ThyssenKrupp Manager wegen Totschlags angeklagt

Weil durch einen Brand im Turiner Thyssen-Werk Arbeiter starben, kommt jetzt ein leitender Angestellter vor Gericht

972 Menschen sind 2008 in Italien bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen. Jetzt wird erstmals ein Manager wegen Totschlags angeklagt, weil Angestellte bei der Arbeit starben: Harald Espenhahn, deutscher Geschäftsführer der italienischen Niederlassung des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Sieben Arbeiter starben bei und nach einem Brand im Thyssen-Werk Turin am 6. Dezember 2007. Dass die Werksführung nach der Tragödie tagelang schwieg, entfachte einen Sturm der Entrüstung. Der deutsche Botschafter in Rom nahm demonstrativ am Begräbnis der Opfer teil, die ebenfalls erschienenen Thyssen-Manager wurden von der Trauergemeinde ausgepfiffen. Gerade ist in Italien ein Kinofilm über das Drama von Turin angelaufen – darin kommen die deutschen Arbeitgeber nicht gut weg.

Die Staatsanwaltschaft wirft Espenhahn vor, die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Werk billigend in Kauf genommen zu haben. Er habe die Risiken gekannt, doch Investitionen für den Brandschutz immer weiter aufgeschoben. Neben Espenhahn, dem bis zu 21 Jahre Haft drohen, werden fünf weitere leitende Angestellte wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Prozess beginnt am 15. Januar. ThyssenKrupp hat einen Fonds für die Ausbildung der Kinder der Opfer eingerichtet. (BSCH)

 
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