Debatte um Konjunkturprogramm Her damit!
Konsumschecks schaffen schnell zusätzliche Nachfrage und helfen so der Konjunktur - und sie heben die Stimmung
Konsumschecks schaffen schnell zusätzliche Nachfrage und helfen so der Konjunktur – und sie heben die Stimmung Von Marc Brost
Um das Land aus der Krise zu führen, genügt schon ein kleines Stück Papier. Ein Scheck über 500 Euro, ausgestellt vom Finanzminister, unterschrieben von der Kanzlerin, gedeckt durch den Staatshaushalt der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Bürger würde so einen Scheck bekommen. Jeder Greis genauso wie jedes Kind. Das Papier wäre nichts anderes als ein Einkaufsgutschein des Staates.
Die Menschen würden die Konsumtempel stürmen. Weil der private Konsum fast 60 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung ausmacht, wäre der Schub für die Konjunktur enorm. Zwar müsste der Staat kurzfristig rund 40 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Doch das sind weniger als zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes, also gerade mal jene Größenordnung, die etwa die Europäische Union für ein wirksames Konjunkturpaket fordert. Außerdem würde der Bundeshaushalt – im Unterschied zu Steuersenkungen – nicht dauerhaft belastet.
Aber die Regierung sollte die Verteilung ihrer Einkaufsgutscheine an eine zusätzliche Bedingung knüpfen. Gutverdienende Bürger, die laut Statistik heute rund 20 Prozent ihres Einkommmens aufs Sparbuch legen, dürften die Schecks nur dann einlösen, wenn sie beim Einkaufen die gleiche Summe drauflegen. 1000 Euro für die Konjunktur! Bei Arbeitslosen und Geringverdienern wäre diese Auflage entbehrlich. Sie bekämen die Gutscheine einfach so, weil Mitnahmeeffekte bei ihnen nicht zu befürchten wären. Sie geben schon heute alles für ihren Lebensunterhalt aus. Das unverhoffte Geld vom Staat würde daher keine Anschaffung verdrängen, die ohnehin geplant war. Im Gegenteil: Gerade bei jungen Familien und Senioren beobachten Ökonomen seit Jahren einen regelrechten Konsumstau.
Das alles hört sich utopisch an? Für deutsche Ohren mag das stimmen, aber Konsumschecks – wie man die Einkaufsgutscheine auch nennt – werden international schon lange diskutiert. Sie sind eine Weiterentwicklung der amerikanischen Steuerschecks. In den USA gehört es zum Standardrepertoire jedes Finanzministers, die Bürger finanziell zu entlasten, wenn eine Rezession droht. Weil dieses Geld aber häufig genug auf dem Konto statt in der Ladenkasse landet, hat man die Idee der Einkaufsgutscheine entwickelt.
Konsumschecks erfüllen alle Anforderungen an ein modernes Konjunkturprogramm. Sie lassen sich schnell und unbürokratisch verschicken. Sie geben den Bürgern etwas Entscheidendes zurück – nämlich Zuversicht und Vertrauen. Und sie setzen an, wo die einzige Hoffnung auf einen Ausweg aus der Krise besteht: beim privaten Verbrauch.
Dieses Land hat ein Konsumproblem, und das hat es nicht von ungefähr. Deutschland ist die einzige Industrienation der Welt, in der die privaten Ausgaben beständig sinken. Wer wollte es den Bürgern auch verdenken? Jahrelang sind ihre Realeinkommen nicht gestiegen, sondern immer weiter gefallen. Das war wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Aber es war Gift für die Zuversicht der Menschen. Es fehlte, was Ökonomen »die Reformdividende« nennen: Zwar verzichteten die Arbeitnehmer auf Lohn, als es den Firmen schlecht ging. Doch als die Konjunktur wieder ansprang, profitierten sie nicht. Erst erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer. Dann stiegen die Preise für Lebensmittel, Öl und Benzin. Nun, in der Rezession, kommt die Angst vor dem Jobverlust dazu.
