Grundschulstudien Deutschland tut zu wenig für leistungsfähige Schüler

Bei aller Freude über die guten Leistungen der Grundschüler: Spitzenleistungen werden nicht erbracht. Ein Kommentar

Wieder gibt es Grund zur Freude. Die deutschen Viertklässler liegen mit ihren Leistungen in Mathematik und den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im oberen Drittel; mit ihren Leseleistungen haben sich die kleinen Thüringer sogar an die Weltspitze gesetzt. Unsere Grundschulen sind in einem vergleichsweise guten Zustand. Erst in der Sekundarstufe fallen die deutschen Schüler stark ab – mittelmäßige Ergebnisse bei Pisa (dort werden Fünfzehnjährige getestet) sind die Quittung.

Und wieder muss man mit Sorge registrieren, dass die Gruppe schwacher Schüler in Deutschland zu groß ist, zu der überdurchschnittlich viele Kinder von Einwanderern gehören. Diesen Kindern ein Mindestmaß an Grundbildung zu vermitteln ist die größte Herausforderung der Schulen und der Bildungspolitik.

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Darüber darf aber eine andere Gruppe nicht vergessen werden: jene der besonders leistungsfähigen und leistungswilligen Kinder. Deutschland hat im internationalen Vergleich eine beschämend kleine Gruppe von Grundschülern, die Spitzenleistungen im Lesen und in der Mathematik erbringen. Das ist nicht nur ein Frevel, weil damit lernwillige Schüler mit anspruchslosem Unterricht bestraft werden, sondern auch eine Verschwendung von Talenten.

Dass die Förderung der Starken nicht auf Kosten der Schwachen gehen muss, zeigt Bayern. Es kann nicht nur die größte Gruppe von Spitzenlesern vorweisen, sondern auch die geringste Kopplung der Leseleistung an die soziale Herkunft der Schüler. Bitte nachmachen!

 
Leser-Kommentare
  1. Spitzenleistung, wenn man sie denn so nennen will, wird meiner Erfahrung nach von etlichen (nicht allen) Lehren an der hiesigen Grundschule nicht nur nicht gefördert sondern aktiv behindert. Der Fokus liegt auf den Defiziten und die sich langweilenden Könner werden offensichtlich als störend empfunden. Etlichen Leserbriefen anderer Eltern kann man entnehmen, daß dieses Problem sich nicht nur hier vor Ort so darstellt.

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    • Isaidy
    • 10.12.2008 um 12:44 Uhr

    das ist auch meine Ansicht. Die Leistungsfähigkeit eines Kindes wird oftmals aufgrund seines Verhaltens, seiner Unordnung oder sonstigen "Kopfnoten" arg eingeschränkt. Das soziale Verhalten eines neunjährigen Grundschülers wird an den weiblich dominierten Grundschulen absolut überbewertet und sehr schnell als nicht "gymnasiumkompatibel" eingestuft. Dass ein Junge in dem Alter noch nicht fertig ist, sein soziales Verhalten entwicklungsbedingt temporär oder auch lehrerabhängig sein kann, wird ignoriert und ihm im Zweifelsfall die Leistungsfähigkeit aufgrund der Tatsache aberkannt, dass er unordentlich und "sozial unangepasst" ist. Diese Faktoren werden heutzutage ganz offensichtlich überbewertet. Habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Lehrer ihren Lehrstil und ihr Lehrverhalten als Maßstab ansetzen. Tut sich ein Kind mit der individuellen Art des Lehrers schwer, hat es schon verloren. Fakt bleibt, dass am Ende der Grundschule in zu vielen Fällen nach Kriterien selektiert wird, die ein zu gewaltiges Potential an Lernfähigkeit und Talent nach unten aussortiert zugunsten der "Systemkompatibilität". Die Lehrerin meines Sohnes erläuterte mir, dass sie sein Potential durchaus erkennt, aber aufgrund seines Verhaltens wäre er für sie der "typische Realschüler", was soll man dazu noch sagen?

