstadt 13. Jh. mit annähernd quadratischem Grundriss, vergleichbar Neustadt a.d. Donau, Kelheim
- Füssen: Historischer Stadtkern. Bogenförmig um den Schlossberg und das St. Mang-Kloster gelegene Altstadt, Altstadthäuser des 15./16. Jh., kaum Eingriffe des 19. Jh.
- Greding: Historischer Stadtkern. Ende 14. Jh. vollendete Stadtbefestigung, anschaulich mit Tortürmen, Befestigungstürmen, Mauerzügen und Stadtgräben erhalten
- Heilsbronn: Historischer Stadtkern. Zisterzienser-Klosterort, seit Säkularisation Verbürgerlichung u. Verstädterung, mittelalterliche Klosterstadt bis auf kleine Störungen bewahrt
- Hof: Historischer Stadtkern. Mittelalterlicher Straßenmarkt, anschließend spätmittelalterliche Gründungsstadt mit planmäßigem Grundriss, nach Brand biedermeierlich überformt
- Ingolstadt: Historischer Stadtkern. Im 15. Jh. ausgebaute Residenzstadt, Reste von Bürgerhäusern des 15./16. Jh., Garnisonsstadt des 19. Jh. mit Großbauten in der Altstadt
- Iphofen: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Ackerbürgerstadt, aus zwei gegeneinander versetzten Stadtteilen, Ummauerung und Bebauung 18./19. Jh. weitestgehend erhalten
- Kaufbeuren: Historischer Stadtkern. Stadtrecht Anfang 13. Jh., prägend der lange Straßenmarkt u. die Handwerkergassen mit Giebelhäusern, Stadtmauer und Türme
- Kelheim: Historischer Stadtkern. Hochmittelalterliche planmäßige Stadtgründung, quadratischer Grundriss mit ehem. Befestigungsanlagen, Wohnhäuser meist 17.-19. Jh.
- Kempten: Historischer Stadtkern. Reichs- und Stiftsstadt, besonderer Charakter in der noch heute als gegensätzlich erkennbaren Grund- und Aufrissstruktur beider Bereiche
- Klingenberg a. Main: Historischer Stadtkern. Weinbaustadt des 13. Jh., Fachwerkbauten des 16.-19. Jh.
- Königsberg i. Bayern: Historischer Stadtkern. Landstädtchen mit Vorstädten, durch Hanglage unregelmäßiger Grundriss, nach Stadtbränden Fachwerk v. a. des späten 17. und 18. Jh.
- Kronach: Historischer Stadtkern. Anlage aus Unterstadt, Oberstadt und Festung Rosenberg, meist giebel- oder traufständiges Fachwerk des 16.-18.Jh.
- Kulmbach: Historischer Stadtkern. Marktgründung mit Straßenmarkt, 13. Jh., Erweiterung zur Stadt mit Rechteckmarkt, Vorstädte, Stadtkrone Plassenburg
- Landsberg: Historischer Stadtkern. Gründungsstadt des späten 13. Jh., nahezu geschlossen erhaltener spätma. Befestigungsring, Bürgerhäuser des 15. Jh.
- Landshut: Historischer Stadtkern. Stadt Landshut in den Grenzen der ehem. Befestigung, zwei Straßenmärkte, Burg Trausnitz, Vorstadt Zwischen den Brücken, Abtei Seligenthal
- Lauingen (Donau): Historischer Stadtkern. Staufische Stadtgründung 12. Jh., nahezu rechtwinkliges System, auf Hochterrasse über Donau gelegen, prägend v. a. barocke Bebauung
- Leipheim: Historischer Stadtkern. Stadt des frühen 14. Jh., rechteckiger Grundriss, Schloss 16. Jh., Handwerker- und Ackerbürgerhäuser überwiegend 18./19. Jh.
- Lichtenberg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Stadt, Grundriss mit sichelförmig gekrümmtem Straßenmarkt, zweigeschossige, traufseitige Bebauung nach Bränden des 19. Jh.