Dabei ist die Kaufzurückhaltung der Deutschen nicht irgendein Problem. Sie ist zentral für unsere Exportnation, wenn weltweit alle Märkte gleichzeitig einbrechen und von den Ausfuhren – im Gegensatz zu früheren Krisen – keine Hilfe mehr kommt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind wir auf uns allein gestellt. Auf unsere Fähigkeit, rasch zu handeln. Und darauf, dass endlich die Nachfrage im Inland wieder steigt.
Bis auf die Bundesregierung haben inzwischen ja alle Experten erkannt, dass wir dieser Weltrezession entschlossen gegensteuern müssen. Es mag ja richtig sein, dass Konjunkturprogramme in den siebziger Jahren nichts gebracht haben. Damals, im Ölschock, drosselten die Firmen weltweit ihre Produktion, sie verknappten also das Angebot. Diesmal aber ist rund um den Globus die Nachfrage zusammengebrochen. Dort also muss jede staatliche Rettungsaktion ansetzen.
Die meisten diskutierten Vorschläge helfen da nur wenig weiter. Zusätzliche Investitionen des Staates? Natürlich ist es langfristig sinnvoll, wenn der Staat neue Straßen und Schulen baut. Aber auch Regierungsbeamte geben zu, dass im Augenblick viel zu wenig Projekte in der Pipeline sind, dass Geld also frühestens Ende 2009 wirken würde. Und selbst wenn der Staat rasch investieren könnte: Gerade dann würden doch mit großer Wahrscheinlichkeit die Fehler der Siebziger wiederholt – und Brücken und Straßen gebaut, die hinterher niemand benötigt.
Die Mehrwertsteuer senken? Das würde zwar auf die Binnennachfrage zielen. Aber angesichts der Krise könnten viele Unternehmen den Steuernachlass für sich behalten, anstatt ihre Produkte günstiger zu verkaufen.
Die Einkommensteuer senken? Davon würden nur jene profitieren, die auch Einkommensteuer zahlen. 24 Millionen Haushalte blieben außen vor.
So bleiben tatsächlich die Konsumschecks als bestes Mittel gegen die Krise. Auch da mag es Gegenargumente geben. Zu den häufigsten zählt, dass Konsumschecks ja gar nicht der heimischen Wirtschaft zugute kämen, weil damit nur Kühlschränke aus China, Waschmaschinen aus Ungarn und Spielzeug aus Taiwan gekauft würden. Doch dieses Argument geht aus gleich drei Gründen an der Sache vorbei.
Da ist erstens die deutsche Importquote von rund 40Prozent. Von 100 konsumierten Euro verbleibt also ein großer Teil im Inland. Zweitens müssen auch staatliche Investitionen europaweit ausgeschrieben werden, und niemand könnte verhindern, dass die Baufirma aus Polen und der Zement aus Tschechien kommt. Drittens hat gerade Deutschland jahrelang davon profitiert, dass andere Länder – etwa die USA – teure Konjunkturprogramme auflegten. Wer hat denn unsere Autos und Maschinen gekauft? Wer so lange Trittbrett gefahren ist wie die Deutschen, sollte auf nationalistische Zwischentöne besser verzichten.
In der besten aller Welten würde die Bundesregierung kurzfristig Konsumschecks ausgeben – und gleichzeitig langfristig in Schulen, Kindergärten und Universitäten investieren. Und sie würde alle Mehrausgaben mit konkreten Vorschlägen zum Schuldenabbau im nächsten Aufschwung verknüpfen. Denn das ist noch ein Versäumnis dieser Regierung: Genauso inkonsequent, wie sie nun beim Geldausgeben ist, war sie zuvor beim Sparen.
Lesen Sie ebenfalls auf ZEIT ONLINE die Erwiderung von Uwe Jean Heuser: Warum Geldgeschenke keine zusätzliche Nachfrage schaffen.
- Datum 04.05.2009 - 10:59 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 04.12.2008 Nr. 50
- Kommentare 85
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500 Euro als Einmalzahlung, das ist ja wohl lächerlich!
Und was sollen wir damit machen? Den Kaugummi-Automaten leermachen?
Pffffzzzt!
Dabei ist die Lösung doch sooooo offensichtlich: Nicht die Normalverdiener, sondern nur die vielgeliebte ELITE kann jetzt noch für einen echten Nachfrageschub sorgen.