    Schön wärs, wenn der Fokus wirklich auf die Defizite gelegt würde. Meine Meinung, nach zusammengenommen 25 Jahren Erfahrung als Mutter ist: In der Grundschule wird der Fokus immer stärker auf nichts gelegt. Individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers in der Grundschule heißt bei Lichte besehen doch vor allem: Es wird nach Kräften und mit viel Aufwand kaschiert, dass alle immer weniger lernen. Zum Ausgleich für die fehlenden Schulnoten werden Diagnosen um so eifriger verteilt. Darin sind Lehrer heutzutage wirklich fleißiger als jeder Kinderpsychiater. Individuelle Förderung heißt nunmehr: Jeder bekommt seine eigene Patho-Diagnostik. Die Grundschulen haben im Angebot: Lese-Rechtschreib-Störung, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hyperaktivität, Wahrnehmungsstörung. Alles hat seit Beginn der Dauerreform des Schuleintritts angeblich enorm zugenommen, so dass Lehrer fast nur noch diagnostizieren und fördern können. Meine Meinung: Würden alle Kinder in der Schule mehr lernen und üben und nicht mit diesem neuerdings spezifischen Mix aus Überforderung und Unterbeschäftigung in der Schule gehalten, kompensierbar nur durch vermehrte Elterneinsatz, ginge es allen besser. Lehrer würden lehren. Schüler würden lernen. Bei dann noch auftretenden Störungen wird der Kinderpsychiater gefragt. Und die sach- und fachfremde Psychopathodiagnostik an den Schulen könnte einfach ersatzlos gestrichen werden.

    • Isaidy
    • 10.12.2008 um 12:44 Uhr

    das ist auch meine Ansicht. Die Leistungsfähigkeit eines Kindes wird oftmals aufgrund seines Verhaltens, seiner Unordnung oder sonstigen "Kopfnoten" arg eingeschränkt. Das soziale Verhalten eines neunjährigen Grundschülers wird an den weiblich dominierten Grundschulen absolut überbewertet und sehr schnell als nicht "gymnasiumkompatibel" eingestuft. Dass ein Junge in dem Alter noch nicht fertig ist, sein soziales Verhalten entwicklungsbedingt temporär oder auch lehrerabhängig sein kann, wird ignoriert und ihm im Zweifelsfall die Leistungsfähigkeit aufgrund der Tatsache aberkannt, dass er unordentlich und "sozial unangepasst" ist. Diese Faktoren werden heutzutage ganz offensichtlich überbewertet. Habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Lehrer ihren Lehrstil und ihr Lehrverhalten als Maßstab ansetzen. Tut sich ein Kind mit der individuellen Art des Lehrers schwer, hat es schon verloren. Fakt bleibt, dass am Ende der Grundschule in zu vielen Fällen nach Kriterien selektiert wird, die ein zu gewaltiges Potential an Lernfähigkeit und Talent nach unten aussortiert zugunsten der "Systemkompatibilität". Die Lehrerin meines Sohnes erläuterte mir, dass sie sein Potential durchaus erkennt, aber aufgrund seines Verhaltens wäre er für sie der "typische Realschüler", was soll man dazu noch sagen?