- Lindau (Bodensee): Historischer Stadtkern. Inselsituation, Fischer- u. Marktsiedlung, Seehafen- u. Reichsstadt, bürgerliche Handelsstadt, Klosterbezirk, frühmittelalterlicher Grundriss bis in Gegenwart wirksam
- Mainbernheim: Historischer Stadtkern. Ackerbürgerstadt mit kompletter Ummauerung, Bebauung 17./18. Jh., Reihung großer Bauernhöfe mit straßenseitigen Wohngebäuden
- Miltenberg: Historischer Stadtkern. Mildenburg mit Kernstadt und inneren Erweiterungen des 14. Jh., Vorstadt des 15. Jh., Fachwerkhäuser aus fast vier Jh.
- Mühldorf a. Inn: Historischer Stadtkern. Dominierender, fast 500 m langer Stadtplatz, nahezu völlig geschlossen umbaut mit meist viergesch., z.gr.T. spätmittelalterlichen Bürgerhäusern
- München: Historischer Stadtkern mit Stadterweiterungen. Hochmittelalterliche Herzogsstadt, barocke Residenzstadt, im 19. Jh. als Haupt- und Großstadtkern überformt mit den großen Straßenanlagen des 19. Jh. zur Stadterweiterung (Ludwigstr., Maximilianstr. Prinzeregentenstr. westl. der Isar), besondere Wiederaufbauleistung
- Münnerstadt: Historischer Stadtkern. Anlage aus ehem. Burg und Deutschordenshof u. bürgerl.- bäuerlichen Bezirken, Reihung von Traufseithäusern 18./19. Jh., Ummauerung weitgehend erhalten
- Nördlingen: Historischer Stadtkern. Ehem. Reichsstadt mit Mauerring, Toren und Türmen, hervorragende Bsp. frühen Fachwerkbaus, Großleistungen spätgotischen Steinbaus
- Nürnberg: Historischer Stadtkern. Wiederaufbau 1950: Anlehnung an alte Stadtstruktur, innerhalb Stadtbefestigung als Einheit erhalten, Ausweitungen von Hauptachsen mit Bezug auf überliefertes Straßensystem
- Ochsenfurt: Historischer Stadtkern. Regelmäßiger Rechteckgrundriss, sehr einheitlich erscheinende Stadtanlage des 14. Jh., Fachwerkhäuser im 18. Jh. barockisiert
- Ostheim v.d. Rhön: Historischer Stadtkern. Stadtrechte 16. Jh., dörfliche Strukturen, Bauern- u. Ackerbürgerhöfe in Fachwerk, die ältesten 17./18. Jh., markantes Rathaus des 16. Jh.
- Passau: Historischer Stadtkern. Spätmittelalterliche Altstadt mit Vorstadt und Flussufersiedlungen, in den Grenzen der im 15. Jh. abgeschlossenen Stadtbefestigung, Dom
- Regensburg: Historischer Stadtkern. Mittelalterliche Großstadt europäischen Rangs
- Rothenburg ob der Tauber: Historischer Stadtkern. Reichsstadt, kreuzförmiger Grundriss mit weitläufigem Markt, prägende stattliche Patrizierhäuser, Entw. zur Großstadt 15. Jh.
- Schongau: Historischer Stadtkern. Staufische Stadt des 13. Jh., stufenweiser Ausbau 14./15. Jh., Straßenmarkt, meist Bürger- und Kleinhäuser 18./19. Jh., z.T. älterer Kern
- Schrobenhausen: Historischer Stadtkern. Wiederaufbau nach Zerstörung Ende 14. Jh., Markt mit frei stehendem Rathaus, giebelständige Bürgerhäuser des 15./16. bis 19. Jh.
- Seßlach: Historischer Stadtkern. In vollständiger Geschlossenheit Stadtmauer erhalten, im Innern monumentale u. bürgerl. Bauten 17./18. Jh.