Wofür haben die reichen Familien (Porsche, Quandt, Flick und wie sie alle heißen, meinetwegen auch Bucerius oder Holtzbrinck) eigentlich seit 50 Jahren ihre Verögen angehäuft? Zu welchem Zweck, zu welchem Ende?
Wenn sie jetzt sagen wir mal 30 Prozent ihres Privatvermögens auf den Kopf hauen und mal endlich ein bissel wohlverdienten Luxus gönnen (Schlossanlagen, Landschaftsparks, private Raumstationen, einen zivilen Geheimdienst, ein paar "unabhängige" Fernsehkanäle, ein paar neue Fußballklubs, eine allwöchentliche haut-cuisine-Pennerspeisung im Adlon, einen privaten Nacktauftritt der Wiener Symphoniker zu Neujahr und so weiter und so weiter), dann kriegt der Dienstleistungssektor noch die Kurve, dann gibt es ein echtes Trickel-Down-Syndrom, dann klappt es auch wieder mit dem Dax....
Nicht nur ein solches Plädoyer, sondern auch Ihre Meinung gehört auf den Mond geschossen.
Man muss das einmal realisieren, was hier überhaupt gefordert wird: Deutsche Steuergelder sollen hinausgeworfen werden, damit wir, die dummen Konsumenten glauben, es sei alles toll. Entschuldigung, aber ich komm da nicht ganz mit.
Zu welchem Zweck? Was für eine langfristige Bedeutung hätte das für die Konjunktur? Wenn die Menschen nicht für das Weihnachtsgeschäft entlassen werden, dann spätestens im 1. Quartal des neuen Jahres. Und was hätte man erreicht? Das einzige wäre, dass man die Staatsverschuldung in die Höhe getrieben hätte.
Wir brauchen langfristige Lösungen, wie die gegenfinanzierte Senkung von Steuerbelastungen aller Bevölkerungsgruppen, wie den Abbau der Bürokratie in Unternehmen, wie das Setzen effizienterer und vernünftigerer Rahmenbedingungen für die Finanzwirtschaft. Das sind alles Schritte, die schon längst hätten kommen müssen. Und da es bereits in aller Munde ist, sei hier auch nochmal die Progression erwähnt, die ebenfalls abgeschafft werden muss!
Nicht nur ein solches Plädoyer, sondern auch Ihre Meinung gehört auf den Mond geschossen.
Man muss das einmal realisieren, was hier überhaupt gefordert wird: Deutsche Steuergelder sollen hinausgeworfen werden, damit wir, die dummen Konsumenten glauben, es sei alles toll. Entschuldigung, aber ich komm da nicht ganz mit.
Zu welchem Zweck? Was für eine langfristige Bedeutung hätte das für die Konjunktur? Wenn die Menschen nicht für das Weihnachtsgeschäft entlassen werden, dann spätestens im 1. Quartal des neuen Jahres. Und was hätte man erreicht? Das einzige wäre, dass man die Staatsverschuldung in die Höhe getrieben hätte.
Wir brauchen langfristige Lösungen, wie die gegenfinanzierte Senkung von Steuerbelastungen aller Bevölkerungsgruppen, wie den Abbau der Bürokratie in Unternehmen, wie das Setzen effizienterer und vernünftigerer Rahmenbedingungen für die Finanzwirtschaft. Das sind alles Schritte, die schon längst hätten kommen müssen. Und da es bereits in aller Munde ist, sei hier auch nochmal die Progression erwähnt, die ebenfalls abgeschafft werden muss!
"Dieses Land hat ein Konsumproblem, und das hat es nicht von ungefähr. Deutschland ist die einzige Industrienation der Welt, in der die privaten Ausgaben beständig sinken. Wer wollte es den Bürgern auch verdenken? Jahrelang sind ihre Realeinkommen nicht gestiegen, sondern immer weiter gefallen. Das war wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Aber es war Gift für die Zuversicht der Menschen. Es fehlte, was Ökonomen »die Reformdividende« nennen: Zwar verzichteten die Arbeitnehmer auf Lohn, als es den Firmen schlecht ging. Doch als die Konjunktur wieder ansprang, profitierten sie nicht. Erst erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer. Dann stiegen die Preise für Lebensmittel, Öl und Benzin. Nun, in der Rezession, kommt die Angst vor dem Jobverlust dazu."