    Schön wärs, wenn der Fokus wirklich auf die Defizite gelegt würde. Meine Meinung, nach zusammengenommen 25 Jahren Erfahrung als Mutter ist: In der Grundschule wird der Fokus immer stärker auf nichts gelegt. Individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers in der Grundschule heißt bei Lichte besehen doch vor allem: Es wird nach Kräften und mit viel Aufwand kaschiert, dass alle immer weniger lernen. Zum Ausgleich für die fehlenden Schulnoten werden Diagnosen um so eifriger verteilt. Darin sind Lehrer heutzutage wirklich fleißiger als jeder Kinderpsychiater. Individuelle Förderung heißt nunmehr: Jeder bekommt seine eigene Patho-Diagnostik. Die Grundschulen haben im Angebot: Lese-Rechtschreib-Störung, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hyperaktivität, Wahrnehmungsstörung. Alles hat seit Beginn der Dauerreform des Schuleintritts angeblich enorm zugenommen, so dass Lehrer fast nur noch diagnostizieren und fördern können. Meine Meinung: Würden alle Kinder in der Schule mehr lernen und üben und nicht mit diesem neuerdings spezifischen Mix aus Überforderung und Unterbeschäftigung in der Schule gehalten, kompensierbar nur durch vermehrte Elterneinsatz, ginge es allen besser. Lehrer würden lehren. Schüler würden lernen. Bei dann noch auftretenden Störungen wird der Kinderpsychiater gefragt. Und die sach- und fachfremde Psychopathodiagnostik an den Schulen könnte einfach ersatzlos gestrichen werden.

  2. Gratis Massnahmen:
    1. TV+"Games" verbieten für U18
    2. Mobile Telefon verbieten für U16
    3. Bücher: rein!
    4. Täglich: 4*5min Kopfrechnen+Tagebuch schreiben
    Wöchentlich: 1 Gedicht auswendig

    Die Unterforderten sollen endlich freigestellt werden um an eigenen Projekten zu arbeiten oder eine Fremdsprache zu lernen.

    • loup
    • 10.12.2008 um 11:47 Uhr

    Lückentext, konzipiert von Bertelsmanns Stiftung:

    Ergänze medienmarktgemäß:

    "Deutschland tut zu wenig für ..."

    a) leistungsstarke Schüler
    b) leistungsstarke Schülerinnen
    c) leistungsschwache Schülerinnen
    d) leistungsschwache Schüler
    e) Schüler aus Migrantenfamilien
    f) Schülerinnen aus Migrantenfamilien
    g) dicke Sch.
    h) dünne Sch.
    i) sportliche Sch.
    k) sportferne Sch.
    l) buchnahe Sch.
    m)buchferne Sch.
    n) bewegungsarme Sch.
    o) hyperaktive Sch.
    p) Pendlerschüler vom Lande
    q) reizüberflutete Urbanschüler
    r) Kinder von Alkoholikern
    s) Kinder von Abstinenzlern
    t) spielzeugreiche Sch.
    u) spielzeugarme Sch.
    v) präkoxe Sch.
    w) retardierte Sch.
    x) Sch. aus Lehrerfamilien
    y) Sch. aus Arztfamilien
    z) Sch. aus Journalistenfamilien

    ICH KANN DIESE TITEL EINFACH NICHT MEHR ERTRAGEN!

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    Selten hat mir ein Kommentar so aus der Seele gesprochen!! Mir geht es genauso, ich kann es nicht mehr hören!!!!! Und dies erlaubt sich eine Lehrerin zu sagen,
    Grüße an loup

    Selten hat mir ein Kommentar so aus der Seele gesprochen!! Mir geht es genauso, ich kann es nicht mehr hören!!!!! Und dies erlaubt sich eine Lehrerin zu sagen,
    Grüße an loup

    • Isaidy
    • 10.12.2008 um 12:44 Uhr

    das ist auch meine Ansicht. Die Leistungsfähigkeit eines Kindes wird oftmals aufgrund seines Verhaltens, seiner Unordnung oder sonstigen "Kopfnoten" arg eingeschränkt. Das soziale Verhalten eines neunjährigen Grundschülers wird an den weiblich dominierten Grundschulen absolut überbewertet und sehr schnell als nicht "gymnasiumkompatibel" eingestuft. Dass ein Junge in dem Alter noch nicht fertig ist, sein soziales Verhalten entwicklungsbedingt temporär oder auch lehrerabhängig sein kann, wird ignoriert und ihm im Zweifelsfall die Leistungsfähigkeit aufgrund der Tatsache aberkannt, dass er unordentlich und "sozial unangepasst" ist. Diese Faktoren werden heutzutage ganz offensichtlich überbewertet. Habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Lehrer ihren Lehrstil und ihr Lehrverhalten als Maßstab ansetzen. Tut sich ein Kind mit der individuellen Art des Lehrers schwer, hat es schon verloren. Fakt bleibt, dass am Ende der Grundschule in zu vielen Fällen nach Kriterien selektiert wird, die ein zu gewaltiges Potential an Lernfähigkeit und Talent nach unten aussortiert zugunsten der "Systemkompatibilität". Die Lehrerin meines Sohnes erläuterte mir, dass sie sein Potential durchaus erkennt, aber aufgrund seines Verhaltens wäre er für sie der "typische Realschüler", was soll man dazu noch sagen?