- Tittmoning: Historischer Stadtkern. Im Grundriss (Ausbau des 14. Jh.) gleichseitiges Dreieck, nach Stadtbrand von 1571 Wiederaufbau, Burganlage und Hafen
- Waldkirchen: Historischer Stadtkern. Anlage mit langgezogenem Straßenmarkt, Bebauung nach Bränden meist erst 19. Jh. bzw. nach Kriegsbeschuss 1945 erneuert
- Wasserburg a. Inn: Historischer Stadtkern geschlossenes Aufrissbild spätgotischer Prägung auf mittelalterlichem Grundriss, tiefe schmale Grundstücke, Innstadt-Haus des 17. Jh.
Berlin
- Spandau: Altstadt Spandau und Zitadelle. Mittelalterlicher Grundriss erhalten, bedeutende Renaissance-Zitadelle des norddeutschen Raums, 2. Hälfte d. 16. Jh., geschlossene Bebauung des 18. bis frühen 20. Jh.
- Treptow/Köpenick: Köpenick-Altstadt mit Kiezvorstadt. Stadtrechte frühes 13. Jh., 16. Jh. Ausbau der Burg zum Schloss, Entwicklung von der Fischersiedlung zur gewerblich strukturierten Vorstadt
Brandenburg
Liebe Freunde historischer Altstädte bei ZEIT-Online,
Ein dickes Lob für die Mühen und den grundsätzlichen Ansatz ihrer Deutschland-Karten. Hoffentlich machen Sie weiter und pflegen das so schön zusammengestellte Material. Dafür sollten Sie ruhig mehr im Print- und Online-Teil werben.
Wenn Horb am Neckar eine Erwähnung erhält, dann sollte Speyer am Rhein (Rheinland-Pfalz) unbedingt aufgenommen werden. Trotz Brand und Zerstörung ist zwischen Dom und "Altpörtel"(Stadttor)eine historische Stadtlandschaft erhalten geblieben, die ihresgleichen durchaus sucht. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurde das Ortsbild in diesem Sinne gepflegt und gehegt. Strassen-und Gassenverläufe sind noch heute gut nachvollziehbar und begründen mit den Reiz dieser Altstadt. Der traditionsreiche Plan der Stadt ist gut ablesbar und vermittelt historisch bedeutsame Zusammenhänge. Neben dem in jedem Wortsinne herausragenden Dom findet sich ein sehr gut erhaltenes jüdisches Ritualbad aus dem 12.Jh. und aus der Zeit nach dem Erbfolgekrieg eine ebenfalls stadtbildprägende, spätbarocke Kirche (Dreifaltigkeitskirche). Hinzu kommt, am Stadtrand um die Domfreiung ein Ensemble an Verwaltungsbauten aus der wilhelminischen Ära, allerdings in seiner milden bayrischen Ausprägung.
Sehr konsequent haben die Stadtväter auf geschosssreiche, überhöhte und unpassend integrierte Neubauten verzichtet und daher die Altstadt vor einer massiven Charakteränderung bewahrt. Die verbliebenen historischen Wohn- und Geschäftshäuser sind fast durchweg gut restauriert und gepflegt.
Herzliche Grüße
Christoph Leusch
Ich schliesse mich dem Lob von Colon an, wäre vor allem auch schön, wenn das dazu dient, dass man mehr sein eigenes Land auch erkundet und vor allem an Westdeutsche gerichtet: Auch mal nach Osten rübermachen und die häufig grossartigen Altstädte geniessen!
Aber wenn die Altstadt-armut Niedersachsens bemängelt wird und wichtige und m.E. bedeutende Altstädte wie insbesondere Celle und Hildesheim, mit gewissen kriegsbedingten Abstrichen Braunschweig, Osnabrück u.a. fehlen, dann schlage ich Ihnen vor, sich mal mit dem entsprechenden Landesdenkmalamt in Verbindung zu setzten oder eine ausgedehnte Reise in das niedere Sachsen zu unternehmen.