Dieser Absatz sagt doch alles.
Es ist schizophren, dass der Staat Gutscheine quasi als Almosen zur Stärkung der Kaufkraft verteilt, während die Unternehmen ihren Arbeitnehmern diese Kaufkraft in Form einer am wirtschaftlichen Aufschwung angemessenen Entlohnung jahrelang verweigert haben. Der Hinweis auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zieht nicht da Deutschland jahrelang Exportweltmeister war ( was die Wettbewerbsfähigkeit beweist ). Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ist den Arbeitnehmern durch ihre Arbeit und ihren Verzicht ( im Gegensatz zu Managern ) zu verdanken, ohne dass sie davon profitiert haben.
Auch die Politiker der vorwiegend "liberalen und christlichen" Ecke, die gebetsmühlenartig "massvolle Lohnabschlüsse" gefordert und haben tragen ihren Teil der Verantwortung für die jetzige Situation.
sind schon mehr als verärgert, weil es der deutsche Wirtschaftspolitik - also der der Wirtschaft hörigen Politik - seit Jahren gelingt, den Reallohn zu senken, während er in den Partnerländern in für deutsche Verhältnisse überaus schwindelnde Höhen strebt.
Das ist unfair. Nicht die Art feiner HerrenDamen.
Wobei das Naserümpfen nicht dem brutalen Charme der deutschen Kollegen/Konkurrenten gewidmet ist - es gibt durchaus Bewunderung für diese deutsche Fähigkeit des Systemmanagements.
Aber das ist Kampf mit ungleichen Mitteln. Nicht jedes €U-Land verfügt über ein derart leidensfähiges Volk mit einer dermaßen brach liegenden politischen Kultur. Allein die Visualisierung der hiesigen politischen Kultur läßt Schauer über einen graden Rücken laufen.
Nicht in jedem Land agieren derart handzahme Gewerkschaften - und auch in den wenigsten Partnerländern gelten so rigide Bestimmungen des Streikrechtes.
Mit anderen Worten, die Deutschen nutzen einige sehr unappetitliche Heimvorteile. Wir würden das auch gern tun, aber wir können es nun einmal nicht.
Mit anderen Worten, es könnte passieren, daß die €U den deutschen SparSchweinen demnächst an die fette Schwarte geht.
Auch wenn die Zeit der krummen Gurken geht, man könnte ja auch mal an die Regulierung der Löhne seine Zeit verschwenden. Dann wären die Karten doch etwas ausgeglichener.
Das wär eine schöne ironische Volte.
Ausgerechnet die deutsche Union europäischer Länder - incl. Georgien, Ukraine, Kasachstan? und allem was Geld bringt - zwänge die deutsche Wirtschaft, ihre schofelige Lohnpolitik zu ändern, um wenigstens in etwa Parität herzustellen.
Doch nein, zu früh gehämt. Sind die Sozial- und Lohnstardards erst einmal auf ein gemeinsames Mindestniveau gebracht gibt es nur noch eine Richtung. Abwärts.
Konsumgutscheine ändern nichts an den zukünftigen Erwartungen der Konsumenten, sie können daher nur Strohfeuer sein. In den USA ist die Situation eh anders, da dort andere Maßhnahmen schon lange ausgereizt sind. Sprich dort sind die Einkommensteuern/Abgaben relativ zu Deutschland extrem niedrig, auch die Zinsen sind und waren niedrig. Für deutsche Verhälntisse kann m.E. für eien Stärkung der Nachfrageseite nur eine Senkung der direkten Steuern bzw. Abgaben in Frage kommen, da diese für wesentliche Gruppen, auch nach Gerechtigkeitsaspekten (Stichwort: kalte Progression), eh zu hoch sind. Diese wirken nachhaltig, indem sie zu postiveren Erwartungen führen. Eine Senkung der Abgaben hätte natürlich noch den Charme, dass diese gleichzeitig den Faktor Arbeit verbilligen, was positive Effekte für den Arbeitsmarkt bringen würde.
sind schon mehr als verärgert, weil es der deutsche Wirtschaftspolitik - also der der Wirtschaft hörigen Politik - seit Jahren gelingt, den Reallohn zu senken, während er in den Partnerländern in für deutsche Verhältnisse überaus schwindelnde Höhen strebt.