    Antwort auf "Leistungsförderung"
  3. Ich setze da mehr auf Gesine Schwan! Zitat:

    "Aber es ist in der Tat nicht nur eine Frage des Geldes, es ist auch eine Rückbesinnung darauf, dass Bildung zum Beispiel nicht nur sich auf zehnprozentige Elite konzentrieren darf, sondern im Gegenteil jeden Einzelnen mit seinen verschiedenen, seinen unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten positiv in den Blick nehmen muss."

    So eine Sichtweise kontrastiert angenehm zu der Bertelsmann-Ideologie, die in den Artikeln von ZEIT.de immer wieder transportiert wird. Frau Schwan wird mit ihren Vorstellungen den Problemen unseres Bildungssystems wirklich gerecht.

  4. Leistungsstarke Schüler stören an vielen Schulen in Deutschland, nicht nur an den Grundschulen. Die Aufmerksamkeit der Lehrer konzentriert sich meist auf das untere Leistungsdrittel. Gute Schüler können allenfalls als Hilfslehrer agieren, da sie ja sowieso dringend soziale Kompetenz lernen müssen.
    Intelligente Schüler haben lästigerweise öfter eigene Ideen, die nicht in das Benotungsraster passen und auch auf keinem Lösungsbogen stehen. Wie störend.
    Aber vielleicht leben wir auch im falschen Bundesland, NRW, und andernorts sieht es anders aus.

  5. Schön wärs, wenn der Fokus wirklich auf die Defizite gelegt würde. Meine Meinung, nach zusammengenommen 25 Jahren Erfahrung als Mutter ist: In der Grundschule wird der Fokus immer stärker auf nichts gelegt. Individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers in der Grundschule heißt bei Lichte besehen doch vor allem: Es wird nach Kräften und mit viel Aufwand kaschiert, dass alle immer weniger lernen. Zum Ausgleich für die fehlenden Schulnoten werden Diagnosen um so eifriger verteilt. Darin sind Lehrer heutzutage wirklich fleißiger als jeder Kinderpsychiater. Individuelle Förderung heißt nunmehr: Jeder bekommt seine eigene Patho-Diagnostik. Die Grundschulen haben im Angebot: Lese-Rechtschreib-Störung, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hyperaktivität, Wahrnehmungsstörung. Alles hat seit Beginn der Dauerreform des Schuleintritts angeblich enorm zugenommen, so dass Lehrer fast nur noch diagnostizieren und fördern können. Meine Meinung: Würden alle Kinder in der Schule mehr lernen und üben und nicht mit diesem neuerdings spezifischen Mix aus Überforderung und Unterbeschäftigung in der Schule gehalten, kompensierbar nur durch vermehrte Elterneinsatz, ginge es allen besser. Lehrer würden lehren. Schüler würden lernen. Bei dann noch auftretenden Störungen wird der Kinderpsychiater gefragt. Und die sach- und fachfremde Psychopathodiagnostik an den Schulen könnte einfach ersatzlos gestrichen werden.

    Antwort auf "Leistungsförderung"
  6. Selten hat mir ein Kommentar so aus der Seele gesprochen!! Mir geht es genauso, ich kann es nicht mehr hören!!!!! Und dies erlaubt sich eine Lehrerin zu sagen,
    Grüße an loup

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