Es lohnt sich.
Ansonsten würde bei einigen alten ehemaligen hübschen Altstädten auch ein Blick ins Stadtarchiv oder das Geschichtsbuch genügen, um nach 2 verlorenen Kriegen die Ursache hierfür zu finden.... Neben der gezielten Zerstörung von kriegswichtigen Städten gab's halt auch "moral bombing". Häufig denkt man dabei aber vor allem an Dresden und nicht etwa an Hildesheim und andere Städte. Aber das ist der Preis, den man bezahlt, wenn man einen Krieg beginnt.
Nun ja und der Westen des heutigen Deutschlands diente schon seit Jahrhunderten immer wieder gerne als "Schlacht"-platz.
Ein Sachse niederer Herkunft aus der Ferne
Das Niedersachsen als besonders arm an Altstädten genannt wird, dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Sollte da die typisch Hamburgische Arroganz gegenüber den südlichen Nachbarn wieder zum Vorschein kommen ? Wenn aber die Liste in diesem Bereich schon so lückenhaft ist, dann muß man das auch insgesamt befürchten.
Das Niedersachsen als besonders arm an Altstädten genannt wird, dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Sollte da die typisch Hamburgische Arroganz gegenüber den südlichen Nachbarn wieder zum Vorschein kommen ? Wenn aber die Liste in diesem Bereich schon so lückenhaft ist, dann muß man das auch insgesamt befürchten.
Für NRW böte sich durchaus auch Münster/W. an. Beispiel hierzu Prinzipalmarkt, Roggenmarkt, Alter Fischmarkt usw. usw.
Das Niedersachsen als besonders arm an Altstädten genannt wird, dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Sollte da die typisch Hamburgische Arroganz gegenüber den südlichen Nachbarn wieder zum Vorschein kommen ? Wenn aber die Liste in diesem Bereich schon so lückenhaft ist, dann muß man das auch insgesamt befürchten.
dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen,
Celle? Ich hab da mal gewohnt: schrecklich, schnell wieder weg: diese öde Fußgängerzone, dominiert von einem dieser 60er Jahre Kaufhaus-Bauten.
dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen,
Celle? Ich hab da mal gewohnt: schrecklich, schnell wieder weg: diese öde Fußgängerzone, dominiert von einem dieser 60er Jahre Kaufhaus-Bauten.
dann aber in der Aufzählung Celle, Hameln oder Bückeburg fehlen,
Celle? Ich hab da mal gewohnt: schrecklich, schnell wieder weg: diese öde Fußgängerzone, dominiert von einem dieser 60er Jahre Kaufhaus-Bauten.
In der Tat gibt es natürlich heutzutage in Europa keine Innenstadt mehr, die im Laufe der Jahrhunderte mehr oder weniger verändert worden wäre. Auch in Freiburg stehen im Zentrum einige moderne Zweckbauten, incl. Kaufhäuser. Die Stadt steht trotzdem auf der Liste. Anderswo reichen die noch vorhandenen mittelalterlichen Strassenverläufe, Klassizistische Ensemble oder nach 1945 wieder originalgetreu aufgebaute Häuser für eine Erwähnung. Celle hat da zumindest ein veritables Barockschloß zu bieten, zuzüglich zahlreicher schöner Fachwerkhäuser aus der Epoche und einiger Kirchen. Den noch vorhandenen alten Stadtgrundriss gibt es obendrauf. Da fragt man sich dann doch, ob hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ja PapaMax, Karstadt oder wie diese Kette heute auch immer noch heisst hat leider nicht nur in Celle in den 60er Jahren versucht "Fachwerk neu zu interpretieren".
Ich kenne keinen, der diesen Versuch für gelungen hält.