Das ist unfair. Nicht die Art feiner HerrenDamen.
Wobei das Naserümpfen nicht dem brutalen Charme der deutschen Kollegen/Konkurrenten gewidmet ist - es gibt durchaus Bewunderung für diese deutsche Fähigkeit des Systemmanagements.
Aber das ist Kampf mit ungleichen Mitteln. Nicht jedes €U-Land verfügt über ein derart leidensfähiges Volk mit einer dermaßen brach liegenden politischen Kultur. Allein die Visualisierung der hiesigen politischen Kultur läßt Schauer über einen graden Rücken laufen.
Nicht in jedem Land agieren derart handzahme Gewerkschaften - und auch in den wenigsten Partnerländern gelten so rigide Bestimmungen des Streikrechtes.
Mit anderen Worten, die Deutschen nutzen einige sehr unappetitliche Heimvorteile. Wir würden das auch gern tun, aber wir können es nun einmal nicht.
Mit anderen Worten, es könnte passieren, daß die €U den deutschen SparSchweinen demnächst an die fette Schwarte geht.
Auch wenn die Zeit der krummen Gurken geht, man könnte ja auch mal an die Regulierung der Löhne seine Zeit verschwenden. Dann wären die Karten doch etwas ausgeglichener.
Das wär eine schöne ironische Volte.
Ausgerechnet die deutsche Union europäischer Länder - incl. Georgien, Ukraine, Kasachstan? und allem was Geld bringt - zwänge die deutsche Wirtschaft, ihre schofelige Lohnpolitik zu ändern, um wenigstens in etwa Parität herzustellen.
Doch nein, zu früh gehämt. Sind die Sozial- und Lohnstardards erst einmal auf ein gemeinsames Mindestniveau gebracht gibt es nur noch eine Richtung. Abwärts.
Konsumgutscheine ändern nichts an den zukünftigen Erwartungen der Konsumenten, sie können daher nur Strohfeuer sein. In den USA ist die Situation eh anders, da dort andere Maßhnahmen schon lange ausgereizt sind. Sprich dort sind die Einkommensteuern/Abgaben relativ zu Deutschland extrem niedrig, auch die Zinsen sind und waren niedrig. Für deutsche Verhälntisse kann m.E. für eien Stärkung der Nachfrageseite nur eine Senkung der direkten Steuern bzw. Abgaben in Frage kommen, da diese für wesentliche Gruppen, auch nach Gerechtigkeitsaspekten (Stichwort: kalte Progression), eh zu hoch sind. Diese wirken nachhaltig, indem sie zu postiveren Erwartungen führen. Eine Senkung der Abgaben hätte natürlich noch den Charme, dass diese gleichzeitig den Faktor Arbeit verbilligen, was positive Effekte für den Arbeitsmarkt bringen würde.
Bisweilen gewinne ich den Eindruck, unsere Autoren sprechen von der Wirtschaft als einem Blasebalg - und nicht von einem mechanischen Organ (aus zb. Angebot und Nachfrage).
Eine Wirtschaftskrise um ein Jahr zu verlängern, mit staatlichen Subventionen, damit die Depression nicht schon heute einsetzt, ist gefährlich. Eine finanzielle Depression ist nicht nur Psychologie, sondern ein Nachfrage-Defizit-Problem. Es ist doch nur ein Experiment. Und peinlich obendrein.
Wir erschaffen eine Kapital-Blase, die unvorhersehbare Ausmaße annehmen kann, eine Art künstlich am Leben erhaltene Wirtschaftsleistung. Die "Le Monde diplomatique" hat hierzu einen schöneren Artikel beigesteuert. Mir scheint, der Joffe hat sich mit der alten-ersten-großen Krise näher befasst als die SPD-Beschwörer oder Autoren wie Brost.
Es wäre schön, wenn die Politik dazu übergehen würde, der Depression mit (vorsichtigen) strukturellen Änderungen und Hilfsmitteln, und nicht mithilfe von Injektionen zu begegnen. Meines Wissens steht uns eine jahrelange Depression bevor, keine saisonale Verstimmung.
doch gleich mal Sternchen
"Eine finanzielle Depression ist nicht nur Psychologie, sondern ein Nachfrage-Defizit-Problem."
und eben das wage ich für die unteren Einkommensschichten zu bezweifeln! Hier haben wir kein Nachfrage-Defizit! Wir haben ein Geld-Defizit.
Die Leute würden schon gern mehr ausgeben, allein sie haben nichts! weil sie die latzten Jahre um ihren Anteil am Wachstum geprellt wurden. So gesehn trug die Wirtschaft auch ihren Teil bei zur Krise. Leiharbeiter, 1€-jobber, Harz-IV-Empfänger, Hilfsarbeiter alles Leute deren Einkaufsliste länger ist als der Geldbeutel. Vielleicht sollte man statt Konsumgutscheinen einfach mal wieder eine faire Lohnpolitik erzwingen, eine Leiharbeiterquote einführen und wie ist es eigentlich mit gleichem Geld für gleiche Arbeit!? Wenn nur noch die Spitzeneinkommen steigen (und das massiv) geht die Sache einfach immer zwangsläufig den Bach runter.
Denn das Problem ist , dass unsere lieben Herren Multimillionäre ihre Millionen lieber in immer neue Börsenblasen pumpen als zu verkonsumieren. Ist ja auch logisch, wer kann schon auf Dauere 100000€ die Stunde ausgeben?
Bleibt noch die Arbeitnehemer endlich angemessen zu beteiligen oder eben der Spitzenvorschlag aus Kommentar 1. wahrer Luxus ür die wahrhaft Reichen.
So oder so, langfristig muß einfach wieder mehr Geld unters einfache Volk.
doch gleich mal Sternchen
"Eine finanzielle Depression ist nicht nur Psychologie, sondern ein Nachfrage-Defizit-Problem."
und eben das wage ich für die unteren Einkommensschichten zu bezweifeln! Hier haben wir kein Nachfrage-Defizit! Wir haben ein Geld-Defizit.
Die Leute würden schon gern mehr ausgeben, allein sie haben nichts! weil sie die latzten Jahre um ihren Anteil am Wachstum geprellt wurden. So gesehn trug die Wirtschaft auch ihren Teil bei zur Krise. Leiharbeiter, 1€-jobber, Harz-IV-Empfänger, Hilfsarbeiter alles Leute deren Einkaufsliste länger ist als der Geldbeutel. Vielleicht sollte man statt Konsumgutscheinen einfach mal wieder eine faire Lohnpolitik erzwingen, eine Leiharbeiterquote einführen und wie ist es eigentlich mit gleichem Geld für gleiche Arbeit!? Wenn nur noch die Spitzeneinkommen steigen (und das massiv) geht die Sache einfach immer zwangsläufig den Bach runter.
Denn das Problem ist , dass unsere lieben Herren Multimillionäre ihre Millionen lieber in immer neue Börsenblasen pumpen als zu verkonsumieren. Ist ja auch logisch, wer kann schon auf Dauere 100000€ die Stunde ausgeben?
Bleibt noch die Arbeitnehemer endlich angemessen zu beteiligen oder eben der Spitzenvorschlag aus Kommentar 1. wahrer Luxus ür die wahrhaft Reichen.
So oder so, langfristig muß einfach wieder mehr Geld unters einfache Volk.
doch gleich mal Sternchen
"Drittens hat gerade Deutschland jahrelang davon profitiert, dass andere Länder – etwa die USA – teure Konjunkturprogramme auflegten. Wer hat denn unsere Autos und Maschinen gekauft? Wer so lange Trittbrett gefahren ist wie die Deutschen, sollte auf nationalistische Zwischentöne besser verzichten."
Der Hinweis auf "nationalistische" Zwischentoene ist unertraeglich. Es geht schlicht um die Frage, welchen Nutzen die Last von 40 Mrd. Euro stiftet, und v.a. wo. Der Autor bleibt auch die Beweisfuehrung schuldig, warum ein einmaliger Kaufrausch das Vertrauen der Konsumenten festigen sollte.