Ansonsten mag Celle für Sie einiges schreckliches ( es geht hier nicht um private oder politsche Ereignisse!) haben, aber mit mehr als 500 alten Fachwerkhäusern, historischem Grundriss, Schloss, etc hat es doch einiges zu bieten, dass es als sehenswerte Altstadt auszeichnet.
Nur auf der Liste sind viele Städte genannt, die in meinen Augen deutlich weniger historischen Wert haben: In BW Waldshut, selbst Freiburg, hat einen kräftigen Betoneinschlag bekommen, ebenso Dresden und viele andere auf der Liste.
Um in Niedersachsen zu bleiben:
Lüneburg, Goslar und Göttingen sind auch mit solchen Kleinoden deutsche Baubetonkunst geadelt....
In der Tat gibt es natürlich heutzutage in Europa keine Innenstadt mehr, die im Laufe der Jahrhunderte mehr oder weniger verändert worden wäre. Auch in Freiburg stehen im Zentrum einige moderne Zweckbauten, incl. Kaufhäuser. Die Stadt steht trotzdem auf der Liste. Anderswo reichen die noch vorhandenen mittelalterlichen Strassenverläufe, Klassizistische Ensemble oder nach 1945 wieder originalgetreu aufgebaute Häuser für eine Erwähnung. Celle hat da zumindest ein veritables Barockschloß zu bieten, zuzüglich zahlreicher schöner Fachwerkhäuser aus der Epoche und einiger Kirchen. Den noch vorhandenen alten Stadtgrundriss gibt es obendrauf. Da fragt man sich dann doch, ob hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ja PapaMax, Karstadt oder wie diese Kette heute auch immer noch heisst hat leider nicht nur in Celle in den 60er Jahren versucht "Fachwerk neu zu interpretieren".
Ich kenne keinen, der diesen Versuch für gelungen hält.
Ansonsten mag Celle für Sie einiges schreckliches ( es geht hier nicht um private oder politsche Ereignisse!) haben, aber mit mehr als 500 alten Fachwerkhäusern, historischem Grundriss, Schloss, etc hat es doch einiges zu bieten, dass es als sehenswerte Altstadt auszeichnet.
Nur auf der Liste sind viele Städte genannt, die in meinen Augen deutlich weniger historischen Wert haben: In BW Waldshut, selbst Freiburg, hat einen kräftigen Betoneinschlag bekommen, ebenso Dresden und viele andere auf der Liste.
Um in Niedersachsen zu bleiben:
Lüneburg, Goslar und Göttingen sind auch mit solchen Kleinoden deutsche Baubetonkunst geadelt....
...obwohl, Bingen am Rhein war noch schlimmer als Celle.
In der Tat gibt es natürlich heutzutage in Europa keine Innenstadt mehr, die im Laufe der Jahrhunderte mehr oder weniger verändert worden wäre. Auch in Freiburg stehen im Zentrum einige moderne Zweckbauten, incl. Kaufhäuser. Die Stadt steht trotzdem auf der Liste. Anderswo reichen die noch vorhandenen mittelalterlichen Strassenverläufe, Klassizistische Ensemble oder nach 1945 wieder originalgetreu aufgebaute Häuser für eine Erwähnung. Celle hat da zumindest ein veritables Barockschloß zu bieten, zuzüglich zahlreicher schöner Fachwerkhäuser aus der Epoche und einiger Kirchen. Den noch vorhandenen alten Stadtgrundriss gibt es obendrauf. Da fragt man sich dann doch, ob hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird.
gibt's auch ahistorische altstädte?
historisch sind auch die betonkloben in heidelberg oder hamburg.
albern wird's dann bei sowas:
"Putbus: Stadtkern. Ab 1810 Ausbau zur Residenzstadt des Rügener Fürsten"
ausser "altstadt" ist in putbus nichts -- und "rügener fürsten" gibt es seit dem 14. jh nicht mehr, das waren die fürsten von putbus (nicht versippt und nicht verschwägert).
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