Alles in Allem ein sehr ueberfluessiger Beitrag.
kurz vor Nikolaus?
(entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
"...Dabei ist die Kaufzurückhaltung der Deutschen nicht irgendein Problem. Sie ist zentral für unsere Exportnation, wenn weltweit alle Märkte gleichzeitig einbrechen und von den Ausfuhren – im Gegensatz zu früheren Krisen – keine Hilfe mehr kommt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind wir auf uns allein gestellt. Auf unsere Fähigkeit, rasch zu handeln. Und darauf, dass endlich die Nachfrage im Inland wieder steigt...."
aber hey, wenn ich 5 kinder habe die vom staat finanziert werden, eine wohnung besitze die ich nicht finanzieren kann, und sonst bei mir alles von dritten bestimmt wird...ja dann muss ich jawohl auf meine HERREN in Amt und Behoerde hoeren.....denen liegt ja mein wohl am herzen....die sorgen sich um mich! ich bin dann ja der sklave der auf befehle von oben warten muss!
also, was sich da die regierung erlaubt ...mir dem kleinen buerger vorzuschreiben was ich zu tun und zu lassen habe....die wollen doch nur das ich finanzielle bankrott gehe, damit ich mich der leibeigenschaft dieser ddr genossen unterwerfe....die gehoeren nicht wiedergewaehlt!
... mit welchen rhetorischen Hülsen ein ums andere Mal sog. "linke" Vorschläge geschmäht werden. In jeder kritischen Wortmeldung MUSS die DDR genannt werden, damit die Abschreckungswirkung nicht verloren geht.
Falls es bislang unbemerkt geblieben ist: Wir sind permanent von oben gezwungen, bestimmte Dinge zu tun. Dieses Oben ist aber nicht die Politik, sondern es sind unsere ökonomischen Verhältnisse. Wir müssen konsumieren, an diesen Primärzwang versucht die Politik ja gerade zu erinnern. Wer in dieser Kurzsichtigkeit über politisch-ökonomische Zusammenhänge nachdenkt, der er ist viel mehr Spielball der Verhältnisse als er denkt.
Die kritische Grundhaltung, die aus Ihrem Beitrag spricht, sollten Sie nicht in politisch vorgeformten Schlagworten auf Strohmänner, sondern auf die tatsächlichen Ursachen der Zwangsverhältnisse richten.
... mit welchen rhetorischen Hülsen ein ums andere Mal sog. "linke" Vorschläge geschmäht werden. In jeder kritischen Wortmeldung MUSS die DDR genannt werden, damit die Abschreckungswirkung nicht verloren geht.
Falls es bislang unbemerkt geblieben ist: Wir sind permanent von oben gezwungen, bestimmte Dinge zu tun. Dieses Oben ist aber nicht die Politik, sondern es sind unsere ökonomischen Verhältnisse. Wir müssen konsumieren, an diesen Primärzwang versucht die Politik ja gerade zu erinnern. Wer in dieser Kurzsichtigkeit über politisch-ökonomische Zusammenhänge nachdenkt, der er ist viel mehr Spielball der Verhältnisse als er denkt.
Die kritische Grundhaltung, die aus Ihrem Beitrag spricht, sollten Sie nicht in politisch vorgeformten Schlagworten auf Strohmänner, sondern auf die tatsächlichen Ursachen der Zwangsverhältnisse richten.
das hartverdiente geld nicht da landet wo es soll...naemlich zualler erst in oeffentlichen sektoren sprich schule, uni, verkehr etc. und das nicht seit gestern sondern seit der entstehung der brd. stattdessen werden die millionen von beamten ersteinmal finanziert, die sind ja wichtig um den poebel an der stange zu halten. tja, die brd kann sich da gleich mal in die geschichte einreihen zu den gescheiterten VOLKSREPUBLIKEN der welt. ist logisch das nach dem eisernen vorhang und in der globalisierten welt nicht einfach weiter so verfahren werden kann wie noch vor 50 jahren! das ist bloss gesunder menschenverstand.